Treppensteigende Texterei (58/307)

Eine literale Lingualtrümmerfraktur.

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Atemlose Texte. Selbstgeschriebene und gelesene atemlose Texte. Unter Zeitdruck gelesene Texte, mehrfach gelesene; unter innerem Zwang zum Schreiben – also unter Druck – zum Ausdruck gebrachte Texte. Stoßweise, wie während des Weges hinauf auf einen Turm herausgepreßt. Sind ja nur 275 Stufen nach oben. Ich lese höre schreibe das Schnappen nach Luft. Manchmal steht ein Satz nach jedem einzelnen Wort wie ein asthmatischer Treppensteiger auf jeder Stufe. Und doch geht es immer weiter hinauf, auf des Turmes Spitze, zum Gipfel, auf einen Dachboden. Nur: wozu das?

Ich leide mit den Worten und Sätzen: Sie alle haben Höhenangst, spätestens wenn ich sie auf ein Papier schreibe.

Und doch geht es in vielen Geschichten hinauf, steil hinauf. Einen steilen Anstieg hinauf, fast wie die Meeraner Wand (die ich als Zuschauer bei der Friedensfahrt kennenlernte).

Noch drei Worte.

Pause. Atemlos dasitzen dastehen und pumpend nach weiteren Worten suchen.

Weitere Worte, hingerotzt. Aufs Papier geworfen. Von mir? Von irgendeinem Schriftsteller.

Bruch. Bruch, Bruch. Brüche allerorten. Im gedruckten Buch, das ich lese, sowohl in dem, das in meiner Jackentasche steckt als auch in dem, was im Bad liegt; und in dem Buch am Bett sowieso. Hier, in meinen Kladden, auf meinen Zetteln. Ganz sicher auch schon in meinem Sprachzentrum. Eine literale Lingualtrümmerfraktur. Vielleicht auch nur ein riesengroßes Puzzle in 120.000 Teilen, die ich mir aus den in meinem Hirnhaufen liegenden Ypzhn Fantastrilliarden Worten zusammenstoppeln muß? Es fühlt sich nicht an wie eine Herausforderung, eher wie hinderliche, schmerzende Befindlickeit, gegen die ich anschreibe. Grauenhaft. Anstrengend. Deshalb gerate ich immer wieder in Atemnot und muß nach jedem einzelnen Wort Pause machen.

Weißt Du, wie schwer es ist, einen Anzug anzuziehen? Und hat irgendjemand eine Ahnung davon, wie schwer es ist, jahrelang darüber zu sprechen, unter seelischem Schmerz darüber zu sprechen, ohne zu bemerken, daß das Anziehen des Anzuges nur meine eigene Lüge ist?

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 26. Februar 2015 war mein angenommener Vorschlag.
 
Tageskarte 2015-02-27: Die Zwei der Schwerter.

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Reimspielerei (57/308)

Silbenzählende Rythmusbastelei

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Was aus einem ideenlosen Hirn hervorbricht:

 

 

Auch heut’ bin ich wieder kurz angebunden,
hab’ für lange Reden echt gar keine Zeit.
Ein gutes Thema hab’ ich nicht gefunden.
(Und dann schmerzt mir auch noch ganz heftig der Leib.)

Gestern haben mich viele mißverstanden,
hab’ ich viele Menschen düpiert und brüskiert.
Es ist keine Lust zum Schreiben vorhanden.
Und von meinem Krimskrams hab ich nichts sortiert.

Was soll ich mir jetzt noch den Kopf zerbrechen
über allen Unsinn und Unfug der Welt.
Vorhin wollt’ ich mit Nachbars Katze sprechen,
doch die hat mich wütend gekratzt und verbellt.

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 25. Februar 2015 war leckeres Mittagessen.
 
Tageskarte 2015-02-26: Die Sieben der Schwerter.

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Überfordet (56/309)

Vor Jahren schon so beschrieben

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Überfordert
 

Und dann sitze ich
einfach nur völlig perplex
da und frage mich …

Nicht verstehen kann ich
was unerklärbar ist.

Ein Tanka?

 

 

Irgendwann Ende 1995 notiert.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 24. Februar 2015 war mein Mut.
 
