Česky prosím (2017: 143)

Zwei Worte, um für einen Landsmann gehalten zu werden.

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Wenn ich im Ausland in einem Restaurant den Kellner in seiner Landessprache begrüße und der daraufhin schnell umdreht, um mir statt der deutschen die Speisekarte in der Landessprache zu bringen, dann glaube ich ihm das später geaüßerte Kompliment über meine gute Aussprache. Natürlich gestand ich, daß ich wirklich nur ein paar Grundfloskeln wie “dobrý den”, “Velké pivo prosím a kolu”, “děkuju mnohokrát” und “nashledanou” kenne, deren Kenntnis und Gebrauch allerdings für selbstverständlich halte. Außerdem kann ich fragen: “Mluvíte německy nebo anglicky?”

Mit dieser Angewohnheit scheine ich zu den durchaus seltenen Ausnahmen zu gehören.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 23.05.2017 waren ein Kompliment eines wildfremden Menschen, Erstaunen über die Schäbigkeit, herrliches Wetter.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Acht der Münzen.

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Alles teilen (2017: 142)

Wie sonderbar.

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“Wieviele Menschen gibt es für Dich, mit denen Du alles teilen kannst und möchtest? Und ich meine jetzt wirklich: alles; die intimsten Geheimnisse, den letzten Keks, die Freude und die Angst, die Anstrengung und die Erleichterung, den Tag und die Nacht, Schatten und Licht, Dein Eis, Dein Bier, Dein Bett … Oh, Dein Partner, Deine Partnerin. Wirklich? Sämtliche Phantasien? Größen und ‘Verwendungsmodalitäten’? Denk mal nach. Als Paar weiß mensch eben in aller Regel nicht alles voneinander, teilt nicht alles miteinander. Es sind oft andere Menschen. Freundinnen und Freunde, ja. Familienangehörige eher selten. Doch bestimmte Freundinnen und/oder Freunde sind ülicherweise die Menschen, mit denen ein Mensch wirklich alles teilen kann und möchte – denn bei einer selbstgewählten Freundin darf ich auch mal spinnen, über die Stränge schlagen, schwach sein …”

[F.M.: Gehen zu (z)weit (unveröff.)]

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 22.05.2017 waren ein entspannter Morgen, Kochen nach Lust und Laune, leckeres Essen.
 
Die Tageskarte für morgen ist 0 – Der Narr.

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Gestatten: Karl der Große (2017: 141)

Gast im Garten.

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So drei, dreieinhalb, vielleicht auch vier Zentimeter groß war dieser Käfer, der heute im Garten zu Gast war. Schwarz, noch ein wenig langsam in der Morgenkühle, aber doch sehr ansehnlich. Ich habe ihn dann auf eine sonnige Wiese gesetzt.

 

KKarl, der Große. Ein schwarzer, 3-4 cm langer Käfer. Seitenansicht.

Karl, der Große. Ein schwarzer, 3-4 cm langer Käfer. Seitenansicht.

 

Großer schwarzer Käfer (3-4cm lang), Draufsicht.

Großer schwarzer Käfer (3-4cm lang), Draufsicht.

 

Warum der Blogtitel nicht einen Käfer, sondern Karl erwähnt? Naja, das fragen sich wahrscheinlich nur die jüngeren Leserinnen, denen die Gruppe “Gänsehaut” kein Begriff mehr ist. Der Text des Liedes ist auf der Videoplattform zu lesen und noch immer aktuell – 34 Jahre nach seinem Erscheinen 1983.

 

 

Genug für heute, mir tut alles weh … (Ich gestehe auch, ich bin zur Bestimmung zu faul.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 21.05.2017 waren der in aufgeschüttetem, steinigen Boden (Packlager) gegrabene Graben, das verlegte Kabel, der zugebuddelte Graben, die Badewanne.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Kelche.

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Das Innere (2017: 140)

Ein Fundstück

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Seit September war sie wohl eingesperrt, wo sie heute gefunden wurde. Besser: Wo ich ihre Reste heute fand. Und daher präsentiere ich heute das Innere einer Maus. Sozusagen das Skelett, das nach sieben oder acht oder vielleicht auch neun Monaten von einem solchen Tierchen bleibt. Die Schale hatte einen Innendurchmesser von etwa zehn bis zwölf Zentimetern.

