Ein neues Werkzeug ausprobiert

Ablenkungsfreies Schreiben.
Fokussiert auf das Schreiben.
Wie geht das?

To get a Google translation use this link.

 

Ohne zu wissen, daß ich etwas testen möchte, schrieb Sofasophia gestern: Sie: Im Gegensatz zum Stein, der der Bildhauerin durch seine Form etwas sagen kann über seinen Wunsch, was er mal werden will, wenn er fertig gehauen ist, sagt mir das weiße Blatt Papier einfach überhaupt nichts. Ist das nun Freiheit oder Fiesheit?”

Mein Papier in meiner Kladde spricht mit mir. Meistens ist es wirklich weiß (oder chamoix) und unliniert. “Schmier”zettel sind die blank gebliebenen Rückseiten von ausgedruckten Dokumenten, die ich halbiert und in einen kleinen Ordner geheftet habe. Die Angst vor dem leeren Blatt habe ich nur selten, nur manchmal quäle ich mich vor der leeren Seite mit dem Finden von Ideen. Meist – fast immer! – fließt nach kurzer Zeit etwas aus dem Kopf in den Arm in die Hand in den Stift und aus diesem auf das Papier. Auch gerade Gelesenes notiere ich mir, wenn es interessant genug oder ausreichend seltsam ist.

 

Focuswriter (1)

Focuswriter (1)
So sieht der Desktop aus, nachdem das Programm Focuswriter gestartet wurde.

 

Ich möchte wenigstens einmal ausprobieren, ob ich dieses weiße Blatt, das sich sonst in meinen Kladden befindet, hier auf dem Rechnerlein nachgebildet nutzen kann. Zu diesem Zweck habe ich mir sowohl auf dem ganz Kleinen unter Win7 als auch auf dem neueren, größeren Gerät unter Fedora (auch für das Angebissne verfügbar) das Programm Focuswriter – der URI der Seite ist Programm! – installiert und erzeuge diesen Text darinnen direkt auf dem Rechnerlein tippend. Es fühlt sich seltsam an. Es fließt nicht – die fließende Bewegung des Stiftes über das Papier fehlt mir. Seltsam, oder? Dabei ist das Schreiben auf Tastaturen doch das heutzutage normale Schreiben; schließlich nutze ich ja auch ein Schmartfohn mit Tatschsgrien … Und doch ist es etwas anderes, ob ich irgendwo irgendwelche Kurznachrichten schreibe oder ob ich einen Text, einen Beitrag, einen Brief erstellen möchte, eine Geschichte schaffe.

 

Focuswriter Statistik

Focuswriter Statistik
Am unteren Bildschirmrand erscheint im Programm Focuswriter eine sehr nützliche Statistik, wenn der Mauszeirger hinbewegt wird.

 

Schon nach diesen wenigen Zeilen (okay, die Statistikanzeige in diesem Progrämmchen finde ich schon schön) aber merke ich, daß es kein Werkzeug für mich ist, auch kein Werkzeug für mich werden wird. Texte auf dem Rechner zu schreiben heißt HTML zu schreiben (oder LATEX) mit all den Tags und Codes, die das schlußendliche Aussehen des Textes bestimmen. “In den Rechner zu scheiben” bleibt abschreiben und formatieren im Quelltext, Verlinkungen direkt anzugeben usw. usf.

 

Focuswriter Menü

Focuswriter Menü
Das Menü des Programms Focuswriter erscheint am oberen Bildschirmrand, wenn der Mauszeiger ihn berührt.

 

Ich bin altmodisch, brauche das Kurrent, die Tinte, den Bleistiftstrich, das Papier. Denn wie ich schon schrieb: Mein Papier spricht mit mir. Und ich brauche Hintergrund, Rauschen sozusagen aus Geräusch und Bildern, und Ablenkung, dann bin ich kreativ … Doch vielleicht ist das kostenlose Programm Focuswriter etwas für eine meiner Leserinnen oder für einen meiner Leser?

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 28. Oktober 2014 war der Morgen, die reiche Ausbeute und der geruhsame Abend.
 
Tageskarte 2014-10-29: Die Zwei der Schwerter.

© 2014 – Der Emil. Text & Bilder unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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8 Antworten zu Ein neues Werkzeug ausprobiert

  1. Sofasophia schreibt:

    also ich werde es laden, das programm.
    weil, bei mir fließt es besser (und lesbarer) auf der tastatur als von hand.
    es ist, um meine aussage mit dem papier noch etwas auszuführen, bei mir so, dass ich meist vor dem papier weiß, was ich darauf schreiben werde. papier oder leeres dokument nehme ich erst zur hand, wenn ich es beschreiben will.
    das bild war eher als metapher gedacht. ;-)
    schön aber, dass du es als sprungbrett zu deinem feinen artikel verwendet hast.
    freut mich.

    Gefällt 1 Person

    • Der Emil schreibt:

      Ich glaube, wir sinnierten schonmal hie und da über unsere Schreibräume, in denen wir auch unsere Ideen entwickeln? Das Papier ist mein Eintrittspunkt …

      Am Rechner geht es nicht mehr anders als mit diesen „Entwicklungsumgebungen“. Wenn ich Behördenbriefe nicht mit der Hand schreibe, verfasse ich sie in LATEX …

      Gefällt 1 Person

  2. Bruder Indiana schreibt:

    Schrift Steller würde ich dazu sagen. Sieh an, Android schreibt Schriftsteller auseinander

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