Leben und Geschichte (2017: 294)

Was bei vielen Menschen eins ist, sind bei mir ziemlich unterschiedliche Systeme.

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Ich habe vom Mecklenburger Großvater geträumt, vom Vater meines Vaters. Wie er mir in seinem Schuppen etwas beibrachte: Reifenflicken fürs Fahrrad. Und wie ich mit ihm zusammen im Imkerschuppen Bienen zum offenen Spalt im Fenster geschoben habe, mit bloßen Händen. Wie wir die Waben aus den Beuten nahmen und dann in der hand­ge­kur­belten Schleuder den Honig ernteten, gewannen.

Seither habe ich sein Gesicht, seine Mütze und seine Gestalt vor Augen. Auch tagsüber taucht er immer wieder auf. Nur: Seine Stimme, die bleibt in der Dämmerung des Vergessens verborgen. An die der Oma erinnere ich mich noch (gut, die lebte auch länger; doch die Stimme vom anderen, viel früher gestorbenen Opa hab ich doch auch noch im Kopf?), nur an seine eben nicht.

Ich höre jetzt auf, nach dieser Stimme zu suchen. Irgendwann wird sie wieder auftauchen, da bin ich sicher. Denn ich weiß, daß er gerne mit mir, mit uns, mit seinen Enkeln gesprochen und gelacht hat. Das habe ich weder vergessen noch verklärt. Der kleine, schmächtige Mann, der selten ausruhen konnte und wollte, der eines Tages ein Schwein auf den Hänger des Schlachters schob (und danach trotz Bad tagelang nach dessen Angstschiß roch), der ohne Tiere nicht leben konnte: Wenn es schwierig wurde, nahm er seine Mütze ab (eine ähnliche besitze ich heute), strich sich mit der Rechten über seine stoppelkurzen, grauen Haare. Setzte er die Mütze wieder auf, hatte er auch eine Lösung für sein Problm gefunden. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, das Rasiermesser, das in meinem Schrank liegt, war seines, das er oft an einem ledernen Gürtel abzog, vor jeder Rasur, denke ich.

 


 

Meine Erinnerungen an mein Leben aufzuschreiben wird mir immer wichtiger. Und die Angst, mein Leben nicht von meiner Geschichte unterscheiden zu können, schwindet langsam. (Leben: alles, auch das, was die Ausweisperson erlebt; Geschichte: was ich als Der Emil zu meinen Erlebnissen gemacht habe).

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 21.10.2017 waren zwei große blaue Säcke voller aussortierter Bekleidung, verbesserte Unterscheidbarkeit, die Eröffnung von Nicht mehr. Noch nicht.
 
Die Tageskarte für morgen ist 0 – Der Narr.

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Gelallter Limerick (2017: 293)

Inspirierter Schnellschuß

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Manchmal, manchmal bekomme ich ja Inspirationen im Netz, oft bei Twitter. So auch heute, als mich ein Tweet des Benutzers 1000101 (Oh: Danke dafür!) tatsächlich blitzartig den folgenden Limerick notieren ließ:

 

 

Leich allohol-ll-lallenn aufsusahn. Hhhmmmm! Jawoll!

In einem bin ich nicht zu schlagen,
das wag' ich hier offen zu sagen:
Ich schreibe in Kneipen
Gedichte auf Scheiben.
Auf Bierdeckel. Wer will's auch wagen?

 

 

 

Leider hatte ich weder genug Allohol noch einen Bierdeckel (Bierfilz) da, um das tatsächlich zu beweisen.

 

Sonderbar kichernd hüpfe ich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 20.10.2017 waren eine Frühschicht im Sender, eine dann doch noch versendete Mail, gute Nachrichten von sehr lieben Menschen.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Schwerter.

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Flügel oder Ballone (2017: 292)

Auf die Reise.

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Wenn ich meine Gedanken fliegen lassen will, dann träume ich ihnen auch Flügel. Oder Ballone. Und schicke sie damit meinen Gefühlen hinterher.

 

 

Ein Flügel (schwarzer Kugelschreiber auf Papier), in fünf Miniuten gekritzelt.

