Das achte Türchen (2016): Ein bisher selten gehörtes Lied.

Weil das Weihnachten für mich ist.

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Meine Adventsgeschichten widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Ich wünsche allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für alle, die Hoffnung brauchen.

 

Vor einiger Zeit stolperte ich über die Pentatonix, ich glaube, es war, als Leonard Cohen starb. Meist singen sie a capella, und ich habe mich in ihre Art, Musik zu machen, und in ihre Weihnachtslieder verliebt. Auf den Weihnachtsmärkten und in den Einkaufstempeln sind die auch noch nicht so häufig zu hören, deshalb habe ich eines als Beispiel herausgesucht:

 

 

»Der Kamin brennt hell. Alles glänzt um mich herum. Ich sehe die Geschenke unterm Weihnachtsbaum. Und ich wart die ganze Nacht bis der Weihnachtsmann kommt und mich aus meinen Träumen weckt.
      Oh, warum? Weil das für mich Weihnachten ist.
Ich sehe die Kinder draußen spielen wie Engel im Schnee, während Mama und Papa sich unterm Mistelzweig küssen. Wir werden all die einfachen Dinge zu schätzen wissen, wo auch immer wir sind.
      Oh warum? Weil das für mich Weihnachten ist.
Ich habe dieses Weihnachtslied in meinem Herz. Bei mir leuchten Kerzen in der Dunkelheit. Ich hänge alle Strümpfe neben den Weihnachtsbaum.
      Oh, warum? Weil das für mich Weihnachten ist.
Ich höre das Trappeln von Rentieren, die auf dem Dach gehen. Bei einem Schlaflied schlaf ich ein, der Morgen kommt bald. Das einzige Geschenk, das ich jemals brauchen werde, ist die Freude der Familie.
      Oh, warum? Weil das für mich Weihnachten ist.
Ich habe dieses Weihnachtslied in meinem Herz. Bei mir leuchten Kerzen in der Dunkelheit. Ich hänge alle Strümpfe neben den Weihnachtsbaum.
      Oh, warum? Weil das für mich Weihnachten ist.
      Oh, warum? Weil das für mich Weihnachten ist.
Die Freude füllt unsere Herzen und läßt uns singen.
      Oh, warum? Weil das für mich Weihnachten ist.
Ich habe dieses Weihnachtslied in meinem Herz. Bei mir leuchten Kerzen in der Dunkelheit. Und in den kommenden Jahren kennen wir eine Sache immer schon: Die Liebe, die die Weihnacht mit sich bringen kann.
      Oh, warum? Weil das für mich Weihnachten ist.«

(Schnell mal vom gehörten Text übersetzt, so halbwegs, sinngemäß. Leider ist es manchmal etwas unverständlich gesungen.)

 

Ja, auch Musik gehört für mich zur Zeit vor Weihnachten, zum Advent. Leisere, fröhlichere, aber vor allem nicht totgespielte Musik. Vielleicht hilft dieses Lied ein wenig dabei, eine besinnliche Zeit zu haben.

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das täglich von 06 Uhr bis 22 Uhr bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 7. Dezember 2016 waren der unkomplizierte Verlauf des Blutabnehmens, ein vormittäglicher Spaziergang durch die Kälte, ein Nachmittag voller Weihnachtsmusik.
 
Tageskarte 2016-12-08: Die Zehn der Kelche.


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Das siebente Türchen (2016): Waldschrats Holzvorrat.

Im Unglück ein Glück gefunden.

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Meine Adventsgeschichten widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Ich wünsche allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für alle, die Hoffnung brauchen.

 

 

Am Rande des Halltals lebt seit alten Zeiten in einem hohlen Baume ein bärtiger Waldschrat namens Elim. Und dort geschah eines Tages, den man morgen “Gestern” nennen würde, die folgende unglaubliche Geschichte:

 

Es war wiedereinmal kalt geworden im Halltal, was zur Adventszeit ja kein Wunder ist. Und weil es so kalt war, machte sich der Waldschrat um die Mittagszeit herum daran, einen großen Korb Holz aus seinem Schuppen zu holen. Mit den schweren Filzstiefeln an den Füßen stapfte er über den Hof, auf dem der Rauhreif im Sonnenlicht glitzerte. Im Holzschuppen stellte er seinen Korb ab und besah sich zufrieden lächelnd seine sauber gestapelten Scheite, die gewiß für mindestens zwei lange und kalte Winter reichen würden. Schließlich nahm er bedächtig immer ein oder zwei Stück Holz und legte sie in den Korb. Als der fast voll war, griff Elim wieder nach einem Scheit. Doch das ließ sich nicht so leicht vom Stapel nehmen wie die anderen vorher. Es hing irgendwie fest! Der Waldschrat zog daran und zerrte dann kräftig mit beiden Händen – und das Unglück geschah. Erst fielen – nachdem er das widerspenstige Stück in der Hand hielt – drei, vier weitere Holzscheite, die Elim noch aufzuhalten versuchte. Doch als er etwas zum Festhalten suchte, weil er dabei das Gleichgewicht zu verlieren drohte, fand er nichts Festes und fiel auf seinen Allerwertesten. Im Fallen riß der Waldschrat noch mehr Scheite mit. Da kam dann alles ins Rutschen. Mehrere Reihen des von ihm mühevoll gestapelten Brennholzes wankten, neigten sich weg von der Wand und fielen um. Elim war nach kürzester Zeit von herabfallendem Holz bedeckt und umgeben.

Tränen traten dem Waldschrat Elim in die Augen; er zitterte vor Enttäuschung oder Wut über seine Tolpatschigkeit und sah nur die in wenigen Augenblicken vergeblich gewordene Arbeit. Im Sommer und im Herbst hatte er an mehreren Tagen schweißgebadet seinen Brennholzvorrat sauber vor die Schuppenwände gestapelt, in sieben oder acht Reihen. Daraus hatte er jetzt einen unordentlichen Haufen gemacht. Wie ärgerlich! Nach einiger Zeit aber sammelte er sich wieder, bewegte vorsichtig Beine, Arme, Zehen und Finger, die von den Holzklötzen getroffen wurden. Nichts tat übermäßig weh, es war wohl nichts gebrochen. Und so wühlte der Waldschrat sich aus dem Haufen, stieg aus dem Chaos heraus und blickte sich traurig um. Ein paar Tage Mühe und Frieren standen ihm bevor, denn einen Holzhaufen im Schuppen liegenzulassen, das war nicht seine Art. Waldschrate lieben Ordnung in ihren Wohnungen und Schuppen und Kellern. Doch an diesem Tag wollte Elim kein Holz stapeln, er hatte sich dafür zu sehr über sein Mißgeschick geärgert.

Deshalb griff sich unser unglücklicher Waldschrat nur den Korb, auf dem zuoberst einige Scheite ganz unordentlich lagen, hob ihn auf seinen Rücken und … Und entdeckte etwas, das er schon lange vermißte, etwas, von dem er seit Monaten glaubte, daß es für immer verloren sei. Aus den Resten der letzten Holzreihe an der Schuppenwand ragte etwas hervor. Dunkelrotbraun glänzend. Der Knauf seines heißgeliebten Knotenstockes war dort zu sehen! Das vom Großvater übernommene Erbstück, es tauchte inmitten des Unglücks auf und versöhnte den Waldschrat beinahe ein wenig mit dem Chaos. Er stieg einfach auf den Holzhaufen, holte sich den Stock und es war ihm dabei egal, daß noch mehr der gestapelten Scheite herabpurzelten.

