Es endet manches mit der Zeit (364/1)

Dem Datum entsprechender Text

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Prolog: Als erstes endete gestern die Betriebsbereitschaft und Nutzbarkeit meines kleinen Rechnerleins, der noch mit Win7 betrieben wurde. Nun tut er nichts mehr, weil seine Festplatte nicht wieder anläuft. Sch—eibenhonig. Irgendwie muß sie aber nocheinmal anlaufen, die letzte Datensicherung ist nämlich etwa drei Wochen her und einige Dateien hätte ich schon gerne noch auf dieses Notebook hier übertragen. Ja, ich weiß, da war ich etwas schlampig …

 

Absehbar ist sie jetzt, diese ominöse Linie, dieses menschgemachte Ende.

Ja, die Zeit, wie wir sie kennen und nutzen, ist menschgemacht. 60 Sekunden geben eine Minute, sechzig der Minuten geben eine Stunde. Vierundzwanzig Stunden sind ein Tag, sieben Tage bilden eine Woche. Und Dinge am Himmel wiederholen sich alle 365 oder 366 Tage, so macht der Mensch ein Jahr hierzulande. Und nach völlig undurchsichtigen Regeln wurde es in zwölf Monate aufgeteilt, die 28 oder 29 oder 30 oder 31 Tage haben. Eines der Jahre, das nach irgendeiner mehr oder minder korrekten Zählung 2015te Jahr dieser Zeitrechnung, hat seine Existenz morgen vollendet. Deshalb ist die Trennline schon sichtbar, die Zeit gut genug abzählbar. Die letzten Sekunden des Jahres werden – obwohl es anderswo noch Stunden dauern wird – hierzulande laut und undeutlich heruntergelallt …

Für mich wird mit diesem Jahr 2015 auch einiges zuendegehen. Ich werde mit dem Jahr einiges beenden, nicht fortführen, abschaffen. Drei zu beendende Dinge sind auf Zetteln an prominenten Stellen in meiner Wohnung notiert. Und hier kommen drei vier weitere Notwendigkeiten:

— Notwendig ist es, meinen Altruismus etwas einzuschränken, weil ich mittlerweile ein derart schlechtes Gewissen mir gegenüber habe, daß es nicht mehr angenehm ist.

— Notwendig ist es, meinen Altruismus etwas einzuschränken, weil ich mittlerweile ein derart schlechtes Gewissen mir gegenüber habe, daß es nicht mehr angenehm ist.

— Notwendig ist es, die Kommunikation mit anderen auf ein oder zwei Kanäle zu konzentrieren. Das heißt nicht, daß auf weiteren Kanälen keine Nachrichten mehr ausgetauscht werden – die wichtigen aber werden gebündelt.

— Notwendig ist es, meine Selbstkontrolle wieder etwas zu stärken. Nicht zwanghaft, nein. Aber ich muß mir doch ab und zu mal mitteilen, daß einige Dinge nicht so gut für mich sind und ich sie nicht bis zum Exzeß betreiben muß. Eine ganze Tafel Schokolade am Tag … Zwei Flaschen Wein allein … Ein ganzes Pfund Nudeln auf einmal …

 

Und wenn ich nicht alle dieser sieben Dinge schaffe im nächsten Jahr, so mache ich es damit wie mit meinem Vorhaben Jakobsweg. Das schaffe ich nämlich ohne bestimmte, unrealistische Voraussetzungen nicht am Stück; deshalb werde ich den Camino von Görlitz nach Finisterra in mehreren Jahren immer drei Wochen am Stück in Angriff nehmen. Ist das schlimm? Obwohl ich direkt nach dieser sicheren Erkenntnis sozusagen am Boden zerstört war: Nein, es ist nicht schlimm!Es wird nur anders als am Anfang gedacht.

 

Vielleicht wird das mit 2016 ja auch so …

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 29. Dezember 2015 waren ein Einkauf und ein Döner.
 
Tageskarte 2015-12-30: Die Zwei der Stäbe.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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6 Antworten zu Es endet manches mit der Zeit (364/1)

  1. Follygirl schreibt:

    Liebe Grüße, einen guten Rutsch und ein 2016 wie Du es Dir wünscht! :)
    Petra

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  2. Sofasophia schreibt:

    Lieber Emil – meinem vormals toten Laptop hatte der Liebste damals die interne Festplatte zwecks Sicherung ausgebaut. Es gibt dann so verkabelte Schubladen-Adapter, in die diese Platte eingelegt und auf den neuen Rechner gesichert werden kann. Das wird schon!

    Zu Altriusmus, so ich denn noch an ihn glauben sollte:
    Schließt er denn nicht die Fürsorge/Selbstliebe zu sich selbst mit ein? Wenn nicht, müsste er sich dringend selbst erfinden.
    Ich habe ja „meinen Altruismus“ dahingehend entlarvt, als dass ich mir tief innen drin eingestehen musste, dass hinter jeder Handlung zumindest eine klitzekleine Hoffnung auf Resonanz besteht. Keine leichte Selbsterkenntnis, doch lebt es sich seither besser, weil ehrlicher und weil ich nun auch gut zu mir sein kann.

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  3. https://worthaus.wordpress.com/ schreibt:

    Hallo lieber Setzer von Worten die mir sehr gefallen, ich grüße dich und wünsche dir ein gutes neues Jahr und das deine Vorsätze gelingen und wenn nicht ..ist das auch egal… bleib wie du bist .Wir finden dich genial und toll , sei lieb umarmt und gegrüßt
    Christin

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