Nº 077 (2016): Einsam-Monolog.

Fi(c)ktionales.

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Ich sitze wie so oft vorm Rechner, habe im Browser diverse Seiten geöffnet. Unter anderem auch “einschlägige” Bilderseiten (Videos interessieren mich sonderbarerweise nicht), auf denen ich sozusagen bis zu den Mandeln sehen könnte(!), wenn ich denn wollte. Aber welche der Seiten ich mir auch anzusehen versuche: Sie alle langweilen mich heute. Selbst diejenigen, die meine liebsten Fetische alle auf einmal bieten, lassen mich heute nur gähnen, “waaaaaah” denken und in kürzester Zeit weiterklicken. Nichts, nichts von all den abgebildeten Körpern und Körperteilen erregt mich.

Und ich frage mich: wieso.

Bin ich nur zu faul zur Handarbeit? Nein. Sind das alles Bilder, die mir nicht gut genug gefallen? Nein. Bin ich zu müde dazu? Nein. Habe ich keine Lust? Nein! Das heißt, ich habe Lust, sehr große sogar, wirklich große Lust auf Sex. (Klingt Sexualität besser, würde das das Gewünschte besser beschreiben? Ich glaube nicht.) Aber eben nicht auf die einsame, einhändig am PC weiterklickende Art und Weise. Nein. Heute gilt nicht und genügt mir nicht “selbst ist der Mann”.

Ach, wie lange ist es her? Die letzte Frau, mit der ich … nun, nicht im Bett, aber eben “im Bett” war? Das war doch damals … Nein, vor einem Vierteljahr etwa. Aber da war ich so besoffen, daß ich mir von ihr erzählen lassen mußte … Hat sie vielleicht einfach etwas erfunden, damit ich endlich Ruhe gebe? Wenn ich mich nur wirklich daran erinnern könnte … Doch wenn ich es recht bedenke, dann spielt das keine Rolle, denn gefühlt passierte an diesem Abend nicht viel bis nichts. Wauml;re es gut gewesen, würde ich mich daran erinnern – oder?

Und nun?

Keinen Bock auf Handarbeit. Aber auf Haut, auf den Geruch einer Frau, auf das Weiche, das Warme, das Zärtliche. All diese Bilder da, die sind genau das eben nicht. Auf – verrückt, daß ich diesen Begriff im Kopf habe – Begehrtsein und Begehren, Geben und Nehmen. Zweisamkeit, das Weib mir gegenüber: Das fehlt mir an solch einsamen Abenden wie heute am meisten.

Jaja, das Weib, das zu Mann paßt. So wie die Frau zum Herrn paßt. Und Herr mag ich gerade nicht sein.

 

 

Vom August 2008. Nix Aktuelles, nix Akutes. Nicht ausschließlich Phantasie, das gebe ich zu, aber keinesfalls Realität. Nichteinmal zur damaligen Zeit, denn das ist nicht aus dem Tagebuch, sondern ein Fragment aus einer angefangenen Geschichte.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 16. März 2016 waren (ich hatte es vergessen!): Ein wiedergefundenes Notizbuch, Hackepeter zum Abendessen, zwei Nummern beim Sterni-Bingo. .
 
Tageskarte 2016-03-17: Die Zwei der Schwerter.

©2008 & 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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9 Antworten zu Nº 077 (2016): Einsam-Monolog.

  1. puzzleblume schreibt:

    Rituale verfehlen ihre Wirkung, wenn man in sich selbst gerade auf einer anderen Ebene unterwegs ist.

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  2. alltagsfreak schreibt:

    Nachvollziehbar… War auch geschockt, dass ich unter „Positives für den Tag“ nichts finden konnte.

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