#Bücherhilfe – die erste (42/323)

Die Erfindung eines Twitter-Hashtags

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Da lag es. Auf einer Bank an einer Haltestelle, gestern zur Mittagszeit. Zartgrün? Jedenfalls grün, grundsätzlich zumindest. Zunächst schiele ich aus der Entfernung danach, warte – für andere Menschen hoffentlich völlig unbeteiligt erscheinend – auf meine Straßenbahn, Zunächst muß die erade einfahrende Neun aber wieder unterwegs sein. Der Mensch, der neben ihm saß, erhob sich, stieg ein und fuhr mit der Bahn davon. Ich trat näher heran an das grüne Etwas.

Ein Buch. Zu jung, um wertvoll (im Sinne von “viel Geld wert”) zu sein. Für mich persönlich schon etwas nostalgisch: Gondrom, da war doch mal was? Ein Familienunternehmen, das 1881 gegründet wurde und bis 2006 dann als Reinhold Gondrom GmbH & Co. KG insgesamt 26 Filialen (und auch einen Versandhandel?) in der gesamten Bundesrepublik hatte – irgendwann und irgendwo war ich selbst in einer der Filialen einkaufen. War das in Aue, Schneeberg, Zwickau, Karl-Marx-Stadt Chemnitz, Koblenz oder Halle (Saale)? Ich weiß es nichtmehr…

 

Ein Buch

Zur Rettung vorgesehen

 

Ich steckte es, eiskalt wie es war, weil es vermutlich schon längere Zeit dort auf der Bank lag, trotzdem in meine Jackentasche, als außer mir niemand mehr an der Haltestelle stand. Mit der Linie Vier fuhr ich dann weiter heimwärts und warf einen ersten Blick hinein. 1986 erschienen. Aha. Vierzehn Wochenfahrten für Fortgeschrittene, also Radfahrer, die bergauf bremsen. Deutschlands schönste Radtouren – Deutschlands allerdings in den Grenzen von 1157 1985/86, also nur in den gebrauchten Bundesländern. Was fang ich mit diesem Buch an?

Es scheint ein echter bibliophiler Notfall zu sein. Zu uninteressant für ein Antiquariat, für mich oder für buch- und zeitgeschichtlich interessierte. Was fang‘ ich mit der Schwarte an? Einstmals zu einem Super-Preis von 5 (in Worten: Fünf) Mark – was Deutsche Mark, DM, waren – quasi verschleudert, sicher traurigerweise in einer Büchergrabbelkiste angeboten wie sauer Bier. Kein Buch aber hat es verdient, einfach weggeworfen zu werden (ich weiß, ich habe es erst vor kurzem selbst getan, allerdings mit einem wirklich schlechten Gewissen). Und so dachte ich den gestrigen Nachmittag über eine mögliche #Bücherhilfe für genau dieses Buch nach und hatte damit im Handumdrehn einen neuen Twitter-Hashtag geschaffen.

 

Bücherhilfe 001

Die Erfindung eines #hashtags

 

Oh, ich brauchte für den Heimweg und die Entscheidung knapp 50 Minuten, sehe ich am Zeitstempel meines Tweets. Nun, für den Beitrag hier brauchte ich etwas länger. Aber es bleibt dabei: Wenn der Empfänger nicht heftig widerspricht, wird das Buch (mit einigem Supplement) an den Rand der Bundesrepublik verschickt, zur “Erholung”, zum Amüsemanng, als Ideengeber, Kuriosität oder wozu auch sonst noch, zum Radreisekünstler, Holzofenheizer und prima Mensch Irgendlink – Mussjöh Kunstbübchen höchstpersönlich.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 10. Februar 2015 war richtig gute Country Music im High Noon auf Radio Corax. Danke, Tommy!
 
Tageskarte 2015-02-11: XI – Die Gerechtigkeit.

© 2015 – Der Emil. Text & Bilder unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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16 Antworten zu #Bücherhilfe – die erste (42/323)

  1. Gudrun schreibt:

    Ich fannd das jetzt alles richtig spannend. Und fein, dass es ein gutes Ende nahm.

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  2. S. Meerbothe schreibt:

    Bücherhilfe. Klasse. Kann man sich da anschließen? Ich mein, es gibt hier auch Bücherschränke, aber Deine Idee, die hat was. Ist so schön menschlich. Und wie geht das mit dem Twittern überhaupt?

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  3. Sofasophia schreibt:

    Oh, wie schön. Dann darf ich sicher auch mal reingüggseln am Holzofen, dem irgendlinkschen.
    Wer weiß – vielleicht hats da Alternativen zum Nordkap drin?

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