Tageskarte 2015-02-25: Die Vier der Schwerter.

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Eine besondere Klassenfahrt (55/310)

Es ist wie ein Zwang; es ist ein Zwang, denn es zwingt mich zum Denken.

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In dem Buch, aus dem ich schon gestern Nacht zitierte, fand ich gestern in der Straßenbahn auf dem Weg ins Radio noch eine Geschichte – und die hat es in sich.
Denn auch ich habe manchmal den Gedanken, daß so lange Zurückliegendes, an dem weder ich noch meine Eltern beteiligt waren, doch endlich erledigt sein könnte, daß nicht ich noch heute die Verantwortung für das tragen muß, was die Generaton meiner Großeltern und Urgroßeltern getan hat. Das habe ich sowohl auf die Geschehnisse in der DDR als auch auf noch weiter zurückliegende Ereignisse bezogen immer wieder gedacht. Nicht immer, nein, aber ganz frei davon war und bin ich nicht, von diesem Gedanken der Verjährung, des Ruhenlassens, des Vergangenheit-ist-auch-mal-vorbei. — Seit gestern bin ich es vielleicht seltener …

 

 
Klassenfahrt

Wolfgang Gabel ( ∗ 1942 )

Und einer rief: Damit haben wir doch gar nichts zu tun!
Ja, schrien alle, damals waren wir doch noch gar nicht auf der Welt!
Und dann sprachen wir über das, was wir gesehen hatten, wie über etwas, das wir für die Schule pauken müßten:
In Auschwitz haben die Nazis …
In Auschwitz wurden die Juden …
In Auschwitz sieht man noch …
Nachdem wir Auschwitz besucht hatten, fuhren wir durch bis Warschau.
Wir hatten tags darauf schon eine Besichtigungstour durch die Stadt gemacht und saßen nun müde bei einer Tasse Kaffee im Speisesaal des Hotels, als der Lehrer uns aufforderte, zuzuhören, was er uns über den Aufstand der Juden im Warschauer Ghetto sagen wollte.
Und wieder rief einer: Schon wieder! Damit haben wir doch nichts zu tun!
Und ein anderer schrie: Hören Sie doch endlich auf damit. Sie verderben uns ja die ganze Fahrt!
Ja, riefen die anderen, Schluß damit. Einmal muß doch Schluß damit sein. Was haben wir mit der ganzen Nazivergangenheit zu tun?
Und niemand hatte sie kommen sehen.
Sie mag so alt wie wir gewesen sein und sprach gebrochenes Deutsch. Einer von uns pfiff sogar, denn sie sah gut aus.
Ihr kommt aus Deutschland? fragte sie, und wartete unsere Antwort gar nicht ab.
Manchmal, sagte sie, und ignorierte die Zurufe, die ihre Anschrift haben wollten und Einladungen aussprachen, manchmal schreit meine Mutter nachts und mein Vater kann sie nicht hören, weil er seit Auschwitz taub ist. Da bin dann nur noch ich da, die meiner Mutter zuhören kann, bis sie nicht mehr schreit, denn die Eltern meiner Eltern haben Auschwitz, Treblinka, Birkenau und und und nicht überlebt.
Ich bin nicht älter als ihr, oder? Wieso ist dann für euch Vergangenheit, was für mich noch immer Gegenwart ist?
Unsere Antwort wartete sie nicht ab.
Aber ich schlug dem meine Faust ins Gesicht, der ihr nachgerufen hatte, sie habe man in Auschwitz wohl vergessen.

Wolfgang Gabel: Ganz woanders, aber mittendrin. “Klassenfahrt” S. 86f
© 1990 by Arena Verlag GmbH, Würzburg, ISBN 3-401-08014-8

Ich zitiere die Geschichte hier im Ganzen, weil ich sie für wichtig halte (und hoffe, damit das Zitatrecht nach § 51 UrHG nicht überstrapaziert zu haben, wenn ich das Buch als gesamtes Werk ansehe).

