Zeit hört nicht auf zu existieren

Ihr Vergehen wird nur unendlich langsam sein.

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Eine Glaubensfrage?

 

Beinahe hätte ich nur einen Kommentar geschrieben zu Foodandwineporns Reflektionen über/zur Zeit, die unbedingt lesenswert sind. Aber dann wurde mein Text länger und länger und … Nun hab ich einen ganzen Beitrag draus gemacht. Danke für diese Inspiration.

 

Zeit. Natürlich unterliegt Zeit den Gesetzen der Physik (auch den bisher unentdeckten). Und die Gesetze der Physik sind an die Zeit gebunden – schließlich ist sie eine der Dimensionen (eine von vier; oder auch, im Modell der dreidimensinalen Membran, die in einen neundimensionale Raum eingebettet ist, eine zusätzliche zu den neun Dimensionen). Aber ich denke, die Zeit ist endlos: Wenn alle Atome stillstehen, dann kann nur niemand mehr die Zeit messen und beobachten. Zeit hört nicht auf zu existieren; Zeit steht nicht still. Ihr Vergehen wird nur unendlich langsam sein. Und nach einer extrem kurzen oder extrem langen Weile des – scheinbaren! – Verharrens im Nullpunkt (im Nexus?) oder im Extremum (am Umkehrpunkt) schwingt das Pendel nach der anderen Seite weiter, die Atome schwingen wieder. (Ihr merkt schon, mir gefällt die Theorie des oszillierenden Universums/der ozillierenden Multiversen.) Und irgendwann entsteht auch wieder jemand, der Zeit, der das Vergehen der Zeit wahrnehmen wird.

Das ist übrigens ihre (für mich) wichtigste Eigenschaft: Zeit ist nur indirekt wahrnehmbar, indem ich ihr Vergehen wahrnehme …

Und noch etwas gilt: Ein Tag hat 24 Stunden, so ist es definiert. Diese 24 Stunden kann ich vollstopfen mit ganz unterschiedlichen “Pflichten”. Zum Beispiel mit der Pflicht zur “aktiven Entspannung im Fitness-Studio”. Oder ich genieße die Ereignisse, die ich in diesen 24 Stunden wahrnehmen kann, bewußt wahrnehme. Dementsprechend nehme ich auch wahr, daß die stetig ablaufende Zeit für mich persönlich unstetig wird, mal schneller, mal langsamer zu fließen scheint. Nicht die Zeit, nur meine Wahrnehmung der Zeit ist verändert.

Zeit. Wenn alle Existenz aufhört, hört dann auch Zeit auf? Und was war vor aller Existenz: Kennt Gott Zeit? Der, der das Universum, die Erde, das Licht und die Finsternis geschaffen hat, muß schon vor dem allen dagewesen sein. Er muß im Nichts existiert haben. Für welchen Zeitraum?

Zeit. Sonderbares “Ding”. Außerhalb unseres Universums existierend, daher nicht verschwindend, wenn unser Universum Suizid verübt. Das glaube ich.
Aber die Richtigkeit der physikalisch anmutenedn Aussagen kann ich natürlich nicht garantieren – ich glaube das alles ja nur.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 20. August 2014 waren das Aufwachen, der Mittagsschlaf, der Feierabend.
 
Tageskarte 2014-08-21: Die Zehn der Schwerter.

© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Motivationen, verschiedene

Irgendwann irgendwo gelesen und hängengeblieben

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Heute wüßte ich schon gern, woher gestern die Gedanken kamen, die mich zu diesem Text anregten und als genau dieser Text jetzt hier veröffentlicht werden. Eigentlich nämlich war ich viel zu müde, um irgendetwas anderes zu tun als das, was ich mir gerade vorgenommen hatte. Ich wollte ein Nickerchen machen, hatte einen Wecker gestellt und mich sogar schon auf die Couch gebettet, als sie mir ins Hirn, ins Bewußtsein schossen. Ab dem Zeitpunkt war es mit der Ruhe vorbei. Nein, zuerst mußte herausgeschrieben werden, was mich beschäftigte, danach könnte ich vielleicht …

Auf einem Blatt Papier schmierte ich hin, was mir einfiel. Die als Überschriften verwendeten Bezeichnungen habe ich irgendwann einmal irgendwo gelesen, das weiß ich, aber wo?

