Herbstliches Tagessammelsurium

Doch ich bin nicht zufrieden

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Hier im Blog (und noch mehr im Leben außerhalb) stöhnte ich in diesem Jahr oft genug über die schwüle Hitze des Sommers. Wie oft ich ein reinigendes, kühlendes Gewitterchen mit Regen herbeisehnte, weiß ich nicht. Aber ich kann mich daran erinnern, daß auch ein großes Gewitter oder einfach ein langanhaltender Regen meist genügt hätten. Ach, ich war so verzweifelt ob der Hitze, daß ich tatsächlich meinen Arzt fragte, ob es wirklich ein so scheußliches Wetter oder ich allenfalls in den Wechseljahren wäre. Beide Fragen wurden mit “Ja!” beantwortet. (Auch Männer leiden um die 50 herum, üblicherweise nicht so lange und nicht so heftig wie Frauen. Bei mir sei das wohl ein wenig stärker als normal, hieß es nach einer Reihe von Tests. Na Prima.)

Jetzt ist der Sommer vorbei (zum Glück), die Temperaturen sind seit etwa zwei Wochen durchaus erträglich. Und es ist einfach nicht mehr schwül, nicht mehr so drückend wie die meiste Zeit dieses Sommers. Das freut mich, denn ich kann gehen, ohne nach 20 Metern bereits vollkommen durchgeschwitzt zu sein. Und zumindest auf diese Erfahrung hätte ich immer wieder gern verzichtet. Doch es half nichts; wochenlang war ich, gleich nachdem ich das Haus verlassen hatte und noch ehe ich die nahe Bushaltestelle erreicht hatte, einfach nur schweißnaß. Jetzt, die Tage seit Freitag bis heute, bin ich auch meist naß, kurz nachdem ich das Haus verlassen habe – und zwar vom Regen durchnäßt. Als ob das hätte wirklich gleich sein müssen, daß das Wetter von einem Extrem (Trockenheit) ins andere Extrem (gefühlter Dauerregen) wechselt …

Ja, ich bin mit nichts mehr zufrieden, nicht mehr mit dem Wetter zufrieden. Egal wie das gerade ist. Ich bin sowieso unleidlich zur Zeit. Und immer so sehr müde. Jeden Abend gehe ich rechtzeitig ins Bett bzw. auf meine Schlafcouch. Aber dann kann ich nicht durchschlafen. Wenn ich nach ein bis zwei Stunden Schlaf wachwerde, kann ich hinterher nicht wieder einschlafen. Das war während der schwülen Hitze auch schon so. Nur habe ich es damals eben auf die Hitze geschoben. Jetzt jedoch merke ich, daß es daran überhaupt nicht lag, jedenfalls nicht nur oder hauptsächlich. Ich sollte das Regenwetter dazu nutzen, im Bett zu bleiben und auszuschlafen. Wenn ich die Gelegenheit dazu hätte, würde ich es bestimmt auch tun. Aaaaaaaaaber: Ich finde die Zeit dazu nicht. Wie immer bin ich an diesem Unglück selbst schuld. Meinen Plan mache ich doch selbst, meine Termine lege ich doch mehrheitlich selbst fest.

Meine Meinung zum Wetter ändert sich ab und zu im Laufe eines Tages mehrmals, immer genau so, wie sich das Wetter ändert. Gestern zum Beispiel fand ich es morgens um halb sieben, als ich aus dem Haus mußte, angenehm temperiert mit 17 °C. Der leichte Nieselregen war erträglich, ich ließ den Schirm zu. Es war bis nach Magdeburg angenehm herbstlich. Draußen vor den Fenstern des Zuges sah ich bunte Blätter an den Bäumen vorbeihuschen, dann standen wieder noch völlig grüne Laubwäldchen an der Bahnstrecke. In Magdedorf (sorry, so nennen es die Hallenser – Halle war bis 1952 Landeshauptstadt – als einen kleinen Akt der Rache) war es dann nur noch bewölkt, trocken, und eine mäßige Brise wehte durch die Straßen. Erträgliches Wetter, sehr angenehmes Wetter für mich. Am Nachmittag aber, gegen 14.30 Uhr, schien in Magdeburg-Buckau die Sonne, ich schwitzte auf dem Weg zum und auf dem Bahnhof. Ach, wie sehr hätte ich mir da schonwieder einen Regenschauer gewünscht! Mir ging es nicht besonders gut und so ließ ich meinen Gang über den kleinen Buckauer Friedhof bleiben. Meinen Regenschirm hatte ich ganz umsonst mitgeschleppt, denn der Regen kam nicht.