Ein Flügel (schwarzer Kugelschreiber auf Papier, DIN A8), in fünf Minuten gekritzelt.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 19.10.2017 waren eine vermiedene Enttäuschung, eine ruhige Schicht im Radio, Flügel für Gedanken und Gefühle.
 
Die Tageskarte für morgen ist XIV – Die Mäßigkeit.

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Der letzte Text (2017: 291)

Rückgängig gemachte paranoide Vorsorge

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Nein nein, nicht dieser hier. Nicht das hier ist der letzte hier veröffentlichte Text. Sondern ein anderer wird mein letzter Text, der letzte, den ich schreibe, der letzte, den ich freigebe. — Oh ja: Das sind auf alle Fälle zwei völlig verschiedene, stellte ich gerade fest.

Okay. Bestandsaufnahme. Und Geständnis:

Der letzte Text, der freigegeben, veröffentlicht wird, der ist schon fertig. Jaja, wirklich. Geplant für diesen einen Blog, siebzehn Tage im voraus eingestellt seit über eineinhalb Jahren. D. h. er würde automatisch veröffentlicht worden sein, wenn ich mehr als zwei Wochen lang vergesse, sein Plandatum zu korrigieren – oder wenn ich das aus anderen Gründen nicht ändern könnte. Das ist verrückt, oder?

 

Heute jedoch habe ich das Datum wieder korrigiert, um vier Tage. Und kurz danach habe ich aus dem geplanten Beitrag nun doch wieder einen Entwurf gemacht, der nicht mehr bei WP, sondern nur noch auf meiner Festplatte zu finden ist. Ja, das mag noch verrückter oder was auch immer scheinen. Aber vier Tage langes Vergessen hat mich heute etwas erschreckt. Nicht daß eines gar nicht fernen Tages mein normaler Text und dann dieser besondere kurz nacheinander erscheinen und euch verwirren.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 18.10.2017 waren Ausschlafen nach sehr unruhiger Nacht, eine getroffene Entscheidung, ein “Ja”.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Schwerter.

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Wenn eines größer als alles Andere ist (2017: 290)

Brodeln im Inneren, und kein Ventil in Sicht.

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Vorweg: Das ist nicht wirklich aktuell, sondern schon einige Zeit früher in diesem Jahr aufgeschrieben worden. Wenn es gerade jetzt so wäre, könnte ich den Text hier nicht veröffentlichen.

 

 

Ich bin wütend-zornig-angepißt – nein.

Ich bin mit mir unzufrieden und davon sehr … und setze mich deshalb selbst unter heftigen Druck. In mir brodelt es, ich könnte explodieren – doch ich bin zu keiner körperlichen Aktion, zu keinem Tun in der Lage. Das ist wahrscheinlich/mindestens eine Vorstufe der Depression, aber noch habe ich (???), sind es zu wenige Losigkeiten, noch bin ich nicht am (auch gesellschaftlichen) Funktionieren gehindert. Und doch leide ich unter eben dieser Unzufriedenheit mit mir selbst, mit meinem Handlungs(un)vermögen. Nein, es ist weder Wut noch Zorn, eher noch das Gefühl der Ohnmacht, das damit einhergeht. Weil ich eben in einigen Bereichen nicht zu den einfachsten Dingen fähig bin, die ich doch sonst immer klaglos und ohne … jedenfalls seit Jahren schon wieder ganz normal erledigen kann. — Natürlich gibt es neben dieser übergroßen Unzufriedenheit nur wenig Platz für anderes in mir. Auch und gerade daß sie eben so groß ist, das macht mich noch unzufriedener. Ihre Größe läßt sie weiterwachsen. Wohin das führen wird, frage ich mich …

Ja, es gibt einen Auslöser für diesen Zustand. Ich hatte für etwas viele Hoffnungen – nicht Erwartungen, da bin ich mir sicher. Und eine dieser Hoffnungen, eine einzige nur wurde ziemlich enttäuscht. Es war auch nichts Großes, nichts Lebens- oder Überlebenswichtiges, auch nicht das Wichtigste, nein. Aber diese eine Hoffnung erfüllte sich nicht einmal teilweise.

