Verschwundenes Souvenir (274/91)

Bei der Betrachtung von Künstlerpostkarten

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Als ich mir die iDogma-Postkarten von Irgendlink ansah und seine Künstlerkarten, da erinnerte ich mich auch an etwas, das aus senitimentalen Gründen noch immer bei mir im Schrank liegt. Vielleicht auch in ähnlicher Form bei dem einen oder der anderen von euch? Ich denke schon, hoffe es sogar. Und wenn ihr es habt, dann teilt es mir bitte in einem Kommentar mit.

Ich weiß garnicht, ob es das heute noch gibt, ob soetwas noch hergestellt und verkauft wird. Früher war es in jedem Souvenirshop/Andenkenkiosk zu bekommen: Mäppchen mit den echten Fotos der soeben besuchten Sehenswürdigkeit. Nicht jeder hatte einen Fotoapparat, manche hatten ihn auch einfach nur nicht dabei. Ja, und dann: Film und Entwicklung und Abzüge kosteten etwas, wenn jemand nicht selbst zuhause eine kleine Dunkelkammer eingerichtet hatte und selbst Filme entwickelte und Abzüge belichtete. Vor allem aber reichte früher ein Kleinbildfilm mit 36 oder 24 Aufnahmen oder ein Rollfilm mit seinen 12 Negativen etwa ein halbes Jahr. Selbst im richtigen Urlaub wurden doch nicht mehr als zwei oder drei Filme verphotographiert?

Heute? Heute machen Menschen in 5 Tagen sechshundert und viel mehr Handy- oder Digitalkamerabilder! Aber früher … Aber früher entstanden solche Dinge:

 

Außenhülle

Außenhülle der “echten Fotos” vom Dresdener Zwinger, Vorder- und Rückseite

Bilder stehen nicht unter einer Creative-Commons-Lizenz, sondern aind noch urheberrechtlich geschützt. Meine Verwendung hier dient der Illustration und ist zum Verständnis des Textes notwendig.

Vier Bilder aus der Fotomappe vom Dresdener Zwinger

Vier Bilder aus der Fotomappe vom Dresdener Zwinger

 

Wo sind sie hin, die Fotomappen, Postkartenhefte, die Postkartenfotografen, die Museumslichtbildner? Und wo sind all die Vorlagen, die Negative und Dias, aus denen damals all die Andenken produziert wurden? Gibt es dafür Archive, in denen recherchiert werden kann? Was ist mit Bildern von nicht mehr existierenden Sehenswürdigkeiten wie der Ruine der Dresdner Frauenkirche, des Palastes der Republik, des Kölner Archivs? Was ist mit diesen Bildern, den Negativen, deren Schöpfern?

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, daß es solche Andenken nicht mehr gibt. Wenn da draußen jemand noch welche davon zuhause hat, gebt mir doch bitte Bescheid in einem Kommentar (oder per Mail, sehe Impressum). Wenn jemand sogar noch etwas von/aus Halle (Saale) hat, von dem würde ich mir das gerne ausleihen und in mein privates Archiv kopieren. Warum und wozu? Um auch solche Dinge für die Nachfolgenden aufzubewahren und in Zukunft zugänglich zu machen und zu halten. Oder denkt ihr, daß das nicht aufgehoben werden sollte, weil es eben keine individuellen Erinnerungsbilder sind/waren? Hm … Verlorenes Kulturgut ist es aber schon, irgendwie.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 30. September 2015 waren viele Erinnerungen und sortierte Gedanken.
 
Tageskarte 2015-10-01: Der König der Kelche.

© 2015 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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11 Antworten zu Verschwundenes Souvenir (274/91)

  1. Rabin schreibt:

    Ich könnte nicht mit Sicherheit sagen, ob ich solche echte Bilder in dem speziellen Kleinformat habe. Größere echte alte Postkartenfotographien schon, aber das sind vermutlich nicht die gesuchten. Und aufhebenswert sind sie allemal. Die Bilderflut der Digicams macht schon öfter nachdenklich. Auf der einen Seite kann man auch mal experimentieren und fototechnisch dazulernen, ohne massig Material für die Tonne zu riskieren – auf der anderen Seite wird (gefühlt) auch viel zu oft einfach jeder M… fotografiert.

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    • Der Emil schreibt:

      Ja, Postkarten(-Sets) gab es auch. Und ich seh die nicht mehr in den einschlägigen Läden.

      Es gab auch verschiedene Formate, nicht nur so klein (doppelte Streichholzschachtel).

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  2. Alterschwede schreibt:

    ja die Bilderserien kenn ich auch noch, nur diese sind irgendwo bei mir zu Hause und schlummern dort. Ich werde mal nachsehen, ob ich davon noch etwas finde.
    Jedoch habe ich ein paar interessante Postkarten gefunden, allesamt über 100 Jahre alt.
    Ich wird sie dir mal auf deine Mail-Adresse zusenden.

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  3. eckisoap schreibt:

    ich habe – hatte noch alte postkartenfotos von Magdeburg. die habe ich meinem sohn nach Hongkong geschickt. er bewahrt sie nun auf. ein freund von mir ist gebürtiger hallenser. den frage ich mal nach solchen Fotos. ich finde auch, dass sie unbedingt aufhebenswert sind. danke dafür!

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  4. Ulli schreibt:

    ich habe selbst solche Erinnerungskartenheftchen nicht, aber ich erinnere mich an sie und erinnere mich auch sie schon auf Flohmärkten gesehen zu haben- dort gibt es immer mal wieder HändlerInnen mit alten Postkarten, vielleicht ist das ja mal ein Tipp?!

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  5. blinkyblanky schreibt:

    Ich habe das Bauchgefühl, ein Mäppchen von Pillnitz schon in der Hand gehabt zu haben, aber wo jetzt… nobody knows. Durch den Pllnitzpark bin ich als Erstklässerin gelaufen und auf dem Weg in einen Bunker während der großen Angriffe. Erinnerungen wurden wach duch das Mäppchen.

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    • Der Emil schreibt:

      Das hier gezeigte fiel mir auch irgendwann wieder in die Hände, nachdem es wahrscheinlich Jahrzehnte sein Dasein in irgendeinem Karton auf dem Dachboden fristete. Ich könnte es in der 9. Klasse gekauft haben …

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  6. gerelcalow schreibt:

    Da ich aus Sachsen-Anhalt stamme, finde ich sicher nach meinem jetzt laufenden Umzug noch etwas für Dich. Dann werde ich Dich gerne informieren. (Soweit ich mich erinnere, hab ich was vom Dessauer Gartenreich, von Moritzburg-Ausstellungen und dem halleschen Markt von 1966.)
    Mit bestem Gruß von Gerelca

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