Mit Holz und Stock ging Elim zurück in seinen hohlen Baum. Er stellte den Holzkorb in die Küche, versäumte sogar, ihn auszuräumen. Den ganzen Nachmittag saß er, seinen Knotenstock in den Händen haltend und fernen Erinnerungen an die Winterabende mit seinem Großvater nachsinnend, vorm brennenden Kamin. Ab und zu mußte er Holz nachlegen, damit das Feuer nicht verlosch. Und nach dem Abendessen, als es draußen schon ganz Nacht geworden war an diesem Dezemberabend, machte Elim sich bettfein. Dann schlüpfte er unter seine weiche, dicke Daunendecke und löschte das Licht. Schließlich stopfte er sich die Enden seines Bartes in die Ohren – das dämpfte so wunderbar alle Geräusche des Halltals. Und während er, mit dem nachmittäglichen Mißgeschick im Schuppen schon etwas versöhnt, den Sternen am Winterhimmel beim Funkeln zusah, schlief er bald sanft ein.

 

 

Mögen euch gute Erinnerungen auch eine besinnliche Zeit geben.

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das täglich von 06 Uhr bis 22 Uhr bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 6. Dezember 2016 waren inspirierende Gedanken für eine nächste Jojo-Sendung, eine mir geschickte Überraschung, viel Schreiberei, das abgeholte Bestellte.
 
Tageskarte 2016-12-07: Die Sechs der Kelche.

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Das sechste Türchen (2016): Nikolaus kommt heuer nicht.

Zeugnis vom Überrest des Geschehens

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Meine Adventsgeschichten widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Ich wünsche allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für alle, die Hoffnung brauchen.

 

Der Nikolaus, der in dieser Nacht die Stiefel füllen soll, wird es wohl nicht zu allen Stiefeln schaffen. Das ist Tatsache, das ist schade – und ich kenne den Grund dafür:

Schon vor Jahren modernisierte er aus der Notwendigkeit, immer mehr Besuche machen zu müssen, heimlich seinen Fuhrpark, ließ sich aus ausgedienten Weihnachtsbäumen großer Städte einen absolut oberschnellen, beinahe Formel-1-tauglichen Renntraktor fertigen. Die Weihnachtswichtel waren volle elf Monate damit beschäftigt, die windschnittige Form zu perfektionieren, die Leistung der Jahresringantriebe optimal aufeinander abzustimmen und auch die letzten BS (Baum-Stärken) herauszukitzeln. Auch die Abgaswerte wurden weit unter die der Rentiere gesenken usw. usf. Ja, mit diesem Gefährt war der Nikolaus seit Jahren unterwegs. Und immer am Wochenende vor seinem Festtag ist er zu ausgedehnten Probefahrten unterwegs. Die sind so lang, daß er unterwegs wirklich Stärkung nötig hat, die er sich mal hier, mal da, mal auf Weihnachtsmärkten, mal in Wirtschaften, mal beim Brauer, mal beim Winzer und sonst noch irgendwo abholt.

Zufällig sah ich ihn am Wochenende in Flein, einem wundervoll zwischen Weinbergen liegenden Ort. Er sauste mit seinem Nikolaus-Renntraktor von einem Winzer zum nächsten und versuchte bei jedem alle möglichen Sorten Winzerglühwein. Ja, und das war sein Verhängnis! Denn als er auf dem Weg zum nächsten Faß am alten Rathaus vorbeifahren mußte, schaffte er die Kurve nicht ganz, geriet mit dem linken Hinterrad auf die Mittelinsel des Kreisverkehrs. Das Rad zerbrach, der Nikolaus flog ein paar Meter weit durch die kalte Winterluft und landete unsanft vor einer Metzgerei. Sein Renntraktor folgte ihm auf drei Rädern, schaffte aber keine gerade Strecke mehr und blieb dann am Straßenrand stehen. Ein Passant schob das wertvolle Fahrzeug unter ein überhängendes Obergeschoß und legte die vom Rad abgebrochenen Teile dazu.

All das geschah in einer knappen Sekunde. Die Hochgeschwindigkeit des Nikolaus-Renntraktors überträgt, Entschuldigung: übertrug sich nämlich schon immer auf jede und jeden, der das edle Holz berührte. Ich konnte also den Vorgang selbst nur beobachten, nicht filmen – und bis ich die 30 Meter über den Kreisel geschafft hatte, war der Nikolaus auf der Flucht schon über alle (Wein-) Berge. Und nein, er war ganz bestimmt nicht betrunken, hatte wohl vielleicht noch etwas Drehimpuls vom Kreisverkehr und vom Flug … Mir blieb jedenfalls nur, die traurigen Überreste des futuristischen Gefährts zu fotografieren, um mit einem Bild die Wahrheit meiner Aussage zu untermauern.

 

Des Nikolaus' Renntaktor aus Holz: Baumstamm, Baumscheiben als Räder, Äste als Lenksäule und Schornstein

Des Nikolaus‘ Renntaktor: Baumstamm und Baumscheiben, Äste als Lenksäule und Schornstein
Gesehen in Flein, am zweiten Adventswochenende.

 

Ja, so trug es sich zu auf der Sonnenseite Württembergs, am südlichen Stadtrand von Heilbronn. Ich hoffe für die von euch, zu denen der Nikolaus es nun nicht schafft, und für alle anderen, daß ihr trotz allem eine friedliche und besinnliche Zeit habt, so wie ich.

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das täglich von 06 Uhr bis 22 Uhr bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 5. Dezember 2016 waren genügend geschriebener Text, ein fertig eingerichtetes Telefon, ganz unerwartete liebe Worte.
 
Tageskarte 2016-12-06: Die Neun der Münzen.

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Das fünfte Türchen (2016): Vor einem Winter.

Vielleicht hat er doch schon begonnen?

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Meine Adventsgeschichten widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Ich wünsche allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für alle, die Hoffnung brauchen.

 

Draußen ist es kalt geworden. Morgens ist alles bereift, selbst im sonnenverwöhnten Baden-Württemberg war das so. Hier in der Stadt waren am Abend schon die Fahrradsattel, die Autos und die Gräser und Büsche von diesen aufrecht stehenden Kriställchen besetzt. Und abseits der Weihnachtsmärkte, in den Parks, den Grünflächen, selbst in den Balkonkästen glitzern die Pflanzen im Licht der Laternen und der Taschenlampe. Es wird still, wenn es so kalt wird und sich des Abends vielleicht sogar ein Nebel senkt. Der Winter hat meteorologisch am 1. Dezember begonnen, bis zu seinem kalendarischen Beginn ist’s noch etwas Zeit. Unterscheidet sich das Septemberlicht so sehr von dem, das wir jetzt tagsüber draußen haben? Alle anderen Zutaten habe ich in diesem Jahr für mich zusammengesucht, wie sie es für sich und uns tat:

 

 
Vor einem Winter

Eva Strittmatter ( ∗ 1930 – † 2011 )
 

Ich mach ein Lied aus Stille
und aus Septemberlicht.
Das Schweigen einer Grille
geht ein in mein Gedicht.
 
Der See und die Libelle.
Das Vogelbeerenrot.
Die Arbeit einer Quelle.
Der Herbstgeruch von Brot.
 