Es regt mich auf. Ich … Ich weiß nicht wohin mit diesem Gefühl, mit dieser Unzufriedenheit, die auch eine eigene Unzulänglichkeit bedeutet. Ich fühle. Genau. Ich fühle. Das ist gut, denn solange ich noch fühle, bin ich nicht ganz unten in der Depression. Ich weiß, daß da auch noch ganz viele andere Gefühle sind, die gerade nur verdeckt werden. Von diesem einen. Dem beherrschenden. Dem mich irritierenden. Dem, das ich jetzt irgendwie rauskotzen muß. Wenigstens hier auf das Papier.

 

 

Und heute, heute schaue ich zurück auf diese Zeit, auf diese mittlerweile vergangene Unzufriedenheit. Bei ihrer Überwindung haben mir viele geholfen, Menschen, die ich nur aus dem Internet kenne, Menschen, die ich hier und da immer mal wieder treffe, Freunde. Es nagte an mir, das Unzufriedensein, es nagte sehr heftig. Aber irgendwann konnte ich Dank der Hilfe alles wieder so betrachten, wie es tatsächlich ist und daß eine einzige unerfüllte Hoffnung für mich nicht wirklich so lebensentscheidend sein kann, wie ich es just zur Zeit der Niederschrift empfand.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 17.10.2017 waren ein gekauftes Alte-Leute-Hilfsmittel, ein Schmunzeln beim Lesen von der Unzufriedenheit, Dr. Who.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Kelche.

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Im Netz versunken (2017: 289)

Heute kam die Musik von einer Videoplattform.

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Nach einem Gang zum Amt war ich heute ganz Hausmann. Ich habe dies sortiert und jenes vorbereitet, da gewischt und dort poliert. Nur die Wäsche blieb liegen, sowohl die zum Bügeln als auch die zum Waschen. Und am Abend saß ich vor meinem Rechnerlein, wollte noch etwas Musik fürs Radio bearbeiten und suchte deshalb hier und dort noch nach weiteren Liedern von Künstlern.

Ich blieb dann in der dunkelbunten Ecke der Musik hängen und fand einen Diorama-Titel, der mehrere Male lief:

 

 

Übrigens gibt es den Text des Liedes dort im Portal komplett zu sehen, wenn auf mehr anzeigen unter dem Video geklickt wird. Ja, es ist “Grufti-Mugge”, traurigdüster – und doch klingt es nicht so dunkelschwarzgoth wie viele andere Titel (auch von Diorama). Ja, ich war heute auch melancholisch, aber schön melancholisch, glücklich und zufrieden melancholisch. Jedenfalls am Abend.

(Mit schönen Bildern vom Meer, aber ohne den Text, gibt es das Lied dort auch.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 16.10.2017 waren ein erledigter Termin, gefundene Musik, Melancholie.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Stäbe.

© 2017 – Der Emil. Text, nicht aber das Video, unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Tante Erdmute philosophiert (2017: 288)

Über Zeit und sein Leben.

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“Die Zeit”, sagt Tante Erdmute, “die Zeit erreicht immer ihr Ziel. Immer und immer wieder.” Er nickt leise seufzend dazu.

Welches Ziel hat die Zeit denn schon, denkt er, wenn sie einfach so vergeht. Sie tut das zudem nicht gleichmäßig, wie sie es nach der Definition tun sollte, sondern wechselt ständig die Geschwindigkeit. Mal vergeht sie langsam – beim Warten zum Beispiel – und mal vergeht sie schnell – wenn er etwas genießen möchte. Von wegen Einsteins Relativitätstheorie: Die Relativität der Zeit hängt nicht von irgendeiner Geschwindigkeit der Bewegung ab, sondern nur vom Sinn, den die in ihr vollbrachten Dinge haben. Je sinnhafter eine Zeitspanne ist, desto schneller wird sie vergehen. Je wichtiger ein Ziel für ihn ist, um so länger scheint es ihm zu dauern, bis er es endlich! erreicht haben wird. Die Zeit und ein Ziel haben … Pah! Manchmal möchte er schon wissen, was in ihrem Kopf vorgeht, was und wie sie denkt, seine Erdmute. Ja, seine. Das nämlich ist sein Ziel, auf das er in stiller Duldsamkeit und Dienstbarkeit seit so langer Zeit zuwartet. Nicht zuarbeitet, nein; darauf zuzuarbeiten wäre etwas, das ihm die Freude an seinem stillen Ausharren nähme.

