Nach dr Maultasch (2017: 059)

Unterwegs besucht

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Nach einem Maultaschenessen (“in dr Brieh”) ging es hinauf, um einmal Heilbronn von oben anzusehen. Ja, ein netter Blick auf und über eine Stadt in beinahe sommerlichem Wetter. Aber viel interessanter war der Anblick dieser Weinbergshütte: vielleicht zweieinhalb mal zwei Meter groß (ich könnte anhand der Dachziegel präziser schätzen), alte Bretter, von Wind und Wetter ausgebleicht; die Tür hängt unverschließbar nur noch in der oberen rostigen Angel und wird mit einem Schaufelstiel gestützt. (Ich habe durch den Spalt auch hineingesehen und -geknipst, werde diese Bilder aber noch nicht zeigen.) Bergab ist die Hütte mit Efeu (?) überwachsen, von den roten Dachziegeln fehlen schon einige. Eine Hütte wie viele in den Weingärten und -bergen hier.

 

(Beschreibung im zugehörigen Blogtext)

(Beschreibung im zugehörigen Blogtext)

 

Wer den Standort der Hütte und die Rebsorte(n) der darum herum stehenden Weinstöcke richtig angibt, gewinnt einen Blick hinein. Aber ob’s ein Gewinn ist?

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 27.02.2017 waren Kaffee bei Hagen, Bücher im SecondHand-Kaufhaus der Aufbaugilde Heilbronn, Maultaschen und noch so viel anderes mehr (, daß ich kaum drüber schreiben kann) …
 
Die Tageskarte für morgen ist die Acht der Stäbe.

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Überreich (2017: 057)

Gedankenwälzend.

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Ein breiter, sehr breiter Kühlturm, der Hybridkühlturm von Block II ist noch markanter als die beiden Halbkugeln der Kernreaktoren in Neckarwestheim (jaja, neu heißt das Atomreaktor, obwohl darinnen Energie aus Kernspaltung erzeugt wird).

 

In Bietigheim sah ich heute, daß sowohl in der Städtischen Galerie als auch im Stadtmuseum kein Eintrittsgeld erhoben wird. Und von der Galerie weiß ich, daß sie recht gut besucht wurde in der Zeit, in der auch wir dort weilten.

Und ansonsten bin ich mit einigen der in der Ausstellung »Was ich mit mir trage …« Gepäckstücke und ihre Fluchtgeschichten zu lesenden Texte beschäftigt. Nämlich mit denen, die über Flucht oder Ausreise aus der DDR berichteten. Ich selbst hatte nie die Idee, den Wunsch, dieses Land für immer zu verlassen. Eine Reise zu meinen Verwandten in der Bundesrepublik wäre schön gewesen, aber dafür hätte ich meine Heimat nicht aufgeben wollen …

 

Ein weiterer überreicher Tag geht zuende. Ich bin rechtschaffen müde …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 26.02.2017 waren der besuchte Gottesdienst, das neu kennen- und schmeckengelernte Gewürz Kreuzkümmel (muß ich auch haben) in sehr leckerem Gulasch, zwei Ausstellungen in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen, Gedankenwälzen.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Kelche.

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Stoiker (2017: 056)

Mit kaltem Blut?

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Dunkler Hengst, ein leichtes Kaltblut (?), Stockmaß etwa 150 cm, hielt zum Photographieren ganz still 
Am Nachmittag war ich allein im Städtchen unterwegs. Ich hörte noch das Glockenspiel vom Alten Rathaus, sah mich dort rundherum um, fand einen informativen Brunnen, eine doppelte Spindelkelter am Straßenrand, ging hinauf zur Kirche St. Veit, saß dort in der Sonne, schlenderte über den Friedhof und hielt auf dem Rückweg neben einem Weinberg an einer Pferdekoppel an. Vier Tiere standen dort, zwei fast schwarze mit langem Fell an den Beinen und sehr langem Schwanz, zwei unterschiedlich große Braune. Unterwegs hatte ich schon einige Bilder aufgenommen, wollte mich mit denen schon zufriedengeben und zückte dann doch nochmal die Knipselmaschine, als der Hengst stehenblieb wie ein Standbild, ohne sich zu rühren. Meine Faszination wird zur Zeit sowieso von allem erregt, daß Fell trägt – ganz konnte ich meine Hände also auch nicht vom einzigen Pferd lassen, das für eine Berührung nahe genug am Zaun stand: von diesem schwarzen Hengst.

