Impulse (Nº 45 #oneaday)

«Anstößig» kann auch was Gutes sein

Es entwickelt sich, was ich erhoffte. Impulse für das Denken, das Leben und das Genießen.

Hab ich gestern getwittert mit Bezug zu meinem gestrigen Blogbeitrag (Nº 44 #oneaday).

Bloggen ist ja sowas wie öffentlich denken – oder? Jedenfalls scheint es mir manchmal bei mir so zu sein. Und beim Denken kommen mir selbst manchmal auch im Nachhinein Ideen zu meinen Gedanken, die mich überraschen.

«Deine eigenen Gedanken können Dich beim Denken oder sogar nach dem Denken überraschen?»  Ich kann die Frage tatsächlich hören, wie sie überrascht aufkreischend geäußert wird. Und ich kann nur antworten mit einem einfachen Ja.

Ja, denn ich denke sehr viel nach: über mich, über mein Verhältnis zu meinen Vorfahren (sehr gestört, irreparabel) und Nachkommen (nicht mehr vorhanden bzw. ganz zart im Wiederaufbau begriffen), meine (nicht vorhandenen) Finanzen. Und immer ist etwas Überraschendes dabei.

Interessant sind diese Überraschungen allemal.

Ich kenne auch das Phänomen, daß ich genau weiß, daß ich etwas weiß, mich aber gerade nicht daran erinnern kann. Dann renne ich herum und versuche das Erinnern zu erzwingen. Und ich bin genervt davon, daß ich weiß, daß ich mich nur gerade eben nicht daran erinnern kann.

Nach spätestens (gefühlten) vier Stunden zwanghafter Erinnerungsversuche denke ich an etwas anders. Bin vielleicht beschäftigt mit der Bearbeitung meiner Photos oder beim Telefonieren. «Da können wir uns doch morgen mal treffen auf einen Kaffee. Ja, meinetwegen auf dem — Wartenbergrädchen! » «Was bitte?»

Dabei ging mir die Begriffssuche für dieses Hilfsmittel zur Stimulation der Nerven in der Haut vor vielen Stunden durch den Kopf. Nur wußte ich während des Telefonates, daß ich bei dieser Verabredung dann auch wieder warten muß auf meine Freundin. Die nämlich erscheint immer zu spät. Und da war’s: Warten.

Und so überraschte mich und meine Gesprächspartnerin mein Gedanke an das Wartenbergrädchen.

Beim Blog von gestern war es ähnlich und doch ganz anders.

Durch die Kommentare dazu habe ich erneut einige interessante Blogs gefunden, in denen sich das Stöbern und Lesen lohnt. Bei manchen weiß ich garnicht mehr, wie ich hingelangte. Und in denen der Kommentatoren hab ich auch gestöbert. Und neue Anstöße für mich gefunden. Zu Sinn und Zweck.

Diese Blogs waren sozusagen «anstößig», weil sie etwas anstießen. Und soetwas finde ich gut.
 
Dafür danke ich euch allen.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

If you would try out Google translations of this blog into english, use this link.

© 2011 – Der Emil

045 / 365 – One post a day (WP-count: 410 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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8 Antworten zu Impulse (Nº 45 #oneaday)

  1. fudelchen schreibt:

    Ja schleich doch nicht immer davon *g* Manchmal muß man das schon, weil man nicht den ganzen Tag an der Kiste hängen sollte und ich bin ganz genau wie du auch immer mal wieder zufällig auf neue Blogs gestoßen, das ist schon interessant. In den Blogs wo viel geschrieben wird, da kann ich erst am späten Abend erscheinen, weil ich dann mehr Ruhe zum Lesen habe und jetzt schleiche ich mich davon.

    Bye, byeeeeeee ;-)

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    • der_emil schreibt:

      Hey … Das mit dem „schleicht davon“ ist nur ein Ritual, eine Floskel, die zu den Konstanten meines hiesigen Blogs zählt. So wie woanders „In diesem Sinne:“ Also eine Macke, die ich unbedingt ausleben will ;-)

      Auch Dir danke ich für vielfältige Anregung!

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  2. Follygirl schreibt:

    Ja, diese Schleicherei ist schon gewöhnungsbedürftig… ich will da jetzt nicht spekulieren, warum ein Mensch herumschleicht.
    Gut, ich komme gerade und straks … Impulse —Anregungen, ja das ist die schöne Seite an den heutigen Möglichkeiten.
    LG, Petra

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  3. frizztext schreibt:

    wie sagte doch Flaubert:
    http://flickrcomments.wordpress.com/2011/02/01/glossary/
    man tanzt heute nicht mehr zusammen,
    die einen marschieren stramm,
    die anderen schleichen daher.
    die gesellschaftliche schere geht auseinander –
    nicht nur finanziell sondern auch körpersprachlich …

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  4. frizztext schreibt:

    lieber EMIL,
    nachdem ich in 20 verschiedenen BLOGS nach Anregungen für den heutigen Artikel ohne Erfolg herumgesucht habe, hat es auf deiner Seite wieder gefunkt. Danke! Ergebnis:

    Dancing-marching-creeping


    P.S.:
    und was schreiben die Zeitungen in Halle über Gottschalks Rückzug?

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  5. christA schreibt:

    für mich klingt „davon schleichen“ nicht anstößig, nicht den Anstand verletzend, peinlich oder schlüpfrig, sondern als ließe der Schreiber den Leser mit seinen auslösenden Gedanken alleine zum Nachdenken.
    Anstößig, lieber Emil, ist das Adjektiv von Anstößigkeit und nicht von Anstoß.
    Im Warten auf einen Gedanken kann ich das G E H E N empfehlen oder wie Nietzsche auch meinte: „… Das Sitzfleisch ist die eigentliche Sünde wider den heiligen Geist…“

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Ich freue mich über Kommentare, moderiere sie aber.

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