“Wenn ich noch viel Zeit hätte, mein Bester, viel Zeit und ein wenig mehr Hoffnung”, meldet sich Tante Erdmute wieder zu Wort, “dann würde ich anders leben und Dir weniger Last sein wollen. Ich! Weiß!”, läßt sie ihn nicht zu Wort kommen, “Ich weiß, ich bin Dir keine Last, war Dir nie eine und würde Dir nie eine sein. Aber ich merke doch, daß Du darunter leidest, Dich stets und ständig um mich kümmern zu müssen; nie hast Du Zeit für Dich selbst und Dein eigenes Leben.” Sie blinzelt in die Sonne, deren Wärme sie an diesem Herbsttag auf der Terasse genießt, und sieht ihn an. Die goldenen Pünktchen in ihren braungrünen Augen blitzen wie eh und je. “Vielleicht hätte ich dann ja auch einen Mann, der mich umsorgt und mich liebt, so alt und …” An ihm vorbeistarrend verstummt sie plötzlich nachdenklich. Mit wieder geschlossenen Augen lächelt Tante Erdmute in die warme Sonne. Der harte Ausdruck, der ihr Gesicht sonst beherrscht, ist verschwunden. Er genießt es, sie so sehen zu können, sie in aller Seelenruhe ansehen zu können. Dieser Moment gehört zu der Zeit, von der er weiß, daß sie zu schnell vergeht. Doch in seiner Erinnerung bleiben sie lange, die glücklichen, friedlichen Momente. Und wenn die Zeit ihr Ziel immer erreicht – wovon Tante Erdmute so sicher überzeugt ist –, dann kann er vielleicht auch eines erreichen. Wenigstens dieses eine.

 

 

Ich weiß nicht so recht, wohin dieses Stück Text in das Erdmutekonstrukt genau passen könnte oder soll. Es war heute im Zug einfach da und wollte geschrieben werden nach dem Tweet am Morgen. (Und ein paar andere Bruchstücke habe ich auch noch eingefangen; die Fahrt war also sehr ergiebig.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 15.10.2017 waren pünktliche Züge, eine angenehme Umsteigealternative zu dem von mir ungeliebten “Leipzig tief”, viele Stücke Text.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Stäbe.

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Bahnhofsszene (2017: 287)

Mehr oder weniger reales Dazwischen.

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Die Sitzfläche der Bank ist unangenehm gewölbt, ich habe ständig das Gefühl, einfach nach vorn herunterzurutschen. Dagegen hilft auch nicht das Gewicht meines Rucksacks, der auf dem Boden steht und sich schwer gegen meine Knie lehnt. Auch die Sitzhöhe stimmt nicht, denn ich erreiche mit meinen Fußspitzen gerade mal so den Boden. Bequem ist es nicht, hier sitzend zu warten.

Müde bin ich auch. Und es fehlt mir die Kraft, das Buch zu halten, in dem ich eigentlich lesen wollte. Ich fühle mich unzureichend, unzuverlässig und … einfach ausgelaugt. Ziemlich unangenehm, dieser Mix. Aber sicher auch berechtigt nach dreizehn Tagen Tun und Machen von früh bis spät. Außerdem will ich nicht hier sitzen. Nicht hier warten. Nein, ich will diesen Zug nicht nehmen. Den, der mich von hier nach da bringt, wo ich gerade nicht sein möchte. Doch ich muß. Es spielt keine Rolle, was ich wünsche. Es zählt, was terminlich vereinbart war und ist, und es ist unerheblich, ob das vereinbarte “Pensum” erreicht wurde, von beiden Seiten aus gesehen.