Der Bäume Tod und Träne.
Der schwarze Rabenschrei.
Der Orgelflug der Schwäne.
Was es auch immer sei,
 
Das über uns die Räume
Aufreißt und riesig macht
Und fällt in unsre Träume
in einer finstren Nacht.
 
Ich mach ein Lied aus Stille.
Ich mach ein Lied aus Licht.
So geh ich in den Winter.
Und so vergeh ich nicht.

Eva Strittmatter: Ich mach ein Lied aus Stille. Gedichte.
Edition Neue Texte. Aufbau Verlag Berlin und Weimar, 6. Auflage 1983. S. 119
Printed in the German Democratic Republic. L.N. 301. 120/73/83

 

 

Vor dem Winter ist es, und Advent ist es. Vergeht auch ihr nicht über dem Winter, und habt eine besinnliche Zeit.

 

 
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Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 4. Dezember 2016 waren die Wünsche nach einem neuen Besuch, gut geheizte Warteräume und Züge, außergewöhnlich zügiges Aufräumen.
 
Tageskarte 2016-12-05: Die Zehn der Kelche.

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Das vierte Türchen (2016): Die zweite Adventskerze.

“Andere” Adventsbräuche.

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Am zweiten Advent sehe ich mich um, schlendere zum Abend ganz bestimmt noch einmal über der Hallenser Weihnachtsmarkt. Und werde den Roten Turm sehen, der als “grrößte Kerze von sowieso” bezeichtnet wird. Am frühen Abend entzünde ich dann meine zweite Adventskerze zuhause.

 

Altes Rathaus in Flein

Altes Rathaus in Flein

 

Gestern am späten Nachmittag sah ich mir bisher unbekannte Adventsbräuche. Ein Beispiel ist das oben abgebildete Alte Rauthaus von Flein: Einige Dachflächen des zweigeschossigen alten Gebäudes sind mit roten Lichtern belegt, der mittig obenaufsitzende Rathausturm mit Glockenspiel (mehr dazu auch auf der offiziellen Gemeindeseite) ist von außen nach innen rot-weiß beleuchtet. Die Farbgebung erinnerte mich an meinen Herrnhuter Adventsstern, einen, wie auch einer bei Piri hängt. Mit ihr und ihren beiden Junioren sah ich das Rathaus gestern, hatte sozusagen einen etwas verfrühten zweiten Advent. Eine weitere Sitte der Fleimener fiel mir auf: Draußen an den Häusern sind so manche beleuchtete und geschmückte Weihnachstbäume in Halterungen oberhalb des Erdgeschosses zu finden. Was genau es damit auf sich hat, werde ich noch in Erfahrung bringen.

Mein Zweiter Advent. Ein Reisetag. Einer, der mir hoffentlich Zeit läßt, Erlebtes zu verarbeiten, die freudigen Momente (derer es gar viele gab) zu verinnerlichen.

Und euer zweiter Advent? Was hat er besonderes zu bieten?

 

Feiert ihn, wenn ihr mögt. Ich wünsche euch eine besinnliche Zeit.

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das täglich von 06 Uhr bis 22 Uhr bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

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Der Emil

P.S.: Positiv am 3. Dezember 2016 war der Gang über den Eselsberg mit vom Rebstock genaschten roten und weißen Trauben, der Besuch auf dem Heilbronner Weihnachtsmarkt, die Bitten um Wiederkommen.
 
Tageskarte 2016-12-04: Die Acht der Stäbe.

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Das dritte Türchen (2016): Verschlafen.

Eine Reisegeschichte.

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Jemand rüttelt an mir. Nein, bestimmt nicht, es ist nur der Zug, der schaukelt. “Hey, aufwachen! Endstation!” Schlagartig arbeiten die Reflexe wieder. “Moment, hier in der Jacke ist die Fahrk…” “Quatsch. Die brauchen sie jetzt nichtmehr. Hier ist sowieso Endstation! Los aufstehe und raus aus dem Zug!” Jetzt verstehe ich: Endstation. Ich habe eine Stunde und drei Bahnhöfe zu lang geschlafen. Ich fluche vor mich hin, während ich meine Sachen zusammenraffe. Und auf dem Bahsteig mache ich meinem Frust lautstark Luft. Ganz wundervoll ist das alles! Es ist kurz nach Mitternacht, das war der letzte Zug des Tages. Der nächste fährt früh um 5.20 Uhr in die Gegenrichtung. Vor mir habe ich eine lange Nacht in diesem zugigen Bahnhof. Weiter vor mich hinbrummelnd und fluchend suche ich eine halbwegs windgeschützte Ecke, in der es nicht zieht. Sehr gut riecht es nicht, wo ich mich schließlich auf dem Boden bei den Gepäckschließfächern niederlasse. Aber es zieht nicht, und ich versuche wieder zu schlafen.

 

Jemand rüttelt an mir. Nein, bestimmt nicht, es ist nur der Zug, der schaukelt. “Na, schonwieder eingeschlafen?” Ich bin wach, soweit das geht. Im Gang vor mir steht der Schaffner aus dem Zug, lässig an die Schließfächer gelehnt. Was will der denn jetzt noch? Ich bin sauer, weil er mich geweckt hat. Er aber hält mir seine Hand hin. “Kommen Sie, stehn Sie auf. Ich hab Sie vorhin schimpfen gehört und weiß deshalb, wo Sie hinwollen. Ich hab das Auto da und muß sowieso in die Richtung.” Ich ergriff die Hand, stand auf und nahm mein Gepäck. “Ich nehm Sie mit – oder wollen Sie noch fast fünf Stunden hier rumsitzen? Es wird doch schon ziemlich kalt so kurz vor Weihnachten … Ach, wissen Sie was? Ich fahr Sie sogar nach Hause, die acht Kilometer Umweg jucken mich heute nicht. Schließlich hab ich ab morgen – nee, ich hab ab heute Urlaub.”

 

Wirklich, er fuhr mich damals bis vor die Tür. Und zeigte mir sein Haus, als wir daran vorbeifuhren. In jedem Fenster schien ein beleuchteter Adventsstern zu hängen. Keinen anderen Dank als einen Händedruck wollte er annehmen von mir vor dem Mietshaus, in dem ich wohne. Dann drehte er um und fuhr heim.

Seit mir das vor Jahren geschah, habe ich den Mann nie wiedergesehen. Weder in einem Zug noch irgendwo auf der Straße. Das Haus allerdings hängt wie immer im Advent, auch in diesem Jahr, voller leuchtender Sterne.

 

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das täglich von 06 Uhr bis 22 Uhr bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

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Der Emil

P.S.: Positiv am 2. November 2016 waren die aufgeholte Verspätung, der freundlich Zugbegleiter, ein sehr angenehmer Empfang und ein tolles langes Gespr&aumlch.
 
Tageskarte 2016-12-03: IX – Der Eremit.

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Das zweite Türchen (2016): Ein Gleichnis?

Wozu der Adventskalender auch gutsein kann.

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Als ich gestern – wie sicherlich viele hierzulande und anderswo – das erste Türchen meines neben der Schlafstatt hängenden Adventskalenders öffnete, war ich gespannt auf das, was sich dahinter oder darinnen verbarg. Ein Bildchen, das mir in bunten Farben eine kleine Szene zeigt, an der ich mich freuen kann; ein Bildchen, dessen schlichte Striche mir eine keine Szene zeigen, die meine Phantasie mit Farben so füllen kann, daß es eine wahre Freude für mich ist; ein Ding, das mir immer wieder nützlich sein kann, und sei es nur als Erinnerungshilfe an etwas Schönes; eine Süßigkeit, die mir auf der Zunge zergeht oder die ich genußvoll zerbeißen kann. Das wird jetzt bis zum 24. Türchen jeden Morgen ein kleines Ritual, das mir Freude und/oder Genuß bringt (und nein, ich denke bei dem winzigen Schokoladenstückchen nicht an Diabetes oder Kalorien). Jeden Morgen birgt ein Türchen eine kleine freudige Überraschung.