 

Seitenansicht des Hengst-Kopfes von links (mit undefinierfarbigem Stoffzaumzeug)

Seitenansicht des Hengst-Kopfes von links (mit undefinierfarbigem Stoffzaumzeug)

 

Hengst Ansicht von vorn.

Hengst Ansicht von vorn.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen und Schauen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 25.02.2017 waren gute Erfahrungen, ein Spaziergang allein, Pferde.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Kelche.

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Alltag, der kein Alltag ist (2017: 055)

Mitleben und -arbeiten, so gut ich kann

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Mich in eine fremde Tagesroutine einzubringen, ist nicht so einfach, als ich das dachte. Zumal ich Nachtmensch hier keiner sein möchte. Doch ich fühle mich nicht unwohl, was ganz sicher an den drei Menschen liegt, bei denen ich zur Zeit bin.

So hatte ich dann heute die Gelegenheit, die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall zu besuchen. Zur Zeit sind dort “Wasser, Wolken, Wind – Elemantar- und Wetterphänomene in Werken der Sammlung Würth” zu sehen. Und ich kann euch sagen, ich war (und bin es noch) wirklich schwer beeindruckt. Sicher, einige der gezeigten Kunstwerke sind nicht einfach zu erfassen, zu betrachten. Doch fand ich eines, von dem ich sofort angetan und in denn Bann geschlagen war: Alex Katz‘ “Large Marina 1”. Auf dem ist … nun, nicht viel zu sehen. Ein Blick von Zühlendorf hinüber zum Darß vielleicht, sehr hell gehalten ist alles, und auf dem Wasser nur drei Boote. Groß ist das Bild und es leuchtet in mir nach …

Das, was ich für eine in übergroßem Format abgezogene Fotografie hielt, eine wahnsinnig brechende Welle in schwarz-weiß, entpuppte sich als montierte Kohlezeichnung. Boah! Und wenn ich mir Max Liebermanns “Badende Knaben” ohne den in meinen Augen schwülstig auftragenden Rahmen (mir schaudert noch jetzt) vorstelle: auch dieses Bild würde mir gefallen. Und ja, Kunst kann es auch sein, Mayonnaise und Filzstift auf weißem Papier zu verschmieren; die verderbende Natur bringt dann weiter Farbe hinein (Dieter Roth: Große Wolke).

So viele Bilder, einige Skulpturen/Objekte. Und alles bei freiem Eintritt, Hut ab! So viele Eindrücke und so viele Gedanken …

 

Der Nachmittag verging im Flug mit Einkauf und Routine. Nun, ganz allein Dinge zu tun behagt mir noch nicht. Aber es wird werden. Mir helfen ja auch drei wunderbare Menschen dabei, mich einigermaßen einzufügen und nicht fremdkörperhaft zu bleiben. Ein paar Tage Zeit haben wir noch.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 24.02.2017 waren geschaffte Routinen, Kunst, Kunst, Kunst, leckerer Kartoffelsalat, nette Unterhaltung.
 
Die Tageskarte für morgen ist 0 – Der Narr.

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Unterwegs (2017: 054)

Wasserreiche Hinausblicke

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Es bleibt mir für Stunden nicht viel mehr zu tun, als aus dem Fenster zu blicken und die zum Teil schon über ihre Ufer getretenen Flüsse anzusehen, wie die Saale bei Saalfeld zum Beispiel. Mit wütendem Schaum drischt sie über ein Wehr. An den Waldrändern finden sich trotz aller Frühlingshaftigkeit noch immer ein paar wenige Schneereste. Vom Sturm, der heute übers Land ziehen soll, ist hier nichts zu sehen. Vorbei geht es an alten Fachwerkbahnhofsnebengebäuden, deren Anblick mich in seinem fortgeschrittenen Verfallsstadium erschrickt: Da sind nicht nur Fenster leer oder Dächer eingestürzt, da sind auch Schmierfitti dran und Müllberge liegen davor oder quellen aus ihnen heraus.

Ein übervoller Mühlgraben verschwindet hinter einem Haus, von dem ich nicht erkennen kann, was es einmal war: Loh- oder Getreidemühle, Pochwerk? In einem kleinen Städtchen mit einigen alten Häusern und vielen neuen “Eigenheimen” steht neben der traditionellen Kirche im Zentrum noch ein weißes hochmodernes Betonkirchenungeheuer in einer Hangsiedlung am Rande. Komplett schieferverkleidete Häuser wechseln sich mit aufgelassenen Bahnwärterhäuschen an der Strecke ab. Gewässer sind schmaler, schneller; die Schneeflecken größer. Ganze Wiesen sind komplett durchnäßt.

