Sorry for being late (193/172)

Guter Abschluß des Tages

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Am Morgen war ich früh genug wach, um vorm Frühstück nocheinmal zu duschen. Kurz nach acht saß ich dann schon im Frühstücksraum mit einem wirklich nicht zu verachtenden all-you-can-eat-Buffet und einem leidlich guten Kaffee. Dann aber war auch das Lunchpaket gepackt und ich ging für letzte Vorbereitungen der Abfahrt zum Tagesprogramm nocheinmal aufs Zimmer. Schließlich wollte ich tatsächlich zur Gruppe dazugehören und heute alles mögliche mitnehmen. Danach allerdings …

Für den Vormittag war ein Besuch des “Story of Berlin” einschließlich des dort befindlichen Bunkers angesetzt. Ein Westberliner Museum mit Westberliner Sicht auf die Geschichte, wie ich der Website entnehmen konnte. Ich wollte wirklich hin – mein Darm aber hatte etwas dagegen. Und so ging ich zwar mit hinaus auf die Straße, kehrte aber direkt vor der Tür wieder um, nachdem ich einer der begleitenden Mitarbeiter des Trägerwerkes mein Problem andeutete. Ganz großes Kino, echt. Das rumorte in mir, bis ich mir das Früchstück dann eben doch nocheinmal durch den Kopf gehen ließ. Danach lag ich noch ein paar Minuten schwächlich in einer Ecke, ehe ich mich auf den Weg machte. Ohne Schwierigkeiten fand ich den Weg zum Rest der Reisegruppe, und traf auch direkt vor dem Museum schon einige von uns. Mit Elvira verabredete ich mich auf 19 Uhr am U-Bahnhof Warschauer Straße.

Dann nach Hohenschönhausen. Ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt. Wieder mußte ich ab Alex die anderen ziehenlassen und alleine hinterhertrotteln. Auch das habe ich geschafft, trotz des Gespräches mit einem U-Bahn-Fahrer, der hoch und heilig beteuerte, daß zu DDR-Zeiten niemand etwas davon gewußt hat außer denen, die dort arbeiteten/ihren Dienst taten, den Insasen und denen, die in den Einfamilienhäusern ringsum die Anstalt wohnten (alles mitarbeiter des MfS). Sogar pünktlich war ich dort. Den Einführungsfilm fand ich recht tendenziös (was dann auch ein ehemaliger Insasse von anderen Stasigefängnissen als seinen Eindruck von diesem Film nannte). Dieser Mensch führte uns recht unkonventionell und ohne die DDR als Ganzes zu verteufeln und zu verdammen durch das Gelände. Seine Kritik richtete sich auf die Haftanstalt(en), die dort üblichen Methoden und die diese anwendenden Mitarbeiter.

Gut, die übliche Zeit für Führungen wurde etwas überzogen, wir tranken vor dem Rückweg auch noch einen (ziemlich schlechten) Kaffee, aber dann zerstreuten sich alle. Ich versuchte, ohne die dämliche Brücke zum Hotel zu kommen und schaffte das auch mit zwei U-Bahn-Linien. Kurz aufs Zimmer und dann war es soweit: Ich hatte ein Date.

Der genaue Bericht dazu kommt später. Ich hätte nämlich vot lauter interessanten mehrsprachig gekauderwelschten Gesprächen mit anderen Gästen beinahe meinen Blog vergessen. Nun ist es aber genug. Zeit fürs Bett ist auch. Und morgen ruft der Reichstag … Und vielleicht noch ein Treffen mit Clara Himmelhoch.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 11. Juli 2015 waren der interessante Mensch in der Stasi-Haft und ein sehr angenehmer Abend mit Elvira..
 
Tageskarte 2015-07-12: Die Fünf der Münzen.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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3 Antworten zu Sorry for being late (193/172)

  1. Sofasophia schreibt:

    Zu spät kommt man immer rechtzeitig.
    Eigentlich ganz schön verrückt, wie unterschiedlich ein- und die selben Dinge gesehen und verstanden werden. Und wie leicht sich Fakten durch geschickte Akzentuierung in die eine oder andere Richtung manipulieren lassen.
    Danke für deinen Tagesbericht!

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  2. minibares schreibt:

    Gut, dass du die Gruppe immer wieder finden konntest.
    ich hoffe, dein Magen oder Darm hat sich erholt.
    Reichstag, die Kuppel war ja bei der Hitze geschlossen. Doch so heiß ist es wohl nicht mehr.
    Für morgen alles Gute
    Bärbel

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