 

Jeden Morgen stehe ich auf und beginne einen neuen, unbekannten Tag. Auch im Advent, vor den offenen und geschloßnen Türchen meines Adventskalenders stehend, erwartet mich ein unbekannter Tag. Doch es gibt einen kleinen, aber wichtigen Unterschied: Im Alltag stöhne ich zuerst über all die Dinge, die an einem neuen Tag zu erledigen sind, ich habe zuerst Angst (?) vor dem, was da auf mich zukommt. Jetzt sind nicht weniger geplante Sachen abzuarbeiten, es ist nicht weniger zu tun als außerhalb der Adventskalenderzeit, und doch ist da zuerst die gespannte Vorfreude auf eine kleine Überraschung, auf etwas, von dem ich nichts weiß. Es ist täglich nur eine Kleinigkeit, nichts von großem materiellen Wert, selten etwas dauerhaftes; und doch bereitet mir diese kleine, unbekannte Unbedeutendheit Freude …

Deshalb fragte ich mich gestern, ob es wirklich der Adventskalender ist, der den Unterschied ausmacht, oder ob es nicht doch meine Denkweise ist? Es gibt keinen, nun gut, fast keinen Tag, an dem ich nicht mindestens etwas Positives erlebte in den vergangenen Jahren. Ich kann es sogar nachlesen, ihr alle könnt es nachlesen, hier, fast am Ende meiner Einträge. Da steht bis auf ganz, ganz seltene Ausnahmen immer “Positiv am … war(en) …”. Es gibt also wirklich jeden Tag etwas, auf das ich mich voller Spannung freuen kann, jeden Tag etwas, das ich genießen kann, jeden Tag etwas, das mir guttut.

Wenn ich nachher, heute, irgendwann kurz nach fünf Uhr morgens, das zweite Türchen des Adventskalenders hier direkt neben meiner Schlafstatt geöffnet haben werde, dann war darinnen nicht nur Süßes oder ein Bildchen. Heute finde ich in meinem Adventskalender die Idee, daß die Tage meines Lebens nichts anderes sind als Türchen eines gewaltigen Ankunftskalenders. Jeden neuen Morgen öffnet sich eine weitere Tür, jeden Tag finde ich etwas neues Schönes, Angenehmes. Mein ganzes Leben lang. Täglich. Von heute an, eigentlich auch schon von Geburt an, doch bewußt eben erst: von heute an bietet jeder Tag eine freudig erwartbare Überraschung, jeder Tag, bis ich am Ziel meines Lebens angekommen bin.

 

Weihnachtskalender. Hohndorf. Erzgebirgskreis.
In einem beleuchteten Schaukasten in Hohndorf im Erzgebirgskreis sind 24 weihnachtliche Motive zu sehen.

 

Das ganze Leben kann wie der Adventskalender für freudig gespannte Tagesanfänge sorgen, wenn ich es richtig betrachte. Ich wünsche euch allen eine besinnliche und fruchtbare Zeit.

 

 
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P.S.: Positiv am 1. Dezember 2016 waren die Freiheit vom Novemberschreibprojekt, der gepackte Rucksack, die ersten Pfefferkuchen, die Unruhe, ein wesentlich verbessertes HTML-Template, zwei neue Kniffe fürs Schreiben.
 
Tageskarte 2016-12-02: XX – Das Gericht.

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Das erste Türchen 2016: Der Abend kommt.

Klassisches Adventsgedicht

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Der Abend kommt

Rainer Maria Rilke (∗ 1875 – † 1926)

Der Abend kommt von weit gegangen
durch den verschneiten, leisen Tann.
Dann preßt er seine Winterwangen
an alle Fenster lauschend an.
 
Und stille wird ein jedes Haus;
die Alten in den Sesseln sinnen,
die Mütter sind wie Königinnen,
die Kinder wollen nicht beginnen
mit ihrem Spiel. Die Mägde spinnen
nicht mehr. Der Abend horcht nach innen,
und innen horchen sie hinaus.

 

 

Heute ist es soweit. Heute wird an vielen, vielen Adventskalendern das erste Türchen geöffnet, und hier der erste Beitrag dazu geschrieben. Ein wenig wehmütig werde ich, wenn ich Rilkes Gedicht lese: Wer sagt heut schon noch “Mägde”, und wo wird des Abends noch gesponnen und gesonnen? Wir sitzen doch (fast) alle vor Netflix, vorm Fernseher … Früher, als ich noch Kind und Jugendlicher oder auch nur jünger war, da schien mir die Adventszeit lange nicht so hektisch und vollgestopft wie heute, da schien mir noch mehr dieser Besinnlichkeit vorhanden zu sein. Mag sein, daß nur ich das so empfinde, daß nur mir dieses familiäre Gefühle verlorengegangen zu sein scheint. Doch vielleicht …

In diesem Jahr werde ich wieder – wie schon so oft – für mich ganz persönlich nach dieser Besinnlichkeit suchen, nach dem stiller, langsamer, sanfter werden. Denn auch das verband und verbinde ich immer mit dem Advent. Und mehr Nachsicht. Mehr Mitgefühl, tätiges Mitgefühl. All das vermisse ich heutzutage zu oft – oder empfinde ich das nur so, weil wir damals noch in (Groß-)Familie feierten und teilweise auch lebten?

 

Und so, wie Rilkes Abend nach innen horcht, tu ich das in meinem Advent auch und wünsche allen eine friedliche Zeit.

 

 
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Der Emil

P.S.: Positiv am 30. November 2016 waren ein ruhiges Erwachen, eine bestätigte Entscheidung, ein ruhiger Abend im Sender.
 
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Nº 335 (2016): Jeden Morgen eine Frage.

Und: Was während des Schreibens damit geschah.

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Manches Buch, wie dieses zum Beispiel, muß mir in einem unbeobachteten Moment zwischen all die anderen springen, die ich aus der Bibliothek hole. Irgendwann zuhause bin ich dann wirklich entsetzt über einen Titel oder seinen Inhalt. Erstaunlicherweise finde ich jedoch gerade in diesen unterbewußt mitgenommenen sehr oft Bemerkenswertes, das ich nicht nur auf “die Liebe” beziehen kann:

 

 

Ein Bruch, ausgelöst durch ein negatives Erlebnis, muß nicht bedeuten, daß die Liebe weggeht. Es kann sogar eine Stärlung sein, sich zunächst in andere Richtungen zu bewegen. Aber Du mußt wiederkommen. Es ist dann eine Neuorientierung, eine Neuaufnahme des Lebens – eine Neufassung dessen, was man gewohnt war. Menschen brauchen solche Brüche – den Mut zur Veränderung. Weil das Leben nichts anderes ist: stete Veränderung. Leben ist Veränderung. Jeden Tag verabschieden wir uns von Menschen und Dingen. Was sich nicht verändert, sich nicht im Fluß der Zeit bewegt, was versucht, sich festzuklammern und gegen den Strom zurückzuschwimmen, wird kraftlos und geht unter. Gehst Du nicht mit der Zeit – dann vergehst Du mit der Zeit. Das gilt für Menschen wie auch für Institutionen [ … ]. Deswegen stelle ich mir jeden Morgen immer wieder die Frage: Hast Du den Mut zur Veränderung?