Extrinsische Motivation

  • Motivation “von außen”
  • “Mittel-zum-Zweck”-Motivation, d.h. ich tu etwas, um Geld zu verdienen oder Anerkennung zu bekommen
  • es wird getan, worum man gebeten, wozu man aufgefordert wird
  • hauptsächlich Erwartungen Anderer werden erfüllt
  • Gefahr: von Forderungen von außen aufgefressen
  • über dem Tun wird das eigene Ziel vergessen

Intrinsische Motivation

  • innere Motivation aus eigenem Antrieb
  • “Wunsch-und-Bedürfnis”-Motivation, d.h. ich tu etwas aus persönlichem Interesse und mit Spaß
  • was Andere fordern, ist nicht wichtig
  • Vorsicht: auch erhaltene Aufgabenmüssen erledigt werden
  • über den eigenen Interessen wird der Rest vergessen

Ja, ich habe etwas zusammengefaßt, all zu Abwegiges und Unsinniges weggelassen. Sonst hätte hier – nein, diesen Schmierzettel habe ich zwar fotografiert, aber ich kann und darf ihn hier nicht zeigen. Irgendwie schwiffen meine Gedanken dann nämlich irgendwann ab, was mir deutlich zeigte, daß ich wohl ein Mensch bin, der intrinsisch motiviert ist. Arbeiten nach dem Lustprinzip – ist es das, was mich ausmacht? Hm, sicher, schon; aber wie ist das zum Beispiel mit meinem Blog, den ich jeden Tag, auch wenn ich wirklich keine Idee, keinen Bock und keine Zeit dazu hätte, frisch befülle?

Es gibt wahrscheinlich niemanden, der nur extrinsisch, und ebenso wahrscheinlich niemanden, der nur intrinsisch motiviert ist. Auf die Mischung kommt es an! Und bei mir entwickelte sich aus der rein intrinsisch motivierten Bloggerei etwas, das mittlerweile auch extrinsisch motiviert ist: Die Leser warten doch auf meinen täglichen Text, ich muß doch die Erwartungen meiner Leser erfüllen!? Hey, ist das auch umgedreht schon geschehen, daß aus rein extrinsisch Motiviertem etwas wurde, daß zu einem inneren Bedürfnis wurde? Ich habe dazu viele Notizen auf meinem Zettel gemacht, die aber alle nicht so recht paßten.

Haaaaaach. Pflichten von außen, die mittlerweile Spaß machen. Öhm, ja, sicher; ganz bestimmt … Aber was? Das kann doch nicht so schwer zu finden sein in meinem Leben? Grrrhhmmmmpffff! Stundenlang habe ich nebenbei darüber nachgedacht, bin zu keinem vernünftigen Ergebnis gekommen. Es ist und bleibt so, daß Aufgaben, die ich gestellt bekomme, daß Anordnungen, aüßerer Zwang bei mir nur zu einem führen: zur Aversion gegen all das führen. Nur wenn ich selbst zu tun wünsche, was mir aufgetragen wird, nur dann tu ich es gut und gern und ohne Widerstreben. Es muß tatsächlich immer eine innere Motivation sein, sonst bleibt nur lästige Pflicht …

Aber vielleicht weiß jemand von meinen Lesern etwas, das als lästige Pflicht begann und nun ureigenster Wunsch und Bedürfnis ist?

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 19. August 2014 waren das Ausschlafen und der leckere Salat zu Mittag.
 
Tageskarte 2014-08-20: Die Sieben der Münzen.

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Versprechen und Verarsche

Remember the video artist

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Ein leeres Versprechen sei besser als eine volle Verarsche, sagte er. Und er versprach mir glänzende Raumschiffe …

 

 


 
Ich muß doch mal an Sebastian Dierksmeier und sein Werk erinnern …

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 18. August 2014 war das unerwartete Lob.
 
Tageskarte 2014-08-19: Die Zehn der Münzen.