Insgesamt sieht die Gegend aber schon sehr, sehr herbstlich aus. Die Felder sind abgeerntet, oft schon gepflügt. Hab ich da auch schon Wintersaat gesehen? An den Bäumen hängen jetzt noch die späten Äpfel und Birnen; Kirsch- und Pflaumenzeit sind vorbei. Kastanien fallen mir auf den Kopf, wenn ich unter den Bäumen entlanggehe und mit dem frischen bunten Laub unter meinen Füßen raschele. Es riecht im Wald sehr stark nach Pilzen. Die Frösche sind stumm. Alles geschieht etwa einen Monat zu früh. Darin bleibt sich das Jahr 2014 auch im Herbst treu.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 2. Juli 2014 waren das BFD-Seminar in Magdedorf und daß sich mein Regenschirm bei meinem Lieblingsbusfahrer wiederfand.
 
Tageskarte 2014-09-03: XVII – Der Stern.

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Ich hätte nicht hingehen sollen

Doch es ist zu spät, es ist geschehen

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Ich hätte nicht hingehen sollen. Oder wenigstens diesen Bereich meiden sollen. Aber nein, ich mußte ja, wollte ja sogar dorthin. Und nun habe ich den Salat. Ich konnte die Augen nicht schnell genug schließen, deshalb hat sich dieses Bild vom ersten Septembertag diesen Jahres in mir festgebrannt. Unauslöschbar. Mindestens bis in den Januar des nächsten Jahres.

Im K∗∗l∗nd standen sie aufgetürmt zu riesigen Stapeln mitten im Weg, es war nicht möglich, sie zu umgehen. Mannshohe Blockskulpturen aus Lebkuchen, Pfefferkuchen, Spekulatius! Am ersten September! Weihnachtsfresserei!!!

Das darf doch nicht wahr sein!?

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 1. September 2014 waren der Vormittag und die Überraschung am Nachmittag.
 
Tageskarte 2014-09-02: Die Sechs der Stäbe.

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Sie standen in der Abendsonne

Die Armee der letzten Sommertage

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Ich habe sie aufgestellt. Allein. In aller Ruhe. Auf einem ehemaligen, renautrierten, gestalteten Kasernengelände der GSSD in Halle (Saale) (8. Gardearmee, 27. Garde-Mot. Schützendivision). Dort, wo in dieser Karte der Marker gesetzt ist.

 

Alle Bilder nach Anklicken vergößerbar bis 1600 px (lange Kante).

 

Stumme Wachposten? Friedliche Symbole für meinen Seelenfrieden.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 31. August 2014 war der geschaffte Abbau beim Laternenfest.
 
Tageskarte 2014-09-01: 0 – Der Narr.

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Sommerende – summer wine

Meteorologischer Herbstanfang am ersten September

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Summer wine 2005

summer wine 2005
Schnappschuß vom (meteorologischen) Herstbeginn

 

 

Den Sommer verabschiede ich
mit dem letzten Schluck vom goldnen Wein.
Morgen beginnt schon der wunderbunte Herbst.

Ein 28er nach Helmut Maier.

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 30. August 2014 war der Abend auf dem Laternenfest mit der allerallerallerbesten Freundin.
 
Tageskarte 2014-08-31: Das As der Stäbe.

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Die kleinen Kleinigkeiten

Was mir in der Natur nur auffällt, wenn ich genau hinsehe

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Und ganz plötzlich ist da Zeit, langsam über die Kiesfelder auf dem ehemaligen Kasernengelände der Roten Armee zu gehen und die Kleinigkeiten wahrzunehmen:

 

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Vielleicht sind Grashüpfer, Libellen, Blümelein und Ameisen im bald beginnenden Herbst nur noch selten so schön zu sehen. Aber ich habe hoffentlich Zeit, sie zu betrachten.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 29. August 2014 war der arbeitsreiche Nachmittag/Abend auf dem Laternenfest.
 
Tageskarte 2014-08-30: Die Vier der Kelche.