Rainer M. Schießler: Himmel, Herrgott, Sakrament. Auftreten statt austreten. S. 97
5. Auflage © 2016 Kösel-Verlag München in der Verlagsgruppe Random House GmbH
ISBN 978-3-466-37147-1

 

 

Puh. Da frage ich mich mich doch, ob ich den Mut habe, mir diese Frage zu stellen. Also die Frage, ob ich den Mut zur Veränderung habe. Fängt der damit an, daß ich nach ihm frage? Ist das der erste Schritt (gewesen) auf dem Weg einer Veränderung? Nein, nicht der Weg zu einer Veränderung, sondern der erste, allererste Schritt dieser Veränderung selbst. Denn das habe ich schon lange verstanden: Veränderung ist kein Zustand, sondern ein Vorgang, der manchmal unmerklich beginnt, manchmal unbeabsichtigt angefangen wird, meist erhebliche Auswirkungen hat auf den Ablauf der Dinge und die Situation vor und/oder ohne diese Veränderung. Nicht immer ist da eine Katastrophe, ein Kataklysmus – also Negatives. Phoenix aus der Asche, wißt ihr? Aber es ist eben nicht mehr exakt das, was vor einer Veränderung war, es ist etwas Verändertes, Neues, Verbessertes.

Etwas Ungewohntes.

Habe ich den Mut, mich auf Ungewohntes einzulassen? Das kenne ich ja nicht, dafür habe ich keine erprobten Handlungsmuster, von den dabei auftretenden Gefühlen habe ich keine Ahnung. Unbekanntes Terrain, angstmachend. Lieber im Bekannten leiden, als voller Angst in Unbekanntes/Unbekanntem weiterzugehen! Da kenne ich mich wenigstens aus, weiß ich, was mich erwartet (selbst wenn das bedeutet, das da wenig bis nichts “gut” ist, doch bekannt ist ja immer “guter” als unbekannt). So darf niemand denken, das ist eine nicht nachvollziehbare Denkweise? Aber es ist meine und auch die vieler Menschen, die nicht so enthusiastisch, nicht so unbelastet durchs Leben gehen können … Zumindest ist sie es in weiten Teilen. Und meine Denkweise ist es nun vielleicht, hoffentlich in einigen Bereichen gewesen. Je nachdem, ob und wie ich diese von mir an mich gestellte Frage beantworte:

“Hast Du den Mut zur Veränderung?”

Mut … Habe ich den? — Vielleicht aber, vielleicht brauche ich nicht “Mut”, um die Angst vor dem Unbekannten zu überwinden? “Denn das Gegenteil von Angst ist nicht Mut, sondern Vertrauen.” Der Satz aus dem Blogartikel der Mützenfalterin hat sich in mein Denken gefräst, geht da nicht mehr heraus, seit ich ihn las. Und ich weiß jetzt, was mir klargeworden ist, während ich diesen Text schreibe: Die Frage aus dem Buch ist nicht ganz meine Frage. Mir fehlt nicht der Mut. Ich habe Angst vor der Veränderung, weil ich Angst habe vor dem Unbekannten danach. Doch dagegen hilft mir nicht Mut.

“Habe ich das Vertrauen, Veränderung zuzulassen und vorzunehmen?”

Das Vertrauen. Vor allem in mich. Selbstvertrauen! Das Vertrauen in meine Mitmenschen, Freunde, vielleicht sogar Familie? Und was geschieht, wenn ich es habe? Und was geschieht, wenn ich – aber warum sollte ich scheitern bei dem, was ich kann? Was verspreche ich mir denn von diesen ominösen Veränderungen? Und wo will ich denn etwas ändern? Wo: Überall da, wo es sinnvoll und vielleicht sogar notwendig ist. Glaubt mir, es gibt da genügend Aspekte in meinem Leben … Und was es mir bringt? Vertrauen als das eine Gegenteil von Angst wird wachsen – und Freiheit, das andere Gegenteil von Angst, wird auch wachsen. Dessen bin ich mir sicher.

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das täglich von 06 Uhr bis 22 Uhr bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 29. November 2016 waren etwas Fertiggestelltes, der Nachmittag bei der allerallerallerbesten Freundin, ein mutiger Schritt.
 
Tageskarte 2016-11-30: Das As der Münzen.

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Nº 334 (2016): Zufriedenheit wie selten.

WmDedgT – Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

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Die Frage geistert immer mal wieder durch Kleinbloggersdorf und Bloggerhausen. Gestern war mein Tag so, daß ich ihn getrost vor euch ausbreiten kann.

 

Nachdem ich mir also gestern – besser: vorgestern kurz vor Mitternacht über einiges zu meiner Schreiberei klar war, schlief ich. Nur eine Stunde. Danach war ich wach. Ich schloß sogar das Fenster wieder, weil es hier herinnen schnell kalt geworden war, und setzte meine Zehn-Teelichter-Heizung in Gang. Dann saß ich mit einem Salbeitee – ich liebe Salbeitee! – am Schreibplatz. In meinem Schmierzettelhefter begann ich zu schreiben, frei von der Leber weg. Nicht lange, nach nur einer halben Seite (DIN A5) hörte ich auf und räumte alle Kladden aus dem Schrank, saß vor und mit denen auf dem Fußboden, blätterte in den ganz neuen, ganz leeren und las in den angefangenen. Jaja, da sind einige dabei, die einem ganz bestimmten Zweck dienen, ein ganz bestimmtes Thema haben sollten. Und es ist immer wieder überraschend, meine eigenen, teilweise mehr als zehn Jahre alten Worte zu lesen, meinen damaligen Gedanken nachzuspüren – besonders frühmorgens zwischen halb zwei und halb vier. Nach diesen zwei Stunden hatte ich mir auch drei neue Kladden heraussortiert, aus denen ich dann im Laufe des gestrigen Tages die neue wählte.

Bis halb fünf trank ich insgesamt vier Tassen Tee, schrieb sieben DIN-A-5-Seiten voll. Erstaunlicherweise in lateinischer, nicht deutscher Handschrift, und mit blauem Kugelschreiber. Drei Besonderheiten, die in den letzten Jahren nur ganz selten, und wenn sie es taten, nicht alle drei auf einmal geschahen. Sonst nämlich schreibe ich eine Mischung aus Kurrent und Sütterlin, immer schwarz, und in über 95% aller Fälle mit (Füll- oder Patronen-) Federhalter. Diese sieben Seiten hatten je ca. 140 Worte, es waren also an die tausend Wörter (exakt 987), die ich in einer knappen Stunde notiert hatte, zusätzlich zu allem anderen, was ich täglich sowieso schreibe. Danach erst war ich wieder müde genug, um in einen tiefen Schlaf zu fallen. Dieses ungebremste Losschreiben brauchte ich mitten in der Nacht, um die Anspanung (ich habe keine Ahnung, woher die mitten in der Nacht kam) loszuwerden.

