Oben auf dem Reichstag (194/171)

Konoppke II Himmelhoch

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Letzter Tag in Berlin. Zeitig aufstehen und frühstücken. Gestern ließ ich aber die meisten festeren Speisen weg, aß nur ein Ei und eine Tafel Schokolade. Trank fünf oder sechs Tassen Kaffee mit Milch. Auschecken um Zehn. Die genze Gruppe fuhr dann zum Hauptbahnhof, um den kurzen Fußweg über die Spree bis zum Reichstag in Angriff zu nehmen. Auch ich versuchte, über diese Brücke zu gehen. Nach nichteinmal zehn Metern klammerte ich mich am Geländer fest, kämpfte gegen einen Schwankschwindel und ging zurück zum Bahnhof. Lacht nicht, aber ich habe mich dann – weil die Zeit auch knapp wurde – von einem Taxi hinfahren lassen. Zu Fuß hätte ich es über diese Brücke nie und über die anderen Brücken in der Nähe nicht rechtzeitig geschafft.

Bei der Sicherheitskontrolle mußte ich die Taschenlampe aus meiner Tasche holen. Und ich hatte natürlich absolut nicht an den Lederbeutel mit Schlüssel und USB-Stick (Ha! Ich hatte ja doch einen mit!) gedacht, das mußte nachdurchleuchtet werden. Trotzdem habe ich den Test bestanden, wie einige schon an dem in Twitter gezeigten Bild sehen konnten. Hausführung Parlamentsgeschichte. Ein Mann, der irgendwie … nun, von der äußeren Erscheinung und seiner Sprechweise erinnerte er mich an Consul Weyer. Seine Arbeit als Touristen-Guide (Besucherführer klingt sonderbar) hat er wirklich gut gemacht, ehrlich, aber ich mag mit dem Mann kein Bier trinken. Auch diese Führung dauerte länger als geplant. Etwa 14 Uhr stand ich dann vor der Glaskuppel auf der Dachterasse des Reichstages. Hui. Noch so ein Ort, der meiner Höhenangst überhaupt nicht behagte. Verglaste Geländer um die Innenhöfe. Bäh. Nun gut, gegen 14.40 Uhr verabschiedeten wir uns alle voneinander und ich machte mich auf den Weg zum Treffen mit Clara Himmelhoch auf der Ostseite des Brandenburger Tores.

Ganz unerwartet hatte ich echt Schwierigkeiten mit dem lange Zeit für einfach unmöglich erscheinenden Anblick der Rückseite des Brandenburger Tores. Ich habe – ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, oder vielleicht sogar befürchtet? Aber bei Dingen, bei denen ich nie erwartet hätte, irgendwann einmal die andere Seite zu sehen, dann doch plötzlich die andere Seite zu erblicken, sogar anfassen zu können, das ist schon … großartig, beklemmend, verwirrend … Aber erst beim Nachdenken darüber, in der Rückschau, da stellte sich die Erhabenheit genau dieses Anblicks, dieses Augenblicks für mich ein.

Dann war ich durch das Brandenburger Tor durch. Ich hatte mich ein wenig beeilt, wollte vor der mit Clara abgesprochenen Zeit dort sein und noch in Ruhe wartend eine rauchen. Es begann zu regnen, ich stieg die Treppen zur ersten Ebene des S- und U-Bahnhofes “Brandenburger Tor” hinab und begann zu drehen. Ich war noch nicht fertig, als ich die erwartete Dame aus den Augenwinkeln heraus heranstürmen sah. (Später stellte sich heraus, daß sie meine SMS noch garnicht gelesen hatte, und ich sozusagen in ihrem Ankunftsweg herumstand.) Ja, es regnete. Also was tun? Eis essen? Oder nochmal bei Konnopke nach einer legendären Currywurst anstehen? Hm. Wir hatten beide Hunger, so ganz plötzlich, und entscheiden uns für die Currywurst. Weil ich aber wiedereinmal das eine mit dem anderen verwechselte, stiegen wir viel zu früh aus der S-Bahn und mußten noch ein ganzes Stück die Schönhauser entlangpilgern. Dann waren wir bei Konnopke’s Imbiß – und der hat Sonn- und Feiertags geschlossen!!! Boah, ich war so satt und hatte doch gleichzeitig Hunger! Clara ging es ebenso.