 

 

Eine berechtigte, mich sehr schmerzende Frage: Wie kann etwas, das für lebende Menschen Gegenwart ist, fü andere, gleichaltrige, ebenfalls lebende Menschen Vergangenheit sein? Wie kann ich, der ich durchaus auch mit dem Ministerium für Staatssicherheit zu tun hatte, einfach so sagen: Laßt das Zeug doch endlich ruhen, das ist vorbei. (Nein, ich kann es nicht ruhen lassen, denn ich habe erst in diesem Jahr selbst Antrag auf Einsicht in die Stasiakten beantragt.) Wie kann ich sagen, daß der Zweite Weltkrieg mit all seinen Ereignissen und Greueln Vergangenheit ist und doch bitte auch leiben soll, denn ich hatte keinen Anteil daran und habe auch nicht davon profitiert – wenn ich einmal von meiner verdammt guten Schulausbildung an POS und EOS absehe?
Wie kann ich nur?

Dazu kommt noch, daß der Innenminister der Republik einen “Expertenkreis Antisemitismus” einberufen hat. Er tat das schon ein dreiviertel Jahr nach dem Beschluß des Bundetages dazu. Und er schaffte es, keinen einzigen jüdischen Wissenchaftler oder Experten in dieses Gremium zu berufen. Auch wenn sich ausgewiesene jüdische Experten zu diesem Thema sehr kritisch äußern, so hat doch diese Einberufung von Expertenkreisen ohne Beteiligung der Experten Tradition: z. B. bei den SexarbeiterInnen und dem neuen Gesetz zum Schutze der Frauen, bei den Empfängern von ALG II und der Ermittlung der Bedarfe, bei den Asylbewerbern bei der Gestaltung der Unterbringung usw. usf. — Nichts Neues also in dieser Hinsicht, “die da oben” sind heute noch viel mehr abgehoben von der Lebenswirklichkeit des Volkes als es die DDR-Führung jemals war. Aber dieses Antisemitismus-Expertendingens ist meiner Meinung nach auch ein guter Grund dafür, diese Geschichte, diese kurze Geschichte, diese eineinhalb Seiten aus einem 190-Seiten-Buch hier weiterzugeben …

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 23. Februar 2015 war ein gelöstes Problem.
 
Tageskarte 2015-02-24: Die Zwei der Münzen.

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Am Ende Hoffnung, vielleicht hoffnungslos (54/311)

In einem Buch mit vielen gebrochenen Texten gefunden

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Auf der Spitze der Nadel bin ich nur noch für mich zuständig. Vielleicht ersetzt man mich mit einem Stein.
 

Ich wache auf, komme zurück, finde mich auf einer Bank im Park in Gänsehaut. Später höre ich das Weinen.
Ich bemerke die alte Frau, die vor einem frischen Erdhügel steht und weint. Sie erschrickt, als ich sie anspreche. Sie sagt, sie wüßte, daß es verboten sei, aber sie hätte nirgendwo sonst ein Plätzchen für ihren Hund gefunden. Und sie wolle ihn doch nicht in die Abdeckerei geben, sondern nur ab und zu hierherkommen können, weil sie sonst niemanden auf der Welt hätte.
Ich höre ihr zu.
Ich gege ein Stück mit ihr.
Sie bittet mich wiederzukommen. Ich sage ja, denn vielleicht sind wir für uns beide übriggelieben.
Ich werde morgen wieder zu ihr gehen, und wir werden uns zuhören.

Wolfgang Gabel: Ganz woanders, aber mittendrin
Das Ende der Geschichte “Dann hau ich ab, woandershin” S. 109
© 1990 by Arena Verlag GmbH, Würzburg, ISBN 3-401-08014-8

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 22. Februar 2015 war das reibungslose Funktionieren der Technik.
 
Tageskarte 2015-02-23: Die Neun der Schwerter.


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Statt eines Kommentares (53/312)

Die ganz privat herausgemeckerte Meinung und Befürchtung

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Wie weit wurden die Menschen (in der sogenanten “westlichen Welt”) angeglichen/gleichgeschaltet?

