Nº 095 (2016): Müde, sehr müde.

Vom Winterschlaf direkt in die Frühjahrsmüdigkeit.

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Obwohl: Winterschlaf fiel ja in dieser Saison wengen des hier fehlenden Winters einfach aus. Ist es da ein Wunder, daß ich den ganzen gestrigen Tag über wirklich Mühe hatte, die Augen offenzuhalten? Nicht beim Nachlassen der Koffeinzufuhr mit dem Kopf auf den Schreibtisch im Radio oder die Tastatur meines Notebooks zu sinken? In Bus und Straßenbahn nicht einzuschlafen – die Sonne mach das Fahrzeuginnere einschläfernd warm – und ein paar Runden von Endhaltestelle zu Endhaltestelle zu fahren, bis endlich die Fahrerin dieses seltsame Geräusch bemerkt, das von mir ausgeht, und mich daraufhin weckt?

Müde bin ich. Erschöpft. Nach Pause lechzend – obwohl ich doch nichts anderes tagtäglich habe als Pause.

 

Allerdings hat mein Kopf keine Pause. Macht auch keine. Ist nicht nötig. Ganz besonders aktiv wird das Denkicht, wenn ich endlich Zeit zum Schlafen habe. Dann ist vor lauter Karussell in meinen Gedanken an Schlaf nicht zu denken.

Trotzdem veruche ich es jetzt, in diesem Moment, da der Text im Netz erscheint. Vorhin gab es noch eine große Tasse “Chinese Gunpowder” (auch China Gunpowder genannt), extralang gezogen, nur mit etwas Milch. Soll ja beruhigend wirken, Grüner Tee. Wenn er lange, sehr lange zog (um zehn Minuten herum). Dann wird er bitter(er), erdig, schwer im Mund, weshalb ich ihn mit etwas Milch trinke. Ohne Zucker, ohne Honig, ohne Zitrone. Nur der Tee und Milch. Schon beim Schlürfen (ja, ich trinke diesen Tee recht geräuschvoll) beginne ich, mich zu entspannen. Ich hoffe, die Wirkung hielt bis jetzt an.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 3. April 2016 waren “Sonntags”, der Gottesdienst, die Ruhe im Radio, der Spaziergang an der Saale entlang, endlich der schon seit Tagen geplante Düner.
 
Tageskarte 2016-04-04: Der Bube der Schwerter.

© 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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8 Antworten zu Nº 095 (2016): Müde, sehr müde.

  1. Elvira schreibt:

    Ha! Und ich tausche gerade den Winterspeck gegen die Frühlingsrolle.

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  2. puzzleblume schreibt:

    Volle Terminpläne schützen vor wildem Gedankenwuchs, ganz gleich, ob in ein bisschen mehr Freiraum Löwenzahn, Erdbeeren oder Bittersüsser Nachtschatten gedeihen.
    Man mag zwar die zielstrebigen Menschen manchmal bewundern, aber mir geht es dabei wie mit moderner Architektur: grossartige Inszenierungen, aber nur Theater, berechnetes Erlebnis.
    Die eigene Gedankenarchitektur zu betreuen bedeutet zwar, wie eine Art bergbaubetreibender Zwerg ständig auf alles achten zu müssen, um Einstürze und Unfälle durch Grubengas zu vermeiden. Es ist bestimmt gefährlicher, ermüdender, kräftezehrender, aber eigenes „Gedankengold“ zu finden, belohnt die Arbeit im eigenen Dunklen mehr als ich mir vorstellen kann, dass es befriedigt, sich in eine von anderen vorgefertigte Welt hinein-zu-dekorieren.

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    • Der Emil schreibt:

      Ein schönes Bild, das Du da hast, wirklich. Mein Empfinden ist nämlich ähnlich ;-)

      Nur macht es mich zur Zeit extrem müde … selbst für mich zu müde.

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      • puzzleblume schreibt:

        Manchmal erwischt mich auch so eine Grübelei darüber, mit dem hinterhältigen Gefühl, dass ich wohl selbst ein Irrläufer bin, weil die anderen bei geradezu atemberaubend dynamischer Lebensführung in so sauber aufgeräumte Gedankenwelten sicher und ruhend aufgehoben wirken.
        Mich selbst empfinde ich als von immerwacher Aufmerksamkeit genötigt, Erklärungen für nicht enden wollende Fluten von allem und jedem zu ventilieren – was mich oft genug sehr erfreut, aber eben nicht immer, vor allem dann nicht wenn mal wieder jemand, erklärt, das sei „doch nicht normal“.

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        • Der Emil schreibt:

          Oh, diese Erklärungen für alles und jeden habe ich ein für alle Mal beendet. Einige wenige aber bearbeite ich noch, hauptsächlich für ein paar große Schritte in meinem Leben, die ich verstehen möchte und muß. Der Rest? In einem sehr lakonischen Ton geschrieben: Ist eben so.

          Und daß es bei so vielen anderen Menschen in den Gedankenwelten sauber und gar aufgräumt sein soll, das halte ich für ein Gerücht bzw. unmöglich.

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  3. wildgans schreibt:

    Das denke ich auch, dass Saubergedankenwelten desto weniger existieren, um so dreckiger und brutaler die Gedanken bei den großen Saubermännern und -Frauen sind.

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  4. petra schreibt:

    Emil, ich bin müde mit dir!

    Gefällt 1 Person

  5. Gudrun schreibt:

    Um den Spaziergang an der Saale entlang beneide ich dich sehr. Solche Bilder nehme ich gern mit, abends, zum Einschlafen.

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