Jahreszeit (278/87)

Ich befürchte, Zeit ist mein neues Thema

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Herbst. Wer nur ist auf die Idee gekommen, ihn als traurige Jahreszeit zu bezeichnen? Als Zeit der Abschiede? Der Herbst ähnelt, gleicht doch dem Abend; und der ist doch auch nur die Vorbereitung für die ruhige, erholsame Nacht voller Träume, nach der ein Morgen zu Neuem herausfordert, ehe der Mittag mit seiner Hitze zu einer Siesta verführt.

Herbst und Winter sind meine Jahrezeiten. So wie andere nur den Frühling oder den Sommer gut und schön finden, sich nur in praller Sonne wohlfühlen, so bin ich einer, der die Hitze nicht ertragen kann. Doch, Sonne mag ich: über tief verschneiter Landschaft, oder in wahnsinnig buntem Laub. Und jedesmal wieder wundere ich mich über das Unverständnis, dem ich begegne, wenn ich von meiner Sehnsucht nach Winter und Schnee und Kälte und Herbst spreche/schreibe. Dabei … Ach, schaut selbst, wie wunderbar der Herbst aussieht:

 

Ein Baum. Leuchtende Farben des Herbstlaubes

Leuchtende Farben des Herbstlaubes

 

(Hm. Bei mir dreht sich zur Zeit viel um das Phänomen Zeit. Scheint gerade ein “Problem” bei mir zu sein. Alles, was mit Zeit zusammenhängt: Die Geschwindigkeit meines Lebens, die Jahreszeiten, mein Zeitempfinden. Mein Tagesrhythmus ist noch immer nicht wieder so fest, wie er es einst war. Planen geht heute besser langfristig, wo früher nichteinmal kurzfristige möglich war; dafür hab ich es nicht mehr so mit der kurzfrisigen Planung.

Und bei allem erinnere ich mich mit echtem Wohlgefühl an die Zeit, in der ich aus der Zeit herausgefallen war …)

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 4. Oktober 2015 war das Gespräch mit den Eltern.
 
Tageskarte 2015-10-05: Die Vier der Schwerter.

© 2015 – Der Emil. Text & Bild unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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23 Antworten zu Jahreszeit (278/87)

  1. Samtmut schreibt:

    Den Sommer mag ich, vor allem wegen der langen Tag, dem vielen Licht. Aber ich freue mich jetzt auch auf den Herbst — bin ja auch Oktobergeborene — auf die Läufe bei angenehmen Temperaturen und das raschelnde Laub unter den Füßen. Und vor allem auf so leuchtende Bäume, wie Dein Aufnahme uns zeigt – herrlich. Mit den trüben Tagen muss ich dann erst mal wieder anfreunden. ;-)

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  2. Ulli schreibt:

    ich schrieb es ja vor kurzem: ich bin ein Übergangsmensch … weil der Frühling und der Herbst meine liebsten Jahreszeiten sind, nichts gegen Sommer oder Winter, aber die haben so ihre Tücken für mich …
    ich mag es, wie du die Tageszeiten mit den Jahreszeiten übereinander legst.

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  3. Elvira schreibt:

    Ich mag Herbst und Winter ebenfalls, dennoch ist das Frühjahr meine favorisierte Jahreszeit. Aus der Zeit fallen. Geht das freiwillig? Bewusst? Hieße das nicht, alles aufzugeben? Das wiederum könnte eine Chance sein, sich selbst zu finden.

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  4. wildgans schreibt:

    Aus der Zeit gefallen?
    Wie geht das – wann geht das? (In der Wanne?)
    Das Fest, wovon ich gerade auch bei rebis las?

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    • Der Emil schreibt:

      Ja, genau dieses Fest bei Irgendlink. Ich war vom 23.-28.9. zu Gast auf dem einsamen Gehöft — es war tatsächlich (naja, nicht wörtlich zu nehmen, aber das Gefühl ist hoffentlich vorstellbar) außerhalb der Zeit (jedenfalls des „normalen“ Lebens).

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  5. piri schreibt:

    Man kann sehr gut aus der Zeit fallen! Ringsum einen her pocht das Leben, alles ist sehr schnell und es wird immer schneller. Dann komme ich mir wie im Zeitraffer vor – es scheint, dass meine Bewegungen noch langsamer werden und bedächtiger. Bedächtig, denken, innehalten, nachspüren… Das hat noch nicht einmal etwas mit der Jahreszeit zu tun! Obwohl der Herbst sehr geeignet dazu ist. Kennst du das Gefühl neben dir zu stehen um dich selber zu beobachten? Das ist auch ein bisschen, wie aus der Zeit fallen.

    Natürlich ist es rein wissenschaftlich nicht möglich – aber ich bin davon überzeugt. Zeit ist keine konstante

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    • Der Emil schreibt:

      Liebe Piri,

      genau so ist es. Oder: Ich sitze da und Zeit interessiert mich einfach nicht mehr. Weil ich mich auf meins konzentriere und „das Leben“ — also die Welt da draußen — vorüberhasten lasse.

      Ich bin jetzt auf der Suche nach einer Methode, wie ich (bewußt, vorsätzlich) aus der Zeit heraustreten (vllt. ist es das Gehen, das weite Strecken gehen?) kann und nicht den Fall inkaufnehmen muß.

      Rein wissenschaftlich ist Zeit nicht konstant, sondern relativ ;-)

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  6. Sofasophia schreibt:

    Dass Herbst eine traurige Jahreszeit sei, hängt vermutlich damit zusammen, dass es keine so gut schafft, uns die Vergänglichkeit allen Lebens so bewusst zu machen, wie Frau Herbst. Und doch. Ich gestehe, dass ich den Herbst auch schon weniger mochte als heutzutage. Den Winter mögen tu ich nicht wirklich, was weniger mit der Jahreszeit an sich zusammenhängt, die durchaus schöne Seiten hat, aber mein Problem ist die Kälte. MIt ihr komme ich einfach sauschlecht klar. Ich friere schnell und so ungern, dass es wehtut.

    Dennoch ist meine Einstellung zu diesen Jahreszeiten definitiv „reifer“ geworden. Den Herbst als Abend zu sehen gefällt mir. Zumal Abend definitiv meine Lieblingstageszeit ist. :-)

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  7. minibares schreibt:

    Ich mag den Frühling und den Herbst.
    Wenn man was anziehen kann.
    Die Hitze im Sommer mochte ich noch nie.
    Nur Schnee ist nicht so mein Ding, da haben die Räder meines Rollators blockiert.
    Mal schaun, wie das mit dem Rollstuhl wird, den ich bald bekomme.
    Liebe Grüße Bärbel

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  8. Pfeffermatz schreibt:

    Auch ich bin ein Freund des Herbstes, aber der Winter ist nicht so meins.

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