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Der Online-(Buch-)Händler

Viel Wind um etwas, das mich nicht (mehr) betrifft

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Es rauscht ja seit einiger Zeit im Blätterwald und in anderen Medienlandschaften um den einen, großen Online-(Buch-)Händler herum. Der würde von den Verlagen so hohe Nachlässe fordern, daß die Autoren nicht mehr bezahlt werden könnten – oder so. Ist das (für aufgeklärte Leser und Buchkäufer) wirklich eine Nachricht, die so breitgetreten werden muß? Erleb(t)en wir Ähnliches nicht immer wieder mit sogenannten “marktbeherrschenden” Unternehmen, die dann und wann auch noch “systemrelevant” –lies: zu groß, um sie einfach untergehen zu lassen – sind? Aber warum machen wir das denn alle mit?

Wißt ihr was?

Diese Firma war nur ein einziges Mal wirklich interessant für mich: Als ich dort zu einem Einstellungstest war. Die vorgesehenen Tests hatte ich alle mit Bravour überstanden, aber dann! Dann sollte ich mit den anderen einmal zu meinem zukünftigen Arbeitsplatz gehen, in Leipzig. Über einen in etwa 3 m Höhe über dem Boden in der Halle umlaufenden Gitterroststeg! Ich! Mit Höhenangst! Nein, das ging nicht, und die Höhenangst stand dann auch als Grund für meine Nichteinstellung im Schreiben, mit dem meine Bewerbung beantwortet wurde.

Sonst brauche ich dieses Unternehmen nicht. Ich finde Bücher auf der Straße, in “Bring-und-nimm-mit”-Kisten, im Umsonstladen und und und … Sollte ich wirklich einmal ein Buch kaufen wollen oder müssen, dann tu ich das mit Hilfe des Zentralen Verzeichnis’ Antiquarischer Bücher meist sogar noch über einen lokalen Buchhändler, der dort Mitglied ist (und auch antiquarische Bücher handelt). Damit gehe ich auch den anderen “Großen” der Buchhändlerei (Th**ia, H**endub** usw.) aus dem Weg.

Aber mag doch jeder einkaufen, wo und wie es am bequemsten und genehmsten ist. Klar ist dieser Juice-shop günstig, liefert schnell und was weiß ich, was der noch für Vorteile hat. Aber ich? Ich kaufe nicht bei denen, habe es noch nie versucht. Auch die E(kel)-Bucht ist mir ein Graus. Sowieso kaufe ich in der Regel nicht online. Nein. Ich geh’ in einen Laden. Immer. Für fast alles. Nur in Ausnahmefällen bestelle ich im Versandhandel. Ehrlich. Quelle-Kunde war ich auch nur ganz kurz …

Wie war das: “Support your local dealer!” Global denken, lokal handeln. Für mich trifft das auf alle Fälle für die (Buch-)Handelei zu. Und nicht vergessen: Bibliotheken existieren beinahe überall …

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 17. August 2014 waren das Ausschlafen, die Anzahl der gescannten Zettel und der Abend.
 
Tageskarte 2014-08-18: Der Ritter der Kelche.

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Bekannte Fremdsprache

Und soviel davon vergessen

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Прошлой ночью, у меня была возможность поговорить немного на русском языке с башкирской девушкой. Хотя я заметил, что я забыл много.

Und wieder war es mir unangenehm, für meine gute russische Aussprache gelobt zu werden. Und dafür, daß ich die eine oder andere grammatikalische (grammatische?) Konstruktion noch beherrschte (das Gerundium …). Viel zu selten habe ich die Gelegenheit, mich in dieser Sprache zu unterhalten. Auch das Lesen russischer Texte habe ich irgendwann aufgegeben.

Wieso eigentlich?

Hm. Es war Pflicht in der Schule, in der NVA und im Studium. Die Krankenschwestern, die zu DDR-Zeiten gerade die Schwesternschule (Fachschule) absolviert hatten, nannten wir damals “russischsprechende Gesellschaftswissenschaftler mit Grundausbildung in Erster Hilfe”. (Gut, das lag am Lehrplan, zu dem wohl auch Russisch und ML und WK gehörten; allerdings weiß ich das auch nur vom Hörensagen.

