Der Verlockung widerstehen (220/145)

Feuchter, kühler, dunkler Tunnel

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Hitze. Zuviel.

Der Tunnel lockt mit seiner Kühle, den sicheren Wänden um mich herum. Seine Dunkelheit macht mich unsichtbar, verbirgt meine Unsicherheit. Es ist still tief im Tunnel, absolut still. Außer meinem ängstlichen Atem und dem viel zu schnell schlagenden Herz gibt es nur das Geräusch meiner wenigen, unsicheren Schritte. Nichts und niemand kann mich tief im Tunnel, tief unter dem Berg meiner Zweifel und Ängste behelligen.

Der Tunnel lockt mit seiner feuchten, kühlen Finsternis, die mich aufsaugen würde, mich so schnell nicht wieder freigeben würde. Den Schritt in ihn hinein – ich zögere mitten in diesem Schritt, setze den Fuß genau auf der Schattengrenze, neben meinem anderen Fuß, wieder auf den Boden der Tatsachen.

Der Tunnel lockt mit dem Versprechen der Ruhe.

Es ist verdammt anstrengend, diesem Locken zu widerstehen. Ich drehe mich um und gehe langsam, sehr langsam zurück in die Hitze, ins Helle.

Doch ich werde vielleicht nie weit genug weg vom Tunnel sein können, um sein Locken nicht mehr wahrzunehmen.

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 7. August 2015 waren ein erfolgreicher Behördengang, eine (fast) vergeigte und verhustete Livesendung.
 
Tageskarte 2015-08-08: Die Neun der Stäbe.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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6 Antworten zu Der Verlockung widerstehen (220/145)

  1. Sofasophia schreibt:

    Das Dunkel und den Schatten zu integrieren, ist auch so ein Ding, das ich lerne. Weil beides da ist, zum Leben gehört, nicht böse per se, aber mächtig, wenn wir ihm zu viel Macht geben.
    Balancieren – das scheint zum Leben zu gehören.

    Buchfink vergeigt? Erkältet? Gute Besserung!

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  2. Elvira schreibt:

    Dals meinte ich mit dem Zurückgehen. Manchmal bringt uns das weiter. Und was die Hitze, also die des Sommers, betrifft, habe ich echt überlegt, mit einem Balkonstuhl, einem Buch und einem Bier in den Keller zu gehen.

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  3. Gudrun schreibt:

    Besuch bekommt bei mir im Moment ein Handtuch und eine Schüssel mit kaltem Wasser für die Füße. Wenn alle so albern da sitzen auf dem Balkon, ist es erträglich und schon fast wieder lustig.
    Den Tunnel versuche ich zu verstehen.

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