Sind wir wirklich alle noch so individuell, so unterschiedlich, wie es Herr Müller-Freienfels vor 90 Jahren feststellte? Schon in den Zielen der Menschen stelle ich vor allem bei den Jugendlichen fest, daß sie Superstar, Supermodel, Manager usw. usf. werden wollen. Und wenn ich mir ansehe, was “die Medien” tagtäglich verbreiten – gleich ob mit Bildungsauftrag oder fernab jeglichen Bildungsauftrages –, wie diese der Uniformierung der Menschen/der Jugend Vorschub leisten, wie sie alle möglichen intellektuell anspruchsvollen Dinge aus der alltäglichen Erlebbarkeit herausdrängen! Woher soll Mensch denn noch etwas über tatsächliches Glück abseits der Konsumbefriedigung erfahren? Aus den Nachrichten über den angeblich gewalttätigen Islam und “seine Islamisten”? Wo sind denn Vorbilder, die mehr als Konsum und Geld und Status verkörpern? Wo sind sie zu sehen/hören/erleben?

Wundern wir, die wir als bloggende, kreative, oft kritische und gar künstlerisch ambitionierte Menschen uns verstehen, uns über die Flachheit des täglichen TV-Schwulstes? Über die BILDungswüste in den Zeitungen und Zeitschriften?

Die Digitalisierung der Welt ist für mich nicht unbedingt das größte Problem – auch wenn damit einige gravierende Veränderungen einhergehen, gegen die ich mich zum Beispiel viel zu wenig zur Wehr setze –, die Virtualisierung unserer Beziehungen und unsere unermeßlich gewachsenen Ansprüche (auch und vor allem an uns selbst) sind mir das Greuel schlechthin.

 

Trotz aller propagierten, angenommenen und virtualisierten (und tatsächlichen) Individuation werden die Mitglieder der Herde sich immer (mehr?) ähneln …

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 21. Februar 2015 war das zufriedene Lächeln der Sendungsmacher.
 
Tageskarte 2015-02-22: Die Sieben der Kelche.

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Zunächst unkommentiert (52/313)

Neunzig Jahre altes Buch. Wie sich die Menschen ändern.

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Alltagsseele

Ein neunzig Jahre altes Buch
Es enthält einige Passagen, die auch heute noch aktuell sind und es nicht nur zu sein scheinen.

 

 
Die Ungleichheit der Menschen
 

So wichtig es für das theoretische Verständnis des Menschenlebens sein mag, daß man sich zunächst ein Bild “des” Menschen mache: für die Praxis des Lebens wird das wenig helfen; da gilt es die zahllosen Spielarten, in die sich die Gattung “homo sapiens” spaltet, zu beachten. Wir brauchen, um diese zu finden, nicht zu fernen Zonen und Zeiten zu pilgern, es genügte, wenn wir mit Lesages hinkendem Teufel über die Dächer unserer eigenen Städte stiegen und hineinblickten in die Säle und Gemächer, in die Bureaus und die Werkstätten, in die Wochenstuben und Totenkammern, auf all die Freude und den Jammer, den Zorn und die Liebe, die sich meist an erbärmliche Kleinigkeiten klammern und oft auf Trug und Torheit beruhen: sähen wir all das, so würde uns unsere Kenntnis der allgemeinen Struktur der Seele und die Formel “Leben” als Deutung dafür recht wenig sagen. Wir würden finden, daß sich die Menschen, die wir zunächst als “gleich” ansehen wollten, in den “gleichen” Situationen sich höchst ungleich benehmen, daß die einen stolz und kühl bleiben, wo andere ächzen und wimmern, daß die einen edel, die andern gemein handeln, ja wir würden schließlich zum Ergebnis gelangen, die Menschen seien so verschieden, daß nicht zwei Gleiche sich unter ihnen fänden. Wir würden erkennen, daß zwei Menschen, die stolz oder feige sind, doch nicht in gleicher Weise stolz oder feige sind; wenn zwei Menschen das gleiche sehen, hören und schmecken, sie doch niemals das gleiche sehen, hören und schmecken; daß sie bei gleichen Worten unendlich Verschiedenes denken. Kurz, wenn wir in die Herzen der Menschen hineinsehen könnten, so würden wir staunen über die Fülle der Möglichkeiten, die innerhalb jener grundsätzlichen Strukturgleichheit bestehen.

Richard Müller-Freienfels: Die Seele des Alltags. Eine Psychologie für jedermann. S. 66
Copyright 1925 by Volksverband der Bücherfreunde Wegweiser-Verlag G.m.b.H., Berlin W50

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 20. Februar 2015 war positives Feedback zum Lobpudel-Fleischwolf am Donnerstag.
 
