Nº 027 (2016): S(i)t(u)ationsbericht.

Von Nichts zur Philosophie

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Alltag im Krankenhaus. Bei mir etwas aufgelockert durch das WWW, besonders durch Blogs und Twitter. Und durch das Nachlesen von “alten” Nachrichten, älteren Texten. Ich hätte mir … Nein, nachher frage ich die allerallerallerbeste Freundin, ob sie mir morgen, nein, das ist ja heute, aus meiner Wohnung die Ausdrucke der alten Fortsetzungsgeschichten herbringt (auf dem Schreibtisch, die zusammengehefteten A4-Blätter rechts neben dem Monitor, oben auf dem Stapel auf den beiden Stapelschütten, direkt unter der Plasteabdeckung der Bluetooth-Tastatur gleich hinter der Mikrowelle). Dann kann ich den Leerlauf, der beim stationären Verweilen zur Wundheilung und Klärung von Unklarheiten entsteht, vielleicht etwas besser füllen.

Außer regelmäßigem Fieber- und Blutdruckmessen, ständigem Kühlen des Schlachtfeldes (boah, sooooooo kalt ∗3 mm zwischen Daumen und Zeigefinger zeigen∗ ist das), um das ich mich selbst bemühen muß, geschieht mit mir: nichts. Ich warte im Bett in seitlich halbliegender Position, daß der Tag endet. Nein, bei aufgestelltem Kopfteil im Bett “sitzen”, das ist eine der unbequemsten Körperhaltungen, die ich kenne. Am Ende dieses Dienstags knie ich auf dem Bett vor dem Rechner und tippe meinen Text ab. Und seit dem Nachmittag weiß ich bereits, daß ich höchstwahrscheinlich bis Sonnabend bleiben muß und ein Katheter, wie er mir vorgeschlagen wurde, nicht wirklich zu meiner Gesundung beitrüge und deshalb auch nicht zum Einsatz kommt.

Nein, normal auf einem Stuhl am Tisch sitzen ist momentan noch unbequemer. Aber mir tun durch die hauptsächlich von mir eingenommenen Lagen doch die Schultern weh. Und in der Nacht kann ich meine Lieblingsschlafstellung auch nicht so recht finden, da noch immer eine Schwellung vorhanden ist und ein Geschirr … Ach! Gönnt den Regisseuren, Kameraleuten, Schauspielern, Beleuchtern, Ausstattern, Tonleuten und Cuttern (bewußt alles männlich) eures Kopfkinos ein weiteres Mal freie Entfaltung der Kreativität.

 

Das oben ist tatsächlich Jammern auf hohem Niveau. Es geht mir den Umständen entsprechend gut, ich habe kaum Schmerzen, ich behalte keine dauerhaften psychischen Schäden – körperliche wurden mit der OP ja ausgeschlossen. Ich hätte Zeit, weiter über Muster und Ähnliches nachzudenken, vermeide aber die Beschäftigung mit der Vergangenheit. Stattdessen phantasiere ich von der (vorerst) ausgefallenen Zukunft, zu der mir so viele Startparameter fehlen. Das ist mir egal! Ich versuche, nicht zu idealisieren, nicht zu überhöhen und trotz allem davon zu träumen und daran zu glauben. Und vor allem: nicht zu zweifeln.

Mir wird dabei ganz, ganz sehr viel der allerbesten Hilfe geschenkt.

Danke. Allen, die an mich denken, mit mir leiden, mir gute Besserung wünschen, mich zum Lachen bringen und meine Launen ertragen.

Danke (                 ).

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 26. Januar 2016 waren die Schmerzfreiheit, das Verständnis und die Gespräche.
 
Tageskarte 2016-01-27: Der Bube der Stäbe.

P.P.S.: Daß sowohl vorgestern (richtig) als auch gestern (falsch, das hätte 026 sein müssen) Nº 025 waren, fiel und fällt niemandem auf. So.

© 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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13 Antworten zu Nº 027 (2016): S(i)t(u)ationsbericht.

