Gültig ab 7.10 Uhr

Aus aktuellem Anlaß notiert

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Novembergruß
 

Erwacht bin ich früh schon weit vor meiner Zeit.
Draußen verging grad die Nachtdunkelheit.
Die Luft war so frisch und das Licht schien so zart!
Der Morgentau hatte sein Funkeln bewahrt.
Im Gebüsch nebenan trällerten Vöglein gar frei.
        Doch klangen die Lieder auch wie einst im Mai:
        Der Monat Oktober ist jetzt vorbei.

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 31. Oktober 2014 waren das Austehen, der Buchfink, das Abendessen.
 
Tageskarte 2014-11-01: Die Zehn der Schwerter.

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CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Schrecklich wahr

Denk mal an ein Denkmal.

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Weil ich mir einen neuen Rucksack und wirklich guten Kaffee gekauft habe, lief ich gestern an diesem Haus vorbei:

 

Alter Markt 31

Ein denkmalgeschütztes Haus in Halle (Saale)
Zufällig ging ich daran vorbei.

 

Was da an den Holztafeln klebt? Das da:

 

Alter Markt 31 Plakat

Dieses Plakat klebt an den vernagelten Fenstern.
Wahrheit muß bekanntgemacht werden.

 

Mehr Informationen gibt es – ich muß ausnahmsweise! darauf verweisen – bei Facebook (ja, ich schäme mich schon dafür) und in der Mitteldeutschen Zeitung.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 30. Oktober 2014 war das gefundene Motiv, leckeres Essen, ein ruhiger Abend.
 
Tageskarte 2014-10-31: Der Bube der Schwerter.

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Plattenpanik

Sind die Daten weg? Über eine IT-Katastrophe.

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Auf einmal war eine der USB-Festplatten ausgehängt. Auch die Leuchtdiode, die als Betriebsindikator leuchtet und flackert in einem ganz besonderen Blau, war erloschen. Schock. Panik! Chaos im Schädel. Schnappatmung. Vier bis zwölf Runden wie ein Raubtier im Käfig gedreht. Lauthals Schimpfwörter deklamiert. Eine Zigarette gedreht mit verdammt zittrigen Fingern und sie dann hastig geraucht. Mit einem LINUX-Dateisystem (ext3) formatierte 1,36 (reale) TB haben sich verabschiedet … Scheiße.

Ungefähr ein Terabyte war sicher belegt. Darunter waren Kopien verschiedener HOME-Verzeichnisse. Vier Jahre hat die Platte funktioniert. Bilder, Musik, Texte, Datenbanken wären alle auf Nimmerwiedersehen verschwunden, wenn ich das Gerät nicht nocheinmal zum Funktionieren bekäme und dann alles von der 1,5er auf die 3TB-Platte zu kopieren schaffte.

Fäkalien! Fäkalien! Fäkalien! Mit einer neuen Zigarette im Mundwinkel meldete ich alle Laufwerke ab, fuhr das Fedora herunter. Alle Kabel ab. Stromlos alles. Noch immer war ich extrem angepißt, katastrophisierte das Festplatten- … ja, was denn? Versagen? Problem? Unglück? Funktionsstörung? Totalschaden? Schauderhafte Phantasien von schmelzenden USB-Sticks und sich aufblähenden USB-Festplatte bildeten sich in meinem Kopf und übernahmen für eine geraume Zeit die Funktion der Realität.

Eine Zigarettenlänge wartete ich, um danach das Pinzip Trabant-Vergaser anzuwenden. (Für die, die es nicht kennen: Hatte der Trabbi unerklärliche Probleme beim Anspringen oder Rundlaufen, so reichte es im Normalfall aus, den Vergaser auszubauen, ihn zu zerlegen, eine Zigarettenlänge abzuwarten, den Vergaser wieder zusammen- und einzubauen. Das funktionierte auch bei Mopeds aus Suhl und Motorrädern aus Zschopau.) Also verkabelte ich alles, startete den Fedora-Rechner, steckte die Platte an und schaltete sie ein.

Eine Hand auf das Gehäuse der problembehafteten Festplatte gelegt, harrte ich der Dinge (und Meldungen), die da kamen. Die 750er war gleich da, in der 1,5er rappelte es. Das dauerte! Eeeeeeeeeeeeeeeeeeewig!

Extreeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeem laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaange.

Hörte ich da nicht leise Geräusche spanabhebender Vorgänge in diesem Datenträger? Himmel, Arsch und Zwirn, alles, bloß das nicht! Wahrscheinlich hatte mir meine Katastrophenphantasie nur einen Streich gespielt … Hoffentlich hatte sie das. Nach endlosen 15 oder 20 Sekunden dann erschien die Statusanzeige für ein weiteres gemountetes Laufwerk: Die USB-Festplatte mit 1,5 TB wurde ganz normal an ihrem gewohnten Platz ins System eingebunden. Und ausgehängt, abgeschaltet, entkabelt; verkabelt, angeschlossen, angeschaltet und: gemounted. Alles ganz normal. Nun mußte das Gerät nur noch bis zum Abend durchhalten, bis zu dem Zeitpunkt, da ich auf die zuhausestehende 3TB-Festplatte zugreifen konnte.