 

Mausskelett

Skelettierte Maus in Blumenuntersetzer; Schwanz links, unter dem Rest nach rechts in Richtung Kopf gekrümmt.

 

Mehr gibt’s heute nicht.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 20.05.2017 waren ein freundlicher Tagesbeginn, der Nachmittag an frischer Luft, diverse Fundstücke.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Stäbe.

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Geht es noch “ohne”? (2017: 139)

Das kommt darauf an.

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Das ist ja wieder eine Frage … Ohne was denn? Oder: ohne wen?

Gut. Genauer gefragt: Geht es noch ohne Lügen? Kann ein Mensch, kann ich ohne Lügen leben?

Vielleicht muß ich mir zuerst darüber klarwerden, was – für mich – eine Lüge ist? Ist schon das Verschweigen eine Form der Lüge? Das Beschönigen, Beschwichtigen? Wenn ich irgendwem einen “Guten Morgen” oder “Guten Tag” wünsche, obwohl es keiner ist, keiner wird: eine Lüge? Wenn ich nach meinem Befinden gefragt werde und ich darauf mit “es geht” antworte, obwohl es gerade nicht geht, ich eigentlich ganz unten im schwarzen Loch sitze, das aber die Fragende nicht wissen lassen möchte, um sie nicht zu belasten? Ist das eine Lüge? Oder ist das nur ein Ritual, ein gesellschaftliches, soziales Ritual?

Und wie gehe ich mit Lügen um? Bewerte ich meine eigenen anders als die der anderen Menschen? Ja!!! Natürlich! Und auch Lügen verschiedener Menschen bewerte ich unterschiedlich: Was ich bei einem ganz locker lächelnd “wegstecken” kann, führt bei anderen zur Empörung und zum Streit, bei manchem sogar zum vollständigen Kontaktabbruch. Ja, das hat es aufgrund einer einzigen Lüge tatsächlich schon gegeben … Aber auch hier bleibt wieder eine Frage: Nach welchen Regeln mache ich das so, wie ich es mache?

 

Ich muß gestehen, daß ich nicht ohne Lügen leben kann. Aber ich habe mir ein Refugium geschaffen, in dem ich (bis aufs Verschweigen) nicht lüge. Und immer öfter stelle ich mir die Frage – nein, nicht die, ob es ohne Lügen geht, eine andere, die im Zusammenhang damit auftauchte –, ob die, von denen ich das so oft behaupte, wirklich von mir belogen werden wollen oder müssen …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 19.05.2017 waren Kaffee selbst mahlen, bügeln, selbstgemachter Eiskaffee.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Bube der Stäbe.

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Halt in der dunklen Nacht (2017: 138)

Sie liegen oft nur nebeneinander.

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Die Hausarbeit ist getan. Feierabend für diesen Tag. Der Wein im Glas will nicht weniger werden, die Kerzen flackern. Die Terassentür steht noch offen. Vor ein paar Minuten ging die Sonne unter, die Dunkelheit greift um sich und wird dichter. Ob sie es heute schaffen, gemeinsam, zur gleichen Zeit zumindest, zubett zu gehen? Er geht schonmal ins Bad zum Zähneputzen, mehr ist nicht mehr nötig. Auf den Rest Dornfelder will er verzichten, setzt sich wieder zu ihr an den Tisch. Sie träumt vor sich hin, lächelt in die Flammen und spielt mit der linken Hand am Weinglas. Da sagt er leise zu ihr, sie möge doch bitte mitkommen, ins Bett, jetzt gleich. Noch sei sie nicht müde, murmelt sie ihm zu und formt die Lippen zu einem Kuß. Er ringt mit sich, sichtbar, erhebt sich halb, will ins Schlafzimmer gehen, doch will das nicht allein, setzt sich wieder und schaut sie an. Die Musik, in deren Rhythmus sie sich wiegt, ihren Kopf bewegt, mit den Fingern auf den Fuß des Glases tippt, hört er nicht. Doch es scheint ein Tango zu sein: Tapp, Tapp, Tapp, Tadapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tadapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tadapp, immer wieder. Er weiß noch, wie sich ihr Körper dabei biegt, sich an seinen heften kann, symbiotisch erscheinend oder wie ein einziger Körper; er erinnert sich an die Leichtigkeit und Leidenschaft, mit der sie beide nicht nur, doch am liebsten zu einem Tango tanzten, gestern, vorgestern, oder war es wirklich schon vor so vielen Jahren? Damals in Berlin oder in Binz, wo ein Pianist und ein Geiger und manchmal noch einer mit einer Oboe oder Klarinette die Musik spielten, direkt im Lokal oder im Pavillon. Sie gingen nicht mehr tanzen, als die Stücke von Schallplatten oder Tonbändern kamen, nein, das hatte einfach nicht den Charme und den Stil, der ihnen beiden dann zur Lust am Tanzen fehlte.

