Nº 112 (2016): Schreibgrund.

Das von mir gemachte Wort.

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Erlebtes ist nicht vererbbar. Nur das, was überlebt hat. Das aus meinen Erinnerungen, aus meinen Erfahrungen gemachte Wort.

Ulla Hahn: Spiel der Zeit. S. 281; 1. Auflage
© 2014 Deutsche Verlags-Anstalt, München. ISBN 978-3-421-04585-0

 

 

Schreibgrund. Einer.

Und ich schreibe viel, viel zu wenig vom Erlebten auf. Ich müßte, ich wünsche mir, wie Goethe arbeiten zu können: mit mehreren Schreibsekretärinnen und/oder -sekretären, die aus den notierten Stichworten und Skizzen ganze Werke machen können. Ich schreibe viel, aber viel zu wenig vom Erlebten (vermute ich). Eher, öfter schreibe ich, was ich nicht erlebt habe. Was mir durch den Kopf spukt. Ich habe eine Idee, notiere sie, formuliere aus ihr vielleicht auch einen Anfang – und dann kommen die nächsten Ideen, die ich auch aufschreiben muß, will, weil sie mir sonst entgleiten, in Vergessenheit geraten, wieder verschwinden. Weil sie auch interessant sind (oder gar noch interessanter als die soeben notierte). Manche Ideen bleiben verworren, sind nicht so reif wie andere, verschwinden sozusagen in einer Art Quarantäne. Aber die, die mich begeistern, faszinieren, die, die etwas auslösen in mir: die schreib ich auf. Möglichst alle. Da bleibt keine Zeit, auch nur eine zu einem vollständigen Buch zu machen. Weil ich über dem Schreiben neue Ideen verpassen könnte. (Ja, so denke ich.)

Die meisten meiner Texte stehen unter einer Creative Commons Lizenz, die die kommerzielle Nutzung meiner Texte nicht gestattet. Aber wer irgendetwas weiterschreiben mag, eine meiner Ideen nehmen und zu einem Buch machen mag, die muß das nicht unter dieser Lizenz tun, der darf auch in Gewinnerzielungsabsicht weiterschreiben, die darf jederzeit fragen, ob … Nun, fragt einfach. Alles weitere wird dann in nichtöffentlicher Kommunikation abgesprochen. Ich werde nicht irgendeine unangemessene Forderung stellen, falls jemand sich traut.

 

Mein Berufswunsch? Verschenker, Ideenverschenker vielleicht. Oder Ideenspinnlehrer. Fabuliertrainer. Oder auch etwas ganz anderes. Hauptsache, mir bleibt ein Grund zum Schreiben.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 20. April 2016 waren ein unerwartetes Gespräch, Nudeln mit Butter und Käse, Abgeschriebenes.
 
Tageskarte 2016-04-21: Die Sieben der Schwerter.

© 2016 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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6 Antworten zu Nº 112 (2016): Schreibgrund.

  1. petra schreibt:

    Verschenker; schön! Ich danke dir für deine Geschenke!

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  2. Ulli schreibt:

    Fabuliertrainer und Verschenker, das nenne ich mal eine tolle Berufswahl. Aber ansonsten, lieber Emil, sind auch meine Kladden voller Ideen, die noch umgesetzt werden wollen ;)
    keine Sekretärin, kein Sekretär, aber immerhin Ideen und ab und an fertige Geschichten …
    herzliche Grüsse
    Ulli

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    • Der Emil schreibt:

      Berufe, die wie Böttcher, Stellmacher und Flaschner fehlen … Vor allem als Fabuliertrainer böten sich in Politik und Finanzwirtschaft, Automobilindustrie und Sozialarbeit hervorragende Arbeitsgebiete.

      Bei meinen Ideen und Anfängen zeigt sich: Papier ist geduldig.

      Gefällt 1 Person

  3. Sofasophia schreibt:

    Fabuliertrainer. Gutwort!
    An das Verpassen glaub ich nicht mehr, oder fürchte ich es einfach nicht mehr?
    Eins ist das physisch-reale Leben, viele andere sind meine nichtphysischen, aber dennoch realen Traumleben.

    Oder so.

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