Auch das hat am Abend funktioniert, das Kopieren. Und seitdem (Prinzip Trabant-Vergaser, wirklich!) arbeitet auch die 1,5er Platte wieder tadellos. Trotzdem: In nächster Zeit ist ein Ersatz dafür fällig.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 29. Oktober 2014 war die wieder funktionierende Platte.
 
Tageskarte 2014-10-30: Der Ritter der Schwerter.

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Ein neues Werkzeug ausprobiert

Ablenkungsfreies Schreiben.
Fokussiert auf das Schreiben.
Wie geht das?

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Ohne zu wissen, daß ich etwas testen möchte, schrieb Sofasophia gestern: Sie: Im Gegensatz zum Stein, der der Bildhauerin durch seine Form etwas sagen kann über seinen Wunsch, was er mal werden will, wenn er fertig gehauen ist, sagt mir das weiße Blatt Papier einfach überhaupt nichts. Ist das nun Freiheit oder Fiesheit?”

Mein Papier in meiner Kladde spricht mit mir. Meistens ist es wirklich weiß (oder chamoix) und unliniert. “Schmier”zettel sind die blank gebliebenen Rückseiten von ausgedruckten Dokumenten, die ich halbiert und in einen kleinen Ordner geheftet habe. Die Angst vor dem leeren Blatt habe ich nur selten, nur manchmal quäle ich mich vor der leeren Seite mit dem Finden von Ideen. Meist – fast immer! – fließt nach kurzer Zeit etwas aus dem Kopf in den Arm in die Hand in den Stift und aus diesem auf das Papier. Auch gerade Gelesenes notiere ich mir, wenn es interessant genug oder ausreichend seltsam ist.

 

Focuswriter (1)

Focuswriter (1)
So sieht der Desktop aus, nachdem das Programm Focuswriter gestartet wurde.

 

Ich möchte wenigstens einmal ausprobieren, ob ich dieses weiße Blatt, das sich sonst in meinen Kladden befindet, hier auf dem Rechnerlein nachgebildet nutzen kann. Zu diesem Zweck habe ich mir sowohl auf dem ganz Kleinen unter Win7 als auch auf dem neueren, größeren Gerät unter Fedora (auch für das Angebissne verfügbar) das Programm Focuswriter – der URI der Seite ist Programm! – installiert und erzeuge diesen Text darinnen direkt auf dem Rechnerlein tippend. Es fühlt sich seltsam an. Es fließt nicht – die fließende Bewegung des Stiftes über das Papier fehlt mir. Seltsam, oder? Dabei ist das Schreiben auf Tastaturen doch das heutzutage normale Schreiben; schließlich nutze ich ja auch ein Schmartfohn mit Tatschsgrien … Und doch ist es etwas anderes, ob ich irgendwo irgendwelche Kurznachrichten schreibe oder ob ich einen Text, einen Beitrag, einen Brief erstellen möchte, eine Geschichte schaffe.

 

Focuswriter Statistik

Focuswriter Statistik
Am unteren Bildschirmrand erscheint im Programm Focuswriter eine sehr nützliche Statistik, wenn der Mauszeirger hinbewegt wird.

 

Schon nach diesen wenigen Zeilen (okay, die Statistikanzeige in diesem Progrämmchen finde ich schon schön) aber merke ich, daß es kein Werkzeug für mich ist, auch kein Werkzeug für mich werden wird. Texte auf dem Rechner zu schreiben heißt HTML zu schreiben (oder LATEX) mit all den Tags und Codes, die das schlußendliche Aussehen des Textes bestimmen. “In den Rechner zu scheiben” bleibt abschreiben und formatieren im Quelltext, Verlinkungen direkt anzugeben usw. usf.

 

Focuswriter Menü

Focuswriter Menü
Das Menü des Programms Focuswriter erscheint am oberen Bildschirmrand, wenn der Mauszeiger ihn berührt.

 

Ich bin altmodisch, brauche das Kurrent, die Tinte, den Bleistiftstrich, das Papier. Denn wie ich schon schrieb: Mein Papier spricht mit mir. Und ich brauche Hintergrund, Rauschen sozusagen aus Geräusch und Bildern, und Ablenkung, dann bin ich kreativ … Doch vielleicht ist das kostenlose Programm Focuswriter etwas für eine meiner Leserinnen oder für einen meiner Leser?

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 28. Oktober 2014 war der Morgen, die reiche Ausbeute und der geruhsame Abend.
 
Tageskarte 2014-10-29: Die Zwei der Schwerter.

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Menschlich

Böse Fehler Unperfekt

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Es ist auch das “Böse”, auch das Unperfekte in und an mir, das mich menschlich macht. Ohne Fehler wäre ich wohl nur eine Spielfigur aus glänzendem Stein …

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 27. Oktober 2014 war der ungeplante Abend.
 
Tageskarte 2014-10-28: Die Sechs der Kelche.