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Heiko Moorlander: I was here

Heiko Moorlanders signature found in Halle (Saale)

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He’s famous, he’s international, he’s an outstanding artist. He’s the best known of only a few MudArtists. Now Heiko Moorlander was in Halle (Saale). Because of the not so good wheather conditions – ‘t was to dry – he was able only to do his standard greeting sign/his signature “I was here.”

 

Moorlander

Standard-Signatur by Heiko Moorlander
Dedicated to Irgendlink

 

I’m very happy about being able to catch this as a photograph … But Moorlander was to fast – he was far away long time before I’d asked him for an autogramm.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 28. August 2014 waren die Zeit für mich und die Zeit zu zweit.
 
Tageskarte 2014-08-29: Der König der Kelche.

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Ein verstörender Leserbrief

Ohne Verpflichtung im Radio, Tag 6

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Ich glaube, ich wurde enttarnt, entdeckt, depseudonymisiert oder wie auch immer dieser Vorfall genannt wird. Unter anderem Namen schrieb und schreibe ich Pornographie. Wilde Sexgeschichten, die sich zum Teil aus meinem eigenen Erleben (auch in den entsprechnden Szenen) und zum Teil aus meiner unerfüllten (und erfüllten) Phantasie ergaben und ergeben. Aber nun, nun schrieb mir ein Leser. Der Verlag hat diesen einen Leserbrief für so wichtig gehalten, daß er nicht vom angestellten Leserbriefbeantworter bearbeitet, sondern an meine Privatadresse weitergeschickt wurde.

Ich bin mir sicher, daß auch der Absender ein Pseudonym ist mit gefälschter Adresse. Der Schreibstil, die Sprachverwendung, die Satzmelodie – all das paßt nicht zu einem männlichen Leser. Der Brief muß von einer Frau sein. Damit kenne ich mich ja aus. Mein Pseudonym ist schließlich auch weiblich, und ich als Mann schreibe die Ferkeleien aus Frauensicht im Frauenstil. Wahrscheinlich ist es umgekehrt einfacher: Als Frau unter Männerpseudonym zu schreiben, die einfachere, simple Sicht des Mannes auf den Sex zu nutzen, zu schildern, auszuschmücken. Was ich dagegen für jede Geschichte an Gehirnverschraubwindungsakrobatik benötige, um aus einem einfachen Fick eine leidenschaftliche, feministinnenkompatible und trotzdem als Geschichte geilmachende Liebesnacht zu kreieren …

Der Leserbrief jedenfalls, den eine sich als Mann ausgebende Frau schrieb, betraf die Geschichte über eine orientalische Nacht im Swingerclub in L. “Er” und ich hätten dort gemeinsam an der Bar gesessen, “er” hätte mit mir Prosecco getrunken und wäre dann mit mir zusammen im SM-Gemach gewesen. Ich erinnere mich noch genau. Da saß eine Frau mit mir an der Bar, ja, wir tranken Prosecco. Und ja, auch der Raum ist richtig. “Er” nennt mich in seinem Brief Schriftstellerin, die unter Pseudonym schreibt. “Er” nennt die weibliche Form meines echten Vornamens als den, den ich als Schriftstellerin nichtpseudonym tragen würde. Das macht mich stutzig.

Draußen vorm Haus hält ein Auto, ich hörte es gerade. Ich gehe zum Fenster; vorsichtig spähe ich durch einen Spalt zwischen den Lamellen der Jalousie auf die Straße. Es ist dunkel, und knapp außerhalb des Lichtkreises der Straßenlaterne steht ein dunkler Kombi, den ich aus der Wohngegend hier nicht kenne. Ich bin nervös, der Brief gleitet aus meiner Hand zu Boden. Ich will ihn wieder aufheben, werde aber mitten im Bücken vom schrillen Klang der Klingel gestört. Ich halte ein, wage kaum zu atmen. Da klingelt es wieder. Leise gehe ich zur Tür, schaue durch den Spion und sehe im Haus nur Dunkelheit. Erneut klingelt es, schrill, lang. ich greife zum Hörer der Wechselsprechanlage, nehme ihn vorsichtig ab und hauche ein “Ja?” hinein.

