Nº 149 (2016): Japanische Weisheit.

Oder: Ja, panische Wahrheit.

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Im Buchfink gestern vorgelesen, klebengeblieben im Hirn:

 

 

Woran liegt es nur: Wir bemühen uns nach Kräften, Gesprächen über unsere Arbeitoder über ein Werk, das wir gerade schreiben, aus dem Weg zu gehen, und am Ende läuft es daraus hinaus, daß wir alles sagen. Obwohl wir viel besser schweigen sollten, kommen die Worte … Wir beginnen mit dem Verlangen, die Wahrheit herauszufinden, und praktisch reden wir dann doch so, daß die Wahrheit verhüllt wird. Was wird gefordert und vorausgesetzt, wenn wir » über die eigene Arbeit « reden? Vielleicht ist das eine Art Beichte. Und während dieses Vorgangs, der eine Beichte sein soll, träume ich von einer Form, in der Bücher verborgen liegen, die sich auf kunstvolle Weise in Illusinen verwandelt haben. [Hervorhebung von mir.]

Mieko Kanai: Platonische Liebe. In: Erkundungen. 19 Japanische Erzähler. S. 103 f.
1. Aufl. © 1989 Verlag Volk und Welt, Berlin. ISBN 3-353-00581-1
 
 

 

 

Die Schizophrenie, Widersprüchlichkeit der eigenen Wahrnehmung und Präsentation …

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 27. Mai 2016 waren leckerer Döner zu Mittag, die wirkende Kohle, der Buchfink (war besser, als ich befürchtete).
 
Tageskarte 2016-05-28: DIe Königin der Stäbe.


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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler
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6 Antworten zu Nº 149 (2016): Japanische Weisheit.

  1. wildgans schreibt:

    Leider habe ich nur die letzte Viertelstunde vom Buchfink gehört. Sagst du mir bitte nochmal den Titel des Buches von denen, die zu wenig schlafen – und wo eine Firma irgendein Mittel dagegen hat, Träume verschenkt und angenehme Zeiten der Schlaflosigkeit!?

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  2. puzzleblume schreibt:

    „Was wird gefordert und vorausgesetzt“ – von wem? Von sich selbst oder von anderen? Ich denke, von sich selbst fordert man tatsächlich Widersprüchliches, denn die Erziehung zur Bescheidenheit und dass Eigenlob stinke, dämpft den Enthusiasmus, den man doch hat, weil man sonst nicht täte, was man tun will, und macht kleiner, was doch im eigenen Leben und seiner Gedankenwelt beinahe omnipräsent ist. Ein Gegenüber setzt aber solche Masstäbe vielleicht gar nicht an und ist etwas enttäuscht, dass man so herumdruckst. Oder ist gelangweilt, weil eben Aufregenderes erwartet wurde. Oder ist verständnislos, weil wesensfremd. Das Schlimmste ist, wenn man dieses „Gegenüber“ nur als gedachten als Zensor in sich selbst hat.

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    • Der Emil schreibt:

      Ja, dieses Nachdenken über das eigene Werk, den eigenen Wert, wird durch die vermaledeite Vergleicherei (und zwar immer mit denen, die „mehr“ erreichten und „besser“ sind) ziemlich schwierig gemacht (oder vielleicht gar erst angestoßen?).

      Selbst ich bezeichne ja meinen Entschluß, das von mir Geschriebene, Photographierte und Gezeichnete als Kunst zu bezeichnen, noch immer als eine Art „Hochstapelei“, als eine Anmaßung von etwas, das mir „eigentlich“ überhauptnicht zustehe.

      Püh!

      Gefällt 1 Person

      • puzzleblume schreibt:

        Ein bisschen trotzt man mit dem eigenen Verwenden des Begriffs Kunst vielleicht auch der Nützlichkeitserziehung, die man als 50er und 60er-Jahre Geborener verpasst bekommen hat, spätere Kinder sicher auch noch, aber in den 70ern setzte wenigstens bei einigen bereits das Ideal der Erziehung zum Indivualisten ein.

        Eigentlich finde ich das Bloggen hinsichtlich einer Demokratisierung des Kunstbegreifens und einer Befreiung dessen, der sich durch Wort, Bild oder Klang reflektierend mit der Welt beschäftigt, von einer Anerkennung durch die selbsternannte Richterschaft des etablierten Kunstbetriebs oder gar vom Arbeitsmarkt derer, die sich als Künstler von ihren geistigen Produkten ernähren wollen.
        Ich habe mich mal mit einer Floristin unterhalten, die sich überhaupt nicht scheute, was sie mit Blumen und anderen Materialen gestaltete, als ihre Kunst zu bezeichnen, und das Selbstbewusstsein hat mir imponiert. So soll das sein.

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