Bahnhof. Gut, ehemaliger Bahnhof, heute nur noch besserer Halte­punkt. Früher waren es fünfeinhalb Bahnsteige; als Kind war ich noch mit in der Expreßgutabfertigung, wo die Koffer für die Urlaubsreise zu den Großeltern am anderen Ende des Landes aufgegeben wurden, stand noch auf der Waage, die für zwanzig Pfennige eine Pappkarte mit dem aktuellen Gewicht ausspuckte, eine Pappkarte, die die gleiche Größe hatte wie die am Schalter ausgegebenen Fahrkarten. Zweieinhalb mal viereinhalb Zentimeter vielleicht? Was ich nicht vermisse ist das Männerpissoir mit seiner schwarzgeteerten Pißrinne, die vom Bahnsteig 1a bis zum Bahnsteig zwei quer durch das Gebäde reichte, direkt vor der Mitropa (die das erste war, was geschlossen wurde). Was ich vermisse, ist der Geruch der Dampflokomotiven, die die Waggons mit den mit grünem Kunstleder bezogenen Sitzen, zum Teil noch mit einzeln von außen besteigbaren Coupés, zogen, und die Fenster, die zu öffnen waren und mit einem gelochten Lederriemen arretiert wurden …

 

Ein Bahnhof ist immer ein Dazwischen. Zwischen Orten, zwischen Zeiten, zwischen Menschen.

 

Ich stehe auf, hebe den Rucksack auf die Sitzbank, stemme mich mit ihm auf meinem Rücken ächzend hoch, greife nach meiner Tasche. Der Zug fährt ein, hält, verschluckt mich und speit mich irgendwann wieder aus. Weit weg von hier. Dort. Wo ich das habe, was Menschen so Zuhause nennen.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 14.10.2017 waren ein Eis, der Schlaf in der Wanne, die Wärme unter der anderen Decke.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Schwerter.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Ver&au^ml;nderung).

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Freitag, der Dreizehnte (2017: 286)

Ein Tag wie viele andere.

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Er sitzt da auf einer kleinen Mauer und schlenkert mit den Füßen. Ein Junge, vielleicht geht er schon zur Schule im Dorf hinter ihm, gleich neben der Kirche – hier auf dem Land gibt es das noch, daß ein Dorf beides hat und beides noch in Betrieb ist. Die Bäume ringsumher haben schon gelbe und rote Blätter, nicht wenige liegen auch schon auf der Wiese, die der Junge ansieht, ohne sie zu sehen. Er sitzt da auf dieser alten Feldsteinmauer und baumelt mit den Beinen.

Die Glocken beginnen zu läuten, das ist im Dorf das Zeichen, jetzt sofort nach Hause zu gehen. Wenn’s läutet! Es ist egal, wie hell es noch oder wie dunkel es schon ist und ob es um Sechs (im Sommer) oder um Fünf ist (im Winter). Es ist eine verläßlich vereinbarte Zeit und das Signal ist nicht zu überhören. Macht er sich jetzt nicht auf den Weg, so kommt er zu spät und alle machen sich Sorgen. Auch, wenn es ihm sehr schwerfällt, sich von den wiederkäuend daliegenden Kühen abzuwenden, er tut es jetzt.

Und morgen, wenn es nicht zu sehr regnet, kommt er ja doch wieder hierher und schweigt mit den Tieren mit den großen, traurigen Augen. Den ganzen Sonnabendnachmittag lang.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 13.10.2017 waren langsam Wachwerden und Aufstehen, ein Schnäppchen, Geschafftes.
 
Die Tageskarte für morgen ist der König der Münzen.

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Der Höhepunkt (2017: 285)

Der diesjährige Werbebeitrag

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Nun, ganz so wild war es ja nicht. Aber: Ich habe heute beim Hersteller der besten “Raacherkaarzle” zugeschlagen. Ein Dutzend Packungen der wohlriechenden, mich jederzeit durch ihren Duft in Weihnachtsstimmung versetzen könnenden schwarzen Kegelchen nahm ich mit – und auch noch eine neue Räucherpyramide. Hach! Die Vitrinen voller Kurrenden, Engelchen, Räucherhäuschen, Räuchermännchen und sonstiger Figuren (verständlicherweise ist fotografieren im Laden verboten). Meine Vorfreude ist gewachsen, und doch werde ich mich wieder zurückhalten, bis der Totensonntag vorüber ist.