“Ich habe hier ‘ne Pizza al forno für M. – und wir entschuldigen uns für die verspätete Lieferung mit einer Flasche Chianti gratis bei Ihnen! Macht dann nur 6.80 €.” “Neunter Stock, rechts” sage ich, betätige den Türöffner und hänge den Hörer wieder ein.

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 27. August 2014 waren das Bild, die fertige Flickarbeit.
 
Tageskarte 2014-08-28: VIII – Die Kraft.

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Die Sechs Entscheidungshelfer. (Oder was sind sie wirklich?)

Ohne Verpflichtung im Radio, Tag 5

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Ich nehme an, ich setze voraus, ich befürchte, ich ahne, ich erwarte, ich hoffe …

Vieles davon ist durch nichts zu begründen. Die Ausrede, daß das aus der Erfahrung heraus so sein muß/müßte/sollte/wird, gilt nicht. Denn welche Erfahrung lege ich meinen Spekulationen zugrunde? Doch nur die, derer ich mich erinnere. Die drögen, mir unpassend erscheinenden, teilweise unangenehmen, “überflüssigen” Erfahrungen – an die kann ich mich nicht (zumindest nicht bewußt, aktiv) erinnern! Vielleicht stimmt es doch: «Jeder Mensch erfindet sich eine Geschichte, die er für sein Leben hält.» Zumindest sortiert mein Gehirn sehr, sehr deutlich merkbar aus, wenn es um Erinnerungen geht. Und aus denen rekonstruiere ich mein Leben …

Annahmen, Voraussetzungen, Befürchtungen, Ahnungen, Erwartungen, Hoffnungen. Bestimmen sie nicht zu einem Gutteil meine Entscheidungen, mein Leben? Doch, das tun sie. Aber sind sie Hilfen, Helfer? — Ganz gleich, wie absichtslos ich lebe, ganz gleich, wieviel vom Geschehen ich annehme (akzeptiere) – diesen sechs bin ich ausgeliefert. Vorurteile kann ich vermeiden. Aber wer schafft es schon, ohne Annahmen, Voraussetzungen, Befürchtungen, Ahnungen, Erwartungen und/oder Hoffnungen zu leben? Ich nicht …

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 26. August 2014 war geschaffte Hausarbeit.
 
Tageskarte 2014-08-27: Die Zwei der Kelche.

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Über die Entstehung des Kopfkinos: Spielerei mit Sprache usw. usf.

Ohne Verpflichtung im Radio, Tag 4

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Wiedereinmal sitze ich vor dem weißen Blatt, vor der leeren Seite meiner Kladde. Seit Stunden drehe ich den Stift in meinen Fingern, lege ihn auf den Tisch, mal hierhin, mal dahin. Aufs Papier, direkt daneben, weit weg. Die Flasche Württemberger Trollinger ist geleert, nur im Glas funkelt noch ein hellroter Rest. Eine Flüssigkeit, die «trocken» genannt wird! Wie widersinnig das ist, denke ich, als ich an das Gegenteil von «trocken» denke: «lieblch» oder gar «süß», eben weder «feucht» noch «naß» in dieser Fachsprache. Aber das ist vielleicht der Grund für mein Noch-immer-Hiersitzen: Der Wein ist so trocken, daß er alle meine Ideen aufsog wie ein Schwamm

Und dann: «Im Wein liegt Wahrheit» – in vino veritas. Pah, noch nie habe ich eine Nähmaschine im Wein liegen sehen. Ich kann mir das nichteinmal vorstellen. Vielleicht aber wäre das ein machbares Kunstprojekt? Die Umsetzung von Sprich- und geflügelten Worten in Bilde, Sprachbilder. Ähnlich wie das von den «Inhabitanten transparenter Domizile», die «keine parabolischen Beschleunigungsexperimente» usw. usf. Autsch. Ich sehe meine Reisetasche und die Umsetzung einer anderen Redensart vor mir: «einem nackten Mann in die Tasche greifen». Wen könnte ich mir dazu als Gehilfin, als Gehilfen vorstellen? Ich, von hinten abgebildet, nackt, die Reisetasche in meiner linken Hand. neben mir auf dem Boden vor dem weißen Hintergrund eine sündig rot gekleidete Frau, deren Hand mit feuerwehrrot lackierten Nägeln gerade in meine Reisetasche einzutauchen versucht.