Wahrscheinlich hat der Zug eine Wasserscheide überquert auf seiner Faht nach Südwesten. Denn plötzlich fließen die Gewässer nicht mehr gen Norden, sondern in Fahrtrichtung. Sie werden größer, sind immernoch voller als voll und nehmen bei jeder sich beitenden Gelegenheiten an ihren Ufern liegende Wiesen und Wege in Besitz. Ein kleiner Holzsteg ist am aus dem Wasser ragenden Geläner zu erahnen und an der Welle, die das Wasser über ihn schlägt. Manche Parkplätze in den Gewerbegebieten am Rande der Orte sind größer als das zugehörige Betriebsgelände und stehen voller Autos, in denen jeweils nur eine Person über weite Wege zur “Arbeit” fuhr.

Foliengewächshäuser. Und schon verschiedenes Saatgrün auf Feldern. Durch ein offenes Hoftor ist im Vorbeihuschen ein heftig Tätowierter mit freiem Oberkörper zu sehen, der im Sonnenschein Holz hackt. Direkt neben dem Gehöft ist wieder eine große Wiese überschwemmt. Ein alter Traktor steht steht bis zur Hinterachse im fließenden Naß; ob er nach diesem Bad wieder funktionieren wird, frage ich mich, und sehe das rostig grüne Gefährt schon unter Schweißbrennern Funken versprühen. Aluschachtelwerkhallen und Wochenendgrundstücke liegen in der Nachmittagssonne. Das grüne halbkugelüberkuppelte runde Ding ist kein Atomkraftwerksreaktor, aber wahrscheinlich eine Biogasanlage.

Wieder riesige überschwemmte Flächen neben einem eingedeichten Fluß, dessen Namen ich nicht kenne. Der Wald rechts und links des Bahndamms steht unter Wasser. Auf Teichen sind noch Reste der Eisflächen sichtbar. Kurz vor Lichtenfels – ich muß später einmal nachsehen, welcher Fluß das ist. Moment: Hier im Zug gibt es doch Internet, also schnell mal einen Blick auf Openstreetmap geworfen. Siehe da, das raumgreifende Flußbett gehört zum Main. Da wird der Neckar wohl auch ziemlich viel Wasser führen … Nürnberg würde ich gerne wieder einmal für ein paar Tage besuchen, fällt mir ein, während ich auf dem Bahnsteig hektisch eine Zigarette rauche.

Unzählige Fahrräder stehen an einem im Unmbau befindlichen Bahnhof, der “Elektro-Müller” heißt, einer verblassenden Aufschrift auf unverputztem Ziegelmauerwerk zufolge. Und endlich rollt der Zug zwischen diesen hochmodernen, wunderschönen grauen Wänden, die hier – oh Wunder! – noch nicht besprüht sind. Ein hochästhetischer Anblick vor dem Fenster, der nicht so chaotisch und verwirrend ist wie diese kaum berührte Natur in den Tälern bisher. Wie schlimm müssen Reisen in der Vorschallschutzwandzeit für die Menschen gewesen sein, als noch bei 30 km/h die Befürchtung des Geschwindigkeitswahnsinns Stand der Wissenschaft war.

Dann braune Tiere auf einer Wiese, fernab, vor einem Wald. Ich kann nicht erkennen, ob das Rehe sind oder Ziegen, auch einen Zaun sehe ich nicht. Doch die Vorstellung von Ziegen gefällt mir wesentlich besser. Ich mag diese Tiere, die ich aus dem Heimatdorf sogar noch als Bergmannskuh kenne. Ziegen am Waldrand hinter überschwemmten Wiesen im Sonnenschein.

 

Grad frag ich mich, wieso ich hier, im neuen Zug, überhaupt ausgepackt habe, denn bald, in 30 min muß ich wieder aussteigen und vorher irgedwie alles verstaut haben.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 23.02.2017 waren geschaffte Anschlüsse, gesehene Landschaft, getroffene Menschen und viele nette kurze Mitreisendengespräche, am Ziel erwartet werden, Reden.
 
Die Tageskarte für morgen ist VII – Der Wagen.

