Nº 054 (2016): Ordnungsanfall.

Haufenisierte Sammlung überarbeitet

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Mittlerweile ist auf dem Fußboden vor meinem Bett wieder etwas (okay, viel) mehr Platz. Ich habe in den letzten Tagen insgesamt vier Klappboxen voll Altpapier entsorgt. Vieles davon hatte ich bewußt aufgehoben, lange Zeit aufgehoben, um es noch zu lesen, etwas daraus zu lernen. Aber: Vieles davon lag auch schon Jahre auf den vier Stapeln, nein, fünf Stapeln um meinen Arbeitsplatz herum. Und in einem Regal war noch ein Haufen Papier. Und wirklich: Die Haufen lagen jetzt mehrere Jahre rings um meinen Arbeitsplatz und wuchsen und schrumpften immer wieder. Doch ich habe es nie geschafft, der haufenisierten (Un-)Ordnung ein Ende zu bereiten.

Zum Glück fand ich diesmal nicht so viele persönliche Dinge aus meiner Vergangenheit bzw. wenigstens keine Überraschungen. Nur mir bekannte Sachen: Heiratsurkunde und Scheidungsurteil; ein Tagebuch vom Reservistenwehrdienst 1986 (mein Gott, wie bescheuert war ich oder gab ich mich damals), mein Therapietagebuch von 2011 tauchte auch wieder auf (das hatte ich beinahe ein Jahr gesucht). Die unsortiert dazwischenliegenden Briefe habe ich zusammengesammelt, sortiert, in einen Pultordner gesteckt; in den nächsten Wochen kann ich diese dann vielleicht sogar abheften. Außerdem waren da noch ein gutes Dutzend nagelneuer Blöcke, für die ich In Zukunft noch gute Verwendung haben werde. Und meine Kladden habe ich gezählt: die unbenutzten und die vollgeschriebenen und die angefangenen – sie sollten mir noch für etwa sechs oder sieben Jahre genügend Platz zum Aufschreiben bieten. Im Moment benutze ich drei unterschiedlich große Notizbücher, wollte damit Blog und Tagebuch und sonstige Notizen streng getrennt halten – allerdings hatte und habe ich damit nur wenig Erfolg.

Aus sechs größeren Haufen Papierzeug ist einer geworden, ein kleiner, den ich in dieser Woche noch vollständig wegsortieren kann (so ich nicht zu aufgeregt bin). Der pralle Pultordner wird in den nächsten Wochen weiter als Sammelbehälter dienen, zumindest bis auch die letzten beiden Haufen und drei vollen Kartons endgültig geordnet sind. Es werden weiter viele Zettel, Zeitungsseiten, Hefte, Postkarten usw. ins Altpapier wandern. Einiges werde ich fotografieren und dann als physisches Papier entsorgen (ich kann nicht scannen zur Zeit, weil der eine Rechner kaputt ist und der Scanner eben nur unter Windoof funktioniert). Bestimmt tauchen da auch noch Hefte, Kladden, Notizbücher auf, die ich dem Abschreiben bzw. der Weiterverwendung zuführen kann.

 

Wißt ihr, was ich mich frage? Warum ich es bisher nicht schaffte, mein Papierzeug zu ordnen, zu reduzieren, aus- und wegzusortieren. Vorgenommen hatte ich es mir schon so oft! Nur es tatsächlich in Angriff zu nehmen, das schaffte ich nie. Wieso gerade jetzt? (Na gut, ich wüßte sogar etwas, das als Grund herhalten könnte, nur glaube ich nicht, daß ausgerechnet das für einen Sortierfimmel verantwortlich sein kann.)

Und im März widme ich mich dann den Bücherstapeln, die vor dem Bücherschrank liegen, und den Blöcken davor und darin. Wie ich Bücher, die ich gelesen habe und nicht mehr behalten möchte, loswerden kann, weiß ich ja auch.

 

Trotzdem wundere ich mich über meinen Sortier- und Wegwerfelan.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 22. Februar 2016 waren das gefundene Therapietagebuch, ein voller Pultordner, die notwendigen bereitgelegten Dinge, die gefüllte Tasche.
 
Tageskarte 2016-02-23: Die Neun der Stäbe.

© 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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5 Antworten zu Nº 054 (2016): Ordnungsanfall.

  1. Sofasophia schreibt:

    Neuanfänge brauchen Raum. Sag ich jetzt einfach mal aus küchenpsychologischer & sofasophischer Sicht.

    Neuanfänge spenden Mut, Dinge abzuschließen, denn das ist es doch irgendwie, ein Abschluss?

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    • Der Emil schreibt:

      Ach Duuuuuuuu …

      Vielleicht ist es wirklich nur Zeit, meins zu ordnen, unabhängig von einem Neuanfang, mag ich glauben. Siehe z.B. das Ding mit dem Therapietagebuch: Geschrieben vor fast fünf Jahren, weggelegt, vergessen, nicht wiedergefunden. Jetzt ist die Zeit dazu, das abzuschließen; Zeit, eine Akzeptanz für mich und meine Krankheit zu leben, keine Verdrängung/Marginalisierung mehr.

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  2. Gudrun schreibt:

    Der Sortier- und Wegwerfelan kommt bestimmt von Schmetterlingen im Bauch.

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  3. muschelfinderin schreibt:

    Alle (Viele) sagen, es sei einfach die Zeitqualität, die gerade herrscht – die so vieles vorschiebt.
    Herzlichen Glückwunsch zum Aufräumen.
    Das ist ganz gewiss ein großartiges Gefühl, wenn die Stapel so zusammengeschrumpft sind auf ein kleines Häufchen.

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