Zurück zur Sprache Rußlands. Wenn ich mich richtig erinnere, dann war die Kiewer Rus als mittelalterliches Großreich der Vorläufer der Ukraina, Rußlands und Weißrußlands. Dort entstand die Russische Sprache für die (später?) das Kyrillische Alphabet geschaffen wurde. Noch kann ich es fehlerfrei aufsagen, auch Dank des Liedes, welches wir in der Schule dazu lernten. Schreiben? Oh weh, das ist schon sehr schhwierig geworden. Es gibt ja Russische Buchstaben, die deutschen Buchstaben sehr ähnlich sehen. Und zumindest bei denen komme ich immer wieder ins Straucheln. So ist es auch beim Lesen …

Und warum habe ich damit aufgehört, Russisch zu sprechen und zu schreiben? Irgendwann, nach der Wende, war es wohl nicht mehr opportun. Immer seltener notweendig und möglich. Als aus dem Großen Bruder ganz schnell Big Brother wurde …

Schade eigentlich.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 16. August 2014 waren die fertigen Schränke, der gemeisterte Streß im Sender.
 
Tageskarte 2014-08-17: Die Neun der Münzen.

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Neues von Kachel Gott

Street Art in Halle (Saale)

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Schon zweimal erwähnte ich den Mann – den Künstler hier bei mir; zum ersten Mal und auch zum zweiten Mal vor über drei Jahren, im Januar und im Juli 2011. Mein Gott, wie die Zeit vergeht! Aber auch diesmal gebe ich keinen genauen Link an zu ihm, dem Gestalter, Zeichner, Maler, Sprayer und Kleber (mal suchen: +“Kachel-Gott” +MDR). Aber ich fand ein sehr neues Werk von ihm in der gerade zuendegehenden Woche:

 

Kachel Gott - Voegel

Street Art in Halle (Saale)
Kachel Gott – Vögel

 

Ein paar Bilder von andern Kacheln oder Fliesen habe ich in meiner DeviantArt-Galerie Kunstwerke von «Kachel-Gott» versammelt. Wie sieht es denn in anderen Städten aus? In einem Blog sah ich erst kürzlich, daß es diese Art Straßenkunst auch in Barcelona gibt – und in anderen deutschen Städten? Leipzig, Hamburg, Berlin, Nürnberg, Dresden … Na? Vielleicht in Münster?

Manchmal entlocken mir diese Dinge ein Lächeln, ein träumerisches Schmunzeln, so wie das hier gezeigte. Vielleicht gefallen euch die Vögel ja auch.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 15. August 2014 war das gelungene apt-get dist-upgrade von Debian sqeeze auf wheezy an Produktionsrechnern im Sender.
 
Tageskarte 2014-08-16: Die Drei der Kelche.

P.P.S.: Heute Abend, am 16.8.2014 um 23.50 Uhr auf EinsFestival: «Wolkenatlas» – absolut sehenswert.

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Das Drehbuch

Drama. Sucht. Tragödie. Leben eben.

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Wut, Ärger, Ohnmacht. Diese verdammten Kopfschmerzen haben sich am frühen Morgen in seinem Schädel festgesetzt und trotzen jeder Medizin. Keine Tabletten, keine Umschläge, keine Meditation, kein autogenes Training – nichts hat auch nur den Hauch an bohrendem, schneidendem Druck genommen. Voller Verzweiflung war er schon fast auf dem Weg in die Kaufhalle, hätte beinahe seinem ärgsten Feind Tür und Tor und Kehle geöffnet. Wodka und Doppelkorn hatten früher zuverlässig dafür gesorgt, daß er wieder klar denken konnte. Nun gut, klar denken vielleicht nicht, aber zumindest schmerzfrei den Tag überstehen konnte er mit genügend Alkohol. Als jetzt auch noch das Telefon klingelt und er dem Geräusch nicht entfliehen kann, sinkt er im Flur auf den Boden. Da sitzt er, hält sich die Ohren zu und die Augen geschlossen. Ein kaum wahrnehmbares Wimmern tröpfelt mit dem Speichelfaden aus seinem Mundwinkel. Ihn hat die blanke Todesangst gepackt. Das ist schlimmer als die Kater waren, das ist viel, viel übler als damals der kalte Entzug von der Sauferei. Damals hatte er nämlich keine Todesangst, sondern Hoffnung auf ein abhängigkeitsfreies Leben. Irgendwie kommt er sich betrogen vor, weil er am Ende den Alkohol gegen eine ganze Reihe Medikamente eingetauscht hatte. Pillen, ohne die er kaum noch am Leben wäre. Pillen, deren Wirkung immer mehr nachließ. Bis heute.