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Zetteltexte (2017: 053)

Bevor ich sie wegwerfe.

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Beim Scannen fand ich in einem der Haufen zwei Zettel, von denen ich nicht weiß, ob ich das Geschriebene schon einmal veröffentlichte. In meinen Blogs jedenfalls finde ich sie nicht.

 

 

Dinge, die wichtig sind, notiere ich in Telefon und Computer; was ich vergessen darf, wird noch immer auf Papier geschrieben. Was wird wohl eher unlesbar sein? — So war und bin ich schnell, manchmal zu schnell unterwegs. Und oft zu unbedacht. Deshalb rannte ich gegen die Wand. Immer wieder. Diesmal rannte ich so heftig gegen die Wand, daß ich sie umriß. Und wir liegen beide am Boden.

 

 

Zetteltexte von 2016. Das weiß ich noch.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 22.02.2017 waren Ausschlafen, Mitagsschlaf, Wannenbad, fertig packen.
 
Die Tageskarte für morgen ist X – Das Rad des Schicksals.

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Aufzug defekt eingebaut (2017: 052)

Ein Blogbeitrag für Twitterer

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Der neue Aufzug wurde heute tatsächlich termingerecht fertiggestellt. Am späten Nachmittag war ich wirklich der erste Hausbewohner, der das neue Gerät nutzte, weil mich derTÜV-Mann mitnahm auf seiner Prüffahrt nach unten. Ich fühlte mich einfach großartig, wichtig, bedeutend – wirklich gut dabei.

Aber: Dieser Aufzug, dieser Lift, dieser Fahrstuhl wurde eingebaut und in Betrieb genommen trotz eines kardinalen Produktions- und/oder Fertigungsfehlers:

 

Neuer Aufzug, termingerecht fertig. Fünf Wochen treppensteigen in den neunten Stock sind beendet.

Neuer Aufzug, termingerecht fertig. Fünf Wochen treppensteigen in den neunten Stock sind beendet.

 

Es fehlt ihm der Spiegel für das #FahrstuhlSelfie

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 21.02.2017 waren eine Rotlichtlampe, der funktionierende Aufzug, Geheimnisse und Geständnisse.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Stäbe.

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Alt genug. (2017: 051)

Generation Heizkissen.

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Ich bin jetzt alt. Und nichts und niemand mag mich gerade.

Halt. So ist es ja nicht. Aber: Ich habe mir heute ein Heizkissen gekauft. Im Alter von 53 Jahren kaufte ich mir ein Heizkissen. Ich. Und irgendjemand sortiert Kommentare in den Spam, die da nicht hingehören. Und ich merke es viel zu spät. Wie so ein Tatt…

 

Noch mal von vorn.

Wenn mir etwas Unangenehmes bevorsteht oder geschieht, dann schlägt mir das auf die Nieren, wortwörtlich, schon seit Kindheit und Jugend. Ich hatte und habe dann wirklich Nierenschmerzen. Gegen die half mir bisher immer eine schöne (zuletzt gelbe) Gummiwärmflasche. Nun wollte ich es etwas bequemer haben und habe mich technisch aufgerüstet. Heute Abend saß ich am Tisch und probierte das Heizkissen aus, ausgiebig, zur Zufriedenheit. Mir geht es wieder besser. Und doch war es eine Überwindung, ehrlich, mit dem Teil zur Kasse zu gehen im Bewußtsein, daß mein grauer werdender Bart die Vermutung zuläßt, es sei für mich bestimmt. Jaja, mein Kopf dreht sonderbare Kreise!

So ist das mittlerweile in vielen Bereichen meines Lebens. Manches (notwendige) fühlt sich an, als wäre ich noch nicht alt genug dafür. Manches fällt mir schwerer als früher, anderes fällt mir leichter. Noch nicht viel leichter, aber gerade beim Loslassen, Entsorgen, Verschenken bemerke ich Fortschritte. Gelesene Bücher gehen zum überwiegenden Teil in die öffentlichen Büchertauschzellen. Zettel, Ansichts- und Werbekarten wandern wie auch alte Zeitungen und Zeitschriften und Ausrisse ins Altpapier. Ich habe aufgehört, jeden Werbekugelschreiber haben und behalten zu wollen. Was mit meinen selbstvollgeschriebenen Kladden geschehen wird, weiß ich auch.

