Es fehlte mir ein Zeitverteib


Tage ohne: Schreiben/Lesen.

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Tage ohne Schreiben.
Gibt es nicht. Weil Blog (auch in selbsttherapeutischer Funktion) usw.

 

Tage ohne Lesen.
Keines der Bücher lockt, keines zwingt. Zeitung und Zeitschriften schlummern ungelesen in irgendwelchen Ecken und Nischen. Internet ist am Monatsende manchmal nicht wirklich nutzbar, da das Datenvolumen des Surf-Sticks aufgebraucht ist. Also ist auch das Bloglesen unmöglich. Was mir dann und gerade jetzt aber wirklich fehlt.

Andererseits …
Nichts, das von außen kommt und in meinem Kopf herumschreit. Oder mich zu innerem Gebrüll treibt. (So ungefähr muß sich der Mönch im Schweigekloster fühlen.) Wie lange würde ich diese Stille tatsächlich aushalten? Käme wirklich die Ruhe in mich???

Lesen. Ein Bedürfnis. Mein Bedürfnis. Verlangen nach Phantasiefutter. Durch Hören nicht vollständig zu stillen, auch durch Fernsehen nicht. Wohlformulierte Sätze will ich sehen, in mich aufnehmen, die Schreibweisen ergründen, ihren Linien und Bögen und Brüchen folgen. Worte wiederfinden, Widerspiegelungen meiner Gedanken entdecken, Erweiterungen meiner Gedanken erfahren. Fakten sind mir weniger wichtig als Träume und Phantasie. Kindliches Staunen soll mich überwältigen, wenn auf der nächsten Seite alles anders wird. All das will ich erlesen.

Deshalb brauche ich normalerweise auch ein Buch. Ein echtes Buch. Aus echtem Papier, sei es auch noch so schlecht (und es gibt da Bücher, weiß und sage ich, Bücher auf grauem, stark säurehaltigem Papier, die Reclams aus der Nachkriegszeit z. B. oder Schwarten aus den Anfängen der Dreißiger Jahre). Wenn ich den Zeilen mit den Fingern folge (mach ich manchmal) oder Seiten umblättere, dann gibt es Geräusche von sich, so ein Buch, auch wenn ich es zuklappe oder fallenlasse; und es hinterläßt palpatorische Erinnerungen – oder werden die eher haptisch genannt?

 

Zurück: Tage ohne Lesen. Stell ich mir langweilig vor.

Womit stattdessen könnte ich mir denn aufm Klo die Zeit vertreiben?

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 27. November 2014 war ein ganzer Tag ungestörtes Arbeiten.
 
Tageskarte 2014-11-28: XVIII – Der Mond. (Ein dunkler Weg liegt vor mir, an dessen Rand Freunde und Feinde warten.)

© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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7 Antworten zu Es fehlte mir ein Zeitverteib

  1. danielajaeggi schreibt:

    Wie recht Du doch hast – auf dem Klo nicht zu lesen, schrecklich! Sitzen und an die Decke starren? Was zu Lesen muss immer dabei sein! :-)

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  2. Sofasophia schreibt:

    Ich sag jetzt mal mit Appen, aber das wird dich wohl wenig interessieren? Bildbearbeitung mittels Apps aufm Schmartfoun. Oder andere Spielereien damit? Ganz unhaptisch ist das ja auch nicht. Und passt auf und in jedes Klo … 😉

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  3. Gudrun schreibt:

    Heu, lieber Emil, das war beim Buchfink Märchenstunde im Eilzugtempo. :) Aber eine gute Idee war es, mal Märchen mitzubringen. Es war eine schön kurzweilige Stunde.
    Gruß von nebenan.

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