Advent 2015: Das 23. Türchen (357/8)

Noch einmal eine neuere Weihnachtsgeschichte, eine leckere.

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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen fernab von zuhause, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen.
 
Ich wünsche all diesen Menschen und mir eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für alle, die Hoffnung brauchen.

 

Ich habe mich etwas festgelesen in den 100 Fabeln und anderen Geschichten von Helmut Wördemann. Eine davon muß ich in Vorbereitung des morigen Tages noch herzeigen:

 

 
Der ungeduldige Weihnachtsstollen

Helmut Wördemann ( ∗ 1935)
 
 

Es war einmal ein Weihnachtsstollen, der war ganz durchknetet von dem Gedanken, als leckeres Frühstücksbrot mit Butter zu dienen. Ja, es wurde ihm sogar in Aussicht gestellt, zum Nachmittagskaffee serviert zu werden, wie Kuchen, wie richtiger Kuchen.

Nun lag der süße Stollen aber schon wochenlang im Brotfach, lag da in durchsichtigem, glänzendem Weihnachtspapier mit Schneelandschaft und Christkind-Schlitten und mußte mit ansehen, wie alle anderen Brote gebraucht wurden: das Schwarzbrot, das Vollkornbrot; sogar das Weißbrot und das Knäckebrot kamen regelmäßig an die Reihe und durften sich bewähren.

Ich glaube, der Stollen wurde ganz blaß vor Neid und vor Ungeduld, aber das konnte man nicht sicher sagen, weil er ja über und über mit Puderzucker bedeckt war.

»Da hat man soviel Aufhebens um mich gemacht,« dachte der Stollen bitter wie Sukade, »hat mich gesüßt und mit Rosinen gespickt. Ja, sogar Marzipanstückchen hat die Hausfrau in mich hineingebacken. Und nun? Nun bin ich überflüssig und gammele hier ‚rum, schön und lecker, aber unnütz.«

Doch dann kam Heiligabend. Die Hausfrau stellte im Wohnzimmer die Geschenke auf. Und nun, nun deckte sie in der Küche den festlichsten Kaffeetisch des Jahres; und das Beste, das Edelste und das Leckerste, das sie zu bieten hatte, das war der Weihnachtsstollen.

Leider konnte er seine große, feierliche Wichtigkeit nicht lange genießen, denn er schmeckte gar zu gut und war nach einer halben Stunde gegessen.

Entdeckt im Projekt Gutenberg und für lesenswert befunden. Der zitierte Text ist urheberrechtlich geschützt.

 

 

Und bei mir wird der erzgebirgische Weihnachtsstollen heute nachmittag schon angeschnitten. Ich weiß, wie lecker der ist!

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 22. Dezember 2015 waren Gespräche mit Unbekannten, die fertiggestellte große Reparatur, leckeres Essen am Abend.
 
Tageskarte 2015-12-23: DIe Königin der Kelche.


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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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