Und zu guter Letzt sah ich vorhin noch (und “klaue” jetzt einfach) diesen Tweet von @kdoerfner:
 
«Was ist mir wichtig? Was sollte ich besser nicht mehr aufschieben?»

Wieder zwei Fragen für mich, für mein Leben. Ich stelle fest, ich bin jetzt alt.

Alt genug für diese beiden Fragen und neue Antworten darauf. (Und wenn ich sie gefunden habe, teile ich sie mit, die Antworten.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 20.02.2017 waren eine gut vorbereitete Magazinsendung, ein Heizkissen, ein verschenktes Telefon, eine wunderbare Unterhaltung.
 
Die Tageskarte für morgen ist XVIII – Der Mond.

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Unvergeßliche Un-Dinge (2017: 050)

Koinzidenz oder morphogenetisches Feld?

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Wie sonderbar (un-)passend die Geschehnisse manchmal aufeinandertreffen. Nach dem Mittagsschlaf schrieb ich diese Sätze auf:

 

 

Es gibt ein Leiden, das unvorstellbar ist.
Es gibt ein Lachen, das unverstellbar ist.
Es gibt ein Leben, das unverstehbar ist.

Unvergeßlich bleiben sie alle drei …

 

 

Und am späten Nachmittag dann erfuhr ich, daß Bärbel Minibares heute starb. Gerne sah ich mir ihren Blog an, viel zu selten konnte ich mich zu einem Kommentar durchringen, vor allem, nachdem ich …

Und nun frage ich mich wieder, woher meine Sätze kommen. Ob da wirklich etwas existiert, das unmeßbar und doch wirksam ist.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 19.02.2017 waren Ausschlafen, Mittagsschlaf, ein Angebot, viele beschriebene Seiten.
 
Die Tageskarte für morgen ist I – Der Magier.

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Bange Vorfreude (2017: 049)

Kein Tag wie jeder andere.

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Ich stolpere unverhofft und von mir ungeplant (natürlich mit Hilfe) über und durch meine Vergangenheit, bleibe an Phantasien hängen, die sich schon früher nicht verwirklichen ließen, unter anderem weil ich mich nicht traute. Heute lassen sie sich wohl auch wieder nicht verwirklichen, aber diesmal liegt es nicht an mir. Glaube ich. Allerdings reißen sie mich aus meiner Bahn … Da hilft es auch nicht, daß heute meine Bestellung bei mir ankam, die ich in diesem Jahr wohl doch das eine oder andere Mal auf diversen Mittelaltermärkten und -festen ausführen werde.

 

Meine Bestellung: Schwarze Mönchskutte, gleich anprobiert.

Meine Bestellung: Schwarze Mönchskutte, gleich anprobiert.

 

Ja, eine Mönchskutte (ein ziemlich schlechtes Bild, mit dem Telefon gemacht und auch noch bearbeitet). Ich fühle mich darin richtig und falsch zugleich, noch jedenfalls. Es hängen nämlich an der Gewandung nach so vielen Jahren noch immer … ja, Erinnerungen, Hoffnungen, Vorstellungen. Doch überwiegend … Nein. Ich bin sicher, daß das Kloster nicht mein Weg gewesen wäre. Heute weiß ich das. Und deshalb werde ich die Rolle auch spielen können, die ich mir bei der Bestellung ausmalte. Als Rolle. Ohne mich dabei als der zu fühlen, der das nicht geschafft hat.

Und ja, das Stolpern wird noch etwas andauern. Vielleicht auch nie wieder aufhören? Jedenfalls nicht ganz? Sicher nicht ganz, denn meine Vergangenheit, zumindest Teile davon, sollen nie der Vergessenheit anheimfallen …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 18.02.2017 waren das Stolpern zu zweit, Numiroso, nachdenkliche Stunden.
 
Die Tageskarte für morgen ist XIX – Die Sonne.

