Gedanken aus der Therapie (Nº 33 #oneaday)

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Im Laufe meiner Therapie wurde ich – mal wieder – zu folgenden Überlegungen gedrängt:

Darum bin ich also so? So, wie ihr befürchtetet, daß ich werde und bin? Einfach so?

Und ich habe zwar real mit euch gebrochen, aber nicht intrapsychisch?

Meine — von mir als bewußt getroffene Entscheidungen wahrgenommenen — Einschränkungen sind unbewußte Reaktionen als Verweigerungshandlungen euch gegenüber?

In mein Heimatdorf muß ich fahren, mir dort alles ansehen … Vielleicht sogar mit jemandem von euch reden?

Deshalb war ich dort, ohne euch zu besuchen. Und ich habe mich verleugnet gegenüber denen, die mich zu erkennen glaubten.

Ja, die Fahrt dahin hatte ich lange geplant, aber ich hatte Angst davor und Sehnsucht danach! Und ich mag nicht wirklich hören, daß ihr mich als Versager, Spinner und Nichtsnutz tituliert.

Denn nichts anderes würde ich in euren Augen sein: Der, der nie nach euren Vorgaben lebte, immer wieder etwas abbrach um etwas Neues zu beginnen, das er dann abbrach um mit etwas Anderem anzufangen. Nichts hat er zuende, schon garnicht zu einem guten Ende gebracht.

Insgeheim hoffte ich, daß ihr tot wäret – dann kann ich euch nicht mehr begegnen … Aber ich weiß: ihr lebt noch.

Wozu hat mich das alles getrieben?

Schließlich habe ich heute wieder Kontakt. Nicht zu ihr, aber mein Sohn und ich, wir arbeiten daran.

Meinen Blog, den zähle ich nicht zu meiner Therapie. Mein Schreiben: Das ja. Aber es findet eben nicht alles den Weg hierher. Nur manchmal, so wie heute, werde ich etwas mehr «jammern»

Der Verfasser des Blogs schleicht geknickt davon und dankt für’s Lesen.

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© 2011 – Der Emil

033 / 365 – One post a day

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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9 Antworten zu Gedanken aus der Therapie (Nº 33 #oneaday)

  1. provinzler schreibt:

    Wer mit einem Computer umgehen kann und einen Blog betreibt, zählt sicher nicht zu den Dummen im Lande. Und wer seinen Blog so wie du mit philosophischem Inhalt füllt, für den sollte „Spinner“ doch ein Kompliment sein :-)
    Kopf hoch, es kommen auch wieder bessere Tage!

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  2. steff schreibt:

    Lieber Emil, daumen hoch für dich und deinen blog. wir sind alle spinnner, jeder auf seine art. ;) deine steff

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  3. Mieze schreibt:

    Schreiben ist wichtig. Das hatten wir ja hier schon einmal; die Intention eines Schreibenden mag immer verschieden sein.
    Wichtiger an Deinem heutigen Artikel find ich, dass Du schreibst, dass die anderen irgendwie anders als Du sind. Dass Du Dich anscheinend vor diesen fürchtest, sie hasst und liebst und versuchst zu erklären, warum Du nicht so bist. Korrigier mich, wenn ich anders liege und in Deine Worte Sachen hinein interpretiere, die so nicht stimmen.
    Ich bin wahrscheinlich einen sicheren Weg gegangen, zumindest beruflich, habe aber immer mit mir gerungen, mit den Sachen, die mir unterwegs von anderen suggeriert worden sind, bis ich aus meinem normalen Leben herausgeschleudert wurde, und dann anfing zu denken. Und dann mit einigen Leuten brach. Was wichtig gewesen ist. Und heute bemale ich Wände, ohne dafür ausgeschimpft zu werden. Narrenhände, beschmieren Tisch und Wände. Gut, dann bin ich ein Narr und manchmal höre ich auch das leichte Glockengebimsel, wenn ich mit meinem Kopf einer höher gestellten Person eifrig zunicke. Die Schellennarrenkappe. So bin ich. Auch wenn es eine hohe Gedankenleistung erfordert, viel Konzentration und Mut. Das wünsche ich Dir. Dann ist vieles erträglicher.

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    • der_emil schreibt:

      Oh nein. Ich bin nicht so, wie die mich wollten, sondern so, wie sie es immer befürchteten ;-)

      Und ich möchte eben nicht erklären müssen, warum ich so bin, wie ich bin, und nicht so, wie sie es wünschten.

      Und den Rest, den muß ich später mal erklären ;-)

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      • Astrid schreibt:

        Hallo Emil,

        du schreibst:

        Oh nein. Ich bin nicht so, wie die mich wollten, sondern so, wie sie es immer befürchteten ;-)

        Es ist immer schwierig etwas zu schreiben, wenn man jemanden nicht persönlich kennt. Man interpretiert so viel in die Worte hinein.
        Wenn ich das Richtige reininterpretiere, dann habe ich oft ähnliche Gedanken. Auch ich fühle mich in meinem Heimatdorf nicht wohl, weil ich weiß, dass ich zu vielen Dingen eine andere Einstellung habe als die meisten Menschen dort. Insbesondere meine Eltern. Aber ich versuche immer unter dem Strich für mich herauszufinden, ob ich meine Art und Weise OK finde. Wenn du dein Leben im Großen und Ganz in Ordnung findest reicht das. Andere müssen das akzeptieren, solange du sie nicht verletzt. Und davon gehe ich aus. Also verschwende keinen Gedanken mehr an die Dinge, die andere vielleicht befürchten …
        Und es hat alles seine Vor- und Nachteile. Es gibt sicher eine Menge Menschen, die immer alles zu Ende machen. Aus Prinzip. Bist du dir sicher, dass die das nicht bereuen, weil sie dadurch andere Erfahrungen verpasst haben?

        So jetzt ist mein LaTeX Download fertig. Dann werde ich jetzt mal neue Erfahrungen machen :-)

        Liebe Grüße
        Astrid

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  4. frizztext schreibt:

    manchmal ist sehr wohltuend, sich um bestimmte Menschen nicht mehr kümmern zu müssen. dann kann man sogar gesund werden. wenn man die endlich los ist, die einen krank gemacht haben. es wird zuviel die anpassung gepredigt (auch von psychologen), zuwenig der widerstand als kreativer schritt gewürdigt.
    viele grüße von

    Rage supports thinking

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  5. Sven schreibt:

    Es tut mir leid, dass du eine solche Last mit dir herumschleppst. Aber es freut mich, dass du die therapeutische Wirkung des Schreibens entdeckt hast. Und wenn du es schaffst, die Wirklichkeit zu überhöhen, könnte sogar Literatur dabei herauskommen. Bin gespannt.

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  6. Angie schreibt:

    Ich gelte auch als „“merkwürdig““! Diese Gesellschaft schließt uns aus, die wir gelitten haben!! Sie schützt uns nicht, sie hilft uns nicht, sie sagt einfach wir sind Spinner!!
    Vielleicht sollte ich auch schreiben. Ich kann mir vorstellen, dass das eine Therapie ist. Für mich ist das sehr schwer.
    LG
    Angie

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