Tageskarte 2015-02-21: Die Drei der Stäbe.


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Das versprochene Hörbeispiel (51/314)

Um den tatsächlichen Inhalt weitgehend gekürzt

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Okay, das also ist der Lobpudel-Fleischwolf bei Radio Corax. Und bei meiner Premiere dort gab es zugleich noch eine zweite Premiere: Niemand kann sich daran erinnern, daß schoneinmal alle vorgestellten Tracks gelobpudelt wurden. Leider mußte ich die Musik zum großen Teil rausschneiden – Urheberrechtsprobleme sind nicht ausgeschlossen.

Nun, ich gebe mir mal Mühe, wenigstens die Bands hier zu nennen, von denen ich Musik vorstellte.

Die erste Kombo ist in Frankreich sehr, sehr gut bekannt. Sie heißen EZ3KIEL und präsentieren sich auf ihrer Webseite zu meinem Leidwesen nur auf Französisch. Dafür gibt es insgesamt 27 Titel der Band bei Soundcloud, auch vom nächste Woche erscheinenden Album “Lux”:

 

 

Als zweites stellte ich den Titel “87 Years” vor, den die jetzt in Berlin ansässige Band Sun and the Wolf – ursprünglich Neuseeländer – auf ihrem neuen Album “Salutations” Anfang Januar 2015 veröffentlichten. Auch ihre Musik kann man auf Soundcloud kennenlernen:

 

 

Damit bin ich schon bei den Kieler (Electro-) Punkern KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LAPALOMA PFEIFFEN und ihrer nächste Woche erscheinenden dritten Scheibe “Die Biellmann-Pirouette”. Was für ein Bandname! Auf deren Homepage findet sich natürlich auch ein Link zu Soundcloud (allerdings ohne neue Titel wie “Ein X für ein U” – das ist echt schade!):

 

 

Last but not least. Zum Abschluß hatte ich I’m not a band ausgewählt. Zwei Musiker aus Berlin, die mich mit ihrem Ende Januar erschienenen Album “Oceans” gestern Abend dann schwer beeindruckt haben. Sie schaffen es tatsächlich, «&ellip; Melancholie tanzbar zu machen …» (Pressetext). Leider gibt es bei Soundcloud nicht den von mir vorgestellten Titel “Into something new”, aber einen anderen von eben diesem Album:

 

 

So. Durch. Andrea hat ihr Einverständnis zur Veröffentlichung hier gegeben. Die gehörte Musik fanden wir toll (ihr ja vielleicht auch). Es wird sicher noch öfter dazu kommen, daß ich digitale Bemusterungen vorstelle. Heute Abend im Buchfink gibt es mehr davon.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 19. Februar 2015 war die gelungene Premiere in einer chaotischen Schicht.
 
Tageskarte 2015-02-20: Die Neun der Münzen.

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Seniorenzeit (50/315)

Rätselraten vom Seniorenkolleg der MLU

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Es gibt also an der MLU ein Seniorenkolleg – wie wohl an vielen Universitäten und Hochschulen. Das hiesige veröffentlicht viermal im Jahr ein Informationsblatt – nein – ein Magazin, von dem mir ein schon älteres Exemplar zulief, nämlich die 3. Ausgabe des Jahres 2014. Ach ja, auf den 12 Seiten ist schon einiges Interessantes zu finden. Z. B. der Artikel über “Unser Leben zwischen den Graden”, der mit den geographischen Längen- und Breitengraden von Städten sich beschäftigte. Oder der, dessen letzte Worte “Erdachsendeckelscharnierschmiernippel-Kommission zu Pausa e.V.” lauten und unter dem der Link zur zugehörigen Erdachsen-Website zu finden war.

Und auf Seite 11 finden sich zwei Rätsel, die ich hier gern weitergebe:

 

Rätsel in der SeniorenZeit

Aus der Informationsschrift “SeniorenZeit” des Seniorenkollegs der MLU
Die zweite Lösung ist einfach, aber die der ersten Aufgabe finde ich nur durch akribisches Aufschreiben heraus.