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In der Straßenbahn erlauschte Vergangenheit (2017: 048)

Die Weisheit des “einfachen” Volkes

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Ohne Absicht. Aber das Gespräch direkt neben mir in einer Tram der Linie 4 kann ich nicht überhören. Eine Frau und ein Herr, beide sichtbar über sechzig, sprechen über Alzheimer; sie siezen sich dabei. Und dann sagt er, mit schlechten Zähnen, schlecht rasiert und in abgerissener und doch sichtlich gepflegter und reparierter Kleidung (wörtlich wiedergegeben, weil ich es gleich notierte):

 

 

» Jeder Mensch hat eine Vergangenheit, die nicht dem Vergessen anheimfallen darf. «

 

 

Ist das ein geflügeltes Wort, ein Zitat? Diverse (Meta-)Suchmaschinen (außer Gockle) geben darauf keine Antwort. Es kann also ein Satz aus dem Volksmund sein (das nehme ich an), oder doch einer aus seiner Lebenserfahrung, seine Conclusio zu den vorher besprochenen Hilfen und Hilflosigkeiten, die anscheinend beide mit Demenzerkrankten hatten und haben … Laßt uns diesen Satz zu einer Volksweisheit machen!

Und wenn auch nicht die ganze Vergangenheit, so sind doch einige Bestandteile jedes Menschen Vergangenheit es wert, für die Nachwelt bewahrt zu werden. Wirklich jedes Menschen, auch Teile Deiner und Deiner und ihrer und seiner und Deiner Vergangenheit. Ich bin mir da ganz sicher. — Aber was meint ihr?

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 17.02.2017 waren die verlängerte Frühschicht nach vier Stunden Schlaf, 78 aus der digitalen Bemusterung heruntergeladene Alben, der tatsächlich fast komplett geschaffte Haushalt.
 
Die Tageskarte für morgen ist XI – Die Gerechtigkeit.

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Bevorstehend (2017: 047)

Eine kurze Nacht. Eine lange Suche.

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Ich hoffe, ich kann jetzt bald einschlafen. Sonst wird es nicht eine kurze, sondern eine zu kurze Nacht. Denn gegen vier Uhr wird mein Wecker mich vom Schlafsofa zwingen, ins Bad und in die Küche. Eine ganze Kanne Kaffee werde ich brauchen zum wachwerden und jede Minute, die mir bis 5.40 Uhr zur Verfügung steht. Um diese für mich völlig ungewöhnliche Zeit muß ich morgen früh nämlich den Weg die 154 Stufen hinab und zum Bus gehen. Wenn die Personalsituation bei “meinem” Radio so knapp ist wie gerade jetzt, dann mache ich dort eben eine Frühschicht.

 

Auf etwas ganz anderes bin ich im Rahmen privater Recherchen gestoßen. Ganz nebenbei wollte ich etwas mehr wissen über das 11. Plenum des ZK der SED (16. bis 18. Dezember 1965), das Kultur-Kahlschlag-Plenum. Und ich kann mich gut daran erinnern, daß zu allen Parteitagen und Plena sehr viel Literatur gedruckt wurde; die Berichte, die Beschlüsse, ein großer Teil der Diskussionen wurden in Broschüren und Büchern veröffentlich. Aus den normalen Bibliotheken, sogar aus der hiesigen Universitäts- und Landesbibliothek scheinen alle diese Bestände restlos vrschwunden zu sein. (Ja, ich möchte heute das tun, was mir seinerzeit auch als Genosse verhaßt war: Studium der Dokumente von Vereinigungsparteitag bis zum Anschluß Beitritt.)

Wahrscheinlich werden die entsprechenden Parteien verfilmte Kopien davon haben. Aber ich habe mir jetzt in den Kopf gesetzt, alle diese Dokumente von CDU, DBD, LDPD, NDPD und SED zu lesen. Um mich zu erinnern an das, was ich erlebte, an das, was mich damals immer in irgendeiner Weise betraf. Noch überlege ich, ob ich das noch ausweite auf FDGB, DFD, FDJ, DSF, GST – wen und was habe ich vergessen? Ah, den VKSK und die SDG! Und wo werde ich Texte finden von den Organisationen, die nicht so eindeutig wie CDU, LDPD und SED Nachfolgeorganisationen haben? Ich bin neugierig geworden auf die Vergangenheit … Es können doch nicht alle oder viele oder die meisten offiziellen Texte eines ganzen Staates und der in ihm und mit ihm existierenden Organisationen entsorgt worden sein? Oder arbeitet das MiniWahr doch so zuverlässig?

Sonderbar, daß Primärquellen kaum, selektive und (ab-)wertende Sekundär- und Tertiärquellen aber zuhauf findbar sind … (Ich weiß, in der DDR war das auch so, da wurde sogar an den Klassikern “herumkorrigiert”. Aber in einem so freien Land wie in dem, in dem ich jetzt wohne?) Mir steht eine aufreibende, langwierige und vielleicht nicht zu erfolgreiche Suche bevor.

