Nicktrottel (#005)

Tips für Nicktrottel

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Vor vielen Jahren, es mag 2004 gewesen sein, beschäftigte ich mich sehr intensiv mit den Schenkern (der Schenker-Bewegung). Das waren oder sind die Menschen um Öff!Öff!, Frieden und TüTü. Zu ihnen gehört(e) auch ein hier in Halle (Saale) Lebender. (Bitte sucht selbst nach weiterführender Information.)

Der Hallenser sagte einmal von sich: «Ich bin Mxxxxx Bxxxxxxx. Ich bin in Gefahr, ja zu sagen, bis ich sterbe. Und es gibt Menschen, die finden das so o.k.» Von ihm erhielt ich eines Tages diesen Text, den er als die «Tipps für Nicktrottel» bezeichnete:

 
Kannst Du “nein” sagen?

  1. Ist es für Dich wichtig, von anderen akzeptiert und gemocht zu werden?
  2. Versuchst Du oft herauszufinden, was andere von Dir erwarten, und richtest Du Dich danach?
  3. Ist es Dir wichtig, daß andere Dir sagen, daß Du eine Sache gut gemacht hast?
  4. Findest Du es wichtig, auf die Wünsche und Bedürfnisse anderer Rücksicht zu nehmen?
  5. Ist es Dir unangenehm, andere Leute zu kritisieren?
  6. Sagst Du eher “Könntest Du das vielleicht machen?” als “Bitte mach das!”?
  7. Sagst Du oft mehr als eigentlich notwendig?
  8. Bist Du höflich und zuvorkommend?
  9. Kommen Menschen mit Problemen meist zu Dir?
  10. Versuchst Du nach Möglichkeit, Streit und Konflikte zu vermeiden?
  11. Bist Du sehr hilfsbereit?

Wenn Du mehr als sieben Fragen mit “ja” beantwortet hast, bist Du viel zu gutmütig. Mach Dir klar: Du hast das Recht, daß man Deine Wünsche und Bedürfnisse respektiert. Sage häufiger “nein”. Du gewinnst dadurch mehr Zeit für Dich selbst und auch für Deine Arbeit. Außerdem vermeidest Du Zusagen, die Du später nicht einhalten kannst. Ein positiver Effekt: Du wirkst für andere selbst- und verantwortungsbewußter, wenn Du nicht immer als rettender Anker zuf Verfügung stehst.

Exakte Quelle unbekannt. Wer sie kennt, hinterlasse bitte einen Kommentar, so daß ich die Quellenangabe ergänzen bzw. anders reagieren kann. Danke.
 

 
Es gab Zeiten, da antwortete ich zehnmal mit Ja …

Noch früher arbeitete ich selbständig als Instruktor und Trainer. Im Fach “Kybernetische Strategien der Laufbahnplanung” (neudeutsch für Bewerbungstraining) verteilte ich an meine Teilnehmer sehr gerne die zusammengefaßten:
 

 
Acht Regeln für das “Nein”

