Nº 036 (2016-02-05): Notwendig oder nicht.

Geld. Oder?

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Gestern habe ich mich bei mir umgeschaut und einmal kurz zusammengetragen, was in der nächsten Zeit notwendig wäre (oder auch nur sehnlichst erwünscht):

 

* Eine SSD fürs Netbook, dessen HDD defekt ist (oder gleich ein neues Kleines).
* Eine neue Kamera, die etwas besser als meine derzeitige ist.
* Ruhe vor der Verfolgungsbetreuung. Durch BGE.
* Ein per HDMI anschließbarer Monitor mit hinreichender Auflösung.
* Vielleicht ein Herd mit funktionierender Backröhre.
* Eine Bahncard 100 *grins*

 

Wenn ich das so lese: Alles hat mit Geld zu tun. Bis auf eines mit Geld, das ich ausgeben müßte. Wo sind die wirklich wichtigen Dinge, die es bräuchte, aufgelistet? Nun, in meinem Herz, das wirklich gerade ziemlich voll ist. Zum einen mit Traurigkeit, die von der Vergangenheit herkommt und von der einen oder anderen Unmöglichkeit in der Gegenwart. Zum anderen mit Freude, Wärme, sogar Liebe (?), die es heute und schon seit ziemlich langer Zeit für mich gibt. Trotz des Gefühls, in den letzten 14 Tagen massiv gealtert zu sein; aber das ist nach der ersten urologischen OP bei Männern vielleicht allgemein so?

Ansonsten habe ich zu gestehen, daß ich ohne Brille nichts mehr bzw. nicht mehr viel tun kann und mag. Am Telefon und am Rechner verschwimmen die Buchstaben, es sind nicht mehr nur die Arme zu kurz. Auch Rasieren (da oberhalb des Bartes sind auf beiden Seiten des Gesichts durchaus ein paar Striche mit der Klinge zu ziehen) ist selbst mit dem vergrößernden Rasierspiegel ohne Brille nicht mehr machbar. Ja, doch, ich werde älter. Dazu passend erhielt ich in den letzten Tagen die Nachricht vom Tod einer guten Bekannten und ehemaligen Nachbarin, die keine zehn Jahre älter war als ich. Also: es gibt nichts abzuwiegeln, nichts mehr zu beschönigen; ich werde älter (vor dem “alt” scheue ich aber noch zurück).

Wie ihr lest, ist das ein ganz normales Leben, das ich führe. Auch wenn oder obwohl es sich hier manchmal bis häufig ganz, ganz anders liest. Es fließt dahin, wird ab und zu von Höhepunkten unterbrochen wie vom heute Abend wieder live zu sendenden Buchfink, von verschiedener mich erreichender Post (auf die freue ich mich schon sehr). Jedenfalls erscheint es von außen betrachtet ziemlich normal. Denn es gibt auch die üblichen Tiefpunkte, wenn etwas kaputtgeht, nicht funtionieren will, mißlingt. Ab und zu holpert und rumpelt es eben etwas (oder auch heftig).

Eines mache ich seit geraumer Zeit anders bzw. versuche ich anders zu machen (ich schrieb erst kürzlich wie nebenbei darüber): Mein Blick geht auf das Erreichte, Gelungene, Geschaffte – und nicht mehr (wie es oben bei der Liste vielleicht scheint) auf das Fehlende, das Manko. Und das hilft wirklich sehr (auch wenn ich mich manchmal dazu zwingen muß).

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 4. Februar 2016 waren das Verschlafen, die ruhigen Gespräche, der Erfolg beim Retten von Daten.
 
Tageskarte 2016-02-05: Der Bube der Schwerter.

© 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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14 Antworten zu Nº 036 (2016-02-05): Notwendig oder nicht.

  1. Sofasophia schreibt:

    Daten retten und verschlafen. Dazu lieben und geliebt werden.
    Was willst du mehr?

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  2. Karl schreibt:

    Ja, notwendig das Geld, solange welches im Umlauf ist. Die wenigen Versuche ganz ohne zu leben funktionieren nur deshalb mehr schlecht als recht, weil es andere gibt, die mit Geld leben.

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  3. Jane Blond schreibt:

    Das mit der Alterskurzsichtigkeit ist fies. Überall liegen irgendwann Lesebrillen in verschiedenen Stärken. Eine nicht so starke Brille zum Lesen, eine etwas stärkere für Fummelkram und dann noch eine starke für ganz fiesen Kleinkram, wie Fäden ins Oer zu bringen. Der Schock kam aber erst spät, als ich eines morgens die Brille auf der Nase hatte, als ich in den hellbeleuchteten Badezimmerspiegel sah. Falten überall, die mir ohne Brille nie auffielen.
    Seitdem achte ich darauf, dass ich ohne Brille ins Bad kam.
    Altern sollte man in Würde ;-)

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  4. wildgans schreibt:

    Das kleine Vertipperlein eben- tja, auch meine Falten verschinden, verschandeln die einstige Frische- ich schinde mich aber nicht ab, haha. Du auch nicht. Und ich freue mich auf den Buchfink heute Abend!
    Gruß von Sonja

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  5. Gudrun schreibt:

    Für deinen Buchfink heute abend wünsche ich dir toi, toi, toi. Ich freue mich drauf und bin gespannt, was du lesen wirst.

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    • Der Emil schreibt:

      Danke, Gudrun. Es hat meiner Meinung nach gut geholfen, Dein toi, toi, toi.

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      • Gudrun schreibt:

        Ja, es war eine schöne Sendung.
        Das Lautgedicht war etwas ganz Neues für mich. Höchstinteressant.
        Neugierig gemacht hast du mich auch. Ulla Hahn werde ich lesen. Du hast ja nicht verraten, wie es weiter- oder ausgeht.
        Aber so richtig gefreut habe ich ich über die Lesung zu Max Walter Schulz. Das Buch gehörte einst zum Bestand meines Bücherschrankes. In meinen jungen Jahren wohnte Schulz übrigens ganz oben im M-Hochhaus in Leipzig. Es wurde immer gewitzelt, dass er das Doppel-M drehen musste von seiner Wohnung aus. Drehte es sich, sagte man: „Ach, gugge, dor Schulz is heeme.“
        Oh, jetzt habe ich mich aber verschwatzt. Egal. Dass du eine wirklich gute Sendung gemacht hast, musste einfach mal gesagt werden.

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        • Der Emil schreibt:

          Das Buch allerdings hat es in sich, ist heftig gewesen für mich, stellen- und seitenweise.

          Ich hatte einfach ein paar Bücher gegriffen, wahllos Lesezeichen hineingesteckt, von der auf einem Stick vorhandenen Musik etwas bereitgelegt … Daß das dann so (für mein Empfinden, schonwieder) rund und stimmig wurde, das war ein Wunder.

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