Nº 037 (2016):      |: Da :|

Morgens oder wie es heißen könnte: mrschnrtine

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6.48 Uhr. Der Körper und die Augen wollen noch zwei Stunden schlafen und könnten das auch. Aber der Kopf … Der schmeißt die laut ratternde Phantasie-Gedanken-Maschine an. Ich verstopfe die Ohren, reiße das Fenster auf (frische Luft, kein Regen, kein Sturm) und verschwinde so unter meiner Decke, daß nur noch beide Füße herausschauen. Es ist alles still, dunkel, schlaffördernd gestaltet. Sogar das rechte Auge klebt noch zu … Und plötzlich tanzt der Kopf Polonaise und ruft: “Äätsche-bäätsch!” Etwa zwanzig Minuten lang versuche ich das Unmögliche. Einfach Weiterschlafen. Ich bin sooooo müde! Das muß doch einfach gehen! Aber die Gedanken klappern am Inneren des Schädelknochens entlang, spielen Hopse, schreien sich dabei an – wie die Kindergartenkinder eben. Bei dem Lärm kann kein Mensch, dabei kann jedenfalls ich nicht schlafen.

7.23 Uhr. Der Kaffee ist fertig. Honig. Marmelade. Brot. Butter. Milch! Ich habe die Milch in der Küche stehengelassen. Ähm: Auch eine Tasse wäre ganz nützlich. Waaah! Sitzen. Kaffee schlürfen. Leise dudelt Musik aus dem Rechner, Corvus Corax‘ “Cantus buranus”. Vorgestern wieder darauf gestoßen worden, und da ist die Erinnerung an einen grandiosen Konzertabend in Leipzig. Frühstück.

8.35 Uhr. Die Idee zu diesem Text kommt. Ich nehme Stift und Kladde zur Hand. Nebenbei laufen Twitter und Wolfsheim. Ich werde darauf hingewiesen, daß Dada (um Himmels Willen nicht Dadaismus!) heute, also: gestern, am 5. Februar 2016, genau 100 Jahre alt wurde. An diesem Tag ,dem 5. Februar 1916, gründeten nämlich Hugo Ball und Emmy Hennings in Zürich in der Spiegelgasse 1 das “Cabaret Voltaire”. Und ich versuche mich (zu Ehren der Dadaisten?) in eben diesem Genre. (Ernst Jandl allerdings erreiche ich nicht.)

 

 

da dodo dada.
dades pall dar dadubei.
dan glumbadsch doda.

Ein Dada-Senryū.

 

 

 

(2015er Dada-Kunstaktion der auch heuer vertretenen K.U.R.S.K.) Mein Rest ist – bis auf den Buchfink – Schweigen.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 5. Februar 2016 waren der Morgen, der Mittag, das Gefundene, das Gesprochene, das Gelesene.
 
Tageskarte 2016-02-06: Der König der Stäbe.

© 2016 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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8 Antworten zu Nº 037 (2016):      |: Da :|

  1. petra schreibt:

    Kurt Schwitters https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kurt_Schwitters
    Wenn du verrückte Dinge magst, dann guck dir Bilder von Schwitters an – der ist genial.

    Ansonsten wünsche ich dir einen gesunden tiefen Schlaf

    Gefällt 1 Person

  2. Sofasophia schreibt:

    Bei mir wars gestern Morgen ähnlich, heute auch. Die Kopfmaschine ist die Schlimmste.
    Aber was ich dann um meinet-und der Erholung Willen übe? Das Wachdaliegen und mich dennoch Entspannen, ohne etwas zu tun. Verdammt schwer das.

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  3. wildgans schreibt:

    Gehört habe ich deine Sendung wieder mal. Deine Modulation wird fortschreitend feiner. Sprechsprachsicherheit! Die Teile der Sendung mit Ulla Hahn gefielen mir sehr. Die Soldatengeschichte – hm, eher was für Männer? Obwohl es auch darin interessante Sätze gab! Jedenfalls empfand ich alles als gut ausgesucht! Und bedanke mich für die angenehme Stunde!

    Gefällt 1 Person

  4. Ulli schreibt:

    den Beitrag mag ich!

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  5. minibares schreibt:

    Das habe ich auch gehört, dass Dadaismus doch schon ganz schön alt ist.
    Mein Mann schläft auch morgens gern länger.
    Da kommt die Post oft bei der Nachbarin an.
    Und ich muss warten, bis er auf ist, um mir zu helfen.
    Liebe Grüße Bärbel

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