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Die eigene Verantwortung

Niemand kann mich glücklich machen außer mir

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Wer viel (und vor allem kreuz und quer durch die Drucklandschaft) liest, findet immer wieder einmal ein paar Sätze, die der sofortigen Zustimmung bedürfen. (Ja, solche Sätze finde ich wirklich!) Und wenn ich mich notgedrungenermaßen irgendwo in die Zeitschrift “Eltern” vertiefe aus Mangel an anderem Lesestoff, so war ich diesmal echt überrascht: Im Heft 10/2014 ging es (auch) um Beziehungen. Nachdem ich gestern aus meiner eigenen abstrahierte, schreibe ich heute von Michael Cöllen ab, einem Psychologen, Psychotherapeut und Buchautor, der lange Jahre insbesondere in der Paartherapie tätig war. Nicht sofortiges Zustimmen, aber ein “Aha! Also nicht nur ich!” war meine Reaktion darauf. Im Interview mit Margot Weber nämlich sagt Michael Cöllen auf Seite 66 ff:

 

 

[ … ] Die Liebe ist kein Schlaraffenland, auch wenn wir uns das wünschen. Manche Menschen warten tatsächlich einfach nur darauf, daß sie von einem anderen glücklich gemacht werden. Das ist narzistisches Verhalten. Dahinter steht das Streben nach Selbstaufwertung. Bleibt sie aus, reagieren diese Menschen depressiv oder aggressiv. Dann richten se ihre Enttäuschung auf den anderen, statt sich selber kritisch zu hinterfragen. Was wir begreifen müssen: Jeder Partner ist für sein Glück – aber auch sein Unglück – selbst verantwortlich. [ … ] Wir selbst entscheiden, wie wir die vorhandenenMöglichkeiten nutzen oder mißbrauchen, unser Glück beziehungsweise Unglück zu gestalten. Der Partner ist nicht grundsätzlich gut, aber ebensowenig ist er grundsätzlich böse. Oft verteidigt jeder ausschließlich seine eigene Wahrnehmung – als ob das ganze Glück daran hängen würde. Aus dieser subjektiven Wahrnehmung heraus nimmt man sich dann auch nich die Hoheit, den anderen zu kritisieren und zu bekämpfen. Am Ende hat sich jeder Partner seine eigene Wahrheit und seine eigene Welt konstruiert.

Zeitschrift “Eltern”, Heft 10/2014, S. 66 ff

 

 

Das alles weiß ich doch schon, werden viele sagen/denken. Aber ja! Nur: Halte ich mich wirklich daran? Erwarte ich nicht oft zu viel von meiner Partnerin? Sehe ich sie nicht viel zu oft als Erfüllungsgehilfin für all meine unausgesprochenen Wünsche? Wenn ich ihr nicht sage: “Ich möchte Dich jetzt einfach mal umarmen/jetzt einfach mal von Dir umarmt werden.” – woher soll sie das wissen? Und soll ich riechen, daß sie jetzt geküßt werden möchte? Jeder, dem die unausgesprochenen Wünsche nicht erfüllt wurden, ist dann traurig, sauer, eingeschnappt. Aber es gilt eben nicht: “Wenn Du mich richtig lieben würdest, wüßtest Du, was ich brauche!” Und auch das ist nicht wahr: “Wenn Du mir diesen Wunsch (den ich Dir aber auf keinen Fall verraten werden) nicht erfüllst, dann bist Du ein Arschloch vor dem Herrn und hast sowas wie mich überhaupt nicht verdient!” All das weiß ich. Und wie oft tappe ich doch immernoch in diese Falle.

Also. Jeder ist seines Glückes Schmied. Auch in einer Beziehung, in der erst Glück bleiben kann, wenn Verzicht, Einlenken, Geben alltäglich werden. Glaube ich. Jetzt gerade. Bis ich den nächsten nachdenklich machenden Text lese …

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 26. Oktober 2014 waren der ruhige Vormittag, leckeres Essen, ein gemütlicher Abend.
 
Tageskarte 2014-

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Und ewig lockt das Weib

Alltägliche Erfahrung

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Männer mögen es, wenn sie wegen ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten von Frauen um Hilfe gebeten werden. Männer lieben es, wenn die Frau dann bis ins kleinste Detail vorschreibt, was wann wo und wie genau zu tun ist.

 

 

Ohne jedes weitere Wort.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 25. Oktober 2014 war ein leckerer Eintopf zu Mittag, die geschafften Fitzeleien am Nachmittag.
 
Tageskarte 2014-10-26: Die Vier der Kelche.

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Familienfreitagabend

Wie er früher üblich war

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Fleisch kocht im Topf, in dem ich vorher etwas Sellerie, ein paar Möhrenstückchen und Zwiebeln angebraten hatte. Ja, das Fleisch auch, aber wirklich nur kurz. Dann wurde mit Gemüsebrühe abgelöscht und aufgefüllt. Daneben stehen bereit: gewürfelte Möhren, gewürfelter Kohlrabi, zerkleinerter Blumenkohl, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln usw. usf. Das meiste davon wurde selbst geschnippelt und eingefroren. Lorbeerblätter und Nelken hab ich dazugegeben, Salz, etwas Pfeffer, Majoran und selbstgetrocknetes Selleriekraut; am liebsten hätte ich noch ein paar Wacholderbeeren gehabt. Die Kartoffeln koche ich morgen extra, während das Gemüse schon in der geseihten Brühe garzieht; einige werde ich pürieren und damit dem Eintopf/der Suppe etwas Bindung geben.

