Zweck oder Sinn (Nº 44 #oneaday)

Ohne Grund und ohne Sinn und ohne Zweck

At the bottom of this text you can find a link to translate the blog into English.

Es ist verworren und verwirrend und beschäftigt mich schonwieder seit Wochen. Es gärt in mir – und ist doch nicht ausgegoren … Es hat auch mit dem grund- und zweckfreien Geben aus Sunder warumbe zu tun.

Sinn. Etwas hat Sinn, ist sinnvoll – oder es hat keinen Sinn, ist sinnlos. Sinn machen: das geht nicht.

Bitte nicht verwechseln mit Zweck – oder mit Zweck vermischen!

Wenn das Leben einen Zweck haben sollte (!), dann nehme ich den Zweck an, unsere Welt für die nach uns Kommenden zu erhalten und die nach uns Kommenden auf diese Welt und deren Erhaltung vorzubereiten. (Hm, nachher finde ich noch einen anderen Zweck.)

Und ich kann mir nicht als Zweck (geschweigedenn als – meiner Meinung nach falsch verstandenen – Sinn!) des Lebens vorstellen, was sich viele als Aufgabe stellen oder als Ziel setzen: ein Haus bauen, einen Baum pflanzen. Hey – wieviel Platz ist auf der Erde? Und einen Sohn zeugen. Wo bleiben die zur Zeugung notwendigen Töchter / Frauen?.

Das Ziel meines Lebens ist es wohl, in der Rückschau als «erfüllt» angesehen werden zu können. Ich könnte mir auch die Zufriedenheit mit seinem Verlauf – nicht in jeder Einzelheit, aber doch in der Gesamtbetrachtung – als Ziel meines Lebens denken, nicht jedoch das Anhäufen von Gütern in meinem privaten Besitz.

Ein Stück Welt besser gemacht zu haben – was würde das denn bedeuten? Was ist «ein Stück Welt» und wie ist es «besser» – vor allem: besser als was?

Weil auch das mehr Fragen aufwirft, als ich jemals beantworten kann, schließe ich auch das als Lebenszweck oder Lebensziel für mich aus?

Falls ich allerdings in / mit meinem Leben eine Aufgabe / Vorbestimmung zu erfüllen habe oder ein Schicksal, dann hätte das Leben sicher einen Zweck. Denn ich definiere Zweck in der Bedeutung von «zu erreichendes Ziel, erfüllte Aufgabe» – aber Sinn? Worin wäre dann Sinn zu finden?

Vielleicht muß ein – mein – Leben keinen weiteren Zweck haben als nur den einen einzigen? Wenn ich an den einzigen bisher erfüllten Zweck der Sicherung des Fortbestandes der eigenen Art durch – ausreichende! – Fortpflanzung erinnern darf …

Und Sinn?

Ich genieße mein Leben mit allen meinen Sinnen, so gut ich es eben kann. Welchen anderen Sinn soll ich denn sonst noch «machen?» ;-)

Der Verfasser des Blogs schleicht genüßlich davon und dankt für’s Lesen.

If you would try out Google translations of this blog into english, use this link.

Erstveröffentlichung 2009-06-04 im damaligen Sozialen Netzwerk Myspace
noch immer aktuell: © 2009 – Der Emil

044 / 365 – One post a day (WP-count: 428 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, Gedachtes, postaday2011 #oneaday abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

19 Antworten zu Zweck oder Sinn (Nº 44 #oneaday)

  1. fudelchen schreibt:

    Das Leben mit allen Sinnen genießen finde ich absolut in Ordnung und ich denke nicht darüber nach, welchen Sinn und Zweck mein Leben hat, denn ich wurde geboren, keiner hat mich je gefragt ob ich das wollte und so geht es doch allen Menschen.
    Wer sich zu irgndetwas berufen fühlt, der kann das machen und nun wünsche ich dir einen wundervollen Sonntag.

    Herzlichst ♥ Marianne

    Like

  2. Pingback: Tweets that mention Zweck oder Sinn (Nº 44 #oneaday) | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen -- Topsy.com

  3. Follygirl schreibt:

    Schwierig heute bei Dir… Sinn…?
    Die Fortpflanzung ist es für mich definitiv NICHT!
    Ansonsten, nur dafür da zu sein um es sich gutgehen zu lassen ..? NEIN, auch nicht mein Ding, das wäre dann doch etwas wenig.
    Zufriedenheit mit seinem TUN, das ist dann schon eher mein Ziel… und da gehört aber eine Menge dazu.
    Was Du übers Schenken schreibst… das machen wir seit 30 Jahren nicht mehr mit… keine vorgegebenen Anlässe, kein MUSS, sondern nur, wenn es paßt. (mir macht das Schenken viel Freude, wenn ich sehe, es kommt richtig und gut an).
    Liebe Sonntagsgrüße, Petra

    Like

  4. zweitesselbst schreibt:

    ich denk mal, der Sinn des Lebens ist zu verstehen. wenn man am Ende des Lebens verstanden hat, dann hat es wohl auch seinen Zweck erfüllt.

    naya, wiedemauchsosei, ich fühl mich dabei immer wieder überfordert. dir auch nochn entspannten Sonntag (H)

    Like

    • schlafwandlerchris schreibt:

      Bin grundsätzlich auch Deiner Meinung, zweitesselbst!