 

Und jetzt überlege ich gerade, ob ich mich dort vielleicht anmelden werde. Man kann ja alt werden wie eine Kuh – und lernt doch immernoch dazu. Aber … Ach, ich weiß nicht recht. Vielleicht warte ich mit der Entscheidung noch bis zu den Anmeldetagen. Oder ich versuche, mir eine dieser Vorlesungen einmal anzusehen, ohne daß ich schon angemeldet bin.

Ja, und zu den Rätsellösungen kommen wir dann später. Heute werde ich erstmal den Lobpudel-Fleischwolf bestücken.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 18. Februar 2015 war eine interessante Schicht im Radio.
 
Tageskarte 2015-02-19: Die Vier der Schwerter.

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Fazit (49/316)

Die Frage nach der Frage zu den Fragen

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“Herrjeh! Was war das für ein Tag?”
Wie oft habe ich mich das gefragt?

Diese Frage stelle ich mir jeden Tag …

Ein 28er nach Helmut Maier.

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 17. Februar 2015 waren ein gelungener Einkauf und eine gelungene Reparatur.
 
Tageskarte 2015-02-18: Die Neun der Schwerter.

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Der (Musik-) Redaktöhr hat’s wirklich schwör (48/317)

Und ein wenig Spaß macht es auch

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Na endlich. Darauf habe ich doch nur gewartet. Daß da endlich wiedereinmal ein Abend ist, an dem mir aber auch absolut keine Idee für einen neuen Blogbeitrag einfällt. Und ohne Idee fehlt auch das erste Wort, der erste Satz. Über den Rosenmontaggszug möchte und kann ich nichts schreiben – das Getue nervte mich einfach nur.

Über die Arbeit mag ich auch nichts schreiben, denn es war nichts besonderes dabei. Viel Sortierarbeit in den diversen Laufwerken, Archivierung, Musikdigitalisierung. Vorbereitung auf eine neue Aufgabe: Da ich mich nun schonmal mit dem Musikarchiv beschäftige, sehe (höre) ich mir (als Nebenbei-Musikredakteur) auch viele der eingehenden Bemusterungen an, zumindest der digitalen Bemusterungen. Und von den soeben oder in Kürze erscheinenden Alben habe ich schonmal fünf herausgefiltert, von denen ich (zum ersten Mal) jeweils einen Titel im donnerstäglichen Mittagsmagazin dieser Woche vorstellen werde. Das Procedere nennt sich “Lobpudel-Fleischwolf” und ist die völlig subjektive Bewertung der Titel durch die Moderatorin und mich. Und es gibt nur zwei Möglichkeiten: Lobpudel oder Fleischwolf.

Hm. Nun schreib ich ja doch über die Arbeit. Diese Musiksache war/ist nämlich schon ziemlich umfangreich. Dutzende Mails pro Woche, von denen die, die schon im Betreff “Single” oder “Neuer Song” erwähnen, ignoriert werden. Die restlichen werden nach ganzen Alben (mind. sechs Titel) durchsucht, die dann heruntergeladen, benannt und getaggt und natürlich angehört werden müssen. Oft höre ich nur die Liedanfänge und ab und an mal ein Stückchen aus einer Liedmitte. In der Straßenbahn habe ich jetzt wieder ständig den OGG-Player im Ohr …

Einige der anderen Menschen, die diesen “Lobpudel-Fleischwolf” mit zugeschickten Bemusterungs-Tonträgern bestreiten, geben mir diese mittlerweile unaufgefordert. Gelobpudelte Musik wandert unbesehen ins digitale Musikarchiv, gefleischwolfte höre ich mir nochmal genauer an. Oft landet diese dann wirklich im Schrott, manchmal aber finde ich sie zu interessant dafür. Und dann kommt das Album eben doch noch – na, ihr könnt es euch sicher vorstellen.

So ein klein wenig “Macht” läßt mich schon ab und zu schmunzeln, vor allem, wenn die Fleischwolfer dann die selbst gefeischwolfte Musik in ihre Sendung einbauen …

 

Ach ja: Ich habe einfach den Stift nicht vom Papier genommen, als mir nichts einfiel. Und siehe: es hat geholft.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 16. Februar 2015 war die unterschriebene Verlängerung des BFD um sechs Monate.
 