Trotzdem. Trotzdem glaubt er, daß es genau das Wert war. All die Zeiten, die er noch erlebt hatte, all die Dinge, die er noch sehen riechen schmecken begreifen hören konnte. Im Suff hätte er davon nichts mitbekommen. Und nun ist es wahrscheinlich der richtige Zeitpunkt, daß er wieder mit einer Droge beginnt, einer Droge, die nicht legal ist und die ihm von seinem Hausarzt im Vertrauen empfohlen wurde. Er geht ins Wohnzimmer zurück und nimmt “Krieg und Frieden” aus dem Regal. Im Innern des präparierten Buches befinden sich alle notwendigen Utensilien; und zum ersten Mal in seinem Leben, in der Hoffnung auf die versprochene Schmerzlinderung, dreht er sich keine Zigarette …

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 14. August 2014 waren der leckere Kaffee, der sortierte Zettelhaufen.
 
Tageskarte 2014-08-15: Die Zehn der Münzen.

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Pah!

Maßloser Wunsch?

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Einmal, einmal dem Schicksal tatsächlich in die breite Visage grinsen und ausrufen: “Pah! Mit mir nicht!” Einmal täglich nur …

Warum eigentlich nicht?

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 13. August 2014 war Seelestreicheln aus ganz unerwarteter Richtung.
 
Tageskarte 2014-08-14: Der Ritter der Münzen.

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Denkgedenkengedanken

Siebenzeiliger Aphorismus

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Ich gedenke,
mir keine Gedanken mehr zu machen
um morgen vielleicht scheiternde Vorhaben.

Als ersten Schritt dahin
habe ich nichts mehr vor.

Außer zu leben.

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 12. August 2014 war eine ganze Menge geschaffter Arbeit.
 
Tageskarte 2014-08-13: Die Fünf der Stäbe.

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Wortkette

Ein Anstoß läßt es lospurzeln

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Zerfall – Zerrfall – Zerriß – Verriß – Verfall – Zerfall – Zerrfall – Zerriß – Verriß – Verfall – Zerf… (rep. ad inf.)

Kreislauf. Auch der im Körper. Oder der der Architektur. Oder der Literatur. Oder des Films. Der Kunst. Des Lebens …

 

Blanke Wortassoziationskette nach der Lektüre dieses Artikels. Stundenlang im Kopf nach dem Aufschreiben. Zermatt habe ich dabei übersprungen – irgendwie; und auch Zerreißen und Verreißen kamen mir beim Notizschreiben nicht in den Sinn. Ebensowenig wie die Zerrung.

Fünf Worte wiederholbar bis in die Unendlichkeit. Fünf Unwägbarkeiten, Hindernisse, Übel.

Aber auch fünf Stellen, an denen der Teufelskreis durchbrochen werden könnte/kann. Seltsam. Ich sehe immer nur die Hindernisse. Die Lücken zwischen ihnen nehme ich viel zu selten, beinahe nie wahr. Das ist, als würde ich in einer Stadt nur Mauern, aber keine Straßen und Wege sehen. Sind die Hindernisse so blendende Gebilde? Oder: Sind die Schatten, die die Hindernisse werfen, so groß und finster, daß die Lücken zwischen den Hindernissen verschwinden, für mein Herz und meine Augen unsichtbar werden?

Zerfall – Zerrfall – Zerriß – Verriß – Verfall …

Irgendwo dazwischen liegt/steht/fehlt das entscheidende Stücklein.

Wofür, wozu?

Woher soll ich das denn wissen.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 11. August 2014 war die fertiggestellte Sendung mit dem gerade gelernten Audioeffekt.
 
