Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin (192/173)

Ich fluchte viel und lautstark

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Hey, ich war echt richtig gut gestern morgen. War ganz hervorragend pünktlich auf dem Halleschen Bahnhof, saß brav 20 min mit geschlossenen Augen im Zug, verschlief das Umsteigen in Bitterfeld nicht und konnte dann noch eine Stunde im IC nach Magderdorf schlafen. Ohne einen Wecker gestellt zu haben, wachte ich acht Minuten vor der Ankunft auf. Dort traf sich dann nach geraumer Zeit – ich war ja schließlich viel zu früh – die gesamte Reisegruppe. Ab in den Zug, Rechnerlein rausgeholt und vielleicht am einen oder anderen Text weitergearbeitet, dachte ich mir, bis zum Ziel jedenfalls waren etwas über 90 min Zeit.

Und das Rechnerlein brauchte ewig, so richtig lange, so richtig richtig lange. Und dann, ganz plötzlich: BSOD. Rechner geschüttelt, neugestartet. Wieder BSOD. Mehrfach. Bis ich, frustriert vom einzigen Windoof-Gerät, das ich besitze, dessen angebotene Starthilfe versuchen wollte. Und dieses Idiotenprogramm hat angefangen, ohne weitere Nachfrage die Festplatte zu “reparieren” – wobei allgemein bekannt ist, daß das in über 75% aller Fälle einfach nur im vollständigen Datenverlust endet(e, zumindest bis Win Vista). Toll! Klasse! Wunderprächtig! Genau das brauchte ich gestern vormittag genauso dringend wie ein zweites Loch zum Scheißen!

Dann Fahrkartenkontrolle mit der Mitteilung, daß auch der Zug irgendwie wegen eines Defektes nur bis Brandenburg fuhr, wir also dort umzusteigen hatten. Waaaaaaaaaaaaah!!! Mitten in der Arbeit, das sogenannte “reparieren” konnte nach Betrübssystemangaben noch über eine Stunde dauern. Und dann umsteigen! Mit dem laufenden, aufgeklappten Rechner in der Hand. Klasse. Im anderen Zug dann war er fertig. Altes Wissen ausgegraben: Im abgesicherten Modus starten, Autostarts ausschalten. Alles, was usw.usf. Neustart. Ein Programm lief noch an, Wieder BSOD. Nochmal alle Autostarts überprüft. Ah, da war nochwas. Auch abschalten.

“Berlin-Irgendwo” wird angesagt, als ich den Rechner nocheinmal neu starte. Und ich weiß, am übernächsten Bahnhof muß ich raus. Es zieht sich. Der nächste Bahnhof, ich hab mittlerweile vergessen, welcher es war. Der Rechner läuft. Runterfahren. Und das dauert. Wieder mit dem noch aufgeklappten Rechner aus dem Zug. Die Treppe hinab. Der Rechner ist aus. In die Tasche damit und schleunigst auf Klo! Irgendwann um halb zwei am S-Bahnhof Warschauer Straße. Der wird gerade umgebaut und ist nur über eine sehr improvisiert aussehende Brücke zu verlassen, die auf einer Brücke endet, deren längeren Teil ich überwinden muß, um zum Hotel zu kommen. Sonnenbrille auf. Ohren zuklappen. Möglichst nicht atmen. Treppe hoch. Das Ding wackelt. ich bleibe stur in der Mitte und gehe, nein, der Gang nennt sich “rennendes Schleichen”. Wenn ich da schon gewußt hätte, daß ich diese Brücke ingesamt dreimal an diesem Tag … Waaaaaaaah!

Okay. Ganz nettes Zimmer, WLAN in der Lobby (und nun für mich auch im gesamten Gelände, die paar Kröten war mir das wert). Rechnerlein tut zwar nicht mehr alles, was er tun soll, aber wenigstens kann ich einigermaßen damit weiterschreiben. Das ist gut so.

Nach einer Stadtrundfahrt und einem leckeren Abendessen und einer Weile chillen bin ich wirklich müde gewesen, hab schnell den Text hier geschrieben und bin im Bett verschwunden.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 10. Juli 2015 war der wieder arbeitende Rechner.
 
Tageskarte 2015-07-11: Die Zwei der Schwerter.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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9 Antworten zu Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin (192/173)

  1. Pit schreibt:

    Ja, die Freuden mit einem Computer. So etwas waere uns frueher mit einem einfachen Notizbuch nicht passiert.
    Hab’s fein in Berlin,
    Pit

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  2. Deine Christine! schreibt:

    Also ich habe mit der DB auch immer viel erlebt. Zug oder Schiene defekt, Drogenfahndung, Umleitung, Bombenalarm, Toter im Zug usw. … deshalb fahre ich doch lieber Auto ;-)

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  3. eckisoap schreibt:

    :-D ein schmunzeln zieht sich durch mein gesicht. du bist mein held des tages! ehrlich! ich hätte vermutlich die nächst mögliche öffnung gesucht und das teil nach draußen befördert, um dann die notbremse zu betätigen, zur datenrettung.
    ich wünsche dir viel spaß heute! mach das beste für dich draus.
    herzlich! kerstin

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  4. Sofasophia schreibt:

    Macht euch die Technik untertan. Hoffentlich kannst du die restliche Berlinzeit genießen und lässt dich nicht von Technik stressen. Du darfst auch einmal nicht bloggen – aber das weißt du ja! 😉

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  5. Ulli schreibt:

    Vielleicht ist es ja auch den rechnern zu heiß? Ich habe seit vorgestern kein Netz mehr und da hat bislang auch noch nichts geholfen … gut, dass ich gerade soviel arbeiten muss und meine Pause im Büro verbringe …
    dir wünsche ich eine gute Zeit in der Hauptstadt, und vielleicht ist das Notizheft ja eine Alternative für den Zug?

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    • Der Emil schreibt:

      Die Wärme war es nicht. Ein paar Prozesse waren wildgeworden und brachten alles durcheinander und zum Absturz.

      Meine Blogtexte (die meisten, und auch viele andere) entstehen sowieso mit Stift auf Papier. Aber ohne den Rechenknecht geht ja nix ins Netz. Er geht ja wieder halbwegs. Und bald packe ich auf den auch ein Linux — wenigstens das habe ich daraus gelernt.

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  6. juttareichelt schreibt:

    Freue mich auf weitere Impressionen deines Abenteuers und wenn es dabei etwas ruhiger zuginge würde mich das für dich durchaus freuen – auch wenn die Leserin gemeinhin an Aufregungen aller Art ja ein gewisses Lesevergnügen hat ;)

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