Tageskarte 2015-02-17: Die Königin der Münzen.

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Sekundärrohstoffe (47/318)

Altglas und Altpapier, selbst verursacht

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Unterschiede in der Vergangenheitsbewältigung: Während andere über das Öffnen ihrer verstaubten, ungeöffneten und geheimen Flaschen nachdenken, sortiere ich (“nur”) altes Papier und prüfe es auf Inhalte und geeignete Ideen.

 

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 15. Februar 2015 war der Versuch.
 
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Zurückgeträumt (46/319)

Es zischt und dampft und tutet

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Lokomotive

Auf einer Modellbahnanlage dampft sie dahin.
Für eine Weile wieder Junge sein und von der 1,5 m x 2,3 m TT-Eisenbahnplatte zuhause träumen.

 

Manche Freuden sind unerwartet und ziemlich klein. Gut, das da war weder Z noch N noch TT noch H0 – also doch nicht ganz so klein. Diese Anlage hat 45 mm Spurweite (Abstand zwischen den Innenkanten der Schienen) und gehört somit zur Spurweite I. Gesehen und gehört habe ich sie auf der Modellbahnausstellung im Salinemuseum hier in der Stadt. Ehrlich, ich stand eine geschlagene halbe Stunde daneben und habe den sechs Zügen zugesehen. Wie sie aus Tunneln herauskamen, an Signalen standen, Brücken über- und unterquerten, in Tunnel einfuhren. Die Dampflokomotiven dampfend, alle mit Geräusch fahrend. Sogar eine Schranke ging regelmäßig zu und wieder auf, wenn ein Zug daran vorbeifuhr.

Etwas für mich Neues habe ich auch gesehen. Eine Lok der Baureihe 50, hier ein Modell der DR 50 519 mit Kabinentender, fuhr mir noch nie vors Auge bzw. die Linse.

 

DR 50 519

Kabinentender – für mich völlig neu.
Da steht der Junge an der Modellbahnanlage und freut sich still.

 

Ach ja, wer mal wieder Junge sein möchte, der sollte den heutigen Tag noch nutzen und sich die 18 Anlagen von Z bis LGB ansehen.

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 14. Februar 2015 war die Faszination Eisenbahn.
 
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Valentin (45/320)

Nicht mit mir. Da bin ich königstreuer Sachse durch und durch

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Valentin, Karl Valentin, den ich füür seine Couplets verehre und für seine Sketche mit Liesl Karstadt liebe. Der einzige Valentin, den ich (bisher) mag.

Diesen besch… Tag zur Beförderung der US-amerikanischen Blumenindustrie, den boykottiere ich. Warum soll ich sterbende Pflanzenteile verschenken? Oder gerade an diesem Tag, der mir und mindestens der halben Welt nicht mehr bedeutet als jeder andere Tag eines Jahres, irgendwelche Schokolade, Wertsachen usw. usf.?

Zu diesem Tag sag ich dasselbe wie zu Fasching, Halloween, Ostern u.a.m., und zitiere dabei den (unbestätigten, aber sagenhaften) Abdankungsspruch des letzten Königs der Sachsen, Friedrich August III.: “Machd doch eiern Drägg alleene.” — Und laßt mich mit dem Scheiß in Ruhe. Echt jetzt. Danke.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am Freitag, den 13. Februar 2015 war die geschaffte Musik.
 
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Das “I was here!” eines großen Dichters (44/321)

Sind Zeitreisen doch möglich?

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Na, wer war denn hier in der Stadt? Oder ist das nur eine balladesk plagiierte Metapher?

 

I was here.

Einer der großen Dichter war in der Stadt.
Er hinterließ auf seiner Zeitreise eine besondere Signatur – sein ganz eigenes “I was here!”

 

Entschuldigung, ich konnte nicht widerstehen. Aber wer lief da an der Straße entlang?

 

Der Emil

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P.S.: Positiv am 12. Februar 2015 waren der Fund am Straßenrand und eine neue mitproduzierte Sendung.
 
Tageskarte 2015-02-13: Die Zehn der Schwerter.

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