Tageskarte 2014-08-12: Die Zwei der Schwerter.

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Als ich sah

Wie die Vögel vom Himmel stürzten

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Als ich sah wie die Vögel vom Himmel stürzten wußte ich daß auf dem spät gemähten Feld Braugerste ein Massaker unter den Mäusen geschah

Ist das ein Krieg in der Natur ein großes Fressen oder nur die Natur die in und an sich selbst blutige Ernte hält

Der Bauern reiche Ernte bringt Freude den Bauern und den Brauern und den Biertrinkern und Hamstern und den Mäusen trotz allem und dem Bussard sogar

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 10. August 2014 waren der Vormittagsschlaf, gute Nachrichten, der Abend.
 
Tageskarte 2014-08-11: Der Ritter der Münzen.

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Rendezvous

Ist das schon der Sonnenstich, der Hitzschlag?

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Dia alte steinerne Treppe
mit den ausgetretenen Stufen
steige ich zum Ufer der Saale hinab.

Mit den bloßen Füßen im Fluß
warte ich dort auf meine Nixe.

Ein Janka nach Helmut Maier.

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 9. August 2014 waren das gelöste Rechnerproblem, die ruhige Schicht, das leckere Abendessen.
 
Tageskarte 2014-08-10: Das As der Kelche.

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Ohne Lesezeichen

Die ersten Absätze

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«József – nennen wir ihn József – fuhr weiter. Es kostete ihn etwa einen halben Kilometer und ein unmutiges Schulterzucken, bis er sich entschloß, den Jungen, der am Straßenrand gewinkt hatte, doch mitzunehmen. Der alte Fordmotor heulte im Rückwärtsgang ohrenbetäubend auf, wärend der Junge dem zurückrollenden Wagen glücklich gestikulierend entgegenlief.»

 

«In dem halbdunklen engen Zimmer liegt auf dem Fußboden, am Fenster, mein Vater, er ist weißgekleidet und ungewöhnlich lang; die Zehen seiner bloßen Füße sind sonderbar gespreizt, und auch die Finger an seinen gütigen Händen, die still auf der Brust ruhen, sind gekrümmt; schwärzliche Scheiben von Kupfermünzen verschließen die heiteren Augen, sein gutes Gesicht ist dunkel, und seine unschön gebleckten Zähne erschrecken mich.»

 

«Da kann man eigentlich noch nicht viel sagen, ein Tag ist kurz. Aber für dieses Mädchen, dessen Geschichte erzählt werden soll, ist er lang. Sie sieht sich wie einen Menschen, den man flüchtig gekannt hat: Das bist du also, das ist aus Dir geworden, achtzehn Jahre alt, du willst dein Leben nun selber bestimmen, und dieser Tag ist dein Anfang.»

 

Das sind die jeweils ersten Absätze aus drei Büchern. Als ich gestern mittag auf dem Weg zu meiner Schicht Sendedienst war, lagen die einfach so da. Leider fand sich in keinem ein Lesezeichen, das mich auf eventuell wichtige oder besonders schöne Stellen hingewiesen hätte.

 

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Der erste Text stammt aus Tibor Dérys “Erdachter Report über ein amerikanisches Pop-Festival” (Verlag Volk und Welt Berlin, 1974). Aus Maxim Gorkis “Meine Kindheit” (Aufbau-Verlag Berlin und Weimar 1975, Gesammelte Werke in Einzelbänden Bd. 10) stammt das zweite Zitat. Und last, but not least ist der dritte Absatz zitiert aus “Gesucht wird die freundliche Welt” von Heinz Kruschel (Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig, 1976).

Bücher, aus denen ich nicht vorlesen wollte im Buchfink gestern Abend, von denen ich dann aber doch nicht lassen konnte. Mit ihnen habe ich dann den Abend eröffnet, ehe ich aus weiteren gefundenen Büchern vortrug. Eine krude Mischung kam da zusammen – aber alles ist Literatur, die meiner Meinung nach lesenswert ist und nicht vergessen werden sollte.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 8. August 2014 waren die gefundenen Bücher (wieso eigentlich finde ich neuerdings so viele Bücher?), die stressige, aber gut gelaufene Schicht, der Buchfink, die netten Leute am Abend.
 
