Nº 158 (2016): Ziel erfolgreich verfehlt.

Ich habe wohl etwas begriffen

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Ach ja.

Fast eine Woche ohne Fernsehen war geschafft – allerdings habe ich jetzt auch Dr. Who verpaßt. Naja, ich werde es überleben. Am Sonntag allerdings gehörten und gehören 30 min Fernsehprogramm zu meiner Morgenroutine. Diese Zeit gönnte ich mir auch gestern. Und dann wollte ich ja schweigen. Diesen Tag über nichts äußern. Das allerdings war eine extrem schwere Übung und ich habe sie nicht geschafft. Ja. Nicht geschafft. Versagt! hätte ich das früher genannt.

Seltsamerweise habe ich dieses Versagensgefühl diesmal überhaupt nicht, nicht einmal ein winziges bißchen davon. Weil es … Nein, früher habe ich auch “Dinge” versucht. “Dinge”, die eigentlich immer irgendwie machbar waren. Mit Verrenkungen. Irgendwie. Und wenn ich die nicht schaffte, dann hatte ich versagt. Jetzt nicht.

Wieso?

 

Ist da doch etwas in Gang gekommen? Oder sogar schon auf dem besten Wege, gar schon “erledigt”? Seit wann kann ich auf das “Versagen” verzichten, auf die Nutzung dieses Wortes in Situationen, da ich etwas von mir für mich Geplantes/Gewünschtes eben doch nicht schaffe? Hm. Da fällt mir ein, daß ich genau das in diesem Jahr mit meinem langen Spaziergang auch so handhaben konnte. Es ist kein Versagen gewesen, den Camino eben nicht an einem Stück in einem Jahr (4600 km in 190 Tagen) schaffen zu können. Nein. Aber irgendwie fiel es mir beim Schweigeversuch auf. Und nun …

Ach, wißt ihr was? Ich schau jetzt nirgends nach, ob ich mich da richtig erinnert habe. Mein Gefühl sagt mir, es war so und es ist so. Ich habe gestern tatsälich einen Schritt geschafft, den ich nicht vorhatte, habe das einmal geschafft und werde es wieder können. Ich werde immer seltener und irgendwann überhaupt nicht mehr sagen und denken, ich hätte versagt, nur weil ich etwas nicht geschafft habe.

 

Hm. Ziel verfehlt. Ziel verfehlt? Nein! Ein anderes, wichtigeres Ziel erreicht. Und das macht mich schon ein wenig stolz. (Und es war auch nicht so geplant, wie es ablief, nein, ich wollte wirklich “nur” schweigen.)

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 5. Juni 2016 war das gebrochene Schweigen, das KEIN Versagen war.
 
Tageskarte 2016-06-06: Die Sieben der Stäbe.

© 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

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4 Antworten zu Nº 158 (2016): Ziel erfolgreich verfehlt.

  1. amazonasknallerbse schreibt:

    So schön! Danke.

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  2. Gudrun schreibt:

    „Ich schau jetzt nirgends nach, ob ich mich da richtig erinnert habe.“ He, Emil, du kontrollierst dich nicht. Das finde ich richtig gut.

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