Abende, an denen es unmöglich ist, sich mit Fernsehen abzulenken (291/74)

Treffen mit Freunden

To get a Google translation use this link.

 

 

Da erreicht mich eine e-Mail: “Wir treffen uns am xx. Febril um 20 Uhr im «Ratskeller” Wir erwarten Dich und garantiern einen lustigen Abend.»

Oh Mann. Klassentreffen ist es nicht, dazu sind mir die Namen viel zu unbekannt. Hm, wann hatte ich mit einer Marlene und einem Tobias zu tun? Na? Irgendeine Maßnahme von irgendeinem Jobcenter? Vielleicht sogar eine, in der ich noch der war, der am Lehrerpult stand und sich “Instruktor” nannte? Boah … Irgendwie ist der Kopf leer und will sich partout nicht an die beiden Namen/Menschen erinnern.

Auch die Ortsangabe gibt nichts her. Heutzutage treffen sich Ehemalige doch irgendwo auf diesem Kontinent; der Ort muß nichts, nein, sollte nichts mit dem Anlaß des Kennenlernens zu tun haben; wenn er es nämlich hätte, gäbe das zu vielen Menschen einen Grund für ein Nichterscheinen.

Na gut, terminlich paßt es, ich reise also (nach Zusage, über die sich “ganz besonders” gefreut wurde) an den Ort des Geschehens. Ein Irgendwas-Heim, an das ich mich vage erinnern kann. Ja, ich war bereits hier. Aber wann und wozu? Dann kommen immer mehr Erinnerungen, weil nämlich mein Telefon kein Netz hat, das Smartfon kein WLAN findet und auf den Zimmern kein Fernsehapparat zu finden ist.

Ich bin nicht im “Tal der Ahnungslosen”, wie Dresden und das umliegende Elbtal genannt wurden, weil der Westempfang nur sehr eingeschränkt möglich war. Nein, ich bin in einem Seitental eines weit kleineren Flüßchens. Und diesmal erfahre ich von Juliane, die wie vor zehn Jahren zu dieser Schulung hier an der Rezeption Dienst tut, daß nur in diesem Heim und ganze 200 m im Umkreis tatsächlich eine TV-freie Zone ist, in der auch kein Mobiltelefon funktioniert.

Zum Glück gibt es kostenfreies WLAN auf den Zimmern, so daß ich mich von der eigentlichen Veranstaltung, zu deren anderen Gästen ich keinen Zugang mehr zu finden vermag, zumindest ins Internet flüchten kann.

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 17. Oktober 2015 waren die Überraschung in der Nacht und das am Ende doch noch erreichte Ziel.
 
Tageskarte 2015-10-18: Die Fünf der Stäbe

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Advertisements

Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
Dieser Beitrag wurde unter Geschriebenes, Miniatur, One Post a Day, postaday2015 abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu Abende, an denen es unmöglich ist, sich mit Fernsehen abzulenken (291/74)

  1. zeilentiger schreibt:

    So viel zu der schriftlichen Garantie eines lustigen Abends.

    Gefällt mir

  2. Sofasophia schreibt:

    Lustig wird überbewertet. Wer will schon lustig, wenn er WLAN haben könnte?

    Gefällt 1 Person

  3. juttareichelt schreibt:

    Wäre kein schlechter Auftakt für eine Geschichte ;) Herzliche Sonntagsgrüße!

    Gefällt 1 Person

    • Der Emil schreibt:

      Danke.

      Ja, ähnelt den vielen Anfängen, die hier herumfliegen und von denen ich noch einige freilassen werde. (Immer, wenn ich im Schreibfluß gestört werde, bleibt ein Anfang — ich finde selten, sehr selten wieder hinein in die Geschichte.)

      Gefällt mir

      • juttareichelt schreibt:

        Lieber Emil, das kenne ich aus vielen, vielen Gesprächen übers Schreiben. Ich glaube, dass es damit zu tun hat, dass wir einen „Anfang“ oft so „drauflos schreiben“ und der so entstandene Text endet dann ja zwangsläufig irgendwann und das „Weiterschreiben“ würde dann bedeuten, nicht „nur“ weiter „drauflos zu schreiben“, sondern Ideen zu entwickeln, wie die Geschichte/der Text weitergehen könnte. Und diese Ideen zu entwickeln, hat ganz viel mit Übung und Praxis zu tun – was aber wiederum viele nicht wissen … Und es muss auch gar nicht „anstrengend“ sein, sondern kann ebenso „spielerisch/kreativ“ sein – aber wie gesagt, das ist dann vorübergehend ein anderer „Modus“, bevor es dann wieder mit dem „drauflos schreiben“ weitergehen kann.
        Ich grüße herzlich!

        Gefällt 1 Person

        • Der Emil schreibt:

          So langsam glaube ich, daß ich es wirklich hartnäckiger versuchen muß, dieses „Weiterschreiben“, auch wenn ich durch das Daranscheitern bisher (fast) immer die Lust am Fabulieren verlor.

          Und vielleicht ist auch das die Krux meines Schreibens, daß es (noch) nicht Broterwerbsarbeit sein soll, sondern nur zu meinem Spaß (obwohl: das ist es schon lange nicht mehr, oft ist auch das Drauflosgeschriebene am Ende echte Arbeit — allerdings freiwillige, unbezahlte — gewesen).

          Versprechen: Ich beginne mit meinem Märchen vom Prinz Hans.

          Gefällt mir

          • juttareichelt schreibt:

            Lieber Emil, was mir oft hilft: wenn ich einen dieser angefangenen Texte „mit durch den Tag nehme“. Immer mal wieder daran denke, wie es weitergehen könnte. Einiges „durchspiele“, auch Varianten, von denen ich weiß, dass sie nicht die „Lösung“ sind. Aber manchmal kommt dadurch Bewegung in die Sache …
            Und sich dabei erstmal für einen Text zu entscheiden, scheint mir eine gute Idee! Bin gespannt, wie es mit dem Hans weitergeht … Herzliche Grüße!

            Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s