Liebmanns Gedicht

In (m)einer Radiosendung gestern Abend rezitiert

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Angekündigt hatte ich es schon im Text Neuer Stoff; und gestern las ich nun im Buchfink noch vor allem anderen:

 

 
Kurt Liebmann (∗ 1897 – † 1981)
 
An der Elbe
Milder Novembertag
 

Die Sonne, weiß umwogt von Nebelluft,
Vermag nur lind und mild der Welt zu leuchten.
Sie taucht die roten Wälder und die feuchten,
Gebräunten Wiesen zart in Silberduft.

Kein Wind, kein Laut stört das Verklärungswallen.
Der Fluß fließt ungekräuselt seine Bahn.
Vom Osten dunkle Krähenschwärme nahn,
Die geisternd in die Eichenkronen fallen.

Da bricht das Licht durch dichte Nebelschleier.
In Erlenwipfeln goldet Frühjahrsahnen.
Doch schon umflattern wieder graue Fahnen
Die Ufer um den schwermutstillen Weiher.

Ein Dampfer hat dem Dunste sich entwunden.
Als Urweltwesen gleitet er vorbei.
Er dröhnt ins Dämmern einen dumpfen Schrei
Und ist im Nebelmeere schon entschwunden.

Bernd Gerhard Ulbrich: Dichter in Anhalt: Ein Lesebuch zur Liraturgeschichte. S. 199f
Anhaltinische Verl.-Ges. im mdv
© 2002 mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH Halle (Saale). ISBN 3-89812-142-9

 

 

 

Nun denn, wir sind ja mittendrin im besprochenen Monat …

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 14. November 2014 war der gelungene Buchfink als Sendetechniker und Moderator.
 
Tageskarte 2014-11-15: Die Königin der Münzen.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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5 Antworten zu Liebmanns Gedicht

  1. Sofasophia schreibt:

    well done! :-)

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  2. wildgans schreibt:

    Schön, das Gedicht hier anzutreffen. Ich konnte erst ab Christa Wolf hören. Das mit den Analytikern fand ich interessant, was war das noch mal- ich habe nicht mitnotiert, wie ich es sonst manchmal mache. Deine Sprache, echt Profi! Man hört so gerne zu!

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  3. Gela schreibt:

    Ein Hoch auf den November – das vernachlässigte und gebeutelte Stiefkind unter den Monaten. Ich mag ihn…

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