Tageskarte 2014-08-09: Das As der Stäbe.

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High Fossility

“Das Magazin” – noch immer interessant

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Das Magazin – sagenumwobene Bückware an den Zeitungskiosken der DDR, und es existiert noch immer. Im Sender fiel mir das Juniheft in die Hände, in welchem ein Artikel unter der Überschrift “Ich schreie, ich kann das” sich fand.

Ein Chor in Berlin. “Wer in unserem Rock-und-Pop-Chor singen will, muß über 60 sein.” Seit 2010 treffen sie sich donnerstags von 16 bis 18 Uhr in der Musikschule Neukölln. Sie, die Generation der über Sechzigjährigen, haben Rock- und Popmusik populär gemacht. Meine Eltern beispielsweise hörten auf Kurzwelle im 49-m-Band Radio Luxemburg, oder auf Mittelwelle. Die Hitparade im ZDF gehörte wie die Programmvorschau für die nächste Woche zum festen Sonnabendvormittagsprogramm. Wahscheinlich wie bei Vielen der zwischen 1940 und 1955 Geborenen.

Die Geschichte der Namensfindung ist im Magazin kurz erzählt. Am Ende schufen die Mitglieder aus “high fidelity” und “Fossilien” den Namen, unter dem der Chor jetzt auftritt, bei Youtube mit zwei Liedern zu finden ist und seine Website mit Hörbeispielen betreibt: High Fossility.

Im Chor treffen sich Menschen, “die diese Musik noch im Ohr haben, vielleicht als junge Menschen schon in Bandsgesungen und gespielt haben und Lust verspüren, jetzt selbst Rock- und Popmusik zu machen”, heißt es auf eben jener Webseite. Und erst am Schluß des Artikels im Magazin fiel mir auf, daß es nicht nur ein Artikel ist, sondern ein Auszug aus Nadja Klingers Buch “High Fossility” (bei Rowohlt Berin erschienen). Das soll eine liebevolle Geschichte über diesen Chor sein, über den Sound des Lebens. Über die zerbrechliche Freudschaft mit dem Altsein und der Kraft, die daraus gezogen wird.

Noch kenne ich das Buch nicht. Aber die Hörbeispiele (hinklicken, reinlauschen, bitte!) haben mich überrascht, weil sie anders klingen, rhytmisch verändert sind. Ja, wenn es soetwas hier in Halle gäbe, ich würde es mir zumindest anschauen. Und das Buch, das besorg ich mir noch. Bald. Um in diesem Chor mitzusingen, bin ich sowieso noch neun Jahre zu jung.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 7. August 2014 waren der Mittagsschlaf, die guten Ideen für zwei Sendungen, der angenehme Feierabend.
 
Tageskarte 2014-08-08: (Wieder!) Die Vier der Schwerter. (Ich zieh jeden Tag eine Karte aus dem neu gemischten Deck.)

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Blog-Mau-Mau

Ja, dieses Kartenspiel aus der Kinderzeit

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Blog-Mau-Mau, wo man bei einer Sieben zwei Karten ziehen muß – ähm, Entschuldigung: zwei Beiträge schreiben muß. Legt wer einen Buben auf den Tisch, darf die Farbe der nächsten Karte – schonwieder: das Thema des nächsten Beitrags gewünscht werden. Manche spielen das Spiel noch mit Neunen (eine Karte – nein: einen Artikel schreiben) und Achten, die dieselbe Funktion haben wie die Asse.

Ace of Acorns German deck
 
aus Wikimedia Commons

Gestern hat der Mitspieler vor mir ein Eichel-As auf den Tisch gelegt. Wir haben immer ohne “Verlängern” gespielt, d. h. ich muß wirklich aussetzen … Der nächste Blog muß jetzt also veröffentlichen.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 6. August 2014 waren der entspannte Frühdienst im Sender, der Feierabend nach zwei Überstunden.
 
Tageskarte 2014-08-07: Die Vier der Schwerter. (Eine Zwanggspause steht bevor; ich muß mir Ruhe gönnen.)

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