Spuren in die Zukunft (225/140)

In Bloggerhausen Gefundenes

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Was ist da übrig, wenn man weg ist? Wo war man, wie sieht es da aus, wenn man nicht mehr da ist? Spuren in die Zukunft.

René D Lingnau auf Asallime – Asal Darsians Blog in einem Gastbeitrag: Das Jetzt in der Zeit

 

 

Fragt mich bitte nicht, wie ich auf diesen Artikel gestoßen bin – ich war in Tweetistan und Bloggerhausen unterwegs, als ich auf diese drei Sätze stieß.

Was ist da übrig, wenn man weg ist?

Es gab Situationen in meinem Leben, in denen mir das herzlich egal war. Weil es mir dort, von wo ich floh, einfach überhaupt nicht mehr gutging. Weil ich im Moment des Weggehens nur noch genau dazu in der Lage war – und erst Jahre später damit aufhören konnte, das, was ich verlassen hatte, zu ignorieren und zu verdrängen.

Und dann sind da auch die Abschiede, bei denen es mich doch interessiert hätte und noch interessiert oder wieder interessiert, was da ist, wo ich jetzt (hoffentlich? vielleicht? zum Glück nicht?) fehle. Was aus den Menschen dort wurd und was aus den Dingen, um die ich mich kümmerte. Wie das Haus jetzt aussieht, ob dieses oder jenes meiner Provisorien noch immer hält oder funktioniert.

Wo war man …

Wißt ihr, es gab Zeiten … Also es gibt Zeiten und Orte in meinem Leben, von denen ich nicht(s) mehr weiß. Die ausgelöscht sind in meiner Erinnerung. Vielleicht habe ich dann und dort nur deliriert? Oder Dinge erlebt, die ich nicht ertragen konnte? Zu lange her können sie nicht sein, denn ich erinnere mich ja an zeitlich noch früheres völlig problemlos und vollständig. Mir ist manchmal unheimlich deswegen.

… wie sieht es aus, wenn man nicht mehr da ist?

Kann man das wirklich feststellen, wie es dort aussieht, wo man nicht mehr ist? Normalerweise muß ich doch sein, wo ich sehen will, wie es ist? Selbst zu sehen, wie es ist, wo ich nicht bin: Früher war es unmöglich, heute könnte es dank vieler Technik möglich sein. Ich muß der Technik dann nur noch glauben, daß sie mir die Realität richtig wiedergibt. Aber kann Technik das? — Und wieder komme ich von einer einfachen Frage zu philosophischen Streitpunkten.

Spuren in die Zukunft.

Wenn es auch in der Zukunft so weitergeht mit der Unzuverlässigkeit meiner Erinnerung … Nein, das wird es ja nicht. Dazu notiere ich mir zu viel. Und gleichzeitig weiß ich, daß ich immer zuwenig oder/und immer das Falsche aufschreibe. Immer. Ja. Denn das irgendwann notwendig zu Erinnernde wird nicht aufgeschrieben sein, weil es im Moment des Erlebens zu banal, zu beschämend, zu … irgendwie eben nicht hinreichend war. Geschichtsschreibung, auch die Schreibung der persönlichen Geschichte, der eigenen Biographie, ist nie objektiv, ist immer subjektiv, nie vollständig, immer mosaikisch gebrochen und zusammengesetzt.
Oder …

Oder bin ich …

Oder bin wirklich ich der einzige Mensch, der über diese Dinge auf diese Art nachdenkt?

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 12. August 2015 war der recht frühe Feierabend.
 
Tageskarte 2015-08-13: XIX – Die Sonne.

© 2015 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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6 Antworten zu Spuren in die Zukunft (225/140)

  1. Karl schreibt:

    Um die letzte Frage zu beanworten: Nein.

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  2. Sofasophia schreibt:

    Ich denke auch hin und wieder, wenn auch anders als du, über verflossene/von mr verlassene Orte nach. Über die Menschen vor allem. Allerdings weniger um meiner Spuren willen, sondern: Was macht xy wohl heute so? Wie lebt er?

    Du bist also hiermit nicht allein :-)

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  3. Elvira schreibt:

    Auch von mir ein klares Nein! Diese Feagen Treiben in der einen oder anderen Art viele Menschen um. Philosophie! Fragen um das Ich herum, um unsere Authentizität, Innen- und Außensicht.

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  4. Ulli schreibt:

    nein, du bist nicht allein, wenn auch vielleicht sich die Antworten anders gestalten, nur eins interessiert mich nicht wirklich, wie es dort jetzt aussieht, wo ich einst weggegangen bin- da halte ich gerne an meinen Erinnerungen fest, alles andere ist zu frustrierend-

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