Und während das Rindfleisch jetzt noch etwa 30 min bis 40 min benötigt, habe ich Zeit, zu Nadel und Faden zu greifen und den einen oder anderen Schaden zu beseitigen, zu flicken, wie es so schön heißt. Da war hier eine Naht auf und dort ein Knopf ab. Die Hose muß gekürzt und die wieder ausgelassen werden. Oder es gibt verscheidene Dinge zu kleben, hier was abgebrochenes, dort ein zerfallenes Spielzeug. Jaja, Spielzeug zerfällt, von ganz allein, wirklich, wenigstens wenn Kinder drauftreten. Dann zerfällt es von ganz allein und ich, ich darf es wieder zusammenleimen.

Das Fleisch braucht noch seine Zeit. Aber hier riecht es schon nach der Sonnabendsuppe, nach dem werdenden Gemüseeintopf, nach der köchelnden Brühe. Es duftet so, daß ich schonwieder Hunger bekomme, vielleicht auch nur Appetit. Zwei Stunden schon bin ich mit der Vorbereitung für das morgige Essen beschäftigt, und diese zwei Stunden flicke und repariere ich auch schon. In der Zwischenzeit hat die Frau das Kind gebadet, gestillt und gefüttert und ins Bett gebracht. Auch wir waren in der Wanne. Jetzt sitzen wir beisammen, reden, schmieden Päne für morgen und Sonntag. Zerreißen uns die Mäuler über die Nachbarn, lästern über die Verkäuferinnen in der HO. Wir trinken noch ein Bier zusammen, beschließen wir. Stoßen dann auf die geschaffte Woche an.

Ich lege nochmal ein paar Scheite Holz und drei Briketts in die Glut. Bis die dann erloschen ist, wird das Fleisch eine wundervolle Brühe ergeben haben. Wir gehen bald ins Bett und lauschen noch ein wenig dem Radio, Pop nach Acht bis Mitternacht bringt heute Oldies. Dieser neue Moderator, dieser Günther Jauch, der kann dem Thomas Gottschalk, der sonst die Sendung moderiert, sprachlich noch nicht ganz das Wasser reichen. Seine Musikauswahl allerdings gefällt uns wesentlich besser als die Gottschalks.

Irgendwann zwischen Hollies und Middle of the road bin ich wohl eingeschlafen …

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 14. Oktober 2014 waren der ruhige Vormittag, mich sehr erfreuende Nachrichten, die geschaffte Hausarbeit (Abwasch und Bügeln).
 
Tageskarte 2014-10-25: Der Ritter der Schwerter.

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Musik, Musik, Musik

Über die Schwierigkeiten und Erfolge bei der Arbeit an einem Musikarchiv

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… das diesen Namen nicht wirklich verdient …

Jaja, es ist eher ein Sammelsurium an mehr oder weniger gut digitalisierter Musik. Recht unstrukturiert – Linux-Dateisysteme lassen das einfacher zu als die von anderen Betriebssystemen, aber auch die Strukturierung wäre einfacher möglich. Es gab Richtlinien, wie die Dateien benannt werden, wie die Verzeichnisstruktur aussehen sollte, welche Metadaten unbedingt ausgefüllt werden sollen. Aber die wurden von vielen fleißigen Sammlern offenbar ignoriert. Ich habe im Juni dann die Verantwortung dafür übernommen, daß da endlich einmal Ordnung hineinkommt.

Viele der verlorengegangenen oder dort eben nie vorhandenen Daten lassen sich mithilfe ganz hervorragender Programme (Kid3 – exzellent zum Eintragen von Metadaten in viele Musikdateien ganz unterschiedlicher Formate) aus dem WWW gewinnen. Dateien mit zu schlechter Qualität ( weniger als 128 kbps) verschwinden oder werden nach Möglichkeit durch besser kodierte ersetzt. Alles, was nicht im festgelegten Format .mp3 vorliegt, wird in selbiges umgewandelt (ich gestehe: ogg-Vorbis lasse ich – vorerst – unangetastet). So sitze ich dann da und schaufele Daten von hier nach da, bearbeite sie und schaufele sie anschließend wieder zurück. Dann ist außerdem schon nach Alphabet sortiert, was die Künstler angeht.

Bisher habe ich knapp 5% der vorhandenen Datenmenge bearbeitet. Seit ich meine eigenen Qualitätsansprüche etwas heruntergeschraubt habe, geht die Arbeit auch wesentlich schneller. Ich muß nicht alle Tags ausfüllen, sondern nur die, die absolut notwendig sind. Ich muß nicht jede Schallplatte und jede CD wieder in die Hand nehmen, um Ergänzungen und Vervollständigungen vorzunehmen. Sind dann eben nicht alle Titel verfügbar! Na und?

Steineschneiden ist als Handarbeit manchmal einfacher. Aber immer, wenn ich wieder ein oder zwei GigaByte fertighabe, bin ich ein klein wenig stolz auf mich. So ganz nebenbei lerne ich natürlich auch eine Menge Musik kennen, vor allem solche, die auch sonst kaum irgendwo zu hören ist. Alan Woerner zum Beispiel war völlig aus meinem Gedächtnis verschwunden …

Es geht voran. Mühsam zwar, aber es geht voran. Und irgendwann am Ende meines BFD möchte ich dem Sender ein vernünftig nutzbares Musikarchiv hinterlassen. Mammutaufgabe, ja, aber keine Sisyphos-Arbeit. Mittlerweile habe ich nämlich auch eine kurze, nachvollziehbare Anleitung zum Einpflegen neuer Tonträger verfaßt, die funktioniert: Neue Alben werden regelgerecht eingearbeitet. Und auch das ist ein schöner Erfolg (für mich und für den Sender).

