Unzählbar sind die Veränderungen (236-129)


Ansichten der Stadt Halle (Saale)

To get a Google translation use this link.

 

An einem der vier sichtbaren Saalearme (die Gerbersaale wurd schon vor langer Zeit in ein jetzt denkmalgeschütztes Gewölbe eingemauert ob ihres Geruchs) schlenderte ich gestern entlang, nach einem Softeis alter guter DDR-Leckerheit. Und wie immer stand ich ein Weilchen am Geländer, beobachtete und photographierte einen Wasservogel, sah dem Fluß zu. Das angrenzende Gebäude gehört zur Neuen Residenz. Hier ist ein Stück davon:

 

Umgebaut

Die Neue Residenz in Halle (Saale) vom Mühlgraben aus.
Erst in der höchsten Auflösung ist zu erkennen, wie oft diese Seite des mitelalterlichen Gemäers verändert wurde.

 

Ich habe es noch nie geschafft, die sichtbaren Umbauten zu zählen. Eine Unmenge von sichtbaren Fensterbögen, zugesetzten, veränderten Fenstern, Toren, Türen und was weiß ich noch ist zu erkennen. Und jedesmal, wenn ich dort stehe oder vorbeigehe, erinnert mich diese Seite des Gebäudes an (m)eine Biographie, (m)einen Lebenslauf, an etwas, das dem jeweiligen Zweck mehr oder weniger deutlich angepaßt wurde. Vielleicht war ja mein Leben in den wenigen Jahren ebenso turbulent wie die 484jährige Existenz der Neuen Residenz. Vielleicht auch nicht. Aber … Aber noch immer bin ich ich. Ich bin nicht der eine oder der andere, ich bin wir beide. Oft mußten wir uns anpassen, ändern, wenigstens die erzählte Geschiche verbiegen/verfeinern/vereinfachen.

Zweitmächtigster Mann des Reiches war Kardinal Albrecht von Brandenburg, der Bauherr des wahrscheinlich 1538 vollendeten Gebäudekomplex‘. Ein waschechter Recycler, ließ er doch Steine des Stifts Neuwerk und der (alten) Ulrichskirche verbauen, die damals abgerissen wurden. In der hier gezeigten Wand sind solche handbehauenen Steine noch zu erkennen. Und dann steh‘ ich wieder vor dieser Wand und versuche zu zählen … Und es wird vergeblich bleiben wie all die vielen Male zuvor. Denn wenn ich es ernsthaft versuche, dann fallen mir in den veränderten Veränderungen Veränderungen auf, die verändert wurden. Der umgebaute Umbau wurde nocheinmal umgebaut, gesichert, verstärkt, geöffnet, verschlossen. Und so steht das Gebäude seit 1531 an seinem Platz.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 23. August 2015 waren die Telefonate, der Döner, das Bad.
 
Tageskarte 2015-08-24: Die Drei der Münzen.

© 2015 – Der Emil. Text & Bild unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Advertisements

Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, Gesehenes, One Post a Day, postaday2015 abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Unzählbar sind die Veränderungen (236-129)

  1. Gudrun schreibt:

    Gerbersaale? ich glaube, da muss ich hin, wenn ich es irgemdwann noch mal nach Halle schaffe.
    Das Foto ist schön.
    Gute Nacht, sagt die Nachteule von nebenan.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s