      Wir tragen alle Antworten in uns, auch die auf die Frage nach dem Sinn. – „Je größer der Zweifel, desto größer das Erwachen. Je kleiner der Zweifel, desto kleiner das Erwachen. Kein Zweifel, kein Erwachen.“ (Po Shan) Also Sinn- und Zweckfindekrise? Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus 2 Schriftzeichen zusammen – das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit. Ergreift man die Gelegenheit mit Achtsamkeit, kann man sich also in Gelassenheit diesen Fragen stellen, oder? …und es zulassen, dass sich beim „Leben-Üben“ mit dem Fokus auch oft die Ansicht verändert… immer wieder neu hinterfragen, die eigene Realität betrachten – vielleicht ist das die direkteste Antwort auf die Frage nach Sinn und Zweck?

      Einen nicht unerheblichen Teil meines Seins richte ich darauf, mich in dieser Richtung in Tiefe zu üben – meine Seele möglichst mittig und gesund zu halten um mit allen Sinnen, in Freiheit und mit Liebe, in meinem Lebensrhythmus, in meiner eigenen Zeit und in meiner Realität Balance zu halten. Zwischen allen Gefühlen, Gedanken und Einflüssen, Gegensätzen und unterschiedlichsten Lebensaufgaben. – Wenn ich Zugang zu meinem Innersten aufrecht erhalte und vertiefe, sind Äußerlichkeiten auch nicht mehr so wichtig. Inneres Wachstum bringt unweigerlich Antworten mit sich. Es ist zwar sehr spannend, auf diesem Weg zu wandeln, jedoch auch oft sehr anstrengend…

      „Wir müssen lernen, die Komödie zu Ende zu spielen. Wir müssen das Unglück müde machen.“ Charles Dickens

      Ein Sinn, ein Streben: „Wir glauben, es ist dies die ursprüngliche, unverkümmerte, natürliche Auffassung des Lebens, das heißt des menschlichen Denkens, Handelns und Fühlens. Der Normalmensch, der in einer Atmosphäre voller Spaltungen aufgewachsen ist, hat seine Ganzheit, seine Integrität verloren. Um wieder ein Ganzes zu werden, muss er den Dualismus in seiner Person heilen, in seinem Denken und in seiner Sprache. Er ist gewohnt, Kontraste – kindlich und reif, Leib und Seele, Organismus und Umwelt, Selbst und Realität – so zu denken, als ob sie aus gegensätzlichen Größen bestünden. Die ganzheitliche Auffassung, die eine solche dualistische Betrachtungsweise auflösen kann, liegt vergraben, aber sie ist nicht vernichtet…“

      Dankbar, hier ein wenig über den Austausch meinen Horizont betrachtet haben zu können, schließe ich an dieser Stelle, auch wenn man das noch ganz, ganz weit ausdehnen könnte :-D
      Schönen Sonntag allen!

      Like

      • der_emil schreibt:

        Oh. Ein kompletter Antwortblog ;-).

        Danke jedenfalls für diese Denkanstöße. Mich treibt diese Sinn-Zweck-Frage schon einige Jahre um, und die «Antwort» ändert sich für mich ziemlich häufig, so daß ich eher von keiner Antwort ausgehe.

        Oder, um mal die Bibel zu zitieren: «Da merkte ich, daß es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich
        sein und sich gütlich tun in seinem Leben.»
        (Prediger 3,12) — nein, ich möchte niemanden missionieren.

        Kann die Beschäftigung mit dieser Frage doch vielleicht am Alter liegen?

        Like

        • schlafwandlerchris schreibt:

          Am am Alter? Hm, ja auch, sicher, denke ich. Die individuelle Realität des eigenen Hier und Jetzt…
          Um U. Schaffer zu zitieren: „[…] Wir tauchen aus unseren Erfahrungen auf, wesentlicher, enttäuschter, reiner. So werden wir die, die wir hofften zu sein. Und so gehen wir auch an uns selbst vorbei, ohne uns zu erkennen. Wir verstehen uns selbst nie ganz, und das, wie nichts anderes, hält uns lebendig.“