Heute fehlt ihm und vor allem ihr die Lust zu so vielen Sachen! Deshalb bedrängt er sie jetzt nicht, erinnert sie nicht an die doch fortgeschrittene Zeit und auch nicht daran, daß sie schon das dritte Glas Wein geleert hat. Sie stellt es auf den Tisch, kommt zu ihm an den Sessel, küßt ihn sanft. Hand in Hand gehen sie ins Schlafzimmer. Er schließt die Tür hinter ihnen. Hand in Hand liegen sie dann in der dunklen Nacht.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 18.05.2017 waren Inmichhineingrinsen beim “Belauschen” eines Rentnergespräches, ein Spaziergang dort, wo ich lange nicht war, marinierter Hering.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Kelche.

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Ein Buch mahnt mich (2017: 137)

Und von diesem Buch hätte ich das nicht erwartet.

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Ein Buch lag in der Büchertauschzelle, ein Jugendbuch. Es bekam 1981 den Zürcher Kinderbuchpreis “La vache qui lit” und 1983 eine der drei Medaillen des Janusz-Korczak-Preises. Einen Tag brauchte ich, um es druchzulesen: Stolperschritte von Mirjam Pressler. Die Geschichte um die stolpernden Schritte eines Schuljungen und die Tragödien in seiner Familie.

 

 

Und dann fange ich an zu frieren.

Ich fühle mich kalt und leer und weiß nicht, womit ich diese Leere in mir füllen soll. Ausfüllen. Zumachen. Flicken. Verbergen. Zustopfen. Reinstopfen.

Irgendetwas reinstopfen, Gedanken, Essen, Bücher, Lieder, Bilder. Aber ich nehme nichts auf, ich kann nichts bei mir behalten.

Mirjam Pressler: Stolperschritte. S. 70
Lizenzausgabe als Ravensburger Taschenbuch Band 4030 (vorher RTB 926)
© 1984 Ravensburger Buchverlag Otto Meier GmbH, ISBN 3-473-54030-7

 

 

Wenn ein Schuljunge so denkt, muß etwas geschehen sein. Und das ist es ja auch. Etwas existentielles. Etwas, das ein Kind mehr als aus der Bahn wirft, es an sich selbst zweifeln und sich mit Schuld beladen fühlen läßt. Mir als Erwachsenem ging es auch so. Vielleicht ist es bei vielen, beinahe allen Menschen so?

Und auch diefolgenden Worte einer Schülerin sind nicht ohne.

 

 

Ich glaube, es ist eine Sache des Gefühls. Irgendwann fing ich an, mich dumm und unzureichend zu fühlen, und dann wurde ich es auch. Je dümmer ich mich fühlte, um so schlechter wurde ich [ in der Schule – Anm. Der Emil ]. Deshalb fühlte ich mich dann wieder dumm und so weiter.

ebenda S. 86f

 

 

Ich kenne Menschen, die genau diese Gefühle in anderen Menschen hervorrufen – sich dumm und unzureichend zu fühlen. Das sind Weiber bei ihren Männern, Männer bei ihren Weibern, Eltern bei ihren Kindern, Mitschülerinnen bei ihren Mitschülerinnen, Lehrer bei Schülern … Da in diesem Buch ist eine, die diese Spirale beschreibt. Nein, es ist nicht erwähnt, woher bei ihr das Gefühl kam, aber sie spricht davon.

Manchmal bin ich ganz froh darüber, daß ich an diese Unsitte erinnert werde: andere klein- und dummachen. Da merke ich wieder auf und achte ein wenig besser auf mein Verhalten. Und nach den anderen Büchern von Mirjam Pressler werde ich auch suchen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 17.05.2017 waren meine Badewanne, das ausgelesene Buch, Denkanstöße.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Schwerter.