  1. Simmis Mama schreibt:

    Oh dann gute Besserung auf hohem Niveau

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  2. Frau Momo schreibt:

    Gute Besserung wünsche ich Dir aus der Nachbarschaft

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  3. S(tef)unny schreibt:

    Gute Besserung, lieber Emil. Ob das ein Ablenkungsmanöver wegen des Zahnarzttermines war? Da musst du beim nächsten Mal noch ein wenig am Timing arbeiten ;-)

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  4. leonieloewin schreibt:

    Gute Besserung auch von mir aus der Ferne

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  5. juttareichelt schreibt:

    Unbedingt und herzlich gute Besserung!

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  6. Sofasophia schreibt:

    Nö, die Zahlen fallen mir nicht auf. Die sind ja nur für dich relevant. Für die Übersicht.

    Wichtiger ist Inhalt.

    Und dass es dir baldest wieder besser geht und einige deiner Träume wahr werden können.
    Auf das Leben!

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  7. kat+susann schreibt:

    Die moderen Heldenreisen sind Berichte aus dem Krankenhaus.. Was manchen gut hilft ist sich mit Mitpatientinnen und Patienten zu unterhalten.. deren Leid ist immer schlimmer oder sie kennen einen der das auch hatte usw..
    Man kanns auch sportlich nehmen und sich schon mal drauf freuen, wenn man raus kommte allen aber wirklich allen von den Erlebnissen an diesem Ort zu berichten :-)
    Mach ,dass du da schnell raus kannst, bevor dich die Krankenhauskeime finden ! Ich hoffe für die Kolleginnen , dass du ein guter Patient bist..und bei Langeweile die Lektüre von : House of god.
    Die Goomer Regeln hingen mal an einem meiner Arbeitsplätze.. :-))
    Gute Verbesserung !
    S.

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    • Der Emil schreibt:

      Grad eben war ich kein guter Patient, und die nette angehende Ärztin ist an meinen Venen schier verzweifelt. Was vor zwei Tagen absolut wunderbar fnktionerte, war heute nicht zu machen: vier verschiedene Venen lieferten nicht die vorgesehene Menge Blut … Obwohl ich bis dato schon zwei Flaschen Wasser getrunken hatte …

      Ansonsten half und hilft mir Humor

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      • kat+susann schreibt:

        Ich hoffe, dass du nun nicht aussiehst wie eine Voodoopuppe….wenn du so brav so viel getrunken hast.. sollte es eigentlich… oder warst du ein Übungsopjekt ? Egal..
        Humor ! Immer !
        Einen guten Abend ! Hast du wenigstens ein Einzelzimmer ?
        S.

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        • Der Emil schreibt:

          Im Einzelzimmer würde ich eingehen.

          Wenn mein Körper nichts hergeben mag, dann ist es wirklich schwierig. Aber sowohl die Zapferin als auch das Labor gaben sich Mühe.

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          • kat+susann schreibt:

            Du scheinst ein netter Patient zu sein..wenn du merkst,dass sie sich Mühe geben…
            In meinem Alltag sind sie oftmals weniger nett.. verständlicher Weise…Ausnahmesituation Notaufnahme.. Erwachsene , die im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte beim Blutabnehmen den Arm wegziehen… und dann meckern.. können sie das etwa nicht ?? Erwecken noch nach 30 Berufsjahren den Hulk in mir… o.k. bei einer Körpergröse von unter 1.70m ist es wohl eher ein kleiner Hulk.. aber nicht weniger imposant !
            Aber was kann man da sagen ? Zu einem Kranken im Ausnahmezustand, der oder die guckt wie ein weidwundes Monchichi und sagt.. ich hasse Blut abnehmen..ich habe Angst vor all dem.. ich muss! Einfach den Arm wegziehen.. der zieht sich von selber weg.. ich kann nichts dagegen tun ..Im Kopfkino fallen einem dann 1000 fiese Sachen ein.. aber…ich schlage meistens vor.. sagen sie das doch beim nächsten Mal einfach vorher.. das kann ihnen ne Menge ersparen.. z.B. den 2. oder 3. Piekser..spätestens dann funkeln nur noch meine Augen fies… allerdings immer noch grün.. :-)

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  8. petra schreibt:

    Alles Gute und ein Quentchen mehr Geduld wünsche ich dir von Herzen.

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