  1. Klar und deutlich nein sagen, nie jein. Gib Deinem Gegenüber nicht das Gefühl, Deine Antwort könnte ein ja beinhalten. Vermeide Einleitungen wie “Eigentlich würde ich ja lieber …”.
  2. Sage freundlich, aber bestimmt nein und schaue Deinem Gegenüber dabei fest in die Augen. Körperhaltung und Mimik sind sehr wichtig. Vermittle immer Entschlossenheit.
  3. Du kannst das Nein auch einfach im Raum stehenlassen. Du bist Deiner Umgebung keine Erklärung schuldig. Zudem wirkt Deine Verweigerung dadurch umso selbstverständlicher.
  4. Deinem Chef gegenüber solltest Du eine Begründung liefern, aber rechtfertige Dich nicht. Damit würdest Du ein schlechtes Gewissen offenbaren und deinem Vorgesetzten eine Angriffsfläche bieten, die er zu seinem Vorteil nutzen kann.
  5. Gib keine langen Erklärungen ab, das zeigt Unsicherheit. Wenn Du etwas ablehnen willst, komm gleich auf den Punkt.
  6. Erfinde keine Gründe. Auch nicht, wenn Du damit größeres Verständnis bei Deinen Leuten stoßen solltest. Bei Nachfragen – und die kommen garantiert – gerätst Du sonst in Schwierigkeiten.
  7. Bleib bei Deinem Nein. Laß Dich nicht durch Schmeicheleien oder Kritik umstimmen. Bleib standhaft, auch wenn Du mit Sätzen umgarnt wirst wie “Du bist doch unser(e) Beste(r)” oder “Ohne Dich werden wir das niemals schaffen”.
  8. Wer nein sagt, stößt häufig auf Unverständnis. Finde Dich damit ab, daß Dein Gegenüber zunächst von Dir enttäuscht ist. Warte einfach ab, auch diese Phase geht vorbei.


 

 
Vieles davon habe ich auch in der Tagesklinik wieder gehört. Ich denke, daß ich in diesem Jahr öfter diese acht Regeln beachten sollte …

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 4. Januar 2012 war der ganze, anstrengende und erfolgreiche Tag.

© 2012 – Der Emil. Dieser Text steht unter einer creative common license für Deutschland 3.0
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung): CC by-nc-nd Website

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Über Der Emil

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11 Antworten zu Nicktrottel (#005)

  1. fudelchen schreibt:

    Oh man, da muß ich hart an mir arbeiten, konnte fast alles mit JA beantworten…Himmel hilf.

    GLG Marianne ♥

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  2. Follygirl schreibt:

    Ja, ganz wichtig!!!
    LG, Petra

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  3. bauchundnase schreibt:

    Acht mal Ja … sch… Helfersyndrom!

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  4. anniefee schreibt:

    Diese Schenker-Bewegung wirkt mir etwas suspekt, aber wer weiß..
    Dass man selbstbewusster wirkt (und einem dann mehr zugetraut wird), wenn man nicht alles abnickt bzw. auf dem Rechtfertigungstrip ist, musste ich letztes Jahr auch vermehrt einsehen.
    Nie eindeutig JA zu sagen, kommt aber auch nicht souverän rüber, sondern ebenso glibbschig – unspezifisch wie immer nur „jaja..“ zu sagen …

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  5. silberträumerin schreibt:

    ich komme auf 4 mal „ja“. und die fragen, die ich mit ja beantwortet habe, sind für mich auch okay. nichts, was ich ändern will. ich kann (meistens) nein sagen, wenn ich das will, aber ich muss auch nicht aus prinzip immer nein sagen. passt schon, wie’s ist :)

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  6. Inch schreibt:

    Also ich weiß nicht…

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  7. TimeBanditsWorld schreibt:

    Ich denke auf die Mischung von Ja und Nein kommt es an. Klar müssen wir nicht zu allem JA sagen und lernen auch mal NEIN zusagen. Nur ist das eben nicht immer so leicht abzuwägen, was nun wirklich richtig für uns selber ist.

    Wir arbeiten da wohl alle an uns ^^

    Schönen Donnerstag wünsche ich Dir !

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  8. sweetkoffie schreibt:

    Danke, lieber Emil, jetzt weiß ich wenigstens die genaue Bezeichnung für mich :-P

    Liebe Grüße
    SK

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  9. minibares schreibt:

    Ich verspreche nur, was ich auch bestimmt und sicher ausführen kann. Ansonsten gebe ich keine Zusage.
    Und wenn ich mal wirklich keine Zeit habe, sage ich auch das.

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  10. frizztext schreibt:

    NEIN-Sagen ist wichtig.

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  11. Medienkanzler schreibt:

    Uuiiii, das druck ich mir aus und trage es bei mir. Zum üben!

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