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Die Stelle, der Blick (2017: 136)

Unkontrolliert.

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Immer wieder. Wirklich immer wieder wandert mein Blick zu dieser Stelle. Obwohl ich weiß, daß ich da nichts sehen werde. Weder das, was ich zu sehen wünsche, noch das, was ich mir als sehbar vorstelle, noch das, was dort wirklich zu sehen wäre. Wie oft ich auch hinsehe, es wird nichts zu sehen sein. Und doch wandert mein Blick immer wieder zu dieser Stelle, ganz gleich, wie sehr ich mich auch bemühe, genau das nicht zu tun.

Doch ganz automatisch geschieht es, immer, immer wieder. Mein Blick wird hingezogen zu dieser Stelle. Mich nervt, daß ich meine Augen nicht unter Kontrolle habe. Was, wenn das mit vielem anderem auch so ist?

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 16.05.2017 waren Soljanka, eine digitalisierte Kassette, eine wundervolle Handschrift.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Stäbe.

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Wörtersuche nebenher (2017: 135)

Sprachding, bemerkenswertes.

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Diese Frage heute auf Twitter:

 

 

Schwups! Das Denkicht fing an zu rattern. Mir fielen in Stunden dann nur vier Deutsche Wörter ein, die tatsächlich mit “Ü” beginnen (und natürlich alle ihre Zusammensetzungen und Ableitungen):

  • übel/Übel (adj./Subst.)
  • üben (mit Übung)
  • über
  • übrig

Selbst die Stadt Uelzen schreibt sich offiziell eben mit “Ue”.

Sonderbar. Wo aus einem Arm ein Ärmchen und aus einem Ort ein Örtchen wird, entsteht aus dem Unter nur ein Unterchen, und auch das Ufer wird eher Uferchen statt Üferchen. Diese Ü-Worte reizten mich mit einem Male wirklich, und so sah ich in meinem Duden von 1966 (15. Auflage des 2. verbesserten Nachdrucks, abgeschlossen am 30.6.1959 im VEB Bibliographisches Institut Leipzig herausgegeben) nach: Überlingen (ob das nicht auch von über abgeleitet ist?), üblich, Üchtland, Ücker, Ückermünde, Ührchen und Ührlein. Dann Ülzen in NRW, Ürte als alter schweizerischer Ausdruck für die Zeche beim Wirt und ein Istanbuler Stadtteil Üsküdar.

Sechzehn. Ganze sechzehn nicht mit einem der vier erstgenannten Wörter zusammengesetzte Worte. Hätte ich nicht gedacht, daß es nur so wenige sind. Wenn ich es recht bedenke, fällt als Ableitung/Zusammensetzung auch Ückermünde noch aus der Liste heraus (da ist der Flußname Ücker drin), nicht aber Überlingen (ich vermute eine sprachliche Entwicklung aus “Iburinga villa publica, wie Wikipedia angibt)”. Und der türkische Stadtteilname auch, denn das ist kein Deutsches Wort. Also bleiben vierzehn, und ohne geographische Bezeichnungen sind es noch weniger …

 

Nun, @Herzwaerme erfand die Ügelonautik, und ich verschenkte die Ünimobaptik – doch es erstaunt und beschäftigt mich noch immer, daß es so wenige sind. Vielleicht, wenn ich viel Zeit habe, sehe ich mir die Situation auch irgendwann einmal bei “Ä” und “Ö” an?

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 15.05.2017 waren gute Nachrichten, etwas Fertiggestelltes, mal wieder: Soljanka.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Acht der Münzen.

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Leerfülle (2017: 134)

So viel Musik und Holz.

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Welch ein Glück für mich, daß es mir möglich gemacht wurde, dieses Konzert von HandaufsERZ zu hören und zu sehen. Danke für einen Tag mehr Geduld mit mir. Schöne und schwierige Texte im Dialekt meiner Heimat. In einer Kriche, die ich noch nie von innen sah; doch den Friedhof rundherum, den kannte ich von 1981/82 noch – der hat sich gewaltig verändert. Sehr viele Grabmale auf dem Gottesacker rund um das älteste Gebäude der Stadt sind mittlerweile aus Holz – das von mir 1995 gesetzte Holzkreuz für meinen Sohn war damals das erste auf dem Friedhof im Dorf gleich nebenan …

 

Mein Kopf ist so voll, daß er sich völlig leer anfühlt.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 14.05.2017 waren das Konzert, ein besonderer Text von diesem Konzert (den ich schon zugeschickt bekam), eine Zigarette im Bad.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Ritter der Münzen.

