Phantasmagorie (Nº 194 #oneaday)

Einbildung, Eingebung, Erfindung, Phantasie, Hirngespinst, Ideal, Luftschloss, Mythos, Traum, Trugbild, Utopie, Vision

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Und dann setzte die Vernunft aus.

Schlagartig.

Sie weiß ganz genau, wie sie mich auf dünnes Eis locken kann. Immernoch. Einfach durch den Hinweis auf eine unwahrscheinliche, aber unter sehr günstigen Umständen vielleicht mögliche Entwicklung. Und ich ließ mich locken. Gerne.

In meinem Schwadronieren wurden all die Hindernisse und Schwierigkeiten, all die Probleme und Ängste zu Kleinigkeiten, Nebensachen und Kinkerlitzchen, die schnell und schmerzlos zu beseitigen seien.

Und ich schmiedete Pläne aus luftigen Hoffnungen, webte Geschichten aus altem Holz um kalte Feuer, die heller strahlten als die Sonne und malte mit Farben, die längst verblichen schienen. Für den Moment vergaß ich die Welt und spürte, hörte fühlte kannte nur noch eines:

Einen lange geträumten Traum. Ihn vielleicht wahrwerden zu lassen. Den Traum, den ich lange Zeit vor mir selber versteckt hatte …

Langsam kommen Vernunft und Verstand zurück, gesellen sich zu Hoffnung und Angst und Einsicht und Stolz und Erfahrung und Enttäuschung; nur die Berechnung darf nicht dabeisein. In mir beraten und streiten sie alle sich jetzt darüber, was denn mein Leben sei. Und wie es weitergeht. Weitergehen kann und könnte und sollte und darf.

Aber eines bleibt. In mir. Für mich. Für sie. Der Traum.

Der einstmals gemeinsam geträumte Traum. Den sie nie ganz verloren hat.

Von dem sie wohl wissen muß, daß ich ihn noch, auch habe.

Den sie wiedererweckt hat in mir mit wenigen Worten.

Und vielleicht ist es, wird es ja (wieder), was es war, was es sein kann

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 12.Juli 2011 war, daß ich auch vor großen Worten nicht mehr zurückschrecke und einen weiteren Gang zu Behörden schaffte.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

194 / 365 – One post a day (WP-count: 308 words)

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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16 Antworten zu Phantasmagorie (Nº 194 #oneaday)

  1. zeitreisen schreibt:

    Hallo Emil,
    es ist immer schwer, wenn die Seifenblase der Illusion zerplatzt und man (wieder einmal) vor den Trümmern seines Traumes steht.
    Bisher war ich immer der Meinung, dass das eher ein Frauending und für Männer alles easy going ist.
    Übriges: mir gefällt dein Schreibstil. Das muss auch einmal gesagt werden ;-)

    Einen schönen Mittwoch,
    Monika

    • der_emil schreibt:

      Oh! Ist es so mißverständlich? Dabei soll der Traum weitergehen, nicht mehr nur ein Traum bleiben …

      Und dieses Frauending ist eher ein Menschending. Schonmal einen Mann erlebt, dessen Weib ihn gerade verlassen hat?

      Danke für’s Kompliment.

      • zeitreisen schreibt:

        Klar habe ich schon Männer erlebt, die verlassen wurden. Aber bis auf einen, der das Heulendeelend war (hatte durchaus auch mit dem übermäßigen Alkoholgenuß zu tun) haben alle immer den collen Macker rausgekehrt (sorry für den Ausdruck). Deshalb bin ich dem Irrglauben verfallen, das solche Geschichten an euch abperlen.

        Ich wüsche dir einen positiven Ausgang für deinen Traum.

        Verregnete Grüße,
        Monika

  2. Follygirl schreibt:

    Ich laß mal nur einen lieben Gruß für Dich hier. Petra

  3. Ilona Form schreibt:

    Moin Emil, Du bist super. Und ich mag das,wie Du mit allem fertig wirst. Gib nicht auf;;;;;
    Ich drück Dich mal,,,,Illo.******

  4. gertjeedelmann schreibt:

