Vergehen (130/235)

Egovisitation

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Es ist wohl so, daß nicht die Zeit vergeht. Sondern daß ich vergehe, mit jedem Augenblick, jedem Moment ein bißchen mehr. Paradox: je mehr Abrieb, je mehr Spuren ich hinterlasse, desto langsamer vergehe ich, desto länger bleibe ich, bleiben Teile von mir.

Aber: Nicht die Zeit vergeht, sondern ich vergehe. Das zu erkennen hat mich schlagartig nüchtern gemacht.

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 9. Mai 2015 war gut gelungene Arbeit im Sender.
 
Tageskarte 2015-05-10: 0 – Der Narr.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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9 Antworten zu Vergehen (130/235)

  1. Sofasophia schreibt:

    Eine entspannende Erkenntnis irgendwie. Irgendwann ganz vergangen zu sein.
    Das ist kein Vergehen*, das man mir vorwerfen könnte, oderrr?

    *in seiner Doppeldeutigkeit

    Gefällt 1 Person

  2. Elvira schreibt:

    Hach, eben lese ich meinem Mann Deinen Text vor und habe ähnliche Gedankrn wie Sofasophia. „Vergehen“ ist ein Wort, über das sich wahrlich gut philosophieren lässt. Obwohl es mir in dem Kontext gerade nicht so gefallen will. Mein eigenes Vergehen (das körperliche) beobachte ich nicht gerne, da fehlen mir noch etliche Meditationseinheiten. Mein geistiges Vergehen bekomme ich hoffentlich nicht mit. Und für all die Vergehen in meinem Leben muss ich mich nur vor mir verantworten. Könnte man Vergehen auch mit Verlaufen gleichsetzen, ergäben sich noch mehr Möglichkeiten.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag trotz aller Vergänglichkeit!
    Elvira

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    • Der Emil schreibt:

      Die Vergehen (Verfehlungen, Verbrechen etc.), die man begehen muß, klammere ich hier ganz bewußt aus.

      Wenn wir etwas „ewig“ Bestehendes einteilen, um es meßbar zu machen wie die Zeit, dann vergeht (i.S.v. ablaufen, in die Vergangenheit rücken, einfach weg/nicht mehr da sein) doch diese Zeit nicht? So, wie die Straße nicht vergeht, wenn wir unseren zurückgelegten Weg einteilen und abmessen, so vergeht eben nicht die Zeit. Ich bewege mich einfach nur durch sie hindurch (auf einem Weg, den ich nur ein einziges Mal gehen kann, das ist der Unterschied zur Straße)). Und ich strebe meinem Ende zu (ich vergehe eben), ob nun körperlich oder wie auch immer. Tatsache ist, daß mein (jetziges, menschliches) Sein irgendwann enden muß. Vielleicht vergehe ich in einem grandiosen Funkenregen oder in einem Wind wie ein Hauch vom Duft des mir liebsten Menschen?

      Nicht die Zeit ist vergänglich, aber mein Sein. Und wenn ich genügend Spuren hinterlasse, dann … ja was dann?

      Gefällt 2 Personen

      • Elvira schreibt:

        Ich bin ja bekennender Sic-Fi-Fan und in diesem Zusammenhang ganz besonders von Folgen, in denen es um Zeitphänomene geht (Zeitreisen, Paralelluniversen, Zeitverschiebungen). Sohn II, ebenfalls Fan, und ich haben Stunden nach solchen Episoden diskutiert, was wäre wenn. Ach, ich vermisse diese Diskussionen!

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  3. misstueftelchen schreibt:

    Hallo,
    deine Zeilen haben mich nachdenklich gemacht…
    Die Zeit, kann irgendwie nicht vergehen, also irgendwie schon. Aber wenn sie weiter (ver)gegangen ist, beginnt sie nach um_rundung der Zeiteinheiten neu. Die Zeit als Maßeinheit das eigene vergehen_abbröckeln_auflösen… Veränderung der äußeren und innere Erscheinung und doch das bleiben bei sich…man vergeht ja auch in Jahren… vergehen ist wie Veränderung, mal schnell mal langsam aber dennoch stetig…
    …dem Ende_Anfang entgegen…
    …ist vielleicht auch so eine: wo man steht Frage…also Glas halbvoll_leer…

    oh jetzt hab ich vielleicht etwas weiter philosophiert.. ;-)

    lg.

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    • Der Emil schreibt:

      Ah, noch jemand, der von Maßeinheit und messen spricht.

      Ich schrieb grad schon, daß ich mich als etwas durch die Zeit Wanderndes sehe, und obwohl ich nur eine einzige Richtung nutzen kann: Ich gehe, ver-gehe. In dieser Feststellung ist für mich kein Pessimismus, kein Optimismus enthalten, sie ist wertfrei, wertungsfrei.

      Mir fiel nur auf — als ich über die Beziehungen nachdachte, die ich während der Hier-Bloggerei hatte –, daß ich eben über die vergehende Zeit zu jammern versuchte. Fand ich irgendwie falsch, sowohl das Jammern als auch das Vergehen der Zeit; wobei deren Vergehen ja kein Vergehen ist, sondern gesetzmäßig — oder eben nicht.