Schon um Neun war ich wieder wach. Ich setzte Kaffe auf und heizte das Bad an, frühstückte, saß eine Weile in der Wanne (mit Erkältungsbad “einfach so” – ich liebe den Geruch). Nach dem Bad war es im Zimmer auch nicht mehr kalt, noch beim Aufstehen hatte ich 0 °C neben meinem Schlafsofa, weil das Fenster vom Schlafengehen bis zum Wachwerden offenstand; mehr als eine Sommersteppdecke nutze ich nachts übrigens noch nicht … Die restliche Vormittagszeit verbrachte ich schreibend und telefonierend bis zur Abfahrt in die Stadt, kurz vor eins. Von zwei bis halb sechs saßen wir zu dritt, teilweise zu viert und bereiteten eine Radiosendung vor, nahmen sie “live on tape” auf und schnitten sie sendefertig. Es war erst das zweite Mal, daß ich dieses Magazin so, auf diese Art alleine vorbereitete und dann auch die Regie im Studio hatte. Und es hat funktioniert, sogar so gut, daß ich meine vorformulierten Übergangsansagen nicht brauchte, weil wir uns alle gemeinsam immer zur passenden Zeit an die richtige Stelle diskutierten. Als das alles geschafft war, war ich wirklich richtig zufrieden mit meinen Mitstreitern und sogar mit meiner Arbeit und mit mir. Runterkommen, Anspannung abbauen war das Thema der Sendung und auch das Ergebnis ihrer Produktion: Die Anspannung war weg.

Auf dem Heimweg schlenderte ich noch durch den sehenswerten 10. Kunstraum RAUSCHICKERMANN und zwei, nein, drei Geschäfte. Den Weihnachtsmarkt habe ich noch immer nicht richtig besucht; ich hatte und habe auch noch keine Lust dazu. Kurz vor acht war ich wieder zuhause. Allerdings erwartete mich dort eine weniger angenehme Überraschung: die zwei anderen Schwibbögen waren lichtlos (einen hatte ich ja schon repariert), bei denen ist gestern Abend eine Birne durchgebrannt. Vielleicht komme ich heute dazu, die defekten zu suchen und Ersatz zu beschaffen – Vorrang aber wird heute und morgen noch das Novemberschreiben haben … Abendessen, Abendschreiben und -twittern, lesen, noch ein paar Dateien sortieren und ein paar Zettel einscannen beendeten den gestrigen Tag beinahe. Ab halb zwölf schrieb ich diesen Text hier. Und plötzlich war der Tag vorbei.

 

 
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Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 28. November 2016 waren das Erkältungsbad ohne Erkältung, das Schreiben, die neue Kladde, die produzierte Sendung, die gesehene Kunst, die Zufriedenheit.
 
Tageskarte 2016-11-29: Der Bube der Münzen.

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Nº 333 (2016): Schreibsülzenkopfgelaber.

Über teilweise fehlende Destinationen

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In meinem Kopf spuken zur Zeit viele Dinge herum. Beim Schreiben, also beim Aufschreiben, kann ich manches davon sortieren, aber nichts davon ist auch nur halbwegs ausgegoren und nichts davon ist geeignet, mit Freunden besprochen zu werden. Ich weiß, das wird Widerspruch geben, aber es ist wirklich so, darüber kann ich (noch) nicht reden; und das Aufgeschriebene ist auch nicht zum Lesen freigebbar. Was gäbe ich jetzt dafür, wenigstens eine Stelle zu haben, an der ich solche verquirlte Sch…rabbel-Stammelei öffentlich hinhängen könnte. Aber das habe ich mir wohl selbst zuzuschreiben, daß es soetwas nicht mehr gibt. Jedenfalls glaube ich in grenzenloser Selbstüberschätzung, daß ich überall erkannt werden würde. Und das möchte ich mit den im Moment in meinem Hirn herumspukenden unausgegorenen Dingen eben nicht erleben. Keine Sorge, ich habe durchaus Menschen, mit denen ich wirklich über alles reden kann, wenn die Zeit dazu herangereift ist. Ich brauche zur Zeit auch keinen Therapeuten, keine Therapie, denn ich bin weder depressiv noch manisch noch psychotisch. Es ist nur sehr anstrengend, dieses Durcheinander; und manchmal sind die blubbernden Blasen des Gärungsprozesses doch erschreckend. Bin ich denn der einzige Mensch, dem ab und zu ein Furz querliegt im Hirn? Ich habe gestern sogar seit langem wiedereinmal einen beschriebenen Zettel verbrannt. Nicht in einem Ritual, nein. Das war keine Magick. Das war einfach nur der Versuch, das aus dem Kopf auf das Papier Gelangte endgültig loszuwerden. Wobei ich mir noch nicht ganz im Klaren darüber bin, ob ich auch den Teil, der im Herzen war, jetzt endlich loswurde. Das wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Meine aktuelle Kladde – also die Hauptkladde – bereitet mir übrigens auch Unbehagen. Die ist auseinandergebrochen, vorderer Deckel und Vorblatt sind ab. Allerdings ist sie noch lange nicht vollgeschrieben. Sie war nicht ganz billig, Markenware, von der ich mir mehr Haltbarkeit erwartet hatte. Es ist zusätzlich das Format “Reportageblock”, welches mich nicht ganz zufriedenstellt. Und nun? Was jetzt? Platz zu verschwenden widerstrebt mir, weiter dahineinzuschreiben ist mir aber auch nicht ganz lieb. Also frage ich mich auch da: Wohin kann und will ich schreiben? — Ein Luxusproblem, ich weiß. Aber … Noch habe ich keinen wirklichen Ersatz gefunden, suche seit Wochen danach, hier und da und dort, ergebnislos, weil ich mit nichts zufrieden bin, das ich im Handel finde. Selbermachen wäre vielleicht eine Idee, selbst ein Buch binden in dem mir passenden Format mit dem mir passenden Papier … Ach, die bleibt jetzt als Ergänzung zum Schmierzettelhaufen zuhause und in den Rucksack kommt eine andere aus meinem Vorrat. Fertig, das erledige ich heute.

Was paßt mir? Was wünsche ich mir? Was muß – oder möchte? – ich wohin schreiben? Daß ich es muß, das ist mir klar. Es drängt mich gerade mehr als bisher dazu, etwas anderes als das Novemberprojekt zu fabulieren. Endlich wieder viel mehr aus meinem Kopf, aus meinem Denkicht herauszuschaffen. Das drängt. Das stand hinter den 1000 Wörtern täglich zurück, die habe ich nämlich beinahe geschafft: am 27. November waren es 29.969, also sogar mehr als geplant. Ich kann schreiben, vielleicht nicht das, was ich mir vornehme, aber es klappt. Die Überarbeitung wird mühsam werden, was am Ende dabei wirklich entstanden ist, kann ich erst in drei Tagen oder gar viel später beurteilen. Wenn es im Dezember dann wieder die Sätze sind, die sowieso aus mir herausdrängen, die geschrieben sein wollen, und wenn es dann etwas gibt, wo ich sie hinschreiben kann, eine Kladde, ein Irgendwas, dann … dann wird sich das vielleicht befreiender anfühlen als das Schreibkorsett (ja, obwohl ich so schreiben wollte, NaNoWriMo-ähnlich, und das auch tat: es war ein Korsett, daß nicht richtig saß, zu eng geschnürt war, zu steif).

