Nicht ganz dicht (2/363)

Eine grottig gedichtete Reimübung nach einer Idee.

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Nur kurz konnte ich ihn bemerken,
diesen winzigen Riß in der Zeit.
Ich versuchte ihn schnell zu verstärken.
Ich hab’s nicht geschafft. Tut mir Leid.

Nur kurz blickte ich hinter die Schleier.
Konnte erahnen so manche Kontur.
Die eine sah aus wie ein Geier,
eine andere wie eine Uhr.

Das sollte ich besser erklären,
sonst kommt ihr auf falsche Ideen!
Ich habe – Das kann ich beschwören! –
eine Sanduhr dort drinnen gesehn.

Nur eines war sonderbar daran,
die Uhr nämlich lag einfach da.
Ich sah nicht, das drin etwa Sand rann
(jedenfalls nicht, solang ich sie sah).

So hinter die Schleier der Ahnung
zu schauen für so kurze Zeit:
Das hilft mir bei keiner Planung,
da erkenne ich keine Mahnung,
das machte mich kein Stück bereit.

Also weiß ich nicht, was mir das Jahr bringt.
Und nicht, was erwarten ich soll.
Und auch, wenn es ganz wunderbar klingt,
dieser Einblick war nicht grade toll …

 

 

Boah!

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 1. Januar 2015 waren leckeres Essen und eine veröhnliche Geste.
 
Tageskarte 2015-01-02: Die Zwei der Schwerter.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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11 Antworten zu Nicht ganz dicht (2/363)

  1. twilight schreibt:

    Boah! Ist doch gar ganz gut geworden – wirklich!

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  2. Arabella schreibt:

    Ein schöner Beitrag von dir, danke.

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  3. Sofasophia schreibt:

    Boah, großes Boah sogar. Dada ein bisschen und bloggosophisch und dicht und – na, eben: Boah! 😉

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  4. Elvira schreibt:

    Wer möchte wirklich sehen, was die Zukunft bringt? Ist die Sanduhr nicht viel mehr als nur ein Zeitmesser? Eine Mahnung, die Zeit zu nutzen, die noch verbleibt? Ein Stimulus für Depressionen beim Betrachten des wachsenden Berges im unteren Teil? Sand und Leben zerrinnen sehen Korn für Korn?
    Ich schreibe übrigens wie David Foster Wallace. Sehr treffend!

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    • Der Emil schreibt:

      Der Riß in der Zeit (Avalon ließ grüßen) und die liegende Sanduhr tauchten auf … daraus wurde dieses Ding.

      Der wachsende Berg im unteren Teil kann auch für all das stehen, was erledigt ist. Und oben, das, was belastet, das wir immer weniger. Ein anderer Anblick einer Sanduhr …

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  5. S. Meerbothe schreibt:

    Tolle Zeilen, Emil!

    Liebe Grüße, Silvia

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  6. S. Meerbothe schreibt:

    Du wurdest nominierthttp://tuepflischiesser.com/2015/01/02/nominiert-frage-und-antwort-spiel/

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  7. Gabi schreibt:

    Also von grottig kann bei diesem Text meiner Meinung nach keine Rede sein.
    LG Gabi

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