      Hach, ist das wieder komzipliert! ;-)

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      • misstueftelchen schreibt:

        Hallo Emil,
        (ganz unten ein paar Zeilen wegen meiner ungünstigen Metapher)
        Ich dachte nur, das es eben die Zeit ist, die immer weiter wandert stetig und unaufhaltsam… man selbst als ein kleiner Teil davon.
        „Ich schrieb grad schon, daß ich mich als etwas durch die Zeit Wanderndes sehe, und obwohl ich nur eine einzige Richtung nutzen kann: Ich gehe, ver-gehe.“
        Die Zeit ist eine Dimension, doch hat man die anderen Dimensionen in denen man gehen kann und das ist denke ich irgendwie nicht nur eine Richtung… (also was die Entscheidung der Richtung betrifft, denn hat man sich entschieden, gibt es vielleicht wahrlich wirklich nur eine Richtung die man dann nutzt, denn man kann sich ja nicht (auf)teilen…)
        Oh je wirklich irgendwie kompliziert…

        Es ist eine schöne Metapher finde ich, sich als (Zeiten) wanderer zu sehen. Klingt so friedlich und phantastisch…

        „Mir fiel nur auf — als ich über die Beziehungen nachdachte, die ich während der Hier-Bloggerei hatte –, daß ich eben über die vergehende Zeit zu jammern versuchte. Fand ich irgendwie falsch, sowohl das Jammern als auch das Vergehen der Zeit; wobei deren Vergehen ja kein Vergehen ist, sondern gesetzmäßig — oder eben nicht.“

        Verwirrend, ein wenig ;-)
        Es ist finde ich auch irgendwie erstaunlich, so meine Beobachtung, dass je älter die Jahre die man hat zählen, umso schneller scheint die Zeit zu vergehen. Die Jahre rasen vorbei und alles ist so schnell…
        … da bekomme ich schnell das Gefühl zu wenig Zeit zu haben…

        … eine Frage formuliert sich da gerade bei mir…

        Was würdest du machen, wenn die Zeit nicht mehr vergehen würde? Und würde das dann bedeuten das man selbst auch nicht mehr vergeht? Weil die Zeit z.B. angehalten ist…?
        Würdest du dann fühlbarere Sichtbarkeit. unaufgelöstheit.Substanz bekommen (entgegen verblasen.ausbleichen)?
        Muss da gerade irgendwie an Momo denken…

        (biologisch betrachtet [hatte gelesen das du das in einem Kommentar schon angeführt hattest. Lasse den Gedankengang dennoch mal stehen…])
        Wenn ich jetzt so drüber nachdenke. Ist ja das vergehen nicht direkt ein auflösen oder? Wenn der Körperliche Mensch sich anfängt aufzulösen von Anfang an, durch das fortlaufen der Zeit, dann führt der Körperliche Mensch ja seine Stofflichkeit nur der Natur zurück… dann ist es vielleicht eher ein umwandelndes vergehen… eine Rückführung der Stofflichkeit…ein füttern der Mikroorganismen :-)
        Das menschliche Sein endet weil es ja auch in den Genen festgeschrieben ist… es ist denke ich schon ein Ende des Seins welches man von sich kennt, in der hier Zeit. Was das Ende angeht gibt es ja viele Theorien.
        Nichts genaueres, weiß man nicht ;-)

        Ich denke, die Bedeutung des eigenen Seins definiert sich durch das was einen ausmacht und so füllt sich die Zeit die man hier hat, kostbar wie sie ist und weiterwandelt… sicher kann man das sich.auflösen dem Ende/Anfang entgegen nicht abändern, man weiß es halt auch nicht das wann? Doch das Wie man (ver)geht, dass kann man ja doch auch beeinflussen und das ist es denke ich, dass den Inhalt des Weges ausmacht… irgendwie…

        lg.

        Nein als Wertung habe ich das auch nicht verstanden ;-)
        Oder als Jammern…
        …hatte jetzt gegrübelt was in meinen Zeilen als Wertung ausgelegt werden kann, das war dann wohl die Glas halb_leer_voll Geschichte, das war eher als Metapher für den Standpunkt von dem aus man etwas betrachtet gemeint. Nicht wie im eigentlichen Sinne nach einer Wertung. Hatte wohl in meinem verschobenen Gedanken die eigentliche Bedeutung vergessen :-) Ich habe mich da eher darauf bezogen ob man einem Ende oder Anfang hinzu wandert und das meinte ich dann mit Standpunkt… :-) bekomme aber gerade selbst meine Gedanken dazu nicht mehr so begreiflich um es besser zu erklären…Vielleicht meinte ich das eher so, dass man von Anfang an dem Ende entgegen wandert und dabei (ver)geht.. oder ist es von einem Ende dem Anfang entgegen wandern?…)

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  4. Gudrun schreibt:

    Jeder hat sich bestimmt schon mal verlaufen. Aufregend ist so etwas, hektisch, schließlich will man schnell wieder auf den rechten Weg zurück. Vergehen, ist das nicht ähnlich, nur viel ruhiger? Man kennt den Weg nicht, weiß aber, dass man diesmal nicht zurück kommt. Vergehen ist für mich, einfach wo ganz anders sein als jetzt. Schlecht stelle ich mir das nicht vor, wenn die Zeit gekommen ist.
    Gruß von nebenan.

    Gefällt 1 Person

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