Aufräumen der neuen Art (285/80)

Leise weine ich dem einen oder anderen nach

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Am Sonntag saß ich lange vor meinem Rechnerlein. Sah mir diesen und jenen Blog an. Speicherte die Quelltexte der Beiträge, deren immer viel zu wenige waren. Ach, ich schaffe doch nicht ganz so viel wie ich mir einbildete zu schaffen. Alleine dieser Blog hier benötigt ganz schön viel Zeit. Für manche Artikel reichen 15 Minuten, an anderen sitze ich mehrere Stunden. Ja, ich glaube das beim Lesen selbst kaum, aber es ist so. Vor allem, wenn ich versuche, an der Sprache zu feilen: Paßt da ein aber, oder sollte lieber ein jedoch beziehungsweise ein andererseits?

Nun habe ich Konsequenzen gezogen und ein gutes Dutzend schon vor Jahren angefangener, nicht lebensfähiger Blogs – u.a. auch einige Testblogs auf anderen Plattformen – aufgeräumt, geleert, geschreddert, gelöscht. Nach fünf Jahren darf das sein, nach fünf Jahren ist der tote Zustand etwas, das manifest ist und nicht mehr geändert wird. Also weg damit. Auf manchen Blogs war ich jahrelang der einzige Besucher, hatte nur ein oder zwei Beiträge veröffentlicht. Manchmal standen – aus meiner Blogger-Anfangszeit – noch Entwürfe dort, die ich nur online erstellt hatte. Seit Oktober 2010 aber schreibe ich alles als HTML-Quelltext mit einem Editor meiner Wahl auf meinen Rechnern zuhause.

Und so verschwanden gestern einige unbekannte, unbesuchte, ungepflegte, beinahe leere Blogs. Ein paar andere habe ich dann aber doch behalten. Und die meisten davon werde ich niemals hier erwähnen, weil ich verschiedenen Netzidentitäten sehr streng getrennt halten möchte.

 

Nun muß ich mir nur noch angewöhnen, die vorhandenen Ressourcen (Bild-, Text-, Audio- und Microblogging) besser zu verbinden, besser zu … was weiß ich denn, wie ich das nennen soll. Die Möglichkeiten nutze ich kaum, es sei denn, daß ich hier eine Audiodatei von Soundcloud einbette und meine Blogposts bei Twitter inseriere. Irgendwie bin ich in dieser Hinsicht eben noch nicht zufrieden mit meiner Arbeit. Und ich weiß auch noch nicht, ob die Löschaktion zu werten ist als Rückzug, als Bündelung, Konzentration auf Wesentliches, als Aufgeben, Scheitern oder Wahrnehmen und Akzeptieren der Realität, ohne meine Träume zu verraten.

Die Beerdigung der Leichen, die hatte gestern trotzdem etwas Befreiendes. Auch wenn ich einigen ambitioniert gedachten Projekten lange nachtrauern werde.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 11. Oktober 2015 waren die Befreiung von nie wirklich Genutztem und ein Besuch beim MoveON.
 
Tageskarte 2015-10-12: XV – Der Teufel.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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11 Antworten zu Aufräumen der neuen Art (285/80)

  1. Elvira schreibt:

    Deine Projekte sind ja nicht mit den Blogs beerdigt worden. Vielleicht erleben sie hier eine Auferstehung? Du kennst doch diesen Spruch: Totgesagte leben länger. Ansonsten kann Aufräumen tatsächlich sehr befreiend wirken. Ich habe letztens um die 2000 Fotos vom Rechner gelöscht und anschließend sofort den Papierkorb geleert, um nicht in Versuchung zu geraten, das eine oder andere Foto wieder rauszufischen.

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  2. Deine Christine! schreibt:

    Ich denke mal aufräumen kann sehr befreiend sein und tut oft auch gut 😃

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  3. Sofasophia schreibt:

    Wie Altkleidersammlung: Lieblingsshirts, die ich seit Jahren nicht mehr trage, dürfen weg.
    Aufräumen gibt Platz. Nicht zwingend für Neues, für eine wohltuende Leere und „Langsamkeit“ womöglich?

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  4. wildgans schreibt:

    Bei mir gibt es den Gedanken: es ist genügend Platz vorhanden…

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  5. Ulli schreibt:

    ich grübel jetzt nur, ob ich dich je unter einem anderen Namen antreffen werde, oder sogar schon habe, weil du ja schreibst, dass du verschiedene Identitäten getrennt halten willst … irgendwie finde ich das jetzt spannend …

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