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 23. Oktober 2014 waren ein kurzer Besuch auf Arbeit und die geschaffte Datenmenge.
 
Tageskarte 2014-10-24: Die Fünf der Kelche.

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Denkaufgaben Individualismus vs. Gemeinschaft

Bemächtigen wir uns wieder unserer Zukunft

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Nachdenkenswertes Stück Text gefunden im ZEITmagazin, welches mir zulief gestern in der Straßenbahn. Es lag da einsam und verlassen auf dem Sitz, auf dem ich mich niederlassen wollte. Ich wunderte mich nur kurz, nahm es in die Hand, blätterte darin herum, immer darauf achtend, ob nicht jemand der Umsitzenden sein Eigentum an dem Papier reklamiere. Es dauerte nicht lang, und mein Denkgebiß hatte wieder heftig zu kauen. Unter dem durchaus opulenten Titel “Wir erleben gerade eine technische Revolution des Wohnens. Aber von Zukunftseuphorie ist in der Gesellschaft nichts zu spüren. Stimmt etwas nicht mit uns?” schrieb Tillmann Prüfer:

 

 

Zwar leben wir in einer Zeit galoppierender Modernisierung, der Begriff Zukunft wird jedoch nicht mehr durchweg positiv wahrgenommen. Wir wissen nicht, ob Kriege, Umweltkatastrophen, demografische Probleme oder Wirtschaftskrisen auf uns zukommen, bestenfalls bleibt alles, wie es ist. Man möchte an diese Zukunft nicht erinnert werden, man möchte vielmehr von dem Gedanken an sie abgelenkt werden. Also feiern wir in Mode und Stil die vergangenen Jahrzehnte. Die fünfziger, sechziger, siebziger, achtziger, sogar die neunziger Jahre: Jede vergangene Dekade erscheint uns attraktiver als das, was noch kommt.

Daß das Bild der Zukunft heute so undeutlich ist, daß es uns so schwerfällt, uns einen Begriff von der Zukunft zu machen, hat aber auch noch einen anderen Grund: den Fortschritt selbst. Früher bedeutete Industrie-Design, das gleiche Produkt für viele Menschen herzustellen. Ein Design mußte für alle passen. Doch auch die industrielle Welt hat sich weiterentwickelt. Heute wird nicht mehr für die Masse, sondern für das Individuum gestaltet. Farben, Formen, Materialien werden an die Wünsche des einzelnen Kunden angepaßt. Ein innovatives Produkt reißt die Menschen nicht mehr mit – es paßt sich an sie an.

Man kann kaum noch eine Zukunftsvision für alle formulieren. Denn die Menschen nehmen sich nicht mehr als Teil eines Ganzen, sondern als Individuen wahr. Mit ganz eigenen Werten und Interessen. Was bedeutet, daß der Designer als Erschaffer von großen Formen mehr und mehr zurücktritt, der Kunde aber mehr und mehr zum Designer wird. Er kann sich nicht mehr einfach einem Produkt unterordnen, er muß es selber gestalten. Das ist anstrengend, und es führt dazu, daß es immer weniger Ikonen gibt. Die Zukunft hat keinen Look. Sie hat soviele Looks, wie es Menschen gibt. Jetzt kommt es nur noch darauf an, sich damit einzurichten.

Tillmann Prüfer im ZEITmagazin Nr. 43/2014; S. 24
Hervorhebung von mir.

 

 

Individualisierung über das gesunde Maß hinaus, glaube ich, wird sogar von “der Politik” und von den Lobbyisten gewünscht und gefördert. Ein Einzelner ist leicht abzulenken, die Kraft eines einzelnen Menschen ist schnell erschöpft. Eine Masse könnte tatsächlich etwas am System ändern – das aber ist nicht gewollt. Also wird der Mensch, der Bürger, zum Konsumenten gemacht. Und damit es ihm nicht langweilig wird, darf er sich seine Konsumgüter selbst gestalten: Farbe, Material, Oberflächenbeschafenheit sind auswählbar. Aber schon die Haltbarkeit ist etwas, das keinesfalls merh beeinflußbar ist: Gleichwohl etwas geschont wird, es wird wirklich kurz nach Ablauf seiner Gewährleistungsfrist kaputtgehen.

