Nichten, Genichtet. (5/360)

Und da sind die Zweifel wieder

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Die Gedanken springen Trampolin, nachdem ich gestern mehrere Hundert Gigabyte Daten löschte. Waren die wirklich alle doppelt und dreifach vorhanden? Was alles habe ich unwiderbringlich verloren? Hätte ich nicht besser alles nocheinmal auf DVD brennen sollen? Ist mir das Wichtige geblieben?

Weg. Nicht wiederherstellbar gelöscht.
 
        rm -Rdf ./* ./.*
 
Uff. Und weg war alles. Ganz weg.

Aber jetzt, einige Stunden nach der Reinigungsaktion, jetzt kamen Zweifel. Es ist ja, als hätte ich Fotoalben, Tonbänder, Briefe, T-Shirts, Jeans, Socken usw. usf. einfach verbrannt. Nur, daß ich hier nichteinmal einen Aschehaufen übrigbehielt.

Wie einfach es ist, im digitalen Zeitalter Dinge ungeschehen zu machen, Dinge vollständig verschwinden zu lassen, Dinge vollständig zu vernichten, solange sie nicht irgendwo im Internet zu finden sind oder waren … Aus Geschehnissen Nichtgeschehenes, aus Dingen Nichtdinge, aus Andenken Nichtdenken zu machen ist so leicht und macht so viele Gewissensbisse. Genichtet. Ein Ereignishorizont, hinter dem die Gigabytes, Megabytes, Kilobytes, Bytes und Bits und vielleicht sogar Qbits für mich nicht mehr aufzufinden sind. Für niemanden mehr, da ich sie vollständig genichtet habe.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 4. Januar 2015 war die Couch.
 
Tageskarte 2015-01-05: Der Ritter der Kelche.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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18 Antworten zu Nichten, Genichtet. (5/360)

  1. Arabella schreibt:

    Und wie schwer fällt auch hier das Loslassen…

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  2. Sofasophia schreibt:

    Gibts eigentlich einen Ort auf einem Ubunturechner, wo die Inhalte aller geleerten Abfalleimer landen? Und wenn ja, wie kann ich die ganz nichten, unwiederbringlich?

    Loslassen ist schon verdammt schwer.

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  3. Bruder Indiana schreibt:

    Dazu möchte ich folgende Bemerkungen machen: So wurde erzählt“ Bei der Abspaltung Europas von Pangea haben die Alpen am Meer gelegen und dort ganz oben sind die Dinosaurierspuren im Sand des Meeres versteinert zu sehen. Nun ist der Forscher der Meinung diese zu konservieren und zu digitalisieren“
    Da ist doch ein leises Schmunzeln erlaubt beim Gedanken an die Vergänglichkeit!

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  4. Gudrun schreibt:

    Bei meiner Kiste mit dem Obst und dem Unix-Kern kann ich meinem „Finder“ anweisen “ Sicher löschen“. Dann passiert bestimmt Ähnliches wie bei dir, ich weiß es nur nicht, weil ich mich hüte über die Shell auch nur nachzudenken, geschweige denn, mich da hinein zu bemühen. Das würde mein Spatzenhirn nicht schaffen. Und so vertraue ich darauf, dass es ordentlich erledigt wird, wenn es denn muss.
    Gruß von nebenan.

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    • Der Emil schreibt:

      Ja, der macht das dann ordentlich. Löscht (wie Windows) den Anfang des Verzeichniseintrages (dann kann nix mehr gefunden werden) und überschreibt die Sektoren, in denen die Daten wirklich lagen, mehrfach mit nix (wipe file).

      Okay, mit extremem Aufwand läßt sich auch dann unter Umständen noch Restmagnetisierng nachweisen. Aber der Aufwand ist wirklich extrem.

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  5. Gabi schreibt:

    Das endgültige Löschen von Daten fällt genauso schwer, wie das Wegwerfen von Dingen. Und mit beiden hab ich so meine Probleme.

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