 

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Der Emil

P.S.: Das Gute am 16.02.2017 waren die fertigen Aufnahmen für eine Sendung, ein Gespräch mit jemandem vom inklusives Radio “rAus:Leben”, ein erledigter Einkauf.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Stäbe.

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Nie fertig (2017: 046)

Nicht mit allem.

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egal wie vieles ich am tag
zu einem guten ende bringe
ich werde trotzdem nie wirklich fertig sein

 

 

Eine Sache davon ist der Blog. Und da ich heute noch dreieinhalb andere Dinge zu einem guten Ende (eines eben nur auf einen guten Weg) brachte, bin ich doch ganz zufrieden mit mir. Ich muß nämlich nie nicht fertig sein mit allem …

 

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Der Emil

P.S.: Das Gute am 15.02.2017 waren das Ergebnis des Behördenbesuches, eine gute Nachricht fürs Wochenende, Fahrkarten.
 
Die Tageskarte für morgen ist XVI – der Turm.

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Faktenlage (2017: 045)

Fühnühnühnüh und Mimimi

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Fakt 1:
Ich vernachlässige vieles, weil mir zu vielem einfach der Antrieb fehlt.
Fakt 2:
Dinge, die nicht notwendig sind, erledige ich mit Freude; und doch habe ich bei manchen von ihnen ein schlechtes Gewissen.
Fakt 3:
Die Sehnsucht nach Berührung ist riesengroß; sie ist mit der Absage einer zweisamen Zeit nur noch gestiegen.
Fakt 4:
Zeit ist zur Zeit sehr sonderbar.
Was macht die Zeit mit mir? Und was mache ich mit der Zeit? Sie zieht an mir vorbei, umfließt mich – oder bin ich (zum Teil) aus ihr herausgetreten, stehe sehnsüchtig beobachtend neben ihrem Fluß, auf einer Insel in ihrem Fluß, in dem das Leben stattfindet? Das … Das hieße doch, daß ich nicht lebe, zumindest nicht aktiv lebe, nur noch existiere …
Fakt 5:
Von einer Depression oder auch nur einer depressiven Phase bin ich weit entfernt.

 

Puh. Also … Im Moment spüre ich in mir eine gewisse Unzufriedenheit mit der kultursozioökopathischen Gesamtsituation von Universum, Liebe und gesamtem Rest.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 14.02.2017 waren ein erledigter Behördengang, eine positive Auskunft zur Eintragung eines Künstlernamens, das Erhaschen des ersten Blicks auf eine maschinelle Bewegung im Fahrstuhlschacht.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Kelche.

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Altmodisch ausgedrückt (2017: 044)

Romantik in Vergangenheit und Zukunft.

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Und als sein Herz übervoll war von Glückseligkeit und Traurigkeit, als der Träume in seinem Kopf immer mehr wurden und der Freude in seiner Seele so viel, da erstarben ihm die Worte, und in Zungen reden gelang ihm diesmal nicht; seiner bemächtigte sich ein tief ergriffenes Schweigen.

 

 

 

Heute vielleicht mit “der hat YOLO geschnallt und ist einfach megachillig” umschrieben … Aber so wie oben, so haben sich wohl Brentano, Günderrode, von Kleist, von Arnim, Hölderlin und deren Zeitgenossen ausgedrückt, die mehr oder weniger zur Heidelberger Romantik gezählt werden. Ob zukünftige Generationen noch von Orten oder doch nur noch von einigen wenigen Konzernen sprechen werden? Ob sie uns auch dann noch Romantiker nennen, wenn sie Teile unserer Whatsapp- und Fakebockdialoge finden?

Aber die Literatur, die uns aus der Heidelberger Romantik blieb, die wird auch in Zukunft noch findbar sein, auf altmodisches Papier gedruckt, zwischen Pappdeckeln gestapelt, in Räumen voller Bücher, die vielleicht immernoch Bibliotheken genannt werden, in jener Zukunft …

 

Ich habe keine Ahnung, woher dieser Satz im grauen Kasten stammt, also dieser altmodische Satz da oben. Er war plötzlich da und stand dann in der Kladde …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 13.02.2017 waren ein angelesenes altes Buch, einige bearbeitete und frisch heruntergeladene Musik, eine ruhige Schicht am Abend, etwas Zurückerhaltenes.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sieben der Schwerter.

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