Die Unterschiedlichkeit der Menschen ist eine sehr schöne Sache. Es ist auch ganz angenehm, daß ich nicht mehr unbedingt Dinge im Einheitsdesign habe, sondern vieles nach meinen eigenen Wünschen verändern kann. (Und ganz zufällig kaufen dann doch wieder alle das neueste Eifohn o. ä.) Es ist auch gut, daß ich meiner eigenen Wege gehen kann und nicht mehr (vorgeschriebene) ausgefahrene Geleise nutzen muß. Vielleicht gefällt es vielen sogar, daß sie sich individuell ein höheres Gehalt aushandeln können und nicht das übliche Geld erhalten. Keiner mag mehr normal oder gar Durchschnitt sein, in irgendeiner Weise sich eben nicht nur unterscheiden von allen anderen, sondern sogar besser sein als alle anderen. Aber wir sollten uns unsere Gemeinsamkeiten nicht aus den Augen verlieren, sie uns nicht aberziehen (lassen) und sie schon gleich garnicht verkaufen … Und wir sollten uns wieder einer Zukunft bemächtigen, einer gemeinsamen, einer, die allen Menschen ein Leben gestattet ohne Existenzängste, ohne Hunger, ohne Sterben an heilbaren Erkrankungen, ohne Krieg und ständige andere Kämpfe.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 22. Oktober 2014 waren ein ruhiger Morgen, eine gute Schicht und ein interessanter Abend.
 
Tageskarte 2014-10-23:  XIV – Die Mäßigkeit.

P.P.S.: Zur Jahresablesung war ich nicht. Kopfschmerzen, Müdigkeit und so ein unangenehmes Smokingrhinitis-Vorgefühl trieben mich heim ins Bett.

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Die Mauer ist wieder da

Was sich in über 35 Jahren nicht geändert hat

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Als ich gestern durch Merseburg lief im Bereich der Fachhochschule, sah ich eine Mauer, die ein Gebiet mit kleinen, genormten Einfamilienhäuschen einschloß: Rotbraune Betonformsteine waren etwa zwei Meter hoch aufeinandergetürmt, darüber hinaus ragten nur Obergeschosse und Giebel und ein Holzfirst, der mit Luftballons verziert war. Und da fiel mir eine meiner ersten in der Dorfbibliothek ausgeliehenen Schallplatten ein. Eine Amiga-Produktion mit Liedern von Cat Stevens, irgendwann zwischen 1976 und 1979. Moonshadow, Father and Son, Peace Train, Morning has broken – aber ich weiß um Himmels Willen weder, wie diese Platte aussah noch welchen Titel sie trug. Eines seiner Lieder war damals aktuell und ist meiner Meinung nach noch immer aktuell, wenn ich einen solchen eingemauerten Spielplatz in einem so eingemauerten Areal erahne.

 

 
Tell me, where do the children play
Cat Stevens

Well I think it's fine, building jumbo planes.
Or taking a ride on a cosmic train.
Switch on summer from a slot machine.
Get what you want to if you want, 'cause you can get anything.

     I know we've come a long way,
     We're changing day to day,
     But tell me, where do the children play

Well you roll on roads over fresh green grass.
For your lorryloads pumping petrol gas.
And you make them long, and you make them tough.
But they just go on and on, and it seems you can't get off.

     Oh, I know we've come a long way,
     We're changing day to day,
     But tell me, where do the children play

When you crack the sky, scrapers fill the air.
Will you keep on building higher
'til there's no more room up there?
Will you make us laugh, will you make us cry
Will you tell us when to live, will you tell us when to die

     Oh, I know we've come a long way,
     We're changing day to day,
     But tell me, where do the children play

Text irgendwann selbst abgehört und aufgeschrieben

 

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 21. Oktober 2014 waren der Döner in Merseburg, der schnelle Heimweg, der ruhige Abend.
 
Tageskarte 2014-10-22: Der König der Stäbe.

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14 Bücher

Ehe sie freigelassen werden, campieren sie noch bei mir

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So ein Freies Radio wie Radio Corax ist schon was Feines. Und erst die dort tätigen Menschen! Einer von denen gab mir gestern vierzehn Bücher, die er freilassen (d. h. deponieren, wo Bücher frei getauscht werden) wollte. Darunter einige wirkliche Klassiker. Und ich? Ich mache daraus einen Blogbeitrag.

 

 
Vierzehn Bücher, vierzehn Anfänge
 

Na, als ich so an die dreißig Jahre tot war, machte ich mir doch so langsam Sorgen. Werner Holt ging die Treppe hinab, eine Betontreppe zwischen getünchten Wänden, ging unsicher, beinahe schwankend, in der zerschlissenen feldgrauen Montur. Mitleid zu fühlen mit den Betrübten ist die Pflicht der Menschen, die jedem geziemt, besonders aber von denen erwartet wird, die selber einmal Trost benötigt und ihn bei anderen gefunden haben. Der Mond, der in der Mitte des Himmels stand, hatte seinen Glanz verloren und das Licht des heraufsteigenden Tages schon alle Teile unserer Erde erhellt, als die Königin aufstand, ihre Gefährten rufen ließ und sich mit ihnen, über taufrisches Gras gemächlich dahinwandelnd, in angeregten Gesprächen ein wenig von dem stolzen Palast entfernte. Der Aufbau eines Partisanenzentrums erfordert Menschen mit eisernem Chrakter, die fähig sind, große Geheimnisse zu hüten und sie, wenn notwendig, mit ins Grab zu nehmen. Das Pflaster glänzte im Aprilregen. Fiametta spricht: Unglücklichen pflegt Lust aus der Klage zu erwachsen, erkennen oder erfühlen sie Mitleid in anderen. Zu allen Zeiten gab es Vorstellungen von der Ehe und von den Eigenschaften, die einen “guten” Ehemann, eine “gute” Ehefrau auszeichnen. Es gibt eine Reihe von Fragen, die sich der Mensch wieder und wieder stellt. Der Automat hinter dem Schreibtisch lächelte. Was ich zu berichten beabsichtige, ist mir vor reichlich einem halben Jahrhundert im Hause meiner Urgroßmutter, der alten Frau Senator Feddersen, kund geworden, während ich, an ihrem Lehnstuhl sitzend, mich mit dem Lesen eines in blaue Pappe eingebundenen Zeitschriftenheftes beschäftigte; ich vermag mich nicht mehr zu entsinnen, ob von den “Leipziger” oder von “Pappes Hamburger Lesefrüchten”. Mit vorliegendem Buch veröffentlichen wir ein Manuskript, das in den nachgelassenen Papieren von Professor Peter E. Hogarth gefunden wurde. Ich weiß nicht, was ich machen soll.

