Nº 048 (2016): Traumreime.

Die Nacht in eine Form gebracht.

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Traumsplittern
 

Was ich noch nicht vermissen kann, weil ich’s nicht kenne,
geht mir seit Wochen nächtlich um im Traum,
in dem ich jedesmal die Finger mir verbrenne
und baden geh‘ in Wellen voller Schaum.

Was ich noch nie gesehen, läßt mich nächtens zittern.
Was ich noch nie berührte, fehlt mir sehr.
In Herz und Bauch spür‘ ich so manches Ding zersplittern,
und Zweifel machen mir das Denken schwer.

Es scheint, ich kann mein Warten träumend nicht verkürzen.
Die Zeit steht still; die Sterne leuchten kaum.
Und doch: Ich werde mich ins Abenteuer stürzen –
wenn er sich bald erfüllt: mein Sehnsuchtstraum.

 

 

Soetwas entsteht, wenn ich beim Blättern in all meinen Kladden feststelle, daß es schon lange keine Reime mehr zu lesen gab. Keine eigenen, neuen Reime. Und wenn dann noch Erinnerungen und Träume und Hoffnungen und und und gerade in ausreichender Menge und Stärke vorhanden sind, wage ich mich an ein erstes Paar Zeilen. Dieses Mal ist es eine viel zu lange erste Zeile, dachte ich: 13 Silben lang – und die zweite auch noch zehn! Hui: 13/10er, was für ein sonderbarer Rhythmus. Aber er ließ sich so einfach weiterschreiben, so leicht und doch nicht seicht … (Ich hoffe noch immer, daß es leicht und nicht seicht und nicht schmalzig ist. Mag es vielleicht eine der mitlesenden Frauen einsprechen und dann bitte von Soundcloud o. ä. im Kommentar verlinken?) So traumhaft flossen die Zeilen! Und dann waren 10 Minuten Tagträumerei vorbei und das Obenstehende verfaßt.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 16. Februar 2016 waren ein aufgebautes Regal, leckeres Mittagessen, die Nachricht über einen angekommenen Brief, ein hier angekommener Brief, einige bearbeitete Bilder, Reime, Ruhe.
 
Tageskarte 2016-02-17: Der Ritter der Kelche.

© 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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12 Antworten zu Nº 048 (2016): Traumreime.

  1. petra schreibt:

    Ich spreche es dir – heute Nacht oder morgen. Versprochen!

    Gefällt 2 Personen

  2. Pingback: Traumsplittern vom Emil | voller worte

  3. Katrin - musikhai schreibt:

    Es ist ein sehr schönes Gedicht!

    Gefällt mir

  4. minibares schreibt:

    Dein Gedicht gefällt mir, lieber Emil.
    Liebe Grüße Bärbel

    Gefällt mir

  5. Björg Volquardsen schreibt:

    Wunderbar, diese zögerliche Entschlossenheit! Mehr davon bitte!

    Gefällt mir

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