Ach, ich würde jede Woche mindestens einmal hingehen und mich sattsehen an den Preziosen, an den kunsthandwerklichen Erzeugnissen. Und sicher wäre ich einmal im Jahr auch unter denen, die sich ihre Räucherkerzen selbst mischen und rollen. Ob ich den Duft hinbekommen würde? — Es hängen so viele meiner Erinnerungen an diesem Geruch, an der Figurenaufstellerei, an den Kerzen und Lichterbögen und Liedern und Bräuchen …

 

Überdimensionaler Räucherofen (rot/schwarz), rechts daneben ich. Aufgenommen im Hof der Verkaufsstelle und Schauwerkstatt Jürgen Huss in Neudorf im Erzgebirge.

Ich beim Weihrich-Karzl
Überdimensionaler Räucherofen (rot/schwarz), rechts daneben ich. Aufgenommen im Hof der Verkaufsstelle und Schauwerkstatt Jürgen Huss in Neudorf im Erzgebirge.

 

Den Ofen hab ich zuhause ja auch, in kleinerem Format. Und ja, ich wollt‘ schon immer mal wieder nach Neudorf im Erzgebirge (die Crottendorfer Konkurrenz aus dem Nachbarort mag ich nicht mehr) zum “Weihrichkarzl”, bei dem ihr auch echtes Erzgebirgisch hören könnt.

 

Und ja, das ist (auch) Werbung – aber für etwas, das ich wirklich mag (und bezahlt werde ich auch in keiner Form dafür).

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 12.10.2017 waren der Einkauf, das selbst das Auto fahren, leckere Bratkartoffeln.
 
Die Tageskarte für morgen ist XIV – De Mäßigkeit.

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Trivialliteratur (2017: 284)

Aus meinem Kopf geplaudert.

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Fast hätte ich heute den Anfang eines Romanes geblogt. Fast, denn nachdem ich vor dem Versinken im Badeschaum kurz hineingelesen hatte, bemerkte ich: Das geht gar nicht. Obwohl mir solche Literatur manchmal wirklich guttut, mich … ja, aus diesem Leben in eine leichte, heile Welt der Klischees und Illusionen mitnimmt, dorthin, wo alles noch stimmt und es nur Gut und Böse gibt und nicht noch Politischkorrekt, Zurechtgegendert, Sehrböse, Ganzböse, Extremböse und Terrorismusverdächtig.

Früher waren und noch heute sind das die Groschenromane oder Groschenhefte. Jede Woche erscheinen davon noch immer unzählige Arzt-, Liebes-, Krimi-, Heimat-, Seefahrt-, SciFi-, Hochzeits-, Horror-, Luftverkehrs- und sonstige Romane – wobei ich der Zuordnung zur literarischen Gattung nur selten folgen mag. Jede Woche wieder erscheinen viele Male sechzig bis hundert Seiten Unterhaltungsliteratur. Jede Woche versuchen Menschen einen Text zu verfassen, der anderen Menschen gefällt, dabei aber nicht anstrengend wird. Es darf aber in den Geschichten auch nicht allzusehr nach “Schema F” (ha, ich mußte nachsehen, woher diese Redewendung kommt) gehen, sonst werden/bleiben sie ohne Spannung. Dabei stelle ich mir die Tätigkeit als Groschen­roman­schreiberin ziemlich schwierig vor, wenn jemand damit anfangen will: Immer wieder neue, interessante Stoffe und Varianten zu finden, die realistisch genug sein müssen. Ziemlich leicht wird es wohl, wenn dann schon Routine ist: Dann hat man wohl etwas wie den Geschichtengenerator von Jutta Reichelt im Schreibtischschubkasten, eine Sammlung von Stichpunkten, Szenen, Szenerien, Nebenfiguren – vieles leicht abwandelbar, schnell verknüpfbar; dann ist das Liefern neuer Texte wohl eher schnell und einfach möglich.

