Ungelegte Eier (251/114)

Den Kopf voll mit Vielem

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Den Spruch kennt ihr doch auch, oder?
» Kümmere Dich doch nicht um ungelegte Eier! «

Das Blöde ist, daß ich mich gerade um ungelegte Eier kümmern muß. Also planen muß, in Erfahrung bringen muß, Alternativen finden muß. Wobei ‘muß’ nun auch wieder nicht ganz stimmt. Aber heute ist der achte September, und in 230 Tagen möchte ich mich auf meinen Weg machen. Görlitz, Vacha, Franken, Zweibrücken, Stuttgart, Windisch, Fitou, Andorra la Vella, Santiago de Compostella, Finisterra. Die Ankunft dort ist für Oktober 2016 geplant, mit Tagesetappen von 25-30 km. Nix dagegen einzuwenden, daß ich/es auch schneller gehen kann.

Ich komme mir vor wie … wie … wie einer, der von Nichts eine Ahnung hat. Und ich will bis dahin unbedingt noch einen Schrittzähler haben. Und ausrechnen, wieviele Kilometer Weg ich da in Angriff nehmen will. Oder lasse ich das besser sein, damit ich im Angesicht dieser riesigen Zahl nicht vor Angst erstarre und verzweifle? — Wie machen das die anderen, die sich auf einen solchen oder ähnlichen Weg mach(t)en? Ich kann, nein, ich muß den Irgendlink fragen, und vielleicht noch Michelle?

Wenn ich nur …

Wenn ich nur anfangen könnte zu glauben, daß sich alles Notwendige zum richtigen Zeitpunkt ergibt … (Ha, das “Erfolgreich wünschen” war/ist der zweite hier im Blog veröffentlichte Artikel!) Sollte ich wieder – denn das habe ich irgendwie aus den Augen – glaube ich aber noch daran?

 

Andererseits habe ich so manchmal genau das erlebt: Daß im richtigen Moment das Notwendige einfach geschah/vorhanden war. Früher nannten’s die Menschen wohl “Gottvertrauen”. Früher glaubte auch ich an Gott (ganz ehrlich: ich tu es noch immer, aber eben nicht mehr an den der institutionellen Kirchen). Oder Grundvertrauen?

Jedenfalls befleißige ich mich in der Übung eines solchen Vertrauens, mindestens bis zur sicheren Heimkehr.

Was notwendig ist, wird zum richtigen Zeitpunkt passieren/da sein. Ab sofort.

 

 

 

 

Hoffentlich. ;-)

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 7. August 2015 war das sonnige Gemüt des Jobcenter-Mitarbeiters.
 
Tageskarte 2015-09-08: Die Neun der Münzen.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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36 Antworten zu Ungelegte Eier (251/114)

  1. eckisoap schreibt:

    gottvertrauen, grundvertrauen, urvertrauen, selbstvertrauen!
    ich vertraue darauf, dass du GANZ GENAU den richtigen weg gehst.
    dein projekt lässt mich aufgeregt auf meinem stuhl rutschen. ob wir dich virtuell begleiten dürfen? unterstützen auch?

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  2. leonieloewin schreibt:

    ganz bestimmt :-)

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  3. Sofasophia schreibt:

    Es gibt auch unter Jobcenter-Mitarbeitenden also feine Menschen. Wie mich das freut! Schrittmesser? Hm.
    Ich glaube ja, es gibt keinen für alle richtigen Weg der Vorbereitung. Wenn ich vor einem Jahr gewusst hätte, vor der Pilgerreise, wie hoch die Berge sind, die ich erklimmen würde, hätte ich den ersten Schritt vielleicht nie getan. Irgendlinks Methode des „ich darf jederzeit scheitern/abbrechen/umkehren und gehe jeden Tag, so viel ich will und kann“ hat mir dabei extrem geholfen. Das Nicht-Fixiertsein auf das Ziel. Ich muss nirgends ankommen. Weder an der Quelle der Reuss noch in Santiago. Ich gehe um meiner selbst willen. Das ist es, was ich will. Ich will mich und meinen Flow, meine Stille, meine Herzstimme finden.

    Mit dieser inneren Haltung ging es bei mir. Aber wie es bei dir gehen wird, weiß nur einer. Und selbst der weiß es noch nicht. Der Weg wächst beim Gehen, sagen die Iren. Und du mit ihm.

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  4. ohneeinander schreibt:

    Das Projekt gefällt mir 👍🏻

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  5. Pingback: Zusammensetzen | Sofasophien, Fallmaschen & Herzgespinste

  6. Gudrun schreibt:

    Das Motto finde ich gut: Man muss nicht, man kann. So habe ich mir das Rauchen abgewöhnt. Und was keiner wusste, ich habe eine Schachtel Kippen ständig mit mir herumgetragen.
    Ich finde dein Projekt richtig gut, lieber Emil. Jetzt hast du noch Zeit und Kraft. Ein bissel Angst gehört wahrscheinlich dazu, aber es gibt für Notfälle die Netzwerke.

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    • Der Emil schreibt:

      Ach Gudrun,

      seit 1991 trag ich das Wegelein schon mit mir herum, es hatte Genug Zeit zu gären. Und nun scheint es wohl reif zu sein. Ja, nach 25 Jahren ist auch guter Rotwein soweit. Und ist Jürgen nicht auch 25 Jahre nach seinem ersten Versuch am Nrodkap angekommen?

      Vielleich hab ich auf dem Weg Gelegenheit, der Raucherei weitgehend abzuschwören — ab und an eine Zigarre sollte auch danach noch möglich sein.

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  7. Frau Momo schreibt:

    Ich würde mir nicht immer die ganze Strecke vor Augen halten…. jeden Tag eine Etappe…. das macht es vielleicht weniger bedrohlich

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  8. MeinWald schreibt:

    Ich wohne nicht weit weg von Andorra, in Frankreich (falls du auf einer Karte schauen willst: Tarscon sur Ariege) und du kannst dich gern mit Fragen bei mir melden.
    Von uns aus sind mehrere Freunde auch bis Santiago gelaufen…Ich kann Fragen eventuel weiterleiten.
    Ansonsten denke ich, es kommt immer das, was man braucht, gerade bei so einem Projekt.
    Das Wichtigste ist das Loslaufen…

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