Mariä Lichtmeß (33/332)

Für mich ein besonderer Tag

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Das Fest der Darstellung des Herrn war bis in die Sechziger des 20. Jahrhunderts als “Mariä Lichtmeß” bekannt. Mir geht es aber nicht um den Festtag als solchen, sondern um die besondere Bedeutung des Tages in den Erzgebirgischen Weihnachsbräuchen. Und damit auch in meinen Weihnachtsritualen.

 

Dieser Tag nämlich, der 2. Februar, ist der, an dem Adventsstern und Schwibbogen zum letzten Mal meine Wohnung erleuchten. An diesem Tag endete für meine Großeltern im Erzgebirge die Weihnachtszeit, an diesem Tag endet sie noch heute für viele Erzgebirger. Beispieksweise bleibt auch in Schwarzenberg am Ratskeller der Weihnachtsschmuck bis zu diesem Tag: Mariä Lichtmeß, 40 Tage nach der Weihnacht. Dies Zahl spielt in der christlichen Lithurgie ja mehrfach eine Rolle: 40 Tage Fasten von Aschemittwoch bis Ostern, Christi Himmelfahrt 40 Tage nach Ostern.

Als ich hier in Halle (wieder) alleine in eine Wohnung zog, habe ich damit angefangen, diese 40-Tages-Frist einzuhalten. Ich weiß wirklich nicht, wieso – aber vielleicht habe ich damals ganz dringend Dinge gebraucht, an denen ich mich festhalten, durch die Zeit hangeln konnte und kann. Ich war ziemlich entwurzelt damals. Und Weihnachten ist für mich als Erzgebirger sowieso etwas ganz besonderes, kann nicht lang genug sein (und sollte unbedingt auch Schnee haben).

Heute Abend schlaf ich für lange Zeit zum letzten Male unter dem Adventsstern ein, heute Abend stehen zum letzten Mal die beleuchteten Schwibbogen im Fenster. Morgen wird abgeräumt. Morgen ist Weihnachten vorbei, auch wenn es diesmal nur ein paarmal Schnee für einige Stunden gab.

2. Februar. Mariä Lichtmeß.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 1. Februar 2015 war ferige Näh- und Flickarbeit.
 
Tageskarte 2015-02-02: Die Sieben der Schwerter.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

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5 Antworten zu Mariä Lichtmeß (33/332)

  1. Sofasophia schreibt:

    Für mich ist Lichtmess ein Jahreskreisfest. Alle sechs Wochen gibts eins: immer ungefähr zwischen den Sonnwende- resp. Tag-/Nachtgleiche-Feiern: Feuerrituale, Frauenfeste. Theoretisch, da ich zurzeit nicht aktiv feiere, nur mich in mir drin mit dem allem, dem großen Ganzen verbunden weiß.
    So hat jede/r ihre/seine Haltestellen im Leben. Gut so.

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  2. Arabella schreibt:

    Dieser Tradition folge ich nicht.
    Mir ist die kürzere Frist – Hochneujahr 6.1. – lieber.
    Ich muss das Weihnachtszeug dann wieder los sein.
    Schön jedoch, dass du Geborgenheit findest.

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