Leere und Muster (145/220)

Einsicht, irgendwann

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Lange Zeit alleine liegen, nachts die leere Stelle neben mir spüren, morgens gegenüber einen unbesetzten Stuhl sehen und wissen: All das ist nicht die Ausnahme, sondern tägliches Dasein. Das ist noch nicht, aber es kann einsam machen. Es macht schrulliger, je länger es andauert. Rituale verschwinden, die “ihren Sinn” verloren haben. Ich störe mich nicht an meinen ungekämmten Haaren oder am Besteck, das noch vom vorigen Abend liegt. So ziehe ich mich langsam, aber stetig hinunter in die … also dahin, wo ich nicht hinwill.

Dagegen hilft auch kein Besuch wie der heute morgen. Nicht, wenn er im Streit endet, weil ich Deine Andeutungen nicht verstand und nachfragte. Nein, Gedankenlesen ist nicht mein Ding. Vieles habe ich mir abgewöhnt in der Beziehung, die jetzt beendet ist, weil die Luft raus war. Wo ich früher dachte: ‚Jetzt möchte er vielleicht angefaßt werden und ich möchte ihn küssen,‘ ist mit der Erfahrung vieler Zurückweisungen ein: ‚Laß die Finger davon, ich störe ihn doch nur und werde angblafft‘ daraus geworden. Eines der Muster lief gestern wieder ab: Andeutung. Nichtverstehen, Nachfrage. Abweisung. Bumms.

 

Nachts Leere, morgens der unbesetzte Stuhl: mein Leben. Wie das vieler. Nicht hoffnungslos, nicht resigniert. Mit morgendlichen und anderen Besuchen, mit Treffen hie und da läßt es sich aushalten. Ich konnte und kann mich einrichten im Leben und mit diesem Ziehen im Herzen.

Irgendwann muß ich das doch einsehen.

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 24. Mai 2015 war die in aller Ruhe erledigte Hausarbeit.
 
Tageskarte 2015-05-25: Der König der Stäbe.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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4 Antworten zu Leere und Muster (145/220)

  1. sweetkoffie schreibt:

    Alleinsein muss man auch aushalten lernen. LG sk

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  2. minibares schreibt:

    Alleinsein, wenn das zur Einsamkeit wird, das ist nicht gut.
    Also bitte die Besuche und Treffen voll genießen, wenn es eben geht.

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  3. Sofasophia schreibt:

    Teil 3 deiner traurigen Geschichte. Die so „nichterlebt“ gar nicht ist für viele.
    Noch immer glaube ich, dass, ob man nun als Single oder verpaart lebt, das Wichtigste die Liebe zu uns selbst ist. Und die bietet mehr als nur eine Notlösung an. Und nährt mehr als das unbefriedigte, sehnsuchtsvolle Ziehen im Herzen.

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