Nº 130 (2016): Schmetterlingsstilleben.

Am anderen Ende der Wahrheit X.

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Wiedereinmal erlebte ich ein Ende der Wahrheit:

 

 

Am Flußufer taumelt ein Schmetterling über das Gras der Böschung. Im schnell dahinfließenden Wasser vergnügen sich Gänse, Enten und ein Taucher. Lastkähne fahren stromauf- und abwärts. Doch immer wieder wird mein Blick vom Fuchsschwanz – oder ist es gar ein Tagpfauenauge? – angezogen. In der Hitze des Nachmittags gleitet mein Verstand in diesen sonderbaren Zustand zwischen Wachsein und (luzidem) Tagtraum.

Schmetterlinge sehen anders als wir Menschen, das erfuhr ich in Unterricht und Wissenschaftlichen Beiträgen der Medien. Wenn diese Tiere nun, wie sie so durch sonnige Wiesen flattern und Motive von Kunstwerken werden können, wenn diese Tiere nun selbst einen Kunstsinn entwickelt hätten? Das frage ich mich in diesem stillebengleichen Moment, davon träume ich in ungesehenen Bildern, die sich mit der gemäldegleichen Szenerie am Rheinufer vermischen. Und noch während ich versuchte, mir die Welt auf Schmetterlingsart zu träumen – warm und leicht und unbeschwert und vielleicht auch angstfrei, endet die Wahrheit des Anderssehens an der Unmöglichkeit einer unmittelbaren Erfahrung.

Noch immer frage ich mich: Wie sähe wohl ein Stilleben nach dem Kunstverständnis der Schmetterlinge aus, wenn ich es mit den Augen eines der ihren betrachtete?

 

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 8. Mai 2016 waren das frühe Aufstehen und der einsame Genuß der Ruhe auf dem Einsamen Gehöft mit herrlich frischem Kaffee in der Sonne und den bloßen Füßen im taufeuchten Gras, ein dort vergessenes Stück Herz und Seele, (m)eine Klarheit über sie selbstgemachten Katastrophisierungen, eine recht problemlose Fahrt.
 
Tageskarte 2016-05-09: XVIII – Der Mond.

© 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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Eine Antwort zu Nº 130 (2016): Schmetterlingsstilleben.

  1. puzzleblume schreibt:

    Erinnert sich der Schmetterling an seine Zeit als Raupe, in der seine Weltsicht doch völlig anders gewesen sein muss? Was hat er geträumt, während er Puppe war?
    Kann man das vergleichen mit den Metamorphosen des Menschen, die von sich empfinden, als wären sie früher im selben Leben „jemand anderes“ gewesen?

    Gefällt 1 Person

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