Wir fanden. Essen, ganz in der Nähe. Leberkassemmel. Gut, wirklich. Und machten uns dann mit der Tram auf den Weg, etwas zu finden, von dem mir meine Mitreisenden gestern morgen berichteten. Einen “Park voller Künstler und sowas alles”; nur mit ungefährer Ortsangabe. Ich bin mir sicher, wir fanden das Gesuchte noch gemeinsam. Allerdings führte die schon sehr fotgeschrittene Zeit dazu, daß Clara allein zu dem vermuteten Ort ging und ich nochmal zum Industriepalast ging (für Hostel-Freunde echt empfehlenswertes Ding, gut gelegen und wirklich seine Preise wert – auch im Hotelbereich). Dort wollte ich zwischen 18 Uhr und 18.30 Uhr meinen eingelagerten Rucksack abholen und mit diesem dann die Rückreise nach Halle (Saale) antreten.

Aber das, was dann geschah, das ist noch eine ganz andere Geschichte. Gute Nacht.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 12. Juli 2015 waren die Zeit mit Clara, der Rückweg in meiner Geschwindigkeit, die Gummibärennützlichkeit und die Abholung durch die und die Telefongespräche mit der allerallerallerbesten Freundin. Und das eigene Klo.
 
Tageskarte 2015-07-13: Die Sieben der Stäbe.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

P.P.S.: Hab mir den Text etwa um 00.3ß Uhr in der Vorschau angesehen und vergessen, “Publizieren” anzuklicken …

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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5 Antworten zu Oben auf dem Reichstag (194/171)

  1. Clara Himmelhoch schreibt:

    Hallo Emil, nach dem Lesen dieses Artikels kann ich davon ausgehen, dass du gut wieder zu Hause gelandet bist – obwohl, du wolltest ja schon im Zug die Zeit zum Schreiben nutzen. – Ich fand bei unserem unterirdisch stattfindenden Treffen so lustig, dass es nicht eine Sekunde Zweifel auf beiden Seiten gab, dass da die erwartete Person steht oder kommt. – Ich ging nur schneller, weil ich deine SMS noch nicht gelesen hatte und glaubte, ich muss noch die vielen Stufen nach oben – und es war schon 2 Minuten vor drei.
    An der Leberkässemmel und dem dazugehörigen Bier haben mich nur die lauten Geräusche gestört – oben U-Bahn und die vielen, vielen anderen Krachmacher. Deswegen hatte ich manchmal leichte Verständigungsschwierigkeiten – einzig und allein deswegen. – Von deiner Höhenangst und vor allem von deinem Zukunftsplan sprachen wir lange – und ich fand es sehr, sehr interessant.
    Für Konnopke MUSS ich dir einfach eine Entschuldigung ausstellen – ICH war es, die dich zur Haltestellte Schönhauser Allee gelockt hat – du wolltest von vornherein zur Eberswalder Straße. Deinen Orientierungssinn habe ich bewundert – aber das muss ich leider bei den meisten Menschen machen, weil meiner so rudimentär ist.
    Schön war!s!

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  2. Clara Himmelhoch schreibt:

    Ich hatte nicht ordentlich zu Ende gelesen – denn jetzt muss ich sagen, dass ich gespannt bin, was DANN NOCH passierte.
    Also ich fand das, was wir gemeinsam noch gefunden hatten, nicht berauschend – solche graffittigen Schmuddelecken, die offenbar hauptsächlich Kleinstädter ansprechen, haben wir hier genügend – mich reißen sie nicht vom Hocker.
    Aber jetzt widme ich mich meinem Tagewerk.
    Auch heute bin ich nicht in pink oder lila – das hattest du so nett bemerkt, dass deine „Erwartungen“ so gar nicht erfüllt wurden.
    Einen lieben Gruß zu dir die paar Kilometerchen weiter.

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  3. Sofasophia schreibt:

    klasse – liebgrüß aus kurz vor Örebro!

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