Knüllpapierorgie (308/57)

Über die Schwierigkeiten beim Wiedereinstig.

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Ich habe mittlerweile – seit Sonnabend – einen ganzen Block (50 Blatt) Knüllpapier produziert. Beim Versuch, meinem Prinz Hans doch noch zur Ehe zu verhelfen, schreibe ich mir gerade die Finger wund. Das Script ist da, vollständig, wie ich es mir ziemlich schnell notiert hatte. Und es gibt auch noch einige Notuzen, wie ich mir den Fortgang des Märchens in mindestens zwei Varianten vorstellen konnte und kann. Gut, die Phantasie reicht, um die weiteren möglichen Verläufe des Abenteuers zu notieren – aber ich komme partout nicht wieder in diese Sprache hinein! Das funktioniert einfach nicht! Und das macht mich … Ja, auch wütend auf meine Unfähigkeit dazu.

Das ist auch eine Krux (huch, das hab ich doch erst vor Kurzem verwendet, dieses Wort) der Schreibunterbrechung bei mir. Es scheint, ich habe keinen gefestigten, stets gleichen Schreibstil, Sprachduktus (nennt man das so?). Deshalb versagte ich mir, vermied ich bisher und vermeide ich noch das Weiterschreiben bei den meisten Anfägen. Lieber ließ und lasse ich sie frei.

Letzthin aber hat mir doch jemand Mut gemacht, es einfach mit sturem Drauflos-Weiterschreiben zu versuchen, nämlich Jutta Reichelt. Ihre Kommentare brachten mich dazu, genau mit da mit dem Weiterschreiben anzufangen, wo eben die Ideen, der Fortgang der Geschichte vorhanden sind und nur noch ausgeschmückt werden müssen. Und so saß jetzt 4 Tage daran und werde weiterhin daran sitzen – vielleicht kommen ja fünf oder sechs ganze Bände … Ich habe da genug Ideen für eine kleine Märchenwelt in meinem Kopf.

Soviel hatte ich auch schoneinmal zum Lind Kernig. Wo ist der eigentlich abgeblieben? In welcher Ecke von Lopabelin hat der seinen Magstabtainer zur Zeit stehen? Ich geh mal nach ihm suchen. Und Prinz Hans nehme ich gleich mit.

Auf einem Hügel sind im Mondschein zwei Reiter zu sehen, die im Schritt und vor sich hinsummend langsam hinter der Kuppe verschwinden.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 3. November 2015 war der erledigte Haushalt.
 
Tageskarte 2015-11-04: II – Die Hohepriesterin.


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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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15 Antworten zu Knüllpapierorgie (308/57)

  1. wildgans schreibt:

    Habe ein feines, neues Versehenswort entdeckt: „Notuzen“ – so haben sie schon mal einen Nutzen! Beneidenswert, wie du, lieber Emil, um das in Deinem Kopf schon vorhandene „ringst“ und nicht aufgibst!

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    • Der Emil schreibt:

      Autsch! ;-) Aus dem Akkusativ hab ich schnell noch den korrekten Dativ gemacht — doch die hab ich übersehen.

      Brach liegt es, und will doch raus. Wenn ich all die Anfänge Blockiere, wie sollen denn dann andere noch welche finden?

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  2. juttareichelt schreibt:

    Lieber Emil, da ich mich sowohl freue, als auch ein wenig „mitschuldig“ fühle, schreibe ich dir, was mir gerade spontan durch den Kopf geht:
    – um den Ton zu finden: den vorhandenen Text (der mir übrigens sehr gefällt) laut lesen, ruhig mehrfach. (Und weil es ja tatsächlich der „klassische Märchenton“ ist, ruhig auch noch ein paar „fremde“ Märchen lesen, wenn er sich dann noch nicht einstellen will
    – die Bereitschaft zum „vorläufig noch ganz Unvollkommenen“ ausbauen, d. h. weiterschreiben auch wenn sich der Ton nicht sofort oder durchgehend einstellt und darauf vertrauen, dass er sich mehr und mehr „einfinden“ wird und dann eben in einem zweiten oder dritten Schritt dem dann vorhandenen „Textmaterial“ eingeschrieben werden kann …
    Ich grüße herzlich und mit den allerbesten Wünschen!

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    • Der Emil schreibt:

      Liebe Jutta, „mitschuldig“ ersetzte ich gerne durch „als Anschubserin“ ;-) Und ich bin sehr dankbar für Deine Tips. (Ist ja fast ein Schreiblehrgang …)

      Aber oh weh, welch ein Berg tut sich da gerade vort mir auf Die Anden mit dem obendraufgesetzten Himalaya stehen zwischen mir und meinem Vermögen, „vorläufig noch ganz Unvollkommenes“ zuzulassen, gar aufzuheben und weiterzubearbeiten. Bei Holz und Stein und (früher) bei Codierungen von PC-Programmen ging und geht das vielleicht (wie mit dem Räuchermännchen im Rohzustand). Aber doch nicht bei Sprache, mit Text, mit Text, den ich i.w.S. veröffentlichen möchte.

      Nun, ich brauche genau in diesem Punkt Übung: Unvollkommene Texte schreiben und sammeln und dann vervollkommnen. Die Marschrichtung ist klar …

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      • juttareichelt schreibt:

        Lieber Emil, ich bilde mir ein zu erahnen, was für eine Wegstrecke da vor dir liegt – und frage mich, ob dir der Gedanke eventuell ein wenig Mut machen könnte, dass du ja von anderen eben immer nur die „veröffentlichten“ und daher zigfach überarbeiteten Versionen kennst? Bei den Skizzen großer Maler wundert mich das oft: wie wenig die ersten Entwürfe die spätere „Meisterschaft“ verraten. Es ist so … Herzliche Grüße!

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        • Der Emil schreibt:

          Genau diesen Gedanken hatte ich auch schon und habe ich neuerdings sehr oft. Was ich lese, ist das Fertige, sind nicht die Anfänge, Entwürfe, Überarbeitungen, verworfenen Versuche.

          (Bei Skizzen/Zeichnungen allerdings … Naja, da ist mancher erste Entwurf in meinen Augen manchmal besser als das fertige Bild ;-) — ich liebe Strichzeichnungen.)

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  3. minibares schreibt:

    Lieber Emil, du wirst es schaffen. Da bin ich sicher.
    Nur nicht aufgeben.
    Liebe Grüße Bärbel

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  4. Ulli schreibt:

    Weil auch ich nicht immer in Rhythmus und Stil zurückfinde, liegt hier nun schon seit 2 Jahren das zweite kinderbuch auf Halde- du machst mit Mut, kann ich brauchen, denn ab nächsten Montag steige ich in ein Novemberschreiben ein- schauen wir mal-
    dir viel Fluss

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    • Ulli schreibt:

      verzeih all die Fehler, bin grad desolat und hab vergessen noch einmal zu schauen …

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    • Der Emil schreibt:

      Also Novemberschreiben: Nööööö. Ich schreibe das ganze Jahr lang jeden Tag etwas, den Streß brauche ich wirklich nicht. ;-)

      (Ach, die Mail muß ja auch noch …)

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      • Ulli schreibt:

        Das weiß ich schon, lieber Emil, dass du immer etwas schreibst, aber ich dachte, weil du jetzt eine Geschichte angegangen bist oder ist das auch nicht neu?
        Für mich ist Novemberschreiben eher motivierend und kein Stress, aber ich bin auch in keinem Forum, wir sind nur ein kleiner Haufen und bislang ist der Austausch noch gering. Mir reicht es grad die anderen in meinem Rücken zu wissen.
        Gutes Schreiben, eine gute Nacht, tiefen Schlaf und bunte Träume wünsche ich dir von Herzen.

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