Nº 138 (2016): Fünf geborgte Fragen.

Und schonwieder raufe ich mir die Haare.

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Fünf Fragen habe ich mir geborgt. Aus einem anderen Blog. Fünf Fragen auf drei Blätter geschrieben, weil zweimal zwei von ihnen nur zusammen zu stellen sind und auch zu beantworten sind. Drei beinahe leere Blätter Papier lagen von nachmittags Drei bis Mitternacht vor mir. In den Händen hielt ich, was ich gestern schon beschrieb: den Stapel Schmierzettelnotizen, von dem ich dachte, daß er die Antwort auf mindesten zwei der geborgten Fragen enthalte. Aber entweder habe ich mir das nur zusammengesponnen, oder aber ich suchte heute nicht nach den von mir darin gefundenen, sondern nach ganz anderen Antworten auf die geborgten Fragen. Was meint ihr? Ihr wollt die Fragen auch sehen? Sie lesen? Gar für euch selbst beantworten? Hm, ich weiß nicht … Ich traue ich mich nicht, sie zu verraten. Schließlich habe ich die Fragen ungefragt einfach mitgenommen, also ohne erst zu fragen, ob ich sie mitnehmen darf. Wenn ich sie jetzt allen zeige, wird da nicht wenigstens eine so ehrlich sein, und den Menschen informieren, bei dem ich gestohlen, plagiiert habe?

Oder vielleicht liest jodi Autorn (um das übliche Gendern zu vermeiden, schuf ich gestern meine eigene Variante: weibliche und männliche Artikel werden durch jodi [in der Mehrzahl jodu] ersetzt, gefolgt entweder vom ursprünglichen, nicht erweiterten generischen Maskulinum, dem ein n angehängt [jodi Lehrern], oder von einem generischen Femininum, dem selbes geschieht [jodi Schwestern] bzw. einem nichtgenerischen Femininum, dem das i o. ä. gestrichen [jodi Köchn] wird – ich bitte um Entschuldigung, aber ich bin das gegendere leid) – also sicher liest jodi Urhebern sogar selbst mit und versucht dann mich auszuschimpfen oder Schlimmeres?

Obwohl …

Auf einem Blatt steht » Bin ich ganz ich, immer? Nach außen auch? «

Diese Fragen. Gerade mir! Wo ich doch oft … Nein, ich weiß genau, ich bin Der Emil, aber im Ausweis steht ein anderer Name. Nur: Der mit dem Ausweisnamen bin ich nicht und bin ich auch nicht nicht. Kann ich dergestalt immer ganz ich sein? Oder muß ich wegen meiner eigenen Neuerschaffung immer ein wenig ich und der andere sein? Und nach außen: Wenn ich zu den Menschen meiner Vergangenheit (vor der Funkstille) gehe, dann muß ich doch zumindest nach außen der sein, der ich nicht mehr bin und doch noch bin?! Versteht ihr das Dilemma? Bin ich also ich oder ich oder eine Mischung aus beidem?

 

Vor mir liegen drei Blatt Papier. Darauf stehen jeweils eine oder zwei Fragen. Alle Antworten darauf sind in meinem Kopf. Alle. Die logischen, die einsehbaren, die aggressiven, die idiotischen, die wahren, die wahrhaftigen, die geheuchelten, die vermeidenden, die verschweigenden, die überraschenden, die echten, die einzigen, die unmöglichen, die exakten (aber sinnlosen), die ungefähren, die erwarteten: alle Antworten. In einem einzigen Kopf, der sich im Moment des Antwortversuchs anfühlt, als ob er zwei Persönlichkeiten beherberge. Was natürlich Quatsch ist, ich weiß!

Ich liege schon auf meiner Schlafcouch. Fünf geborgte Fragen sind gestern unbeantwortet geblieben. Die drei kaum beschriebenen Blatt Papier liegen nicht mehr auf dem Tisch. Ich habe sie auf die Nachtnotizenkladde gelegt …

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 16. Mai 2016 war eine sehr angenehme Frühschicht Sendedienst, trotz aller Schwierigkeiten nützliches Nachdenken, ein überarbeiteter Plot für einen Text, gute Musik.
 
Tageskarte 2016-05-17: V – Der Hierophant.
Steht für Suchen & Finden spiritueller Kraft; symbolisiert Einheit von Körper, Geist & Seele und sorgt für ihre harmonische Verbindung.

© 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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10 Antworten zu Nº 138 (2016): Fünf geborgte Fragen.

  1. alltagsfreak schreibt:

    Verstehe den tieferen Sinn nicht, aber ich bin kein Fan von Genderkram 😊

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  2. petra schreibt:

    Die Wer bin ich und wer möchte ich sein, wirst du nicht beantworten. Daran ist schon so manch großer Philosoph verzweifelt. Ich denke, wir sind – und das hast du ja auch geschrieben – in den verschiedensten Situationen immer jemand anderes. Was wir nach außen tragen / tragen können, sind doch nur Glitzersteinchen unseres Selbst.

    Gefällt 1 Person

    • Der Emil schreibt:

      Glitzersteinchen. Aber nicht nur. Ich werfe auch gerne mit Wackersteinen um mich.

      Und doch möchte ich gerne wissen, wer und was ich bin (zumindest für einige wenige Menschen da draußen).

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  3. Gudrun schreibt:

    Ich denke, im Laufe der Zeit verändern sich beide, der Geschaffene und der mit dem Namen im Ausweis. Vielleicht nähern sie sich an und vielleicht gibt es irgendwann keine trennenden Unterschiede mehr. Schön wäre, wenn auch dann die Kunstfigur bliebe .
    Das Ich nach außen? Nein, alles zeige ich da nicht oder sagen wir mal verschiedenen Menschen immer nur ein Stück davon. Manchmal sind die Stücke nicht gleich.

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    • Der Emil schreibt:

      Mir ist schon klar, daß ich viele Rollen ausfüllen muß: Mann, Freund(in), Bruder, Sohn, EHB, Mitläufer, Radiofritze …

      Aber meine zwei Ichs, die sind schon eine besondere Herausforderung. Manchmal zumindest.

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  4. Sofasophia schreibt:

    Vielleicht kommen ja Antworten von allein, wenn sie kommen wollen. Wenn die Zeit reif ist. Wie Katzen.
    (Ich kann gar nicht, nicht ich sein. Eins meiner Ichs bin ich immer, wenn auch manchmal ein gut geschütztes und getarntes).

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  5. Graugans schreibt:

    Lieber Emil, wie ich das vermisst habe: Endlich macht sich mal wer Gedanken, wie er mit Phantasie und ausufernder Kreativität was erfinden könnte, um Maskulinum und Femininum in die Sprache einzubauen…oder zumindest mal damit umzugehen! Ich danke Dir dafür…ist es nicht traurig, daß solchartiges Nachdenken so wenig selbstverständlich ist, daß ich mich bedanke, wenns mal einer tut? Du bist ein Knüller, lese gern bei Dir! Viele liebe Grüsse von einer, die das „Gegendere“ auch leid ist, die aber gerne in der Sprache „der Rede wert“ wäre!

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