          Hätte Dich nicht so verstanden, als wollest Du missionieren… ;-D
          „…, ihr seid euch vielleicht über viele Dinge nicht im klaren, aber eines steht für euch felsenfest: Ihr seid schlecht, und das meiste von dem, was ihr euch sehnlichst wünscht, ist ebenfalls schlecht. Nachdem ihr dieses Urteil über euch gefällt habt, fasstet ihr den Beschluss, dass es eure Aufgabe ist, euch zu bessern.
          Das ist in Ordnung. Es ist jedenfalls die gleiche Zielsetzung – nur dass es eine raschere Möglichkeit, eine kürzere Route, einen schnelleren Weg gibt.
          Welcher wäre?
          Die Akzeptanz dessen, wer und was ihr im Moment seid – und es zu demonstrieren.“

          GmG 1, Seite 137
          Quelle: http://www.gespraechemitgott.org

          “Zweifle nicht, alles hat einen Sinn – egal, wie Du´s machst.” http://zweitesselbst.wordpress.com/2011/02/13/ups-jetzt-bin-ich-hier-verstrt-um-mich-guck/ :

          „Noch bis vor kurzem habt ihr das Leben so gelebt, als hätte es weder Sinn noch Zweck. Nun wisst ihr, dass es keinen Sinn und Zweck hat außer dem, den ihr ihm gebt. Das ist ein sehr gutes Zeichen.“

          GmG 1, Seite 238
          Quelle: http://www.gespraechemitgott.org

          Antwort. Keine Antwort. Antwort. Keine Antwort.
          Aber auf dem Weg.

          Like

          • der_emil schreibt:

            «Antwort. Keine Antwort. Antwort. Keine Antwort.
            Aber auf dem Weg.»

            So ist es. Auf dem Weg. Wohin? Das werde ich sehen, wenn ich angekommen bin …

            Auch Dein Post vom Weg #1, Anfang ist ein wundervoller Impuls für’s Weiterdenken und Weiterleben. Danke.

            Like

  5. christA schreibt:

    also, der WAHRIG sagt:

    Sinn (m.) 1) Fähigkeit der Organismen, verschiedene Arten von Reizen zu unterscheiden; Denken, Gedanken, Bewusstsein; Gesinnung, Denkungsart, Gemüt; Verständnis, Empfänglichkeit (für), Bedeutung, geistiger Gehalt (einer Dichtung, Aufgabe, Frage, eines Wortes); …
    z.B. steht dort bei 3) es hat keinen Sinn, länger zu warten = es ist unvernünftig, hat keinen Zweck…

    Zweck (m.) Sinn, Ziel einer Handlung…

    Es gibt also durchaus eine Gleichstellung beider Begriffe, ob das nun sinnzweckig oder zwecksinnig ist?

    Like

    • der_emil schreibt:

      Liebe Christa. Ich hab ihn zwar nicht zuhausestehen, aber den Wahrig kenn ich auch. Und der zeigt nur eine «gewisse» Gleichstellung.

      Du weißt doch, wie das ist: über manche Dinge meckert Mensch gern – und dieses Sinn-Zweck-Ding (oder das in 2011) «regt mich auf». Dann steck ich noch dazu mitten in der Lebensmittenkrise – und fertig ist der verwirrende, verworrene Text. ;-)

      Like

  6. frizztext schreibt:

    SINN: wie ich es geschrieben hab in

    Fear, rage, liberty


    Furcht, Wut, Freiheit
    (zweite Hälfte der Seite ist in Deutsch):
    Sinn des Lebens: die Furcht, die einen untertänig macht, Stück für Stück überwinden,
    den Mut zur Wut gewinnen – um in die Freiheit des Selbst-Seins vorbildlich durchzubrechen.
    Einen täglichen Blog zu schreiben, kann sehr gut dabei helfen.
    Ich finde, du bist auf einem guten Weg!

    Like

  7. Jacky Cash schreibt:

    Unterscheidung „Sinn“ und Zweck“:

    Zweck einer Uhr ist es, die Zeit anzuzeigen.
    Aber ob das immer Sinn macht…

    ;-)

    Mit augenzwinkerndem Gruß,
    Jacky

    Like

  8. Astrid schreibt:

    Hallo Emil,
    ich komme immer wieder zu dem Punkt, bei dem ich mir eingestehen muss, das unser Gehirn wohl nicht groß genug ist um eine Lösung für das Sinnproblem auf sachlicher Ebene zu finden. Ich bin immer froh, wenn ich meine Gedanken soweit kontrollieren kann, dass ich mich zufrieden und ruhig fühle. Dann sehe ich einen Sinn. Und darauf kommt es doch eigentlich an. Ich habe im letzten Jahr das Buch „Das Ende ist mein Anfang“ von Tiziano Terzani gelesen und das hat mich ein paar Dinge von einer anderen Seite sehen lassen :-)
    Liebe Grüße
    Astrid

    Like

Ich freue mich über Kommentare, moderiere sie aber.

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..