    Ehrlich, ich hatte den link auch nicht angeklickt, bis ich Deine Frage in den Kommentaren las. Nun glaubt mir natürlich niemand mehr, dass ich Deinen Blogeintrag positiv verstanden habe. Übrigens verstehe ich jetzt auch Deinen Kommentar zu meinem Blogeintrag bezüglich der Wünsche. Für die Verwirklichung solcher Art Träume braucht man natürlich andere Menschen. Trotzdem, egal welcher Art der Traum ist, nur wer daran festhält, hat eine Chance, ihn zu verwirklichen (was natürlich bei solcher Art Träume auch wieder differenziert betrachtet werden muss, denn wenn der andere diesen Traum nicht träumt oder ihm sogar konträr gegenüber steht, hat es keinen Sinn, daran festzuhalten. Manchmal)

    Im übrigen würde mir meine alte Deutschlehrerin für diesen Kommentar eine glatte 5 geben, zuviel Wiederholungen von Traum und träumen. Enttäuscht wäre sie auch von mir, weil ich früher mal als Meister der Vermeidung von Wiederholungen galt… (und schon wieder ein Ungenügend für den Zusatz)

    • der_emil schreibt:

      So müßte ich mir den Vorwurf machen oder gefallen lassen, daß ich nicht deutlich genug darauf hinwies?

      Andererseits ist diese “Geschichte” fast ein Art von Fortsetzungsreportagenroman, in dem täglich ein neues Kapitel entsteht, weil ich es erlebe(?) und aufschreibe …

      Also bleib schön neugierig.

      (Ich finde Deine Antwort übrigens stilistisch durchaus Klasse. Wiederholung ist notwendig und hier auch gut.)

  5. Eva schreibt:

    Hm, hat da wirklich Dein Verstand ausgesetzt, als Du taggeträumt und die Abstellkammer Deiner Erinnerungen entrümpelt hast??? Du hast mit der dicken Staubschicht auch einen Großteil Angst und Zweifel weggewischt sowie Hoffnung freigelegt. Nach getaner innerer Aufräumarbeit hast Du in Deinem Umfeld weitergemacht und wieder Licht durch Deine Fenster gelassen.
    Ich mag mich irren, aber für mich las sich das alles eher wie ein mutiger Aufbruch und Neuanfang.
    Unvernünftig wäre, wenn Dich die Enttäuschung wieder zurückwirft. Nimm aus Deiner Abstellkammer die guten Erinnerungen und schöpfe aus ihnen Kraft und Neugier für Deinen weiteren Weg – selbst wenn er eine ganz andere Richtung nimmt als noch vor ein paar Tagen gedacht.

  6. mayarosa schreibt:

    Lieber Emil, diese Streitigkeiten des Chaotenhaufens innendrin, die kenne ich gut. Und wie sie alle zetern und zanken und sich vordrängeln und andere wegschubsen. Da braucht es einen klugen, weisen Moderator, der zuallerst mal sagt: Ruhe hier. Ihr seid alle meine Kinder. Du, die Liebe, du, die Hoffnung, die Sehnsucht, die Realistin, die Pragmatikerin, die Enttäuschung … Alle. Auch du, die Berechnung darfst reden. Niemand muss sich ausgeschlossen fühlen. Alle dürfen ihre Sicht der Dinge vortragen. Und dann überlegen wir gemeinsam, wessen Argumente uns wirklich weiterbringen und wie wir vorgehen. Da muss jeder ein bisschen tolerant sein dem anderen Gegenüber. So, auf jetzt zum inneren Gespräch :-)
    Lass dir mal ‘nen Link hier:

    LG mayarosa

    • der_emil schreibt:

      Ach Du liebe,

      diesen Text hatte ich in wenigen Minuten heruntergeschrieben (mir von der Seele sozusagen). Und beim Korrigieren fielen mir eben diese “Teammitglieder” ins Auge. Irgedwas war da doch? Das kannte ich doch irgendwoher? Ahja, nur die Berechnung und die Liebe aus dem Gedicht fehlten; also hab ich die eine noch ergänzt und das, was war, ist und werden kann, noch velinkt.

      Ich finde es hochinteressant, was da alles so in meinem Kopf versteckt ist!

      Danke.

  7. gisi schreibt:

    Mir zieht sich Herz und Magen zusammen,
    der gereinigte Mantel des Vergessens,
    er strahlt und reißt alte Wunden auf!

    Mit Herzen und Gefühlen sollte man behutsam umgehen,
    ehrlich gesagt, sie trifft wieder mitten ins Herz!

    Ich, lieber Emil umarme dich, ganz viel Herzglück
    für DICH!

  8. freidenkerin schreibt:

    Das Hadern und Streiten der vielen Stimmen in einem Selbst kenne ich auch sehr gut. ;-)
    Ich wünsche dir – euch – die Erfüllung des Traumes…
    Herzlichst!

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