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Ganz, ganz unten (2017: 133)

Im tiefsten Punkt des Kartons.

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Bildbeschreibung im Blogtext

 

Magnettonband-Kassette. Gehäuse aus schwarzem Plaste (nur im Westen wurde Plastik gesagt). Weiße Spulenräder eingebettet. Das Etikett in weiß-blau-schwarz mit den Beschriftungen:
 
Made in GDR       VEB Chemiefaserwerk Friedrich Engels Premnitz.
 
ORWO K60       low noise.
 
Darinnen feinstes Eisenmagnettonband für zweimal 30 Minuten. Gekauft irgendwann zwischen 1985 und 1988, irgendwann dann auch bespielt. Aus dem Chemiefaserwerk in Premnitz kamen übrigens auch Fliegenklatschen und Treibladungen bzw. Sprengstoffe und Schießpulver (und wenn ich mich recht entsinne: auch Sprengschnur).

Vielleicht hat die Magnetisierung die etwa 30 Jahre überstanden? Ich habe keine Ahnung … Tief unten in einem Karton mit allem möglichen Krimskrams wurde diese Tonbandkassette all die Jahre aufgehoben, ohne daß von ihrer Existenz noch Kenntnis herrschte. Heute wurde sie entdeckt. Es gibt hier kein (funktionierendes) Kassettentonbandgerät. Ich muß mich gedulden und freue ich mich darauf, die Kassette irgendwann in der kommenden Woche anhören zu können.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 13.05.2017 waren das doch noch Aufgeräumte, das Standhaftbleiben, gute Musik (Jesus Christ Superstar, ein Live-Radio-Mitschnitt von Anno Tobak, auf einer Festplatte gefunden).
 
Die Tageskarte für morgen ist V – Der Hierophant.

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Ungelogen (2017: 132)

Please don’t let me be misunderstood

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Ich hörte gezwungenermaßen ein Gespräch mit (unbeabsichtigt, und ich schwöre, ich hätte es lieber nicht gehört). Die Gedanken des einen Gesprächspartners versuche ich hier zusammenzufassen (Anglizismen zwar aus dem Gedächtnis zitiert, aber der redete wirklich so):

 

 

Wenn ich heute schonwieder so wenig poste, dann werden die doch alle stutzig, oder? Ich mein, als echter Influencer, als digital native social media power user sollte ich doch viel mehr. Aber irgendwie ist heute nicht viel Gescheites zu lesen gewesen, alles nur Blablabla und Labersülz. Nichts Substantielles. Nichteinmal die Newsfeeds gaben heute etwas her, das mir Klicks hätte generaten müssen! Und in den Gruppen jaulen sie wieder über Chemtrails, Merkel und die SPD. Alles Nebensache, peanuts, uncool.

ESC wäre ja etwas gewesen, worüber ich hätte ranten, mich profilieren und ein polarizing boosten können. Aber das war so grottenschlecht in Szene gesetzt, daß selbst ich nach den ersten zwölf Minuten verzweifelt abgeschaltet hatte. Neeeee. Damals muß das interessant gewesen sein, gleich nach der Zeit der Fachjuries, als das Publikum noch per TED und Festnetz abstimmen durfte. Und als es noch um die Music und die Message ging. Heute ist das nur noch ein Youtube-Abklatsch und wird nie so gut sein wie die Videos im Netz. Wer am schrillsten nach Votes bettelt, wird am Ende irgendwohin in die Pampa geschickt, wo ein paar europäische und viele außereuropäische (z. B. Israel, Aserbaidshan, Armenien, Australien – jaja, Australien!) Länder dann denselben Event nochmal abziehen.