 

 

Da sind nur dreizehn Sätze? Oh, es hat sich jemand die Mühe gemacht und nachgezählt! Aber wer nur dreizehn Sätze fand, hat trotzdem richtig gelesen, denn das vierzehnte Buch ist Das große Tafelwerk (Volk und Wissen 1994). Die anderen Bücher werde ich in einem Kommentar nennen, heute oder morgen. Sie zu lesen wird ein ganzes Weilchen dauern.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 20. Oktober 2014 waren die Ruhe am Morgen, der Nachmittag im Sender, der Abend zuhaus.
 
Tageskarte 2014-10-21: Die Drei der Kelche.

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Womit fang ich an

Die Unschlüssigkeit ist mal wieder exorbitant

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   Diesmal weiß ich wirklich nicht, womit ich die neue Woche beginnen könnte. Ich habe so viele Ideen und keine Lust zu ihrer Umsetzung.

 

   Da ist dieser Halbsatz aus J. R. R. Tolkiens “Die Geschichte der Kinder Hurins”, den der alte Holzfäller Sador zu Túrin sprach: “ […] ein Mann, der vor seiner eigenen Furcht flieht, wird feststellen, deß er nur den Weg abgekürzt hat, der zu ihr führt.

Dabei könnte ich so viel zu diesem Satz schreiben, aus meiner Vergangenheit berichten, mich an meine eigenen Ängste und an meine Fluchten vor ihnen erinnern. Aber dazu habe ich zur Zeit keine Lust. Oder bin ich mit meinem privaten Kliniktagebuch schon ausgelastet, was Erinnerungen und meine Schwierigkeiten damit betrifft? Ich glaube, so ist es.

   Dann wäre da noch die Idee, Wörter analog zum “Schland” zu kürzen und daraus eine ganze Geschichte zu weben: “Wenn in Schland ein Schloch im Schtrog mit Schmittel und Schmopp gereinigt wird, so steht nicht unbedingt – wie allerdings in diesem besonderen Falle doch – ein Schbär daneben.

Aber nach diesem fulminanten Startsatz fehlen mir weitere Schworte …

   Den Chamäleonbaum hatte ich nachträglich photographiert – aber keine Lust, die Bilder so zu bearbeiten, daß ich sie hier herzeigen mag.

   Und: Ein uraltes Photo von mir hab ich gefunden:

 

emil1994

Vor 20 Jahren
Uraltes Polaroid.

 

   Aber womit ich diese Woche beginnen soll, weiß ich wirklich nicht …

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 19. Oktober 2014 waren der frühe Feierabend, das Ausschlafen.
 
Tageskarte 2014-10-20: Die Neun der Münzen.

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3. Jahresablesung

Aus einem dieser Werbeständer gefischt

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Weil es so schön war mit der Kunst in Halle (Saale), geht es heute damit weiter. Wer stand noch nie vor diesen Gestellen, die mit Werbung und seltamen Postkarten und Flyern für Veranstaltungen bestückt sind? Wer lief noch nie nach einem flüchtigen Blick auf all das scheinbar überflüssige Papier daran vorbei?

Manchmal allerdings, wie vorgestern Abend auf dem Weg zum Buchfink, bleibe ich dann doch stehen und sehe mir etwas genauer an, was dort steckt. Ab und zu lese ich mir das eine oder andere Blättchen auch durch (“Gannste kaum gloobn, was da mannichmal alles druffgequetscht wärd!”). Vorgestern nahm ich mir sogar einen wundervollen violetten Veranstaltungshinweis mit. 3. Jahresablesung   und dabei das “3.” in Form einer Billardkugel – machte mich wirklich neugierig.

 

3. Jahresablesung
Alle Rechte bei der Kunststiftung Sachsen-Anhalt

 

3. Jahresablesung ist etwas, das wie für mich gemacht scheint. “Diesen Herbst werden alle Wort-und Dichtkunstinteressierten erneut zufriedengestellt: Die Kunststiftung lädt zur dritten Literaturnacht in das Neuwerk 11 ein, um Kurzgeschichten, Erzählungen und Gedichten zu lauschen. 10 Autoren werden aus Ihren im Rahmen von Stipendien und geförderten Projekten der Kunststiftung entstandenen Werken lesen.” Und die (auf der verlinkten Seite zu findende) Liste der Autoren enthält auch Menschen, die ich bereits kenne. Christine Hoba, Christian Kreis (hier schonmal vorgestellt) und Christoph Kuhn.