 

Ah. Genau. Dieses bzw. so ein Bild war es, das ich suchte. Jetzt läuft es wieder, mein Kopfkino. Und ich muß mich jetzt konzentrieren, auf das, was in meinem Kopf auftaucht, auf das, was ich jetzt zu Papier bringen kann. Schließlich brauche ich solche Ideen, solche Anfänge, um daraus an einem Stück Texte zu fabrizieren. Nur anfangen, dann den Anfang liegenlassen und irgendwann weiterschreiben, das funktioniert bei mir nicht, noch nicht. Aber das möchte ich lernen, daß ich auch so arbeiten kann. Wenn ich hier fertig bin, dann gehe ich mal wieder in die Bibliothek. Irgendwelche guten Bücher dazu muß es doch geben. «Romane für Dummies» oder so …

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 25. August 2014 war die geschaffte Hausarbeit: Der Berg Bügelwäsche ist weg.
 
Tageskarte 2014-08-26: Die Zehn der Münzen.

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Verschobene Tage, verschobenes Essen

Ohne Verpflichtung im Radio, Tag 3

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Sonntag und Urlaub. Absolute Ruhe. Erwartet wohl jeder.

Aufstehen, Frühstück, Abwasch. Viel Abwasch. Verdammt viel Abwasch. Danach weiterkochen. Am Sonnabend hatte ich den Grundstock zur Kartoffelsuppe bereits gelegt, heute mußte ich “nur noch” einige Kartoffeln schälen und ein paar Möhren, die dann schnibbeln, kochen und pürieren – schließlich mag ich Kartoffelsuppe sehr sämig. Nachwürzen, etwas Majoran und ein wenig Salz und Pfeffer fehlen noch. Nebenbei noch Gurkensalat anrichten. Dann Essen.

Sonntags Kartoffelsuppe? Ja klar, warum nicht, Kartoffelsuppe, die ich mache, ist verdammt lecker. Und den Braten (Hähnchen mit Rotkohl) gab es bereits am Sonnabend. Daher stammte auch noch ein Großteil des schmutzigen Geschirrs. Also haben wir leckerste Kartoffelsuppe – am späten Abend naschte ich noch zwei Teller davon – gespeist. Danach ging nichts mehr außer Mittagsschlaf. Tief, fest, und gerade als mir wieder Federn wuchsen, wurde ich geweckt. Ausgeschlafen war ich wieder nicht, eher knurrig. So verging der nicht besonders gutlaunige Nachmittag.

Nach dem Abendessen hatte ich dann Zeit und Muße, verscheidenen DInge zu reparieren: Spielzeug, Spieluhren, Kleinkram, der ruhige Hände und ziemlich viel Zeit benöitgt. An meinem Rechnerlein konnte ich ein lange verschlepptes Problem beheben. Die eine, von mir wirklich gern genutze Software, hatte ich unter Win7 noch nie zum Funktionieren gebracht. Jetzt, nach 277 Tagen, erinnerte mich SETI daran, daß ich mich doch wiedereinmal beteiligen sollte – und siehe da, der neue BOINC-Client (das ist die erwähnte Software) funktioniert wieder. Nun denn, ihr außerirdischen Intelligenzen: Ich suche wieder nach euch!

Der überhauptnicht ruhige Sonntag endete mit dem Polizeiruf, einem Film danach, einem kleinen Text über Alltäglickeiten und dem ogligatorischen Griff ins Tarot-Deck.

 

Mal sehen, was mir der Montag bringt.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 24.August 2014 waren die Kartoffelsuppe, die gelungenen Reparaturen, das deutlich verbesserte Klima (keine Hitze mehr).
 
Tageskarte 2014-08-25: Die Acht der Münzen. (Langfristige, hartnäckige Arbeit führt zum Erfolg.)

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Pausenseltsamkeitserfahrung

Ohne Verpflichtung im Radio, Tag 2

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Wie seltsam sich das anfühlt, von einer selbstauferlegten Pflicht sich plötzlich zu einer Auszeit zu zwingen! Und es liegt ganz allein an mir!

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 23. August 2014 waren der mutige Schnitt ;-) und das Kochen.
 
Tageskarte 2014-08-24: Die Zwei der Schwerter. (Ich weiß, sonderbar, aber ich ziehe jeden Tag selbst eine Karte aus meinem Deck. Und diese Karte scheint mich mittlerweile zu verfolgen.)