Und dann die Dramen. Also mal ehrlich. Wenn ich hier auf Facebook oder auf Youtube so ein dramatic scenes machen würde: Was wäre ich dann für ein Influencer? Ein Looser wäre ich, wenn ich mir meine Message durch lowes Ranking underrunnen lassen würde? Shit happens, und political correctness und gender mainstreaming sind so abgefuckt, das touched nobody in da soul …

Okay, ich poste mal easy noch ein paar Pics auf Instagram und dann findet ihr mich wie gewohnt bei Snapchat und Tinder. Was soll’s, auch als fresher Bestager muß ich sehen, wo ich den flow in die connections am hippsten gette. Sonst bin ich out wie ’n Bahnhof ohne WLAN …

 

 

Also ich zumindest weiß, warum Australien als Mitglied des Commonwhealth of Nations zur EBU gehört. Aber ESC tat ich mir nicht an, werde ich mir nicht mehr antun. Danke.

 

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Der Emil

P.S.: Das Gute am 12.05.2017 waren erholsamstes Ausschlafen, ein erinnerter Traum, das verkniffene Losprusten.
 
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Lüste und Gelüste (2017: 131)

Vor allem die, die nicht sind.

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Lust soll ja auch ein Gefühl sein. Und es gibt so viele unterschiedliche Lüste und Gelüste auch. Heute hatte ich mehrere davon, deshalb gab es Gummibärchen, Schokolade, in der Sonne stehen, faulenzen und arbeiten, essen und trinken. Andere Gelüste gab und gibt es auch – doch ob die erfüllt wurden oder noch werden, das verrate ich nicht.

Eine Lust fehlte mich heute aber: die Schreiblust. Und auch Schreibdruck war nicht da. Seltsames Gefühl (schonwieder dieses Wort!), weder schreiben zu wollen noch zu müssen … Und noch seltsamer, daß ich keinen Grund dafür, keine Ursache dafür erkennen kann. Vielleicht hab ich gestern zuviel geschrieben über Gefühle und Vergangenheit? — Aber nein, daran kann es nicht liegen.

Vielleicht ist es nur … weil ich heute durchaus zufrieden bin, rundum zufrieden, mit allem, was heute so war? Gut, ein paar Kleinigkeiten sind immer, doch heute, heute konnte ich die Kleinigkeiten Kleinigkeiten seinlassen. Eines habe ich dann aber doch nicht geschafft: nichts zu schreiben. Da ist dann doch immer so ein kleines Pflichtgefühl, ein Weitermachenwollen, ein “da warten doch Menschen auf meine Wortmeldung” …

 

Erledigt.

 

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Der Emil

P.S.: Das Gute am 11.05.2017 waren etwas Zerlegtes, etwas Entsorgtes, etwas Aufgebautes.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Kelche.

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Eine Tür fällt heftig ins Schloß (2017: 130)

Gefühle und der ganze Rest

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“Und was zickst Du schonwieder rum?” “Du zickst rum!” Eine Tür fällt heftig ins Schloß. Ich weiß nicht, wohin mit mir und meinen Händen und meinen Gedanken und Gefühlen. Darf ich all das überhaupt haben? Es steht nicht die Frage, ob ich all diese Gefühle alle auf einmal haben darf, dieses Durcheinander, dieses Tohuwabohu, dieses Chaos. Nein, es steht bei jedem einzelnen Gefühl die Frage, ob ich es haben darf!

 

Wut: Die ist böse, möchte oft auch verletzen und Schmerzen zufügen; doch ich darf niemandem wehtun außer mir, schließlich bin ich ein Mensch und gehe mit meinen Mitmenschen wirklich aufmerksam und mitfühlend um –also darf ich keine Wut haben.

Trauer: Jeder Streit fühlt sich an wie ein Verlust, und all das nur, weil ich nicht nachgegeben habe; außerdem ist niemand gestorben und wenn ich jetzt traurig bin, dann glauben die andern noch, sie seien an meiner Trauer schuld – das will ich nicht, denn niemand soll sich meinetwegen schlecht fühlen.

Verlustangst: Bei jedem Streit habe ich Angst, daß ich vom “Streitgegner” verlassen oder in die Wüste geschickt werde. Das ist doch eine wertvolle Beziehung, die ich mit diesem Menschen führ(t)e, die kann doch nur zuendegehen, wenn ich mich nicht gut genug benommen habe. Ich bin Schuld daran, daß diese Beziehung auch für den anderen bendet ist und diese Person jetzt einsam ist; weil ich Schuld bin, hab ich es verdient, ab sofort alleine zu sein – aber doch nicht der andere Mensch!? Und doch habe ich Angst davor, auch noch diesen Menschen zu verlieren.

