Nº 033 (2016): Voller Tag.

Hoffentlich die Ausnahme.

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Den Wecker hatte ich mir auf 5.30 Uhr gestellt, denn ich wollte den Bus um 7.00 Uhr nehmen. Damit wäre die Nacht schon kurz gewesen – aber wenn es meinem Körper wie gestern morgen einfällt, mich etwas zu ärgern, dann wird er eben einfach etwas früher wach. So viel füher, daß es deutlich an Schlaf fehlte, aber der Versuch weiterzuschlafen einfach in einer Katastrophe (verschlafen) geendet hätte. 4.45 Uhr. Gut. War ich eben früher wach. Nur nützte es nichts, denn ich sollte nüchtern bleiben, d. h. keinen Kaffee wegen der Blutdruckbeeinflussung, nichts Süßes, kein Essen, einfach nur Wasser bzw. ungesüßten Pfefferminztee. Wobei das Wasser auch in ausreichender Menge in mich hineinmußte, damit genügend Blut für ein großes Labor zapfbar blieb. Was ich gestern, noch immer nicht ganz wach, doch vergaß, war der zweite Bus. Um 7.00 Uhr fahren zwei Busse, eine 34 und eine 36, jeweils in die gleiche Richtung an der gleichen Haltestelle ab. Ich stieg – ich durfte ja keinen Kaffee trinken, nicht wahr – im Tran in den falschen. Okay, der fuhr ohne Umsteigen auch in die Richtung der Hausarztpraxis, so ungefähr. Mit dem anderen wäre ich einmal umgestiegen und vor der Haustür des Arztes ausgestiegen, mit dem von mir benutzten hatte ich eine ganze Strecke zu Fuß durch einen fiesen Nieselregen zu gehen. Danach war ich wach.

Mein Arzt freute sich, mich zu sehen. Wir scherzten und flapsten – geschmipft hat er trotzdem mit mir. Ohne Absprache die Diabetes-, Bluthochdruck- und Depressionsmedikamente einfach für mehrere Monate nicht nehmen … Blut wurde auch genommen, was allerdings dauerte, da ich, nein, da mein Körper mal wieder nichts hergeben wollte. Jedenfalls bin ich seit gestern wieder ein braver Patient und regelmäßig in der Sprechstunde meines Hausarztes. Um 9.30 Uhr fuhr ich mit dem Bus zurück nach Halle.   —   Apotheke. Post. Bank. Drogerie. Zuhause irgendwann kurz nach elf. Zeit, endlich etwas zu essen. Und so speiste ich bis zwölf Bemme, Brot und Schnitte dazu, trank etwa einen dreiviertel Liter Kaffee. Natürlich war ich zwischendurch auch wieder bei Twitter, sah nach Blogs, telefonierte – all das gegen meine sonstige Gewohnheit, neben dem Essen nichts anderes zu tun. Danach waren dran: Der Abwasch, das Pillenfach im Schrank, die zusammengelegte Wäsche. Etwa 15.30 Uhr kam ich zur lange geplanten, eine Woche überfälligen Reinigung des Vogelkäfigs, die immer mit einigem Staubwischen, hinundherräumen und Staubsaugen verbunden ist. Nach zwei Stunden war auch das erledigt und ich konnte mich dann auf den Weg machen, die vormittags nicht verfügbaren Medikamente aus der Apotheke abzuholen. Weil ich im Laufe des Tages feststellte, daß mir auch sonst das Eine oder Andere fehlte, war ich auch noch im Supermarkt.

Nach einem Abendessen gegen 20 Uhr (vorher gewogen: etwa 6 Kilo weniger als vor dem Zahnziehen und der OP und damit deutlich unterhalb des sonst üblichen Schwankungsbereiches) dann die üblichen Rituale. Schreiben in einer Kladde, Gedanken sortieren. Lesen, denn damit kann ich mich ein wenig beruhigen. Nebenbei wieder Twitter und all die anderen Dinge, die am Rechner tagtäglich geschehen und Zeit beanspruchen. Und telefonieren. Technik- und Sozialberatung, Smalltalk zur Aufrechterhaltung von Kontakten, Wichtiggespräche. Ich bemerkte deutlich, daß die seit gestern verfügbare echte Flatrate dringend notwendig war und ist. Spät am Abend, ab 21.30 Uhr etwa, kümmerte ich mich um diesen Text hier: Aufschreiben, abtippen, Fehler suchen, hochladen, zwischendurch wieder Telefon.

Jetzt ist Schluß. Es reicht. Möge morgen, also heute, weniger angefüllt sein.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 1. Februar 2016 waren der Arzbesuch, die Medikamente, die geschaffte Arbeit, die Gespräche und so vieles mehr.
 
Tageskarte 2016-02-02: Die Zwei der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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6 Antworten zu Nº 033 (2016): Voller Tag.

  1. Sofasophia schreibt:

    Krass, du hast das Depri-Medi einfach ausgesetzt? Ich bin seit bald einem Jahr am Ausschleichen. Vergesse ich es auch nur einen Tag, habe ich wüsteste Schwindel- und andere Symptome.
    Wie auch immer: Soo volle Tage sind verdammt anstrengend.
    Ich wünsche dir heute mehr Ruhe.

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    • Der Emil schreibt:

      Ich hatte (und habe mittlerweile wieder) aber auch ein ganz anderes Präparat als Du. Im Gehöft war ich schon Monate ohne jede Pille …

      Heute bin ich prompt, während ich auf den durchlaufenden Kaffee wartete, wieder eingeschlafen und mußte extra geweckt werden.

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  2. Elvira schreibt:

    Das war ja ein vollgestopfter Tag. Und abseits deines üblichen Alltags. Wenn du dennoch so viele positiven Aspekte aufzählst, war das aber gar nicht so schlecht.

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  3. Gudrun schreibt:

    Ich hätte geschworen, dass du heute über Maria Lichtmess schreibst. So kann man sich irren. Kommt nicht heute der Weihnachtsmann weg?

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