Unvorstellbar ist es für mich trotzdem, Texte dieser Länge wöchentlich oder (unter diversen Pseudonymen) sogar mehrmals wöchentlich zu liefern. Denn natürlich versuche ich mich abseits dieses Blogs auch an längeren Werken und schaffe es bisher doch nicht, sie – mich zufriedenstellend – fertigzustellen. Aus der mir Freude machenden Kreativität, die ich in meine “Anfänge” packe, wird da schnell eine Mühe, wenn ich mich eben bemühe, einen Anfang fortzusetzen. Ich bin eindeutig Lustschreiber, Flowschreiber, und ganz sicher nicht ein Schreibarbeiter oder gar ein Schrift(fertig)steller; ich schaffe es nur ganz selten, mich entsprechend weitreichend zu motivieren und dann an meinen langen Projekten zu arbeiten. Ja, das läßt mich oft zweifeln an meiner Schreiberei, manchmal auch verzweifeln. Doch hält mich weder Zweifel noch Verzweiflung davon ab, kleine Anfänge werden zu lassen und Anfänge Anfänge sein zu lassen.

Und immer, wenn euch eine meiner kleinen Geschichten erfreut, freue ich mich (oft leise, sehr leise) darüber. Und deshalb sage ich euch allen immer wieder: Danke, daß ihr euch Zeit nehmt für mich.

 

Ach ja: Das Nicht-Alleine-Einschlafen gestern war wunderschön.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 11.10.2017 waren ein geschaffter Anfang, ein Bad, wieder zu zweit Schlafengehen.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Fünf der Münzen.

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Einschlafen (2017: 283)

Jetzt, sofort.

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Es ist bestimmt ein wunderbares Gefühl, nach einem arbeits­rei­chen Tag, wenn alles wehtut, nicht allein einschlafen zu müssen.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 10.10.2017 waren eine neue Hose, zufriedene Gesichter, endlich liegen.
 
Die Tageskarte für morgen ist XI – Die Gerechtigkeit.

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Das wäre ein wirklich symbolisches Datum gewesen (2017: 282)

Neunter Oktober. Aber es war ja nicht gewollt.

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Früher Abend, Leipzig, 9. Oktober 1989. Eine Großdemonstration für mehr Sozialismus im Real Existierenden Sozialistschen Deutschen Arbeiter- und Bauern-Staat DDR findet statt. Es ist nicht die erste Montagsdemo und nicht die erste Großdemo, beileibe nicht. Selbst am 7. Oktober 1989, am Nationalfeiertag, fand eine große Demonstration von Veränderungswilligen (Oppositionelle mag ich sie nicht nennen) mit 10000 bis 15000 Teilnehmern in Plauen (Vogtland) statt. Aber dieser Montag, der 09.10.1989 in Leipzig, der war für mich dann der Startpunkt herbeigesehnter und möglicher Veränderungen in der DDR. Mein Ziel (und das Ziel vieler anderer Menschen) war nicht der Beitritt der DDR zur BRD und damit die unhinterfragte Übernahme der dort herrschenden Verhältnisse. Mein Ziel wäre eine veränderte DDR gewesen und danach – aber in weiter Ferne – vielleicht eine Konförderation und eine echte Vereinigung zweier deutscher Staaten zu etwas Neuem.

Es kam anders.

 

Ich habe mir vorhin einmal mehr Bilder angesehen von den Friedensgebeten in der Leipziger Nikolaikirche, von den Montagsdemos in Leipzig, vom Schmieden eines Schwertes zu einer Pflugschar, habe gelesen in mehr oder weniger öffentlichen Quellen. Ich erinnere mich an die besondere Stimmung, an das Gefühl, trotz aller Angst vor den Maßnahmen des Staates von innen heraus etwas bewirken zu können, zu müssen. An die diversen Symbole: die brennende Kerze im Fenster, der Zettel an der Trabbi-Heckscheibe “Bleibet im Lande und wehret euch täglich!” Daß es soetwas wie das Neue Forum überhaupt geben konnte! Welch eine Freude, in der Tageszeitung (oh, ich war dann schon wieder Mitglied der Liberal-Demokratischen Partei, LDPD) “Der Morgen” von Dingen wie dem Aufruf der Künstler zu lesen oder aber Nachrichten, die nicht von den Erfolgen der SED-geführten Wirtschaft usw. handelten. Immerhin erschienen im “Morgen”, der sich als erste Tageszeitung vom Führungsanspruch der Partei lossagte, schon im Sommer ungeschönte, unzensierte Leserbriefe und auch Artikel, die das herrschende System offen kritisierten.

