Nº 093 (2016): Und dann saß ich in der Straßenbahn.

Unerwartete Folge.

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Jaja, der Text gestern war (m)ein Aprilscherz. Einer, bei dem ich auf Anraten sogar die sofortige Auflösung noch im Text wegließ. Allerdings hörte ich ja am Ende des Beitrages wirklich auf mit dem Bloggen, zumindest für diesen Tag; demnach war ja doch ein Körnchen Wahrheit nicht nur bei den Überlegungen enthalten, sondern auch im Schlußsatz zu finden. Aber …

Aber … Aber dann!

Und dann saß ich in der Straßenbahn, gestern, fuhr von Halle-Neustadt ins Zentrum von Halle (Saale) zu Radio Corax, um eine Schicht lang Sendetechniker zu sein und am Abend den Buchfink zu lesen. Und plötzlich war da dieser Gedanke. Dieser sonderbare, mich so zufriedenmachende Gedanke. Diese Überlegung, daß es doch wirklich gut wäre. Die Verlockung, einfach nichts mehr in diesem Blog hier zu veröffentlichen. Selbst im Sender dann: Ich schreibe in diesem Blog keinen Text mehr. Ich höre auf, hier, in diesem Zuhause, das ich seit über fünf Jahren täglich fülle. Es gibt keine neuen Beiträge mehr. Nie wieder. Schluß mit der Bloggerei, Der Emil hört zu bloggen auf. Ich konzentriere mich einfach auf andere Schreibgebiete, eine meiner anderen Schreibpersönlichkeiten übernimmt die Zukunft.

Stark fühlte ich mich mit dieser Idee. Richtig stark, weil ich mich damit aus einer Abhängigkeit befreien würde, so dachte ich. Abhängig von eurer Aufmerksamkeit und der (liebgewordenen, lästigen) Routine, die mir trotzdem täglich Halt gibt. Doch, aufzuhören war die zu präferierende Option. Weitermachen wäre verlogen. — Oder ist das alles doch nicht so? Am Telefon äußerte ich mich genau darüber und erntete Erstaunen. Und war am Ende nicht mehr glücklich mit dem Aufhören. Nein, irgendwie ist das jahrelang das gewesen, was mich am Leben, am Funktionieren (nicht nur, aber manchmal eben) hielt.

 

Für ein paar Stunden wurde aus dem fies geplanten Aprilscherz eine Wahrscheinlickeit, eine Möglichkeit, eine Sehnsucht (?) – aber das kippte wieder. Zum Glück? Für wen?

Ach, bestimmt auch für mich. Denn noch immer ist es ein gutes Gefühl, jede Nacht zur gewohnten Zeit etwas freizulassen, etwas zu äußern, nach außen, weg- und preiszugeben.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 1. April 2016 war der durchschaute Aprilscherz, eine ruhige Schicht, der Buchfink.
 
Tageskarte 2016-04-02: Die Acht der Schwerter.

© 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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5 Antworten zu Nº 093 (2016): Und dann saß ich in der Straßenbahn.

  1. puzzleblume schreibt:

    Gut zu wissen ist es, auch von etwas lassen zu können, so dass man in Freiheit fortfahren kann.

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    • Der Emil schreibt:

      Der tägliche Beitrag hier: Eine einst lebensrettende, liebgewonnene, ehrgeizige, manchmal lästige und kaum zu schaffende Gewohnheit/Freude/Arbeit/Therapie/Liebe/Unart/Notwendigkeit/Freiheit/Leistung/Spielerei …

      Wenn ich es wirklich will, dann kann ich aufhören. Doch noch will ich nicht (wenn auch in genau vier Wochen der 2000. Beitrag eine gute Gelegenheit wäre).

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  2. Björg Volquardsen schreibt:

    Ja, und ab jetzt tanzt der Verfasser durch seinen Abspann, oder?

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