Auszeit (#129)

Abschalten – aber wie!

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Irgendwo habe ich gestern etwas von «Auszeit» gelesen. Beim WDR, und ich werde mir diese Sendung “Daheim und Unterwegs” auf alle Fälle noch ansehen.

 

Innehalten.
 
Pausieren.
               Zur Ruhe kommen.
                           Weg vom Alltag.
                                       Raus aus Routinen.

 
Gedanken,
               Sorgen,
                           Probleme
                                       weglassen.

 
Gegen den drohenden Alltag etwas
                                                      weglassen.

 

 
Und ich, ich trau‘ mich das nicht. Vor allem: Was, bitteschön, außer meiner Bloggerei kann ich weglassen?

Wenn ich vom Unterwegs-Sein lese, komme ich auch dazu, unterwegs zu sein. Aber das Sein ist garnicht anders, wenn ich unterwegs bin.

Weil ich nur kurz unterwegs bin. Meinen Rückzugsort immer wieder tagsüber und auch abends brauche. Hm. Dabei muß ich nicht nachdenken darüber, ob ich genug mache. Denn Ich bin ich. Das ist eine Leistung. Weil ich Ich bin und nicht nur in fremdbestimmten Rollen existiere … Doch davon hätte ich gerne eine Auszeit.

Dieses neue Denkicht rund um meine Auszeit verdanke ich Irgendlink, dem Mann, der da – zur Zeit bergauf und bergab in den schottischen Bergen – rund um die Nordsee radelt. Von dem habe ich einen virtuellen Tritt in meinen real bequemen Hintern bekommen.

Ich habe gestern seine Texte vermißt. Und über mein tägliches Schreiben im Blog nachgedacht. Kann ich mir nach dieser Aufforderung von Sascha Lobo auf der re:publica eine Auszeit leisten? Meinen Blog einfach für eine, zwei oder drei Wochen so liegenlassen, wie meine anderen Blogs, die alle nach und nach stiller wurden?

Auszeit: Nur mit genügend Strom und täglich drei Stunden Internetzugang. Mit ausreichenden Vorräten (und dazu ein erntereifes Kartoffelfeld wäre eine gute Idee). Oder mit sicherer Versorgung. Und einem eigenen Klo. Ja, für meine Auszeit stelle ich schon (noch) ganz schöne Ansprüche. Während meiner Auszeit von meinem Ich würde ich einfach weiterbloggen.

Schade, daß mir das ungeliebte Amt nicht eine richtige Auszeit genehmigt und die Leistungen für drei Monate im Voraus auszahlt. Früher konnte man zumindest im ALG-I-Bezug für drei Monate mit einem Schein (E30) im europäischen Ausland unterwegs sein und bekam alles weitergezahlt. Heute darf ich mich nur ganze 21 Kalendertage aus meiner Wohnung entfernen, so ist das Gesetz in dieser Scheindemokratie.

An dieser Idee läßt sich arbeiten. Noch kann ich nicht, aber eine Auszeit werde hinkriegen. Nächstes Jahr mit Sicherheit.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 7. Mai 2012 war ein dreistündiger Spaziergang am Halleschen Kanal – nach welchem ich entsetzt feststellte, daß ich keines meiner Telefone mitgenommen hatte.
Hat auch niemand angerufen.

© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können in meinem Blog erfragt werden.

129 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 456 words)

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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12 Antworten zu Auszeit (#129)

  1. Sofasophia schreibt:

    auszeit muss vielleicht gar nicht unbedingt außen sichtbar sein? anders gesagt: sie geschieht ja innen. ob dann die außen-form
    mitzieht, ist wohl sekundär. wichtigere frage fûr mich: wovon will ich mich temporär verabschieden? für mich ist das „leiden an“ oder das „zu viel von“ bis jetzt immer anstoß für eine auszeit gewesen. und bei dir? was motiviert dich letztlich?
    was willst du finden umd erreichen? (okay, meist finden/erreichen wir eh anderes, aber ein plan/eine idee riecht wenigstens nach einer richtung ;-) …)

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  2. M. schreibt:

    Du wirst denTeufel tun und deinen Blog links liegenlassen. Hörst du? Ich schreie grade ganz laut!

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  3. Elvira schreibt:

    Auszeit hat viele Gesichter, lieber Emil. Die Frage ist, was tut einem gut? Ich habe gerade eine Auszeit von der Bezahlarbeit genommen, weil das heute so gerne zitierte BurnOut unüberhörbar aus jeder Pore meines Körpers hervorkriecht. Seit sechs Wochen bin ich krankgeschrieben – aber diese Auszeit scheint nicht zu helfen. Das Problem ist nämlich, egal wohin wir gehen oder was wir tun, wir nehmen uns immer mit!
    Liebe Grüße,
    Elvira

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  4. minibares schreibt:

    Du hörst WDR, ich staune!
    Das ist mein normaler Sender, also WDR2, den ich im Radiowecker eingespeichert habe.
    Tja eine Auszeit, Auszeit wovon? Das ist eine gute Frage.
    Erinnert sehr an Fastenzeit.

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  5. Follygirl schreibt:

    Oh, mein Senf ist weg? … dann wars sicher nicht so wichtig…

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  6. Gabi schreibt:

    Auszeit kann auch bedeuten, mal seine Angewohnheiten zu ändern, bzw. sie mal zu überdenken oder gewisse Tätigkeiten für eine Weile aufzugeben oder einzuschränken um so vielleicht drazfzukonmen, was wirklich wichtig ist und was nicht. Ich schätze, Auszeit wird für jeden was anderes bedeuten.
    Ich hoffe, es geht Dir wieder besser.
    LG Gabi

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