Halkyonisches Andenken (164/201)

Wie ich über einen berühmten Deutschen Dichter stolperte

To get a Google translation use this link.

 

 
Ein Sehnen.
 

Otto Erich Hartleben ( ∗ 1864 – † 1905 )
 

Sprödes, knospenscheues Mädchen,
Könnt‘ ich einmal noch dich küssen
Scheu wie einst, da du errötet,
Hab‘ auch selbst erröten müssen!

Die gesenkte braune Wimper
Hielt den süssen Groll zusammen,
Hielt die zage Glut verborgen,
Deines Busens erste Flammen.

Könnt‘ ich einmal noch beklommen,
Reinen Herzens so dich schauen,
Da ich reuevoll und bangend
Hing an deinen Augenbrauen!

Was ich gierig je genossen,
Trüben Lebens wilde Lüste,
Gäb‘ ich hin für jenes Zagen,
Da ich scheu zuerst dich küsste.

Quelle: Wikisource.

 

 

Aus Frust hatte ich mir ein schmales Bändchen gekauft im Antiquariat, Otto Erich Hartlebens “Das Ehefest und andere Erzählungen”. Und als ich mich gestern auf den Buchfink vorbereitete, stolperte ich über die “Villa Halkyon” – und las erstmal nicht weiter. In meinem Hirn klingelte etwas … Halkyon. Da gab es was, damit hatte Gerhart Hauptmann zu tun. Halkyonische Gesellschaft? Keine Rechte und Pflichten … alles andere regelt sich nach den Grundsätzen dieser Gesellschaft. So ein Zwei-Pragraphen-Ding. Okay. Eas war, wie ich weiterlesend feststellte, die Halkyonische Akademie für unangewandte Wissenschaften. Wiedereinmal war ich baß erstaunt von dem, was mein Hir so in sich stapelt.

Otto Erich Hartleben wurde – so glaube ich – zu Unrecht vergessen. Seine Sprache mutet heutigen Lesern vielleicht etwas sperrig, altbacken an, doch sie ist, wie ich gestern beim Vorlesen feststellte, durchaus fein, konkret und phantasiegründend. Jedenfalls muß ich mehr von ihm lesen. Mehr als nur das Kalbskotelett.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 12. Juni 2015 war die mir selbst bereitete Überraschung mit diesem vergessenen Schriftsteller.
 
Tageskarte 2015-06-13: Die Zwei der Kelche.

© 2015 – Der Emil. Text & Bilder unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Advertisements

Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, Geschriebenes, One Post a Day, postaday2015 abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Halkyonisches Andenken (164/201)

  1. Gudrun schreibt:

    Eine feine Sendung hast du gemacht, lieber Emil.
    Diesmal habe ich sie nicht verpasst. (Mit dem Nachhören klappt das nicht so recht.)
    Gruß von nebenan.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s