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Wild Camel

Ohne Verpflichtung im Radio, Tag 1

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Ein freier Sonnabend. Mal sehen, ob ich ausschlafen kann, oder ob mich irgendjemand/irgendetwas weckt vor der Zeit. Seltsamerweise werde ich seit Wochen jeden Morgen kurz vor Vier einmal wach, ich hoffe, auch das bleibt mir heute erspart. Natürlich habe ich genug zu tun. Da muß eine Hose gekürzt und ein Knopf angenäht werden, ich muß noch einiges scannen, sortieren, reparieren, festschrauben, schreiben, lesen … Doch, es nennt sich schon Urlaub. Aber … Am liebsten würde ich mich heute hinsetzen und alle Beiträge bis … vorschreiben. Geht nicht. Egal.

 

Wild Camel beschäftigt mich noch. Die Band, die mich am Donnerstag Abend so verzauberte. Die aus Vogelstimmen, verschiedenen Schlagzeugen, diversen Didgeridoos, Maultrommel, Fünf- und Siebensaiter-Baß, Akkordeon, Flöten unterschiedlichster Ausführung und natürlich Gesang und Obertongesang entstehende Musik entführte mich in ein keltisch-regenwaldiges Meditations-Dingens indisch-japanischer Prägung: Weltmusik und Ethnofolk eben!

Die von den Musikern (noch in anderer Besetzung) vor Jahren produzierte CD ist gitarrenlastiger, rockiger arrangiert als das, was die Fünf heute zu Gehör bringen. Aber mitschnipsen und mit den Füßen zappeln mußte ich trotzdem das ganze Konzert über. Der Schlagzeuger, Jens, sah aus, als ob er sich, während er spielte, auf einem ganz anderen Planeten befände. Der Didgeridoo- und Maultrommelspieler Eberhard brachte es ferigt, ein auch im Text verständliches “happy birthday to you” aus einem der hölzernen Rohre zu holen. Peter an Gitarre, Mandoline und Drehleier und Akkordeon zupfte und orgelte und balgte deutlich vernehmbar mit großer Spielfreude. Viola und ihrer Stimme bin ich vor Jahren schon begegnet, als sie ohne elektrische Unterstützung das Gasometer ausfüllte; als Flötistin und am Akkordeon hörte ich sie zum ersten Male. Und der Kopf der Gruppe, Gerd (auch bei Regentanz und Paul Bartsch), der immer wieder mit seinen Bässen und dem Didgeridoo scheinbar (an-)treibend das Ganze – nun ja, doch: leitete, dirigierte. Spielfreude und nochmal Spielfreude und Seele und Herz auf der Bühne im Hof des NT hier in Halle (Saale).

 

 

Schade, daß nur so wenig der Musik im Netz zu finden ist. Und doch … Vielleicht fühlt sich ja jemand aus der Nähe animiert, heute um 17 Uhr in die Doppelkapelle Landsberg zu gehen und ein völlig akustisches Konzert von Wild Camel zu erleben. Ich, ich kann das nur empfehlen.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 22. August 2014 waren die ruhige Schicht, der Buchfink mit nur einem Buch (Ninni Holmqvist: Die Entbehrlichen).
 
Tageskarte 2014-08-23: XVI – Der Turm.

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Traumnotiz

Freiheit angstfrei

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Unsere Zeit endete schon, bevor sie unsere Zeit wurde: Unsanft wurde ich aus meinem Traum gerissen. Und als ich sah, daß ich noch immer in meiner Wohnung in der Stadt auf meinem Schlafsofa lag, war mir auch klar, daß die Zeit für unsere gemeinsame Zeit gerade nicht die richtige war, noch nicht reif war. Denn noch war ich Mensch und nicht, wie in meinem Traum, Vogel, Eule! wie Du.

Doch die Erinnerung an den Traum, die bleibt mir. Lautloses, schwereloses Gleiten durch den Nachthimmel bei Vollmond. Um uns herum nur die Weite und die Sterne und die Ruhe, spielten wir Hopse über die Wipfel der Fichten und Tannen knapp unter der Schneegrenze. Der Aufwind am Hang wehte mich ab und zu aus meiner Flugbahn, doch ich lachte ihn aus, legte die Flügel an und entging dadurch seiner Kraft. Knapp vor den Ästen machte ich mich wieder breit, ließ mich nach oben treiben, um danach in einem eleganten Bogen wieder den Bäumen entgegenzuschweben.

