Nº 053 (2016): Ruhe und Geduld.

2007 und 2016, im allgemeinen und im speziellen

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Heute wieder aktuell, obwohl ich zur Zeit in Geduld (und scheinbarer Ruhe) sehr geübt bin:

 

 
18. August 2007 (im Tagebuch)
 

Ich muß Ruhe finden. Zum Denken. Um in meinem Kopf Ordnung zu schaffen. Um meine Ängste und Befürchtungen zu erforschen, sie von ihrer ach so dominaten Stellung zu erlösen. Ich muß Ruhe finden in mir und Ruhe finden für das, was von draußen auf mich einstürzt. Einst war einer meiner Wünsche: in mir selbst zu ruhen und aus einer ruhigen, zufriedenen Mitte heraus zu agieren. Irgendwann habe ich den Wunsch wohl aufgegeben?!

 

 

Ah, der Wunsch ist wieder da, und zwar schon seit Jahren. Und ich muß die Ruhe nicht finden, ich möchte sie finden und finde sie immer öfter. Deshalb bin ich (im allgemeinen) schon ruhiger geworden, aber nicht unbedingt zufriedener. Neugieriger bin ich heute, viel neugieriger als 2007. Viel öfter als damals erlaube ich mir auch, dieser Neugier Ausdruck zu verleihen, ihr nachzugehen, sie zu befriedigen. Natürlich habe ich nicht immer die Möglichkeit, das gleich und sofort zu tun, aber weil ich auch geduldiger als früher bin (und zwar habe ich richtige Geduld, nicht die von der Depression erzeugte Scheingeduld “was will ich denn schon machen, es steht mir ja doch nicht zu, ich schaffe es ja sowieso nicht, was soll ich dann damit anfangen, ich kann es doch sowieso nicht gebrauchen/nutzen”), bin ich auch ruhiger, weniger getrieben. Jedenfalls im allgemeinen. Daß es momentan spezielle Gebiete gibt, in denen meine Geduld als Tugend weniger gut ausgeprägt ist, muß ich ja niemandem verraten. Denn mit der diesbezüglichen Ungeduld geht auch Sehnsucht einher, eine ziehende Sehnsucht, die ihrer Erfüllung harrt … Eine zufriedene, ruhige Mitte aber stelle ich mir anders vor als das, was in meinem Bauch gerade ist.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 21. Februar 2016 waren die in meinen Schränken wiedergefundenen über 25 leeren Kladden (und noch fünf angekritzelte dazu) – ich muß in der nächsten Zeit keine mehr kaufen! –, das sortierte Papier, eine erkleckliche Anzahl konvertierter Bilder, richtig guter Tomatensalat.
 
Tageskarte 2016-02-22: Der Ritter der Stäbe.

© 2007, 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

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10 Antworten zu Nº 053 (2016): Ruhe und Geduld.

  1. Sofasophia schreibt:

    Du lebst zurzeit von Tomatensalat?

    Hach, die Ruhe. Sie ist da, immer, nur lade ich sie oft nicht ein. Tse.

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  2. wildgans schreibt:

    …sonst hätte ich dir mal paar leere Kladden geschickt, wenn da Not wäre. Doch nun hast du genug davon und es kann losgehen! Oder besser: Weitergehen…

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  3. minibares schreibt:

    Lieber Emil, deine Sehnsucht nach Ruhe aus dir hat Berechtigung.
    Vielleicht klappt es ja doch einmal.
    Liebe Grüße Bärbel

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  4. muschelfinderin schreibt:

    Das kenne ich. Ich bin auch viel ruhiger … so, wie ich früher immer wollte, dass ich es mal sei.
    Bin ich deswegen zufriedener?
    Nein … irgendwas ist immer …

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