Mein Terminkalender ist ziemlich voll zur Zeit, und vieles davon ist Kultur für null Geld. Hey, es macht Spaß, sich wieder mit solchen Dingen zu beschäftigen. Wie ich merke, ist es sogar sehr wichtig für mich, Kunst und Kultur zu erleben; zumindest ist es für mich wichtiger als irgendwelchen kommerziellen Dingen hinterherzujagen.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 18. Oktober 2014 waren der Morgen und die Baustellenparty in der neuen Rockstation.
 
Tageskarte 2014-10-19: Der Bube der Schwerter.

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Kennenlernen wäre genial

Bilder von der spionierenden Frau aus dem 15. Stock

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Kennenlernen wäre genial
 

Wieder sitze ich vor meinem PC und suche die diversen Seiten nach neuen Bildern ab. Filme interessieren mich nicht so sehr, aber Fotos. Die, die mir das zeigen, was sonst immer verborgen, verdeckt, versteckt, verhüllt bleibt. Ja, dann kann ich meiner Phantasie freien Lauf lassen. Was ich alles mit den Weibern tun würde, was sie mit mir machen müßten. Ob das, was ich mir wünsche und vorstelle überhaupt möglich ist, ob ich das aushalten könnte. Aber ich seh mir nur die Bilder an, ich hatte noch nie den Mut, mich irgendwo, auf irgendsoeinem Single-Portal oder auf einer der Ficktreffseiten anzumelden und eine der Frauen vielleicht anzuschreiben. Nein, das kann ich nicht, da habe ich viel zu viel Angst, mich im entscheidenden Moment zu blamieren oder zu schämen. Meine “Ausstattung” ist eben nicht soooo …

Vor drei Tagen ist mir etwas verdammt peinliches passiert. Am Morgen hatte ich mir wieder Bilder angesehen bei dieser Seite, wo die selbstgeschossnen Fotos hergezeigt werden. Ich dachte noch, die Brünette da, diese “Nadine”, die kenn ich doch? Die seh ich mit ihrer Halskette doch beinahe jeden Tag hier im Aufzug? Sie steigt immer im 15. ein oder aus und hat einen Chihuahua. Die sieht in ihrem Jogginganzug, den sie zum Gassigehen trägt, nach nichts aus … Als ich sie einmal abends sah, fein angezogen mit Blazer und Rock und Lackpumps, habe ich sie kaum erkannt. Aber da hab ich mal gesehen, daß sie eine richtig frauliche Figur hat mit Kurven da, wo sie hingehören. Vor allem: Die ist nicht so dünn und hungerhakig.

Vor drei Tagen jedenfalls kam sie so angezogen irgendwoher und fuhr gegen Mittag mit nach oben. Und sie roch gut und ich konnte ihr nur auf ihren Ausschnitt starren. Sie lächelte und sprach mich dann an: “Wenn Ihnen so gefällt, was Sie sehen, dann kommen Sie mich doch mal besuchen. Heute Abend auf ein Glas Wein vielleicht? Ich heiße übrigens Nadine Mxxxxxx – und wo ich wohne, wissen Sie ja!” Sie streckte mir ihre Hand entgegen, ich wurde knallrot und war nicht in der Lage, darauf zu reagieren. “Die Einladung gilt für heute oder für Freitag abend. Überlegen Sie nicht lang, kommen Sie einfach runter zu mir. Sie wohnen doch hier im Haus?” Ehe ich mich gesammelt hatte und zu einer Antwort ansetzen konnte, schloß sich die Tür des Aufzugs hinter ihr. In meiner Wohnung angekommen mußte ich sofort nachsehen, ob es wirklich diese Nadine von der Pornoseite war. Ja, sie war es, und mit ihren Handyfotos zeigt sie dort tatsächlich alles …

Und nun? Was mache ich jetzt? Heute ist Freitag, heute Abend hätte ich Gelegenheit, sie kennenzulernen, mit ihr zu sprechen, sie zu sehen, sie zu berühren … Sie, Nadine Mxxxxx, die sechs Stockwerke unter mir wohnt, deren Bilder ich seit drei Tagen anschmachte und als Vorlage für meine schmutzigsten Phantasien benutze. Wieso hat sie mich angesprochen? Weiß sie etwa, daß ich die Bilder kenne, daß ich alles von ihr auf den Bildern gesehen habe? Ist in den Bildern vielleicht ein Programm verborgen, das die Betrachter der Bilder über die Webcamera des Notebooks überwacht? Dann hat sie ja auch alles von mir gesehen, mir sogar … Oh nein, wenn sie das gesehen hat … Sie hat das bestimmt gesehen. Und nun hat sie mich eingeladen, um mich lächerlich zu machen, um sich über mich lustig zu machen. Mit Sicherheit will sie mich fertigmachen, denn welches Interesse sollte so ein Klasseweib sonst an mir haben …

Nein, ich werde nicht zu ihr gehen, ich werden Nadine Mxxxxx aus dem 15. Stock nicht besuchen. Ich schau mir jetzt noch ein paar Bilder an.

 

Wow! Wie genial wäre es, wenn ich eines dieser tollen Weiber mal kennenlernen könnte.

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 17. Oktober 2014 war der Buchfink.
 
Tageskarte 2014-10-18:  XIV – Die Mässigkeit.

© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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