11. Türchen: Denksport & Gesang

Im Fernsehen und im Radio laufen sie jetzt wieder. Die Weihnachtslieder.

Nur sind es immer die neumodischen, englischen oder aufgepoppten Versionen. Wo bleiben die Weihnachtslieder, die in den Familien gesungen wurden?

Ich geb mal ein paar Anfänge und Teile vor:

Sind die Lichter angezündet / Freude zieht in jeden Raum. – Wie geht es weiter? Und die zweite Strophe?

Schneeflöckchen, Weißröckchen, / wann kommst Du geschneit. – Wieviele Strophen waren das?

Morgen kommt der Weihnachtsmann, / kommt mit seinen Gaben. – Wie, das Lied war länger als diese beiden Zeilen?

O Tannenbaum, o Tannenbaum, / wie treu sind Deine Blätter. – Wieviele Strophen waren das, und wieso gehört da ein Kleid ins Lied?

Oh Du fröhliche, oh Du selige / gnadenbringende Weihnachtszeit. – Ja, das kennt ja jeder, wenigstens den Anfag. Mehr als eine Strophe? Echt?

Wie wird dann die Stube glänzen / von der großen Lichterzahl. – Die wievielte Strophe von welchem Lied war das denn?

Leise rieselt der Schnee. / Still und starr ruht der See. – Ja, das haben die Toten Hosen auch mal gesungen …

Vorfreude, schönste Freude! / Freude im Advent. – Das hab ich oft gesungen, alle Strophen!

Oh, es riecht gut. / Oh, es riecht fein. – Die Melodie kennen auch viele, aber die meisten Menschen wissen nicht mehr, wie es weitergeht. Oder?

Ja, da sind die Eltern im Vorteil, weil Kinder auch heute noch das eine oder andere Lied in der Schule und im Kindergaten lernen. Und in den Kirchen gibt es ja auch noch viele Weihnachtslieder.

Nur: Wer singt solche Lieder noch? Warum dudeln in den Einkaufpassagen “merry christmas” und “feliz navidad” und eben nicht unsere Weihnachtslieder? Sind wir so wenig mit unseren Traditionen verbunden?

Oder denken wirklich so viele Menschen, daß die z. B. englischen Texte nicht so “flach” sind wie unsere deutschen Texte?

Ich singe jeden Tag bis zum Fest eines der aus meiner Kinderzeit bekannten Lieder. Ja, manchmal brauch ich Noten und Text dazu – manchmal aber auch nicht.

Ich wünsche frohes Rätseln und erfolgreiches Kramen in den Gedächtnissen. Danke für’s Lesen – und habt eine besinnliche Zeit.

Der Emil

Advertisements

Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
Dieser Beitrag wurde unter Adventskalender 2010, Erlebtes abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu 11. Türchen: Denksport & Gesang

  1. Gisi schreibt:

    Eigentlich wollte ich jetzt nicht
    darauf eingehen, doch ich muß es einfach tun!

    Es tönen die Lieder,
    auch zum Advent, ich kenne diese Weihnachtslieder,
    alle,
    In und Auswendig!!!

    Meine Kinder kennen sie von mir,
    ich danke dir dafür!

    Mundorgel und selber im Kinderchor Bielefeld!!!

    Ich danke dir, Emil!

    Gefällt mir

  2. twixraider schreibt:

    Ich muss sogar bei den bekannteren Liedern die Antwort schuldig bleiben, bei uns wurde nie gesungen. Dafür haben wir am heiligen Abend immer die Schallplatten „Weihnachten im Alpenland“ und „Advent in Schwaben“ (Zugunsten der “Kartei der Not und es Elends in Schwaben”!) gehört. Echte Volkskirchenmusik, nicht dieser beschissene Silbereisenkitsch, die meditativen Gesänge haben (trotz mit den Jahren abnehmender Tonqualität) die von den Vorbereitungen blankliegenden Nerven beruhigt und alle an einen Gabentisch gebracht. Beim letzten Familienfest dieser Art (nur noch 3 von ursprünglich 6 Teilnehmern + Schwägerin) vor 2 Jahren musste mein zweitältester Bruder dann unbedingt Kaufhausstimmung machen und hat eine extra mitgebrachte Doppel-CD mit Bing Crosby & Co. eingelegt, wodurch mir sofort der Geruch von erbrochenem Glühwein und Bratwürsten in die Nase stieg. Da war Weihnachten für mich gestorben…

    Gefällt mir

  3. Pingback: Tweets that mention 11. Türchen: Denksport & Gesang | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen -- Topsy.com

  4. nextkabinett schreibt:

    Alsoooo ….

    vielerorts wird das doch gespielt, im Radio, im Fernsehen … in den Länderprogrammen … usw.

    Ich denke, es liegt einerseits am fehlenden Wissen um diese Lieder, fehlende Tradition usw.
    Dann ist es vielen peinlich, diese Lieder außerhalb des christlichen Kontextes zu singen. Dann lieber die Kirchen- und/oder Kinderchöre stellvertretend singen lassen.

    Überdies transpotieren diese Lieder eine Stimmmung, die viele vielleicht nicht wollen. Sehr besinnlich, getragen, eine gebremste Heiterkeit, eine gewisse Langsamkeit usw.
    Feliz navidad usw, sind halt fröhlicher. Weihnachten in anderen Kulturkreisen ist viel ausgelassener. Da gibt es Parties mit Familie und Freunden. Da wird getanzt usw.
    Unser Weihnachten ist momentan einfach nicht der neueste Schrei. Wirkt altmodisch. Vielleicht ist es einfach das, dass die Menschen ein anderes Weihnachten haben wollen. Zumindest in der Adventszeit.
    Weihnachten selber ist dann doch wieder ganz besinnlich und ruhig.

    Also, ich glaube, es ist alles gar nicht so schrecklich. Ich plädiere mal wieder für die Vielfalt und die Differenzen.

    LG, die SoSe

    Gefällt mir

  5. Pingback: Statistik 2010 | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen

  6. Luise Kakadu schreibt:

    Wie oft nimmt man solches zur Kenntnis und ändert doch nichts dran…
    Eine wertvolle Aufgabe.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s