Und Du immer neben vor hinter über unter mir, oft so nah, daß sich die Spitzen unserer Federn streiften. Freiheit. Gemeinsam.

 

Und ich hatte keine Höhenangst.

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 21. August 2014 waren der Traum am frühen Morgen, die gemeisterten technischen Probleme im Sender, das sehr, sehr entspannende, wundervolle Konzert von Wild Camel.
 
Tageskarte 2014-08-22: Die Zwei der Schwerter.

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Zeit hört nicht auf zu existieren

Ihr Vergehen wird nur unendlich langsam sein.

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Eine Glaubensfrage?

 

Beinahe hätte ich nur einen Kommentar geschrieben zu Foodandwineporns Reflektionen über/zur Zeit, die unbedingt lesenswert sind. Aber dann wurde mein Text länger und länger und … Nun hab ich einen ganzen Beitrag draus gemacht. Danke für diese Inspiration.

 

Zeit. Natürlich unterliegt Zeit den Gesetzen der Physik (auch den bisher unentdeckten). Und die Gesetze der Physik sind an die Zeit gebunden – schließlich ist sie eine der Dimensionen (eine von vier; oder auch, im Modell der dreidimensinalen Membran, die in einen neundimensionale Raum eingebettet ist, eine zusätzliche zu den neun Dimensionen). Aber ich denke, die Zeit ist endlos: Wenn alle Atome stillstehen, dann kann nur niemand mehr die Zeit messen und beobachten. Zeit hört nicht auf zu existieren; Zeit steht nicht still. Ihr Vergehen wird nur unendlich langsam sein. Und nach einer extrem kurzen oder extrem langen Weile des – scheinbaren! – Verharrens im Nullpunkt (im Nexus?) oder im Extremum (am Umkehrpunkt) schwingt das Pendel nach der anderen Seite weiter, die Atome schwingen wieder. (Ihr merkt schon, mir gefällt die Theorie des oszillierenden Universums/der ozillierenden Multiversen.) Und irgendwann entsteht auch wieder jemand, der Zeit, der das Vergehen der Zeit wahrnehmen wird.

Das ist übrigens ihre (für mich) wichtigste Eigenschaft: Zeit ist nur indirekt wahrnehmbar, indem ich ihr Vergehen wahrnehme …

Und noch etwas gilt: Ein Tag hat 24 Stunden, so ist es definiert. Diese 24 Stunden kann ich vollstopfen mit ganz unterschiedlichen “Pflichten”. Zum Beispiel mit der Pflicht zur “aktiven Entspannung im Fitness-Studio”. Oder ich genieße die Ereignisse, die ich in diesen 24 Stunden wahrnehmen kann, bewußt wahrnehme. Dementsprechend nehme ich auch wahr, daß die stetig ablaufende Zeit für mich persönlich unstetig wird, mal schneller, mal langsamer zu fließen scheint. Nicht die Zeit, nur meine Wahrnehmung der Zeit ist verändert.

Zeit. Wenn alle Existenz aufhört, hört dann auch Zeit auf? Und was war vor aller Existenz: Kennt Gott Zeit? Der, der das Universum, die Erde, das Licht und die Finsternis geschaffen hat, muß schon vor dem allen dagewesen sein. Er muß im Nichts existiert haben. Für welchen Zeitraum?

Zeit. Sonderbares “Ding”. Außerhalb unseres Universums existierend, daher nicht verschwindend, wenn unser Universum Suizid verübt. Das glaube ich.
Aber die Richtigkeit der physikalisch anmutenedn Aussagen kann ich natürlich nicht garantieren – ich glaube das alles ja nur.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 20. August 2014 waren das Aufwachen, der Mittagsschlaf, der Feierabend.
 
Tageskarte 2014-08-21: Die Zehn der Schwerter.