 

So ganz nebenbei sind da noch viele andere Gefühle: Überraschung und Erstaunen, Ablehnung, Verwirrung, Begehren, Neugierde, Liebe (ja, doch, auch sie oder das, was ich dafür halte, ist noch da), Anspannung, Erleichterung, Scham, Wärme und Kälte, Haß, das Bedürfnis nach Zärtlichkeit …

Ich weiß noch immer nicht, ob das alles Gefühle im Sinne der Psychotherapie sind. Doch all das wühlt in mir nach einem Streit. All das war vor Jahren einfach nicht wahrnehmbar von mir. Da fühlte ich nichts davon; weil Gefühle wehtaten, hatte ich sie mir abgewöhnt, verboten, untersagt. Es tat nicht weh, wenn ich nichts fühlte, das war das Gute daran. Und alles, das nicht wehtat, war gut. Und jedes noch so gute Gefühl mußte enden, was eine schmerzhafte Katastrophe für mich gewesen wäre – also untersagte, versagte ich mir, entsagte ich und gewöhte mir auch ab, gute Gefühle zu haben, denn deren Ende war immer schmerzhaft, vernichtend.

Ich lernte, daß Gefühllosigkeit dafür sorgte, daß ich keine Schmerzen haben muß. Was ich nicht bemerkte, war, daß damit auch alle anderen Losigkeiten bei mir Einzug hielten:
     Lustlosigkeit
     Sinnlosigkeit
     Schlaflosigkeit
     Antriebslosigkeit
     Lieblosigkeit
     Freudlosigkeit
     Kontaktlosigkeit
     Appetitlosigkeit
     Maßlosigkeit
     Arbeitslosigkeit
     Ruhelosigkeit
     Kraftlosigkeit
     Sprachlosigkeit
– all das war da und war ich und war meine Krankheit Depression, die ich auch Losigkeitskrankheit nenne.

 

“Und was zickst Du schonwieder rum?” “Du zickst rum!” Eine Tür fällt heftig ins Schloß. Ich gehe hin und klopfe vorsichtig an, vielleicht nicht sofort, aber doch ziemlich bald …

 

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Der Emil

P.S.: Das Gute am 10.05.2017 waren Sortiertes, Klargestelltes, und gleich wird es der Wein sein.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Schwerter.

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Tag der Befreiung (2017: 129)

Tag des Sieges.

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Wie war ich verwirrt, daß in der UdSSR der Tag der Befreiung des Deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus nicht wie zuhause in der DDR am 8. Mai, sondern einen Tag später als “Tag des Sieges” gefeiert wurde. Nun gut, die letzte Unterschrift wurde in Berlin-Karlshorst (damals sowjetisches Hauptquartier) am 9. Mai 1945 um 00:16 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (gab es wirklich damals schoneinmal) oder 01:16 Uhr Moskauer Zeit unter die Ratifizierenden Urkunde der bedngungslosen Kapitulation Deutschlands gesetzt.

Krieg. Immer wieder. Und immer wieder sind auch Soldaten der Bundeswehr dabei, obwohl es ein anderes Versprechen an das Deutsche Volk gab. Einige Folgen des Krieges brachte Hannes Wader 1980 im Titelsong des gleichnamigen Albums zum Ausdruck:

 

 

3. Strophe: Es blieb nur das Kreuz als die einzige Spur
Von deinem Leben, doch hör‘ meinen Schwur:
Für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein
Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein
Dann kann es gescheh’n, daß bald niemand mehr lebt
Niemand, der die Milliarden von Toten begräbt
Doch längst finden sich mehr und mehr Menschen bereit
Diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit

Refrain: Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.

Liedtext von Wikipedia referenziert gefunden bei Lyrics Wikia.

 

 

 

Kriegsende. Die Zahl derer, die ihn bei Bewußtein erlebten, überlebten, wird immer geringen. Die Zahl der in Kriegen weltweit sterbenden Menschen ist noch immer viel zu hoch. Ich habe kein Patentrezept dagegen. Doch als erstes (Scheiß auf die Arbeitsplätze, ehrlich!) könnte Rüstungs- bzw. Kriegswaffenexport weltweit verboten und geächtet werden …

Ich mein ja nur …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 09.05.2017 waren leckeres Essen, Spaß am Nachmittag, Dr. Who.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Schwerter.

© 2017 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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