Ich war Abonnent dieser Zeitung von irgendwann 1987 bis zum letzten Tag ihres Erscheinens. Und ich weiß ganz genau, daß ich mir diese letzte Ausgabe aufgehoben habe. Wahrscheinlich ist sie heute noch in einem alten Aktenkoffer auf dem Dachboden eines Hauses … Denn bei mir ist sie nicht, nirgends in meiner Wohnung.

Ach, diese Zeit der (vorstellbar) unbegrenzten Möglichkeiten ist eine, für deren Miterleben und -gestalten ich sehr dankbar bin. In dieser kurzen Zeit habe ich viel über Menschen, Phantasie, Solidarität, Menschlichkeit, Sehnsucht gelernt. Und heute habe ich mich radan erinnert, welche Kraft 70.000 unbewaffnete, unvermummte, träumende, hoffende, mutige, zuversichtliche Menschen sein können. Deshalb wäre für mich dieses Datum ein passenderes gewesen …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 09.10.2017 waren ein stehender Schrank, Hin- und Hergeräume, Erinnerungen.
 
Die Tageskarte für morgen ist XVI – Der Turm.

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Ich will noch länger mein Geheimnis sein (2017: 281)

Ja, das ist ein Geständnis.

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Nein, mir fällt nicht nichts ein. Seit etwa zwei Stunden sitze ich und zerbreche mir den Kopf über … Es ist da ja immer ein gewisser Zwiespalt zwischen “das habe ich heut zu erzählen” und “das könnte ich auch veröffentlichen”. Die Schere im Kopf ist heute besonders groß.

Ja, ich gestehe, daß ich so einiges in diesem Blog hier nicht preisgebe. Vielleicht habe ich mehrere Blogs, die durch nichts und absolut nichts miteinander in Verbindung gebracht werden können, und vielleicht schreibt ein anderer Teil von mir dort über spezielle Teilbereiche meines Lebens. Manchmal fällt es uns/mir echt schwer, das zu trennen und auch getrennt zu halten. Wenn das passiert, bleiben für hier in seltenen Ausnahmen nur sehr wenige Worte übrig. Andererseits ist das hier die Stelle, an der ich alles versammeln wollte … und doch nicht kann, denn noch würde ich mich mit manchen Dingen zu angreifbar machen. Und deshalb …

 

Nein, von manchem Blog weiß niemand und würde nie jemand vermuten, daß es mein Blog ist. Und das ist gut so. Auch, wenn dann hier mal was zu fehlen scheint.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 08.10.2017 waren geschaffte Friemelei, ein besonderes Blau, ein Geständnis.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Stäbe.

© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Feiertag (2017: 280)

Nur ein Hall …

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(Mit einer Stimme ähnlich der von Hagen Rether zu lesen.)

 

Hallo?

 

Hallo, ist hier jemand?

 

Hm. Keiner da. Doch alle zum Feiern gegangen. Ob das jetzt wirklich noch notwendig ist? Geburtstag der Republ… — Moment, da liegt ein Zettel.

 

Wie die Stimme und die Schritte hallen, wenn keiner da ist!

 

Was? “Heute Abend habe ich mir freigenommen. Der Emil.” Seltsam. Der ist einfach weg, nicht da. Hat außer diesem Zettel und dem Hall nichts hiergelassen …

 

Aber egal. Der Hall ist prima, merkt ihr das? Hört mal ganz genau hin! Dieser Hall … Den müßt ihr auch mal ausprobieren, echt.

 

Moment mal! Hallo? Wer macht denn da …

 

Hey, wer hat denn da das Licht ausgemacht?

Hallooooooooo!

 

Hallooooooooooooooooo?

 

(Oooo-oooo-oooo-ooo.-oo..-o…-…)

 

 

Ich bin ja schon gar nicht mehr da und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 07.10.2017 waren der geholte Schrank, der korrigierte Meßfehler, Phönex im Bistro.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Fünf der Münzen.

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