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Motivationen, verschiedene

Irgendwann irgendwo gelesen und hängengeblieben

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Heute wüßte ich schon gern, woher gestern die Gedanken kamen, die mich zu diesem Text anregten und als genau dieser Text jetzt hier veröffentlicht werden. Eigentlich nämlich war ich viel zu müde, um irgendetwas anderes zu tun als das, was ich mir gerade vorgenommen hatte. Ich wollte ein Nickerchen machen, hatte einen Wecker gestellt und mich sogar schon auf die Couch gebettet, als sie mir ins Hirn, ins Bewußtsein schossen. Ab dem Zeitpunkt war es mit der Ruhe vorbei. Nein, zuerst mußte herausgeschrieben werden, was mich beschäftigte, danach könnte ich vielleicht …

Auf einem Blatt Papier schmierte ich hin, was mir einfiel. Die als Überschriften verwendeten Bezeichnungen habe ich irgendwann einmal irgendwo gelesen, das weiß ich, aber wo?

Extrinsische Motivation

  • Motivation “von außen”
  • “Mittel-zum-Zweck”-Motivation, d.h. ich tu etwas, um Geld zu verdienen oder Anerkennung zu bekommen
  • es wird getan, worum man gebeten, wozu man aufgefordert wird
  • hauptsächlich Erwartungen Anderer werden erfüllt
  • Gefahr: von Forderungen von außen aufgefressen
  • über dem Tun wird das eigene Ziel vergessen

Intrinsische Motivation

  • innere Motivation aus eigenem Antrieb
  • “Wunsch-und-Bedürfnis”-Motivation, d.h. ich tu etwas aus persönlichem Interesse und mit Spaß
  • was Andere fordern, ist nicht wichtig
  • Vorsicht: auch erhaltene Aufgabenmüssen erledigt werden
  • über den eigenen Interessen wird der Rest vergessen

Ja, ich habe etwas zusammengefaßt, all zu Abwegiges und Unsinniges weggelassen. Sonst hätte hier – nein, diesen Schmierzettel habe ich zwar fotografiert, aber ich kann und darf ihn hier nicht zeigen. Irgendwie schwiffen meine Gedanken dann nämlich irgendwann ab, was mir deutlich zeigte, daß ich wohl ein Mensch bin, der intrinsisch motiviert ist. Arbeiten nach dem Lustprinzip – ist es das, was mich ausmacht? Hm, sicher, schon; aber wie ist das zum Beispiel mit meinem Blog, den ich jeden Tag, auch wenn ich wirklich keine Idee, keinen Bock und keine Zeit dazu hätte, frisch befülle?

Es gibt wahrscheinlich niemanden, der nur extrinsisch, und ebenso wahrscheinlich niemanden, der nur intrinsisch motiviert ist. Auf die Mischung kommt es an! Und bei mir entwickelte sich aus der rein intrinsisch motivierten Bloggerei etwas, das mittlerweile auch extrinsisch motiviert ist: Die Leser warten doch auf meinen täglichen Text, ich muß doch die Erwartungen meiner Leser erfüllen!? Hey, ist das auch umgedreht schon geschehen, daß aus rein extrinsisch Motiviertem etwas wurde, daß zu einem inneren Bedürfnis wurde? Ich habe dazu viele Notizen auf meinem Zettel gemacht, die aber alle nicht so recht paßten.

Haaaaaach. Pflichten von außen, die mittlerweile Spaß machen. Öhm, ja, sicher; ganz bestimmt … Aber was? Das kann doch nicht so schwer zu finden sein in meinem Leben? Grrrhhmmmmpffff! Stundenlang habe ich nebenbei darüber nachgedacht, bin zu keinem vernünftigen Ergebnis gekommen. Es ist und bleibt so, daß Aufgaben, die ich gestellt bekomme, daß Anordnungen, aüßerer Zwang bei mir nur zu einem führen: zur Aversion gegen all das führen. Nur wenn ich selbst zu tun wünsche, was mir aufgetragen wird, nur dann tu ich es gut und gern und ohne Widerstreben. Es muß tatsächlich immer eine innere Motivation sein, sonst bleibt nur lästige Pflicht …

Aber vielleicht weiß jemand von meinen Lesern etwas, das als lästige Pflicht begann und nun ureigenster Wunsch und Bedürfnis ist?

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 19. August 2014 waren das Ausschlafen und der leckere Salat zu Mittag.
 
Tageskarte 2014-08-20: Die Sieben der Münzen.

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