Eines aber nehme ich mir aus den Novemberprojekt mit. Nämlich die Festlegung und Einhaltung fester Schreibzeiten (wobei fest eher relativ sein wird, nämlich anderthalb Stunden nach dem Aufstehen für zwei Stunden, die zweite Zeit muß ich ausprobieren) ohne aufs Telefon oder sonstwie ins Internet zu sehen. Und ich werde auch Zeit für die Abtipperei planen, nach Möglichkeit ebenso ablenkungsfrei. Ich weiß jetzt, daß ich für etwa sechs Stunden am Tag konzentriert arbeiten kann an dem, was ich bearbeiten will. Es braucht nur noch eine Zeitspanne, in der ich das lästige Bürokratie- und sonstige Zeug erledigen werde. Aaaaah. Davor graust mir gar fürchterlich. Aber ich sehe zumindest schon/noch immer ein, daß es notwendigerweise erledigt werden muß.

 

Am letzten Novembembertag werde ich eine Lösung für das alles gefunden haben, nicht in allen Details, aber meine Schreibprobleme sind dann gelöst.

 

 
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Der Emil

P.S.: Positiv am 27. November 2016 waren das zweite gelungene Systemupgrade, die wiedergefundenen Schaltuhren, leckeres selbstgekochtes Essen.
 
Tageskarte 2016-11-28: Die Sechs der Kelche.

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Nº 332 (2016): Die erste Adventskerze.

Ein Ritual

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Meine Adventsgeschichten widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Ich wünsche allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für alle, die Hoffnung brauchen.

 

 
Mein Advent
 

Wie heimelig ’s im Zimmer ist
und wie so friedlich still.
Wie man ganz leicht so viel vergißt,
das man vergessen will.
Wie ich bei Duft und Kerzenschein –
beim ersten Licht, das brennt –
fast glaube, wieder Kind zu sein:
Ja, das ist mein Advent.

 

 

Wie in jedem Jahr gibt es Dinge, die für mich die, meine Adventszeit ausmachen: der Herrnhuter Stern und ein Adventsleuchter. Die andere Weihnachtsdekoration steht auch, aber der Advent … die Vorbereitung auf die Ankunft … das geht nicht ohne Adventsstern und nicht ohne Adventskerzen. Vier Stück. Vier gleiche. Von Jahr zu Jahr können sie unterscheidlich sein, aber es sind immer vier gleiche Kerzen. Und sie sind Symbol für so vieles! Auch für das Vergehen, das Näherkommen eines Endes. Auch für das Licht, das heller wird, je mehr Kerzen brennen. Für etwas sich erneuerndes. Meine Weihnachtszeit beginnt immer erst nach dem Totensonntag. Und mein Advent beginnt immer mit dem Anzünden einer ersten Kerze. Heute nachmittag ist es soweit.

Streichhölzer, nichts anderes als ganz einfache Streichhölzer kann und will ich dafür benutzen. Mit einem Feuerzeug wäre es nicht dasselbe. Nicht annährend so … feierlich, bedeutungsschwer, hoffnungspendend, traditionell.

 

 
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Der Emil

P.S.: Positiv am 26. November 2016 waren die fertige Dekoration, Geschriebenes, Gespräche.
 
Tageskarte 2016-11-27: VI – Die Liebenden.

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Nº 331 (2016): Das siebente Mal.

Drohung oder Ankündigung?

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Heute muß ich zusehen, daß ich alles fertigbekomme. Die letzten Männlein auspacken und aufstellen, irgendwo ein Birnchen 23V/3W besorgen, die Schaltuhren einstellen, den Hernnhuter aufhängen. Morgen ist schließlich der frühestmögliche Erste Advent, früher als am 27. November kann der Erste Advent nicht sein (übrigens auch nicht später als am 3. Dezember, wie es 2017 sein wird).

Bei Weihnachts- und Adventsmuffeln wird mein Blog dann auch in diesem Jahr wieder … nunja, nicht ganz so beliebt sein. Schießlich bleibe ich meiner Tradition treu, mit der ich 2010 bei WordPress angefangen habe, und schreibe wieder und zum siebenten Mal den “Adventskalender”. Das heißt, es wird 2016 ingesamt fünfundzwanzig weihnachtliche Beiträge geben, weil es ja auch am Ersten Advent einen geben wird und nicht nur an den vierundzwanzig Dezembertagen. Und dann kommen Erster und Zweiter Weihnachtsfeiertag, die Raunächte, Silvester und Neujahr; und natürlich kommen dann auch noch Epiphanias und mein Weihnachtszeitende zu Mariä Lichtmeß.

Auch, wenn ich jetzt außerhalb des Erzgebirges lebe, so bin ich doch fest verhaftet im Erzgebirgischen Weihnachtsbrauchtum. Und ja, auch in der erzgebirgischen Weihnachtsmusik – und ja, auch davon wird wieder etwas hier zu finden sein. Jaaaahaaaaa. Laaaaaaangweilig. Ich weiß.

Vielleicht grabe ich auch vergessenes Wissen wieder aus, finde etwas bisher Unbekanntes, stolpere über etwas Kurioses, etwas Herzerweichendes, etwas Leckeres. Vielleicht schaffe ich auch noch zwei oder drei neue Märchen, das eine oder andere Bild … Auch ich lasse mich überraschen von dem, was auf mich zukommt. Außerdem lerne ja auch ich jedes Jahr dazu; in diesem Jahr begann das schon am 16.November mit der Adventskranzkerzenfarbenlehre einer mittlerweile altkatholischen Freien Theologin in ihrem “Tagebuch einer Grenzgängerin”. Der Blog hat viel mehr interessante Beiträge als nur diesen zu bieten!

 

So. Nun wißt ihr Bescheid. Morgen geht es los.

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das ab sofort täglich von 06 Uhr bis 22 Uhr (heute wohl ab 19 Uhr) bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, danke dafür.

 

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Der Emil

P.S.: Positiv am 25. November 2016 waren gute Nachrichten, erfreuliche Post & Telefonate, leckeres Resteessen.
 
Tageskarte 2016-11-26: XVII – Der Stern.

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Nº 330 (2016): Wenn’s kommt, dann geballt.

Leseempfehlung für Menschen wie mich.

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Ein “neues” Buch, auf der Straße gefunden. Vielleicht habe ich es in jungen Jahren schon einmal gelesen, denn manches darinnen kam mir sehr bekannt vor; vielleicht ist es aber auch nur die Kunst von Ingeborg Bachmann gewesen, mein – unser! – Leben so genau abzubilden in ihren Erzählungen, daß ich mich darin wiederfinde. Heute noch wiederfinde, wenn ich den schmalen, in schwarzem Karton mit weißer Schrift gebundenen Band 530 aus Reclams Universal-Bibliothek von 1976 mit seinem vergilbenden Papier zur Hand nehme. Und das darin enthaltene Nachwort von Christa Wolf (“Die zumutbare Wahrheit”, 1966) ist ebenfalls lesenswert. Die Bachmann, nach der der große Preis benannt ist, die auch in ihrer Prosa immer ein Stück poetisch war, die erzählte in ihren Erzählungen nur selten Geschichten, jedenfalls nicht die, die eine Geschichtenerzählerin so leichthin in ihrem Programm haben kann. Oft halte ich mitten in oder nach dem Ende einer Erzählung nachdenklich inne. Wer noch nie etwas von ihr gelesen hat: Damit läßt sich anfangen …

 

 

» Nie hat jemand so von sich selber gesprochen. Beinahe wahr. Beinahe mörderisch wahr. Übers Wasser gebeugt, beinah aufgegeben. Dei Welt ist schon finster, und ich kann die Muschelkette nicht anlegen. Keine Lichtung wird sein. Du anders als die anderen. Ich bin unter Wasser. Bin unter Wasser. «

Aus “Undine geht”, der titelgebenden Erzählung des Bandes, S. 117

 

 

Impressum eines DDR-Büchleins

Impressum eines DDR-Büchleins

 

Impressumstext:
Alle Rechte gehören dem R. Piper & Co. Verlag München
© R. Piper & Co. Verlag München 1961
Der Vertrieb in der BRD, in Berlin-West und im nichtsozialistischen
Ausland ist nicht gestattet
Text nach: Ingeborg Bachmann, Das dreißigste Jahr, Piper Verlag,
München 1962; Ingeborg Bachman, Gedichte Erzählungen Hör-
spiel Essays, Piper Verlag München 1964 (Was ich in Rom sah und
hörte), und Ingeborg Bachmann, Simultan, Neue Erzählungen,
Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar 1973 (Simultan, Drei Wege zum
See)
 
Reclams Universal-Bibliothek 530
2. erweiterte Auflage
Reihenentwurf: Irmgard Horlbeck-Kappler
Gesetzt aus Garamond-Antiqua
Printed in the German Democratic Republic 1976
Lizenz-Nr. 363. 340/61/76
LSV 711 — Vgb. 14,0
Gesamtherstellung: III/9/1 Grafischer Großbetrieb
Völkerfreundschaft Dresden
Bestellnummer: 660 5184
DDR 2,— M
Was damals alles in einem Impressum stand!

Und warum dieses Zitat: Nun, es sind Worte der Undine, die auch Worte von Ingeborg Bachmann sein könnten. Und die Geschichte, in der sie stehen, ist vielleicht doch auch irgendwie meine.

Nennt mich doch bitte ab sofort einfach Hans.

 

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Der Emil

P.S.: Positiv am 24. November 2016 waren angekommene Post, erhaltene Post, geschaffte Arbeit.
 
Tageskarte 2016-11-25: XVI – Der Turm.

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Nº 329 (2016): Elfensehnsucht.

Eine Geschichte, die vorgelesen wird

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(Für Bärbel)

Schon im Frühling hatte die Elfe Aufsehen erregt im Steinbergwald. Auf der anderen Seite des Halltals war nämlich ihr Wald abgeholzt worden, und sie hatte deshalb die Fichten hier gebeten, ihr Unterschlupf zu gewähren. Bis auf zwei Bäume waren alle einverstanden damit, daß sich Grünlia (so heißt die Elfe) bei ihnen ein neues Zuhause einrichtete. Sie baute sich dann ein kuscheliges Elfennest in einem alten Baum mit starken Ästen und lebte seitdem dort. Ab und zu spielte Grünlia in der Sonne, an manchen Tagen nahm sie ein Bad in den Tropfen des Morgentaus und manchmal naschte sie vom Nektar der Blüten auf dem Waldboden. Ihre liebste Unterhaltung waren gemeinsame Gesänge mit den Vöglein; und manchmal, ganz selten, wenn sich Menschen oder Waldschrate oder andere Bewohner der Gegend in die Steilen Hänge des Steinbergwaldes wagten, versuchte sie, die Besucher zu necken und zu erschrecken. Da aber der Wald wirklich prächtig grün war und auch Grünlias Mantel und Kleid in grün und türkis schimmerten, konnte sie nie einer der Geneckten entdecken. Höchstens schimpfte einmal jemand über die Mücken und Fliegen, wenn er die Neckereien der kleinen Elfe spürte.

So verging der Frühling, dann wurde es Sommer. Niemand konnte Grünlia sehen, die in ihrem grünen Mäntelchen und dem türkisen Kleidchen mit ihren sonnenstrahlengoldenen Haaren herumflatterte. Und deswegen wurde die kleine Elfe langsam traurig. Die große Fichte, in der sie wohnte, spürte das und fragte Grünlia so lange ein Loch in den Bauch, bis diese endlich ihr Herz ausschüttete. Ach, wie alleine sich die kleine Elfe fühlte, weil keine und keiner sie sehen konnte! Zum Glück war da aber der Sommer gerade vorbei und außerhalb der Fichtenwälder war schon rotgoldener Herbst. Aber die Elfe hatte auch Angst und wollte ihr neues Zuhause nicht so weit verlassen, sie wollte einfach nicht so weit weg von ihren Freunden, den Fichten sein. Doch die alte Fichte wußte Rat. Nicht weit von ihr, vielleicht nur ein Dutzend Rehsprünge entfernt, stand seit Urzeiten eine Eiche mitten im Fichtenwald. Die würde wohl schon ihr Laub rot und gelb gefärbt haben, und wenn dann einige der Blätter wie in jedem Herbst schon von ihr abgefallen seien, dann wäre auch der Boden um den Baum rotgolden gefärbt. Grünlia hörte das mit Freuden und wollte gleich morgen einmal die alte Eiche besuchen.

Gesagt, getan. Mit den ersten Sonnenstrahlen, die die Wipfel der Fichten berührten, schwebte die Elfe hinauf über den Wald. Und da, da sah sie etwas rotgolden schimmern, nicht weit weg, gerade wie es die alte Fichte ihr beschrieben hatte. Grünlia verabschiedete sich artig von ihrem Baum und war – husch! – unterwegs zur Eiche. Welch eine Farbenpracht! Welches Leuchten! Wie gut sie in ihrem grünen Mantel und dem türkisen Kleidchen vor all den herbstbunten Blättern jetzt zu sehen war! Und um das Glück perfekt zu machen, kamen nach kurzer Zeit ein paar Kinder, die gar lustig durch das Eichenlaub tobten und sich und unabsichtlich wohl auch Grünlia mit Blätter bewarfen! Hui, da begann Grünlia mitzuspielen. Wie sie zwischen den Kindern hin und her flitzte, dem einen oder andern Kind wohl in die Nase kniff oder am Ohr zupfte! Und als alle lange genug getobt hatten und sich ausruhten, wurde die auf einem golgelben Eichenblatt sitzende Elfe von einem der Kinder entdeckt. “Kommt mal! Seht mal! Da auf dem Blatt! Ein Elfe!” rief eines der Kinder, und ein anderes “Wie klein sie ist und wie … wie grün!” Oh, Grünlia freute sich und begann ihre schönsten Liedchen zu singen und dazu zu tanzen. Die Kinder saßen andächtig und sahen ihr zu.

Das würden sie wohl heute noch tun, wäre nicht die Sonne nach einem guten Stündchen schwächer geworden und die Dämmerung sacht angebrochen. “Kleine Elfe”, sagte eines der Kinder, “wir kommen Dich wieder besuchen! Und dann bringen wir Dir Blümchen mit! Und dann singen wir für Dich! Und dann tanzen wir auch mit Dir!” Dann sprangen die Kinder auf und hüpften fröhlich davon. Und auch Grünlia, die kleine Elfe, kehrte zu ihrer alten Fichte zurück. Sie war gesehen worden und hatte nun vielleicht Freunde, die sie bei ihrem nächsten Besuch unter der herbstlichen Eiche wiedertreffen könnte.

Mit diesen Gedanken und den Erinnerungen an das unbeschwerte Herumhüpfen und -toben schlief Grünlia am Abend selig ein.

 

 

Ansonsten bin ich gerade sehr sprachlos.

 

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Der Emil

P.S.: Positiv am 23. November 2016 waren (endlich) dieses Märchen, ein Versprechen, eine gute Nachricht.
 
Tageskarte 2016-11-24: Die Acht der Münzen.

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