Der teure Feiertag, der keiner war (322/43)

Buß- und Bettag

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Fast überall in der BRD wurde dieser Feiertag 1995 abgeschafft zugunsten der Pflegeversicherung. (Hä? Irgendwie genauso logisch wie die Tabaksteuererhöhung zur Sicherung der gesetzlichen Renten.) Außer in Sachsen. Mich hat dieser Feiertag richtig viel Geld gekostet, ohne daß ich ihn wirklich genießen nutzen konnte.

Ich war nämlich von 1995 bis 2004 als Freiberufler zumeist in Sachsen-Anhalt unterwegs, wo ich an diesem Mittwoch im November immer auch arbeiten mußte. Ja, jedes dieser Jahre war das so. Und mich kostete dieser Tag 0,5% mehr Pflegeversicherung als im restlichen Gebiet der BRD, weil ich ja Sachse und somit auch dort versichert und versteuert wurde. Bei meinem Einkommen waren das ca. 500 DM bzw. 250 Eu jährlich, die mich dieser Feiertag mehr kostete als einen Nichtsachsen.

Irgendwie fand ich das äußerst beschissen, all die Jahre. Heute werde ich trotz des hier nicht offiziell begangenen Feiertages versuchen, einen Gottesdienst zu besuchen. Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, denn ich habe den Plan für heute ja ohne den Buß- und Bettag gemacht.

Buß- und Bettag. An dem sich Arbeitnehmer unter Hinweis auf ihre religiösen Pflichten in den meisten Bundesländern unter Lohnverzicht freinehmen dürfen, ohne einen Urlaubstag dafür nehmen zu müssen. Ja, Arbeitnehmer. Freiberufler bekommen den Vertrag nicht, wenn sie an diesem Tag nicht wollen oder können. Zu meinem (Un-) Glück bin ich heute weder Freiberufler noch Sachse, d. h. ich zahle nicht mehr mehr und kann heute eine evangelische Kirche aufsuchen und beten; und vielleicht auch büßen …

 

Ach ja, am 18.11.1961 heirateten meine Eltern. Ich werde sie heute anrufen.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 17. November 2015 waren die erledigte Hausarbeit und der Besuch der allerallerallerbesten Freundin.
 
Tageskarte 2015-11-18: Die Sieben der Stäbe.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

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3 Antworten zu Der teure Feiertag, der keiner war (322/43)

  1. minibares schreibt:

    Da es immer ein evangelischer Feiertag war, habe ich damals immer Buß- und Bett-Tag gesagt.
    Denn wir mussten nicht in die Kirche, hatten einfach frei.
    Deinen Eltern alles Gute ♥

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