Sprachgebrauch und Sprachentwicklung

Ein Vorwort zeigt, wie’s gehen kann.

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Ich kenn‘ den Film, hab ihn schon ein paarmal gesehen. Doch daß das Buch ausgerechnet von dieser Schriftstellerin stammte, das entfiel mir immer wieder. Vor einiger Zeit allerdings fiel mir ihr Buch in die Hände, es lag auf der Straße, in einer Kiste, an der ein Zettel klebte: “Zum Mitnehmen – denn zum Wegwerfen sind Bücher zu schade”. Ich Dussel habe vergessen, das zu photoraphieren, habe mich doch viel zu sehr über dieses Buch und die anderen (Michael Schanze: Moritz jagt die Flußpiraten; Steinzeitmenschen. Vom Nomaden zum Bauern; Kirkpatrick Hill: Indianerwinter; Arnulf Zitelmann: Unterwegs nach Bigorra; Alfred Hitchcock: Die drei ??? und der verschwundene Schatz, Die drei ??? und der Fluch des Rubins [Sind die wirklich von Hichtcock?]; Das ultimative Fußballquiz) gefreut.

Das nicht erwähnte Buch ist im Kinderbuchverlag Berlin erschienen, 1989, in der DDR (die erst 1990 verschwand!). Es wurde nicht, wie heutzutage zum Wohle der Kinder, verunstaltet durch Umschreiben unerwünschter Worte in Sprachkonstrukte, die die Autorin in keinem Falle gutgeheißen hätte! Nein, diese Buch bekam – wie so viele Bücher aus dem NSW – ein Vorwort, in diesem Falle von Gerhard Holtz-Baumert, das gewisse Dinge erklären sollte:

 

 

Spannend wird vom Leben der Räuber erzählt, aber eigentlich rückt die Autorin etwas ganz anderes in den Blickpunkt: die Gewalt unter den Menschen, eine, die zum Kriege führen kann.

Als Astrid Lindgren für ihre Schriftstellerarbeit einen Preis bekam, hat sie gesagt: “Gerade heut lebt die ganze Welt in der Furcht vor einem neuen Krieg, der uns alle vernichten wird. Angesichts dieser Bedrohung setzen sich mehr Menschen denn je zuvor für Frieden und Abrüstung ein – das ist wahr, das könnte eine Hoffnung sein.” Und sie fragte: “Könnten wir es nicht vielleicht lernen, auf Gewalt zu verzichten? Könnten wir nicht versuchen, eine ganz neue Art Mensch zu werden? Wie aber sollte das geschenen, und wo sollte man anfangen? Ich glaube, wir müssen von Grund auf beginnen. Bei den Kindern.”

Vielleicht war da die Geschichte von Ronja schon aufgeschrieben, vielleicht trug sie die Autorin erst im Kopf mit sich herum; auf jeden Fall gibt “Ronja Räubertochter” uns nun eine Antwort darauf, wie man gegen Gewalt und Krieg kämpfen kann. Astrid Lindgren ermuntert dazu, sich über trennende Klüfte hinweg Freunde im Leben zu suchen.

Dies ist ein aufregendes Buch, eines von solch seltsamen Räuberkindern wie Ronja und Birk und von ihrer schwer erkämpften Freundschaft. Es ruft auf zum Miteinander und hilft, für den Frieden zu streiten.

Aus dem Vorwort von Gerhard Holtz-Baumert.
Astrid Lindgren: Ronja Räubertochter. ATB Alex Taschenbücher 138. S. 4f
© Der Kinderbuchverlag Berlin – DDR 1988. ISBN 3-358-01380-4

 

 

Natürlich ist das DDR-Deutsch. Aber damals wurden wegen des “gender mainstreaming” oder wegen der “political correctness” nicht ganz so offensichtlich Originaltexte durch Wortersetzungen “modernisiert”, “humanisiert” oder “korrigiert” (also verfälscht) wie in den Neuauflagen von Astrid Lindgrens “Pippi Langstrumpf” – nein. Die Originaltexte wurden im Original belassen, und eventuelle Probleme wurden in Vor- oder Nachworten erklärt, erläutert und relativiert. Tja, die Zeiten ändern sich und die Gepflogenheiten auch.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 11. Oktober 2014 waren das Ausschlafen und die leckeren Kartoffelpuffer zu Mittag, der ruhige Abend.
 
Tageskarte 2014-10-12: VIII – Die Kraft.

© 2014 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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2 Antworten zu Sprachgebrauch und Sprachentwicklung

  1. Sofasophia schreibt:

    einer meiner lieblingsfilme! ob ich das buch je gelesen habe, weiß ich nicht. aber den film zigmal gesehen.
    was im vorwort über die ursachen von krieg steht, berührt mich.

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  2. Elvira schreibt:

    Eines der Bücher, die nie, nie aus meinem Bücherregal verschwinden werden (jedenfalls nicht zu meinen Lebzeiten). Und ein Film, der sich unglaublich an das Buch hält. Als ich Ronja auf der Kinoleinwand sah, war es die, die ich mir